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Unnützes Musikerwissen

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tillebolle
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Unnützes Musikerwissen

Beitragvon tillebolle » 19.12.2016, 13:57

Am Wochenende bin ich wieder etwas schlauer geworden: Ich unterhielt mich im Rahmen einer Weihnachtsoratoriumsaufführung mit dem Schlagzeuger. Die Aufstellung der Pauken, hohe Pauke links, tiefe Pauke rechts, finde ich als Klavierspieler immer irgendwie ungewohnt. Er sagte mir, dass das auch nur im deutschsprachigen Raum so sei, überall sonst stünden die Pauke andersrum. Der Grund sei ursprünglich ein militärischer gewesen: Da die berittenen Trommler immer von links auf's Pferd stiegen, sei es praktischer gewesen, wenn die kleinere Trommel links hing.

Ob's stimmt? Jedenfalls eine schöne Geschichte.

Kennt ihr mehr davon?

Viele Grüße
tillebolle
SchöneTöne - Phonographie
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LoboMixx
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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon LoboMixx » 19.12.2016, 23:46

Das kann gut stimmen. Über die traditionelle Haltung der Schlagzeug-Sticks an der Snare/kleinen Trommel (auch oft als deutsche Griffweise bezeichnet) habe ich ähnliches gehört und man kann dazu das folgende im Internet finden:

"Der traditional Grip hat seinen Ursprung in der Militärmusik. Die Drummer [Anmerkung: Landsknecht-Trommler] trugen ihre Trommeln hierbei mit einem Gurt über der Schulter. Dies bewirkte, daß die Trommel geneigt war - und zwar von links (oben) nach rechts (unten). Würde man versuchen eine auf diese Weise positionierte Trommel mit einer mit beiden Händen gleichen Stickhaltung zu spielen, würde sich eine äußerst unbequeme und kaum praktikable Haltung des linken Arms ergeben. Um diese zu umgehen, verwendete man den traditional grip."

Gar manches in der Musikwelt geht auf lange zurück liegende Traditionen zurück.

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juppy
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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon juppy » 20.12.2016, 08:09

tillebolle hat geschrieben:... finde ich als Klavierspieler immer irgendwie ungewohnt.


Zum Umgewöhnen baute Blüthner mal einen "Linkshänderflügel" (Diskant links,
Baß rechts) und präsentierte ihn vor Jahren auf der Musikmesse in Frankfurt.

Viel Spaß beim Üben ... :lol:

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Tomte
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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon Tomte » 20.12.2016, 15:07

juppy hat geschrieben:
tillebolle hat geschrieben:... finde ich als Klavierspieler immer irgendwie ungewohnt.


Zum Umgewöhnen baute Blüthner mal einen "Linkshänderflügel" (Diskant links,
Baß rechts) und präsentierte ihn vor Jahren auf der Musikmesse in Frankfurt.

Viel Spaß beim Üben ... :lol:

Für's Gehirn in jedem Fall gut. In einem Buch für Geiger habe ich mal den Ratschlag gelesen, sich eine zweite Geige anzuschaffen, um mit dieser auf der anderen Seite zu üben. Vor allem um die starke Asymmetrie in der Körperhaltung auszugleichen.

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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon Wolfus » 21.12.2016, 13:42

juppy hat geschrieben:
tillebolle hat geschrieben:... finde ich als Klavierspieler immer irgendwie ungewohnt.


Zum Umgewöhnen baute Blüthner mal einen "Linkshänderflügel" (Diskant links,
Baß rechts) und präsentierte ihn vor Jahren auf der Musikmesse in Frankfurt.

Viel Spaß beim Üben ... :lol:

Bei einer Hammond (oder anderen nicht so weit nach hinten reichenden Tasteninstrumenten) kann man ja mal von der Rückseite her spielen. Ich glaube, Keith Emerson hat so mal eine 5-stimmige Fuge von Bach gespielt. Das war irgendwo mal zu lesen. Wer's braucht...
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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon sleepytomcat » 22.12.2016, 11:00

Vor allem um die starke Asymmetrie in der Körperhaltung auszugleichen.


… darum soll man ja auch immer zwei Bierkästen tragen, sonst bekommt man eine schiefe Schulter… :opa:
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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon prinzipal » 22.12.2016, 20:08

Der Blüthnerflügel war konkret für einen "Linkshänder"Pianisten gebaut, der beides spielen konnte, aber auf dem Linkshänder mehr kraft und Kondition hatte...

Ich hab den gespielt auf der Messe....: nach dem ersten Schock (!brachte gar nix zusammen!) konnte ich nach einiger Zeit immerhin 2 stimmig spielen. Daraufhin wieder Wechsel zum normalen Flügel-Schock... plötzlich ging dort auch nix mehr... Da sah ich, daß so eine Instrumentaltechnik wirklich ein seeehr komplexer Vorgang ist, den man nicht soo einfach umstrickt.

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alex
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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon alex » 22.12.2016, 23:31

prinzipal hat geschrieben:daß so eine Instrumentaltechnik wirklich ein seeehr komplexer Vorgang ist, den man nicht soo einfach umstrickt.


Das kann man sich schon bei relativ einfach scheinenden Fähigkeiten drastisch vor Augen führen.
Beispiel: Radfahren mit überkreuzten Händen (linke Hand hält rechten Lenker & umgekehrt).
Ausprobieren aber nur auf eigenes Risiko :lol:

Grüße, alex
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RainerG
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Re: Unnützes Musikerwissen

Beitragvon RainerG » 23.12.2016, 14:29

alex hat geschrieben: Radfahren mit überkreuzten Händen (linke Hand hält rechten Lenker & umgekehrt).
Ausprobieren aber nur auf eigenes Risiko :lol:

Grüße, alex



Hallo Alex und andere: Das habe ich einmal als Jugendlicher probiert und dabei einen fürchterlichen Sturz gedreht der auch wochenlang noch Spuren hinterlassen hat. Auch ein Schulkamerad von mir hat das probiert, mit selbigen Folgen! :shock:

Also besser sein lassen... !

Grüße und frohe Weihnachten!

RainerG
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf (Quelle unbekannt).
Siege wenn Du kannst, verliere wenn Du mußt, aber kapituliere nie! (André Kudelski).
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