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Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

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Holger
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon Holger » 18.01.2017, 16:43

Hi Lutz,

ich höre gerade in Deinen Link herein. Ich habe mir vor zwei Tagen auch die CD mit den beiden beiden Brahms Sinfonien gekauft und gehört.

Der Tonmeister der Brahms-CD von Sony Classical und der Hörfunkübertragung war Dirk Lüdemann. Also alles NDR Leute, auch die Toningenieure und Techniker.

Wenn ich auf meiner HiFi-Anlage die CD höre und mich versuche an die UKW-Übertagung zu erinnern, so kann ich mir vorstellen, dass der von mir angesprochene leichte Durchsichtigskeitsverlust dem Ukw-Übertragungsweg und dem Optimod geschuldet ist.

Viele Grüße

Holger

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RainerG
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon RainerG » 18.01.2017, 17:26

Holger hat geschrieben:.....versuche an die UKW-Übertagung zu erinnern, so kann ich mir vorstellen, dass der von mir angesprochene leichte Durchsichtigskeitsverlust dem Ukw-Übertragungsweg und dem Optimod geschuldet ist.

Viele Grüße

Holger



Das ist durchaus eine plausible Erklärung: Ich hatte während er Übertragung die Möglichkeit zwischen Digitalradio und UKW (Revox-Tuner B760) hin und her zu schalten. Es ist schon ein erheblicher Qualitätsunterschied. Allein das Rauschen der UKW-Übertragung und die begrenzte Übersprechdämpfung machen im Umschaltvergleich schon was aus.


MfG
RainerG
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manjak
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon manjak » 21.01.2017, 21:40

Moyn Alex,

Du schreibst.

"mit Audiodeskription (was immer das ist):"

Das ist für blinde! Ein Sprecher erklärt, was sich im Film abspielt und sich einem Zuhörer so nicht erschließt. Beispiel: Der Angreifer nähert sich dem Opfer von hinten mit einem 30 cm langen Schlachtermesser.

Viele Grüße
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon aseptisch » 21.01.2017, 22:35

Das hab' ich anders gesehen: Der Dirigent näherte sich dem Orchester von vorne mit einem 30 cm langen Taktstock! :lol:

Ich freu' mich ja immer über den Wohnort, den Du angegeben hast! Stimmt das wirklich?

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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon manjak » 22.01.2017, 07:54

aseptisch hat geschrieben:Das hab' ich anders gesehen: Der Dirigent näherte sich dem Orchester von vorne mit einem 30 cm langen Taktstock! :lol:

Siehst Du, so unterschiedlich kann das von der Wahrnehmung sein ;-)

"Ich freu' mich ja immer über den Wohnort, den Du angegeben hast! Stimmt das wirklich?
"

Was Dich da auch immer so dran freut? Aber diesen Ort gibt es ind er Tat!

https://www.sehnde.de/

Viele Grüße
Manfred
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon manjak » 22.01.2017, 12:09

aseptisch hat geschrieben:Ich freu' mich ja immer über den Wohnort, den Du angegeben hast! Stimmt das wirklich?


Ebend hat es klick gemacht, habe wohl auf der neuen LWL-Leitunggestanden; wusste gar nicht, dass die auch darauf so empfindlich regieren ;-)

VL Manfred
Viele Grüße
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon LoboMixx » 23.01.2017, 22:19

Mittlerweile hatte ich mehr Zeit und Muße, in die Aufnahme des Eröffnungskonzertes hinein zu hören (über meine KH120) und darüber hinaus hatte ich auch die Gelegenheit, in die Brahms-Aufnahme zu hören die weiter oben verlinkt ist.

