Pottwal

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Moderator: Moderation

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Cutter
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Pottwal

Beitragvon Cutter » 09.09.2016, 20:42

Hallo Kollegen,

in einen Quiz im NL-Fernsehen hat der Moderator wohl großen
Blödsinn getrieben.

Angeblich soll ein Pottwal Lärm machen können mit.... 230 dB !!!!!
Wenn ein Düsenjäger 130 dB macht, würde dieser Pottwal
10 milliarden mal lauter sein !!
Ich würde mich nicht mal wundern, wenn diese 230 dB auch noch
hunderttausend mal stärker ist als eine Atombombe !
Und das soll so ein Tier aushalten können ?
Ich denke das arme Tier würde dabei selbst explodieren....

Wie der Moderator auf so eine Zahl kommt ist mir ein Rätsel.

LG,

Evert

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RainerG
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Re: Pottwal

Beitragvon RainerG » 09.09.2016, 22:52

"dB" - zwei Buchstaben und 1000 Mißverständnisse! Mich wundert da gar nichts mehr!

Bei 194 dBSPL ist der Effektivwert des Schallwechseldrucks gleich dem statischen Luftdruck. Bei 230 dB wären das dann 64 Bar! Außerdem fallen solche Pegel schon in den Bereich der nichtlinearen Akustik. Da gelten ohnehin andere Gesetzmäßigkeiten.
Aber der Moderator dürfte sich trotzdem sehr geirrt haben!


MfG
RainerG
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Cutter
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Re: Pottwal

Beitragvon Cutter » 09.09.2016, 23:02

Ach, vor vielen Jahren schon wieder hat RTL eine Reportage
gemacht über einen Metro, der nachts nicht mehr als xx dB Lärm
produzieren durfte.
Nun bin ich die exacte Zahlen leider vergessen, aber es waren Zahlen
wie: erlaubt 40 dB, und gemessen waren 80 dB, und laut Moderator
war das das doppelte !!!
Ahum.... naja, bei mir wäre es 10.000 x soviel.... HAHAHA

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Re: Pottwal

Beitragvon Wolfus » 13.09.2016, 17:13

So ganz alleine ist der Showmaster mit seiner Behauptung nicht:

http://www.tierchenwelt.de/funfacts/tie ... tiere.html

Man muss bedenken, dass der Pottwal auch z.T. unter einem wesentlich höheren statischen Druck lebt als der in der Athmosphäre. In der ist der Pegel naturgemäß nicht erreichbar oder nur im positiven Überdruckbereich (Druck/Stoßwelle).

Ich erinnere mich, dass er eine starke Druckwelle in einem internen Organ fokussiert. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Walrat

Noch ein Link, der eigentlich recht vertrauenswürdig ist:

http://www.spektrum.de/magazin/die-nase ... se/1359256

Dort ist im freien Ausschnitt immerhin die Rede von über 200 dB.

Nebenbei: hatten wir das hier nicht schon mal? Zu Zeiten, als EBS noch mitdiskutieren konnte?
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Cutter
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Re: Pottwal

Beitragvon Cutter » 13.09.2016, 20:22

Wie die Leute an diese 230 dB kommen wird nicht gesagt.
Aber 230 dB wären 10.000.000.000 mal so laut als ein Düsenjet.
ICh kann es mir wirklich nicht vorstellen daß ein Tier sowas überlebt.
Und paß auf, ich bin ein ganz großer Tierfreund, und glaube schneller
an tierische Möglichkeiten als sonnst wohl jemand.

Aber mit 230 dB würde das arme Tier sich selbst zerstören.

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Re: Pottwal

Beitragvon Tomte » 14.09.2016, 02:38

Ich habe es nicht weiter überprüft und bin kein Fan von Wikipedia, aber hier finden sich schlüssig erscheinende Ausführungen, die Schalldruckpegel unter Wasser mit Werten über 200 dB möglich erscheinen lassen (und es wird erklärt, dass Wasser und Luft Pegel nicht so einfach vergleichbar sind!):

https://de.wikipedia.org/wiki/Wassersch ... challpegel

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RainerG
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Re: Pottwal

Beitragvon RainerG » 14.09.2016, 11:33

Tomte hat geschrieben:Ich habe es nicht weiter überprüft und bin kein Fan von Wikipedia, aber hier finden sich schlüssig erscheinende Ausführungen, die Schalldruckpegel unter Wasser mit Werten über 200 dB möglich erscheinen lassen (und es wird erklärt, dass Wasser und Luft Pegel nicht so einfach vergleichbar sind!):

https://de.wikipedia.org/wiki/Wassersch ... challpegel


Bin auch kein Wikipedia-Fan, denn manches was drin steht ist hin und wieder falsch. Aber trotzdem wäre das dann auch realistischer: Denn wenn bei Wasserschall eine Bezugsgröße von 1µPa zugrunde gelegt wird, entspräche ein Schallpegel von 220 dB einem Wechseldruck von 1 Bar. 230 dB wären dann 3,16 Bar - erscheint mir durchaus realistisch.

Wie die allerdings in Wikipedia auf eine Differenz von 62 dB kommen ist mir schleierhaft, wahrscheinlich sollte es 26 dB heißen und der Schreiber hat die Ziffern vertauscht. Denn 20 µPa/1µPa ergibt 26 dB.

Grüße
RainerG
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