Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

Festspielhaus Bayreuth

Klatsch, Tratsch und was sonst die Welt noch so bewegt

Moderator: Moderation

Benutzeravatar
sleepytomcat
Senior Member
Beiträge: 294
Registriert: 10.06.2013, 20:05
Ort: Halstenbek
Ort: Halstenbek

Festspielhaus Bayreuth

Beitragvon sleepytomcat » 11.08.2014, 10:41

Ich halte mich gerade in Bayreuth auf und habe während der letzten Tage den “Holländer” und den “Lohengrin” im Festspielhaus gehört. Morgen werde ich den “Tannhäuser” hören.

“Das Festspielhaus verfügt über eine überragende Akustik.”
“Das Festspielhaus hat die beste Akustik weltweit.”
“Das Festspielhaus ist das Maß der Dinge in Sachen Akustik.”

So und ähnlich wird über das Haus gesprochen.

Ich höre aber etwas anderes:

Bei teilbesetztem Haus ist ein Sprecher auf der Bühne in der 20ten Reihe kaum noch verständlich, weil hier offensichtlich der Hallabstand erreicht ist.

Bei vollbesetztem Haus und einer Vorführung klingt das Orchester sehr undifferenziert (fast “breiig”) und sehr eng aus der Mitte heraus. Das liegt wohl an dem überdeckelten Orchestergraben, der den Ton wie aus einer Schlitzdüse in Richtung Bühne abstrahlt. Bei pp-Passagen ist die Kesselpauke kaum vom Kontrabass zu unterscheiden (nur durch ihren perkussiven Charakter). Instrumentengruppen klingen generell kompakt und einstimmig, undifferenziert.

Die Nachhallzeit liegt bei vollbesetztem Haus wohl deutlich über 2 sec (gehörmässig), was ebenfalls zu einem undifferenzierten Klang und schwer verständlichen Sängern führt.

Einzelne Besucher erklärten, in den Logen sei die Akustik schlechter als im Saal.

Von einer “überragende Akustik” kann also wohl keine Rede sein, der Raum wird offensichtlich “schöngeredet” (es geht ja um Wagner…).

Mich interessieren eure Erfahrungen und Hörerlebnisse im Festspielhaus.

Nebenbei:
Sehr bemerkenswert ist folgender Effekt: Das “Vorspiel” (Ouvertüre) wird bei geschlossenem Vorhang gespielt. Öffnet sich der Vorgang verändert sich der Klang hörbar. Neben dem Dämpfungseffekt des Vorhanges dürfte auch hier die Orchestergrabenabdeckung mit ihrer “Düsenwirkung” eine Rolle spielen.
Der Kater

Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
— Albert Einstein —
Elektrische Geräte kennen 3 Zustände:
eingeschaltet, ausgeschaltet, kaputt
— Wau Holland —

Moritz
Vollmitglied
Beiträge: 69
Registriert: 07.05.2014, 00:50
Ort: Graz
Ort: Coburg/Graz
Kontaktdaten:

Re: Festspielhaus Bayreuth

Beitragvon Moritz » 11.08.2014, 23:59

Jetzt werde ich langsam neugierig, vielleicht sollte ich doch mal ins Festspielhaus gehen, liegt ja nicht soweit weg... :hmm:

Benutzeravatar
sleepytomcat
Senior Member
Beiträge: 294
Registriert: 10.06.2013, 20:05
Ort: Halstenbek
Ort: Halstenbek

Re: Festspielhaus Bayreuth

Beitragvon sleepytomcat » 12.08.2014, 12:40

Nachtrag:

Heute war ich zu einem Einführungsvortrag im Festspielhaus. Ein rhetorisch und fachlich brillanter Vortrag wurde über Kopfbügelmikrofon und Funkstrecke zu einem (!) einsamen Lautsprecher oberhalb des Bühnenportals übertragen. Die Entfernung zum Sprecher betrug ca. 30 m.

Unter Berücksichtigung der m. M. problematischen Akustik des Raumes ergab sich unerträgliches Gemisch aus Direktschall, verzögertem Lautsprecherschall (ca. 1/10 s) und den Mischprodukten durch die Hallzeit des Raumes. Zeitweilig war die Stimme bis zu dreimal hörbar.

Es reicht also nicht aus, einfach ein Mikrofon, einen Verstärker und einen Lautsprecher zu installieren. Basisphysik auf Grundschulniveau sollte man schon beherrschen können.

… akustisch war dieser Vortrag dem Haus in keiner Weise würdig. Zumal ich vorher einen Vortrag ohne PA gehört habe, bei dem die Stimme des Sprechers wohl aber ab der Mitte des Saales für die Zuhörer nicht verständlich war.
Der Kater

Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
— Albert Einstein —
Elektrische Geräte kennen 3 Zustände:
eingeschaltet, ausgeschaltet, kaputt
— Wau Holland —

Benutzeravatar
Wilfried
Senior Member
Beiträge: 374
Registriert: 19.10.2011, 19:47
Ort: Kappeln, Deutschland

Re: Festspielhaus Bayreuth

Beitragvon Wilfried » 12.08.2014, 14:25

Dabei gibt es sogar eine wohl wenig beachtete DIN Norm mit dem sperrigen Titel:
DIN EN 60268-16:2012-05: Elektroakustische Geräte - Teil 16: Objektive Bewertung der Sprachverständlichkeit
durch den Sprachübertragungsindex (IEC 60268-16:2011)

Ein kleines, am Besten gesetzllch vorgeschriebenes, Bappel am Eingang jedes (Hör)saals "Akustik nach DIN 60268 zertifiziert"
wäre durchaus hilfreich. :idea: -- Träum' weiter Junge.
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.


Zurück zu „Wiener Kaffeehaus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste