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Berufshaftpflicht für Tonschaffende

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Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon tillebolle » 15.09.2016, 14:36

Ich hätte da mal eine Frage an alle, die wie ich die Tontätigkeit auf der Schwelle zwischen Hobby und Nebenberuf betreiben. Die also schon mal eine Rechnung schreiben, vielleicht auch ein Gewerbe angemeldet haben, aber damit (noch) keine echte Gewinnerzielungsabsicht verbinden:

Habt ihr dazu extra eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen?

Ich fürchte, die normale Privathaftpflicht greift in diesem Fall nicht, und das Risiko, dass z.B. ein umstürzendes Stativ mal ein wertvolles Instrument beschädigt ist ja nicht unerheblich.

Was kostet sowas üblicherweise? Könnt ihr bestimmte Versicherungen empfehlen?

Viele Grüße
tillebolle
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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon Tonzauber » 15.09.2016, 14:56

ich kann aus eigener Erfahrung sehr diese Spezialisten hier empfehlen:

http://tonmeister-assekuranz.de/
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon Cutter » 18.09.2016, 10:59

tillebolle hat geschrieben:Ich fürchte, die normale Privathaftpflicht greift in diesem Fall nicht, und das Risiko, dass z.B. ein umstürzendes Stativ mal ein wertvolles Instrument beschädigt ist ja nicht unerheblich.


Da hätte ich noch eine Frage:
Ein Stativ stürtzt nicht von selber, normalerweise.
Ist dann nicht der Person dafür verantwortlich,
der ohne auf zu passen gegen ein Stativ läuft und
es um stößt, und dadurch den Schaden verursacht ?

LG,

Evert

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon alex » 18.09.2016, 11:57

Cutter hat geschrieben:Ist dann nicht der Person dafür verantwortlich,
der ohne auf zu passen gegen ein Stativ läuft und
es um stößt, und dadurch den Schaden verursacht ?

Wie allgemein im Rechtswesen haftet jeder anteilig für diejenigen Handlungsfolgen, die ihm ursächlich zuzuschreiben sind.

Im angesprochenen Fall könnte ab einer gewissen Schadenshöhe die BHV prüfen, ob möglicherweise eine erhebliche Mitverantwortung des technischen Personals vorliegt, zum Beispiel grobe Fahrlässigkeit oder gar absichtliche Fehler bei der Aufstellung (Stabilität oder Gegengewicht ungenügend, Kabel schlecht verlegt, Stolperfallen, eventuelle Warnmarkierungen kaum sichtbar etc.).
Entschädigungszahlungen sind überdies durch die vertraglich vereinbarte Deckungssumme begrenzt.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon Cutter » 19.09.2016, 00:07

Hallo Alex und andere Kollegen,

ich will keinem widersprechen, verstehe mich nicht falsch.

Aber ich hätte da schon eine Argumentation fertig.
In eine Aufnahmesituation weiß jeder daß da Kabeln liegen.
Darüber stolpern wäre dann deren eigenen Schuld.... :mrgreen:
Haben die selbst nicht aufgepaßt.
Also auch verantwortlich für Schäden.

So, jetzt abwarten was der Richter dazu sagt. :lol:

LG,

Evert

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon alex » 19.09.2016, 06:18

Cutter hat geschrieben:In eine Aufnahmesituation weiß jeder daß da Kabeln liegen.
Darüber stolpern wäre dann deren eigenen Schuld.... :mrgreen:

Kann man natürlich versuchen, würde aber bei Konzertmitschnitten schon mal schwierig. Weiß Gott nicht jeder Zuhörer interessiert sich für Technik, oder welche Stative und andere Stolperfallen auf ihn lauern könnten. Sein RA könnte vielleicht gegenargumentieren: "In einer Aufnahmesituation weiß jeder Tonschaffende, dass er auch auf die Bedürfnisse des zahlenden Publikums gefälligst Rücksicht zu nehmen und mit seinem dämlichen Krempel keine Zugangswege für den Rollstuhl meines Mandanten zu versperren hat." Und schon wird's kompliziert.