Tatsächlich überzeugt auch mich die Räumlichkeit der Aufnahmen nicht wirklich. Ich empfinde eine eigentümliche Mischung zwischen relativ direktem Klang aus den Stützen und einer über allem schwebenden Hallfahne aber beides vermischt sich über weite Strecken nicht zu einem homogenen Ganzen, bzw. direkter, vorne stehender Klang (beim Brahms z.B. immer wieder bei den Holzbläsern) und breiter, fetterer und halligerer Klang wechseln sich immer wieder ab.
Das alles empfinde ich beim Eröffnungskonzert aber noch deutlicher als bei der Brahms-Aufnahme. Beim Beethoven stehen z.B. die Vokalsolisten tatsächlich klanglich total abgesetzt vom Orchester/Chor, als ob sie aus einem Studio übertragen worden wären.
Irgendwie werde ich nicht schlau aus dem Klang. Es kommt mir so vor, als wäre der Hauptmikrofonklang nur als Raum-Atmo nutzbar und jegliche Durchhörbarkeit muss den Stützen entnommen werden. Was natürlich so nicht sein kann, denn den Profis vor Ort ist es natürlich ein leichtes, mit den Haumptmikros näher heran zu gehen und Raum-Mikrofone beliebig nach Bedarf zu positionieren.

Sollte sich bei einem meiner Aufnahmeprojekte der Raum als ungünstig erweisen, sei es vom Klang her oder durch zu viel verwischendem Nachhall, dann gehe ich mit dem Stereo-Hauptmikrofon so nah wie möglich an das Orchester heran und gebe wenn nötig lieber später digitalen Hall dazu. Dann habe ich die volle Kontrolle über die Mischung und kann im besten Fall genau die Homogenität erreichen, die mir vorschwebt und die ich für angemessen halte.
Wenn so etwas aber in der Elbphilharmonie nötig sein sollte, weil der Raum doch aufnahmetechnisch doch nicht so recht funktioniert, wäre das sehr bestürzend.

Ich gebe zu, dass ich hier auf einem vergleichsweise hohem Niveau meckere, an sich kann man alle Aufnahmen durchaus auch so heraus geben. Aber klanglich habe ich da schon besseres gehört und es geht hier ja auch um den Hype, den man über die "Elphi" derzeit macht. Den kann ich nach dem bisher gehörten nicht nachvollziehen. Es bleibt spannend.

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GerhardS
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon GerhardS » 06.02.2017, 11:59

Moin,
Ich hatte das Vergnügen (ja, es war wirklich eines) am Freitagabend in der Elbphilharmonie zu sitzen und ein Konzert des Elbphilharmonieorchesters unter Thomas Hengelbrock zu geniessen.
Gespielt wurde:
1. Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Hob. VIIb/1 Solist: Nicolas Altstaedt
2. Béla Bartók: Konzert für Orchester Sz 116
3. Wagner: Vorspiel zum 3. Akt aus Lohengrin

Mein Platz:
Screenshot - - 31-01-17.jpg


Ich war natürlich nach den Diskussionen hier im Forum und in den Medien ganz auf die Akustik gespannt.
Meine (subjektive) Meinung: Toll, aber anders als 'gewohnte' Konzertsäle.
Sehr transparent und geprägt von einer tollen Durchhörbarkeit. Kein Mischmasch oder Mulm. Jedes Instrument war deutlich zu hören.
Aber auch jedes Klappengeräusch oder das Ausblasen des Hornisten.
Auch ist der Saal relativ trocken.
Hengelbrock hat es verstanden die Dynamik voll auszureizen, aber selbst bei fff Stellen war keine Änderung in der Akustik zu hören.
Keine plötzlichen Resonanzen oder sonstigen Effekte.
Allerdings war auch jeder noch so kleine Fehler deutlich zu hören. Auch jedes Auswickeln eines Bonbons unter den Zuhörern war zu hören. Huster sowieso.
Ich glaube ein Bashing des Tonveranwortlichen für den gehörten Fernsehton war nicht angebracht. Der Saal ist eben anders als gewohnt.
Die Mikrofonierung war (soweit ich das von meinem Platz richtig gesehen habe - es war nicht so sehr hell):
Hauptmikrofon: ein relativ grosses Decca Tree mit Outriggern R/L im Orchester. Dazu jede Mengen Stützen. Über den ersten Zuhörerreihen hing ein weiteres Dreieck (ich möchte es aufgrund der relativ kurzen Abstände - vielleicht 1,2 m - nicht Decca Tree nennen).
Etwas weiter hinten noch ein Gross A/B mit etwa 5 m Basis.
Noch weiter hinten ein Hamasaki Square.
Ich glaube dass der Tonmeister die Raummikros kaum gebraucht hat.

Meine 5 Cent: Es hat mir sehr gut gefallen. Sicherlich müssen alle Beteiligten (Dirigent, Musiker, Tonmeister aber auch die Zuhörer) noch lernen mit dem Saal umzugehen.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
LG
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aseptisch
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Erster Besuch in der Elbphilharmonie

Beitragvon aseptisch » 11.02.2017, 00:20

Hier auch von mir ein Bericht, den ich offline geschrieben hatte, ohne das von GerhardS gelesen zu haben.

Unser Besuch in der Elbphilharmonie gestern abend war recht lustig. Arvo Pärts Musik eignet sich für diesen Saal jedenfalls nicht. Mein Freund schlug vor, die im Gebäude integrierten, noch nicht bezogenen Luxus-Eigentumswohnungen wieder zu entfernen und eine Lungen-Fachklinik zu eröffnen. Ich schließe mich dem an.

Ich war so dreist, vorübergehend ein OKM II Studio an einem Zoom H1 in die Ohren zu drücken, aktivierte aber -- und das ärgert mich sehr -- den Rolloff-Filter des A3-Adapters. Ich habe ihn durchgemessen und versucht zu kompensieren, was nicht vollständig gelang. Gerade die Bass-Wiedergabe der Kugeln wäre interessant gewesen. Die Samples sind für die Wiedergabe mit einem diffusfeldentzerrten Kopfhörer wie meinem AKG K 240 DF gedacht.

Architektonisch waren wir eher weniger hingerissen. Von außen ist die Beleuchtung bei Nacht super langweilig, und die stückweise erleuchteten Etagen fügen sich nahtlos in Bild umstehender auch mäßig origineller Bürogebäude, in denen immer mal ein Büro erleuchtet und andere schon dunkel sind.

Die lange Rolltreppe möchte man auf doppelte Geschwindigkeit stellen, der Schlauch und die nachfolgenden Klinkertreppen sind kühl und nicht aufregend, die Holztreppe hat schon einige üble Spuren von schwarzen Sohlen. Kühl und logischerweise erbärmlich zugig ist es dort bei -6 Grad ohnehin, denn dies gehört noch zum Freiluftbereich.

Oben angekommen ein paar interessante Kurven und Winkel, nichts rechtwinklig, viel Holz, wenn man zum großen Saal aufschreitet und im 11. Geschoss seine Garderobe für freundliche 1,50 Euro abgibt. Dann stehen auf dem Weg in den Saal zum eigenen Platz aber noch viele der hölzernen Treppenstufen an. Die Orientierung leidet zunächst. Holz überall. Akustisch alles sehr gedämpft. Die Beleuchtung alles mit 4000 K Neonröhren. Warum?

Beim Eintritt in den großen Saal keine große Erleuchtung. Der Saal wirkt dunkel. Was den Wienern die Glanzvergoldungen im Musikvereinssaal, ist den Hamburgern das mineralische Grau der sog. weißen Haut, die wirklich nicht weiß ist. Glanzvoll ist nichts. Vielleicht die versteckten Pfeifen der Klais-Orgel, wenn man dorthin klettert.

Den Saal kann man nicht richtig begucken, denn er ist ja fast zylindrisch. Vorne, oben, hinten links, hinten rechts, unten, überall sind Zuschauerbereiche, der fehlende Blick auf den Saal als Ganzes macht mich etwas nervös.

In der Pause wendeln wir uns im Weinberg-Saal rundum immer weiter nach oben, bis wir bei den Plätzen sind, die nur noch