Cutter hat geschrieben:So, jetzt abwarten was der Richter dazu sagt. :lol:

Auf allzu durchsichtige Dummdreistigkeiten reagieren Richter mitunter etwas empfindlich, auch (und gerade) wenn sie von einem RA vorgetragen werden. Zum Glück wissen das viele (leider nicht alle) RAe und lassen es darum lieber bleiben.

Grüße, alex
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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon RainerG » 19.09.2016, 12:40

@Cutter,

Denke immer dran: Vor Gericht wird man nicht schlauer - nur ärmer!

Ich denke mal, daß ein Richter auch argumentieren könnte: "Sie müssen ihre Kabel so verlegen daß niemand drüber stolpern kann und Ständer entsprechend stellen".
Ich weiß wie technisch ungebildet Juristen sind - habe das mal in einer Firma erlebt. Und wie blöd das Publikum manchmal ist, weiß ich auch nur allzugut... Viele Leute stolpern über ihre eigenen Füße!




Grüße
RainerG
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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon juppy » 20.09.2016, 01:11

Cutter hat geschrieben:Da hätte ich noch eine Frage:
Ein Stativ stürtzt nicht von selber, normalerweise.


Vergiß das umstürzende Stativ - es gibt noch ganz andere Katastrophenszenarien:

Herbert v. Karajan mitsamt seinen Berlinern hat dich für eine CD-Produktion engagiert.
Daß der Meister nur mit SCHOEPS aufnimmt, war dir nicht bekannt, aber er hatte seinen
guten Tag und ließ sich von der Qualität Deiner Beyerdynamics, Rodes und Neumanns über-
zeugen.
Endlich sind alle bereit - nur Dein Recorder hat in dem Moment, wo der Meister den Takt-
stock hebt, einen Totalausfall. Natürlich findest Du im Umkreis von 500 km kein Leihgerät
als Ersatz, schließlich ist es gerade Samstag, 14:00 Uhr.


BEATLES are coming to town ...

Das beauftragte Beschallungsunternehmen ging Pleite, deshalb kriegst Du den Job!
Dein Equipment ist ausreichend und entspricht den Anforderungen des Riders
(gemeint ist der aus allen Rydern allgemein bekannte Hinweis: "no behringer!").
Soundcheck super, schnell noch 'n Bier oder WiskeyCola vor dem Gig trinken gehen.
Erster Song des Sets klingt im Konzert super, die Stimmung im Saal ist klasse ...
Bis zu dem lauten Plopp im zweiten Song, nach dem die PA nichts als Totenstille von
sich gibt: Dein Pult winkt zum Abschied noch mit einer schüchternen Rauchfahne.
Du hast zwar in irgendeiner Kiste noch ein "Behringer XENYX 1002 FX PA- und Studio-
Mischpult" rumfliegen, aber damit kannst Du diesen Gig definitiv nicht fahren.
Dein Freund, aus dessen HipHop-Studio Du ein großes Pult leihen könntest, hat sich
mit einer Rauschfahne am Ballermann 6 auf Mallorca verabschiedet ...


Die Stadthalle Hintertupfingen hat einen neuen Steinway D gekauft. Und ein Freund
hat Dir gerade ein Netzteil für Dein altes Neumann SM2 Röhrenmikrofon gebastelt.
Zwei gute Gründe, weshalb Du für die Demoaufnahme eines Studentenensembles
die Stadthalle buchst, zumal Du auch noch mit dem Kulturbeauftragten einen Deal
machen kannst und die Halle für zwei Tage umsonst kriegst. Somit kannst Du diese
Produktion sogar zu einem musikstudentenkompatiblen Preis anbieten (bei dessen
Gestaltung natürlich keine Haftpflichtversicherung einkalkuliert wurde).
Der erste Aufnahmetag läuft super, am Abend geht man in die Dorfpizzaria, um auf
den Erfolg anzustoßen. Am nächsten Tag steht man vor einer abgebrannten Stadt-
halle, und der Brandsachverständige findet heraus, daß Dein Freund das Netzteil
zu dem Röhrenmikro mit Teilen aus der Grabbelkiste aufgebaut hat. Der Elko für
die 200 V-Siebung ist explodiert und hat nicht nur das hübsche Holzgehäuse, sondern
gleich auch das Holzpodium mit dem neuen Konzertflügel darauf in Brand gesetzt.
(Hättest Du mal besser erst den Netzstecker gezogen anstatt nur auf den knurrenden
Magen zu hören!)


Zwei Fälle ganz ohne Stativumfall, wo sich Veranstalter oder Auftraggeber an Dich
wenden, um Regressforderungen geltend zu machen: Gagen für die Musiker, Kosten
für die Säle, Verluste aus Ausfällen, deretwegen Du das vereinbarte Produkt nicht
liefern kannst. Und im dritten Fall möchte jemand eine neue Stadthalle mitsamt
Flügel von Dir haben. All dies ohne auch nur einen einzigen gebrochenen Knochen.
Ein gebrochener Knochen wäre jedoch billiger gewesen ... :-D


Ein Fall, der mir einmal passierte, und zum Glück glimpflich ausging:

Beschallung bei Jazz-Konzert, irgendwelche berühmten Amis.
Schon während des Soundchecks verabschiedete sich die Leitung mit dem Keyboard-
signal, keine Ahnung, warum. Also ein Mikrofon vor den Keyboardspeaker, das dann
ins Pult ging. Erste mißgelaunte Gesichter auf der Bühne, aber ok ...
Im Konzert beim zweiten Stück passierte es dann: Der Kontrabaß war nicht mehr zu
hören.
Hektik, Baßmikrofon getauscht - nichts, Band von der Bühne abgetreten.
Mikrofonkabel zum Amp getauscht - puh, läuft wieder ...
Aber nur, bis das Stück zuende war - wieder Totalausfall des Kontrabaß.
Band unter Protest mit der Ankündigung, das Konzert hiermit abzubrechen, von der
Bühne. Das gab mir wenigstens Zeit, alles in Ruhe zu analysieren:
Der Baßverstärker und eine 12" wie eine 15" Box wurden von einem BacklineVerleiher
gestellt. An den Verstärker durfte jedoch nur eine Box angeschlossen werden. Hinter
meinem Rücken hat irgendjemand, wahrscheinlich der mit Drogen zugedröhnte
Bassist selbst, beide 4 Ohm-Boxen an den 4 Ohm-Amp angeschlossen.
Somit arbeitete der Verstärker, solange er kalt war und die thermische Sicherung nicht
ansprang, die Pause zum Tausch des Mikrofons und des Kabels reichte zum Abkühlen;
die Ursache des "Ausfalls" bei (meinem) Mikrofonen und (meinen) Kabeln war geklärt.

Aber was wäre gewesen, wenn ich diese Ursache nicht rechtzeitig gefunden hätte?
Schließlich war es nicht mein, sondern fremdes Equipment, das da ausgefallen ist.

Der Veranstalter schaffte es, den Kopf der Band davon zu überzeugen, das Konzert
fortzusetzen.

Glaub mir:

Als Techniker stirbst Du in dem Moment 1.000 Tode. Du kriechst vor dem Publikum auf
dem Bühnenboden herum, bist in dem Moment die Dumpfbacke der Nation, und zugleich
schießt dir durch den Kopf (in Form von $-Zeichen), was passiert, wenn die Band tat-
sächlich abreist, unabhängig von jeder Schuldfrage.


Im Grunde wäre eine Haftpflicht- und Rechtschutzversicherung gerade auch für den
Berufsbeginner im Stadium der Semiprofessionalität unabdingbar. Doch in dieser Phase
setzt man andere Prioritäten wie den Ausbau des Equipmentbestandes oder das pure
Überleben bis zum nächsten Auftrag.


PS:

Cutter hat geschrieben:Aber ich hätte da schon eine Argumentation fertig.
In eine Aufnahmesituation weiß jeder daß da Kabeln liegen.


Es gehört zum Job des Tontechnikers dazu, die Kabel so zu verlegen und zu sichern,
daß niemand darüber stolpern kann!

(Denn auch oder gerade in Paniksituationen darf ein Kabel keine Stolperfalle werden.)

Du kannst auch an eine Kirchentür ein Schild hängen: "Bitte Ruhe - Tonaufnahmen"
Ich garantiere Dir:
Nichts fordert die Leute mehr auf, laut und ausdauernd an der verschlossenen Kirchentür
zu rappeln als dieses Hinweisschild ...

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tillebolle
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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon tillebolle » 21.09.2016, 13:51

Schöne Gruselgeschichten! Ich hab auch eine:

Bei einem Beschallungsjob hatte der Chef einen selbstgebauten Drehstrom-Adapter leider falsch verkabelt, so dass auf allen Steckdosen 380V anlagen. Das äußerte sich darin, dass ein Gitarrenverstärker höllisch brummte und aus der Tastatur eines DX7 weiße Rauchschwaden aufstiegen. Nachdem wir die Fehlerquelle gefunden und ausgeschaltet hatten funktionierte alles erstaunlicherweise wieder völlig normal. Hätte auch anders ausgehen können.

Will sagen: es sind nicht immer nur die anderen, die Fehler machen. Es ist auch ziemlich wichtig, sich gegen eigene Dummheit und Unachtsamkeit zu versichern.

Außerdem ist es dem Kundenverhältnis zuträglich, wenn man Schadenfälle auf die eigene Kappe nehmen kann, selbst wenn die Schuldfrage nicht ganz eindeutig zu klären ist.

Danke an tonzauber für den Link. Ich werde mir da mal ein Angebot einholen.

Viele Grüße
tillebolle
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Wilfried
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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon Wilfried » 21.09.2016, 15:43

Bisher hat mich die Vorbereitung immer noch gerettet – allerdings ist die Gerätschaft (Neudeutsch „Equipment“) für meine externen Aufnahmen nicht so umfangreich. 4 Mikros, 4 Stative, Kabel, Edirol FA-66 (hat nur Firewire, USB wäre universeller gewesen – FW und USB Anschluss genau so wie Hohlstecker und 3,5 mm Klinken gehören immer noch in die Kategorie „Spielzeug“, da wenig robust), Laptop (XP SP1 ohne Aktualisierungen mit Updateverbot und abgetötetem Netzwerkanschluß), Extra KH-Verstärker (Eigenbau), Kopfhörer DT 100.

Alles baue ich voll betriebsfertig 2 Tage vor dem Aufnahmetermin auf und lasses es 24 h laufen.
Was da so alles im Laufe der Jahre passierte:
- Läppi wollte nicht booten, da BIOS Batterie leer. Danke an alle PC-Entwickler, dass es bis heute keine Anzeige zum Zustand der BIOS-Batterie gibt.
Möchte mal wissen, wie viele PCs wegen leerer BIOS-Batterie schon auf'm Schrott gelandet sind.
- Netzteil für FA-66 tot. Hat 9V mit – innen übrigens. Super. Findet man an jeder Ecke….
- Feinsicherung im KH-Verstärker kaputt. KH-Verstärker ist glücklicherweise nicht „kriegsentscheidend“
- IC TL071 im KH-Verstärker prasselte nach 2 h Betriebsdauer. Sonst sind meine Eigenbauten nicht so anfällig. Aber dieses Teil hier doch.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen vor Ort:
- Satz passender Feinsicherungen mit Werkzeug zum Öffnen der Geräte.
Zigarettenpapier ist heute schon mal schwierig aufzutreiben…
- 50 m Netzkabel. Falls die Netzdose meint plötzlich den Betrieb einstellen zu müssen, wobei keiner weiß wo sich der Automat für diesen Stromkreis
befindet, bzw. dieser unzugänglich ist.
- 2. Satz Steckernetzteile.
- 2. Satz Kabel und Adapter
- Von jedem Mikrotyp ein Ersatzmikro.

Was ich noch machen sollte: Zweiter vorinstallierter Läppi mit Firewireanschluß – Suche ich noch für umme.
Das optionale Material in separaten Kisten lasse ich im Auto, sofern dieses in Reichweite bleiben kann.

Trotzdem ist so eine Aussenaufnahme immer etwas anstrengend.

Was mir so über die Jahre bei den Aussenaufnahmen in einer Schule auffiel:
Früher fanden sich immer einige interessierte Kinder ein, die schauten, was wir da so machen. In den letzten Jahre nun aber nicht eines. Sind wohl alle mit ihren Schmierphons beschäftigt. Ditto übrigens auch beim Aufbau meines letzten Tonstudios, welches mit komplett leeren Räumen begann. Null Interesse seitens der Jugend. Nun ja….


Grüsse


Wilfried
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon juppy » 21.09.2016, 16:50

@ Wilfried:

Und wenn Deine Geräte den Probelauf erfolgreich absolviert haben, fallen sie am Set aus.
Hättest Du mal lieber auf den Probelauf verzichtet, dann hätten sie den Job noch durchgestanden.
:blbl:

Zu den Außenaufnahmen wirst Du künftig nicht nur einen Übertragungswagen mit Rüstfahrzeug,
sondern gleich je zwei, sprich vier große LKWs schicken? Am besten noch mit Werkstattwagen.
:lol:

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon Tonzauber » 21.09.2016, 17:53

Redundanz kann nur endlich sein. Ich persönlich mache keine Live-Aufnahmen mehr ohne 2. unabhängiges Recording system - das aber natürlich aus den selben Micpres/Madistrom gespeist wird. Micpre/Madi Konverter/Madi Splitter sind alle mit redundanten Netzteilen ausgestattet, aber wenn die Kiste selber eingeht - kann man nix machen.
Man muss auch immer nach Wahrscheinlichkeit abwiegen, wo Ausfälle zu erwarten sind. Ansonsten hat man irgendwann 2 Mikrofone an der selben Position mit 2 Stativen und 2 Kabeln in 2 Micpres........
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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon pkautzsch » 21.09.2016, 19:44

Tonzauber hat geschrieben:Ansonsten hat man irgendwann 2 Mikrofone an der selben Position mit 2 Stativen und 2 Kabeln in 2 Micpres........

... und dann verursacht irgendein Gerät der Aufnahmetechnik einen Kurzschluß, der leider auch die Saalbeleuchtung lahmlegt und zum Konzertabbruch führt ...

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon juppy » 21.09.2016, 21:46

pkautzsch hat geschrieben:... und dann verursacht irgendein Gerät der Aufnahmetechnik einen Kurzschluß ...

.. mit einem lauten Knall, woraufhin der Flügel auf der Bühne tot umfällt.

:lol:

Wir sollten einen neuen Thread aufmachen:

Die größen Horrorgeschichten:
Real überlebt oder auch nur Tontechnikers Albtraum.

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Re: Berufshaftpflicht für Tonschaffende

Beitragvon alex » 21.09.2016, 22:26

juppy hat geschrieben:Wir sollten einen neuen Thread aufmachen:
Real überlebt oder auch nur Tontechnikers Albtraum.

Wobei man die Fantasie durch Hermann Harry Schmitz zusätzlich beflügeln lassen könnte.
Wer's noch nicht kennt, hier zum Einstieg:

Der überaus vornehme Friseur
Das verliehene Buch
Der Säugling
Die vorzügliche Kaffeemaschine
Die Bluse

Motto: "Da traf mich, Gott sei Dank, der Schlag." :lol:

Grüße, alex
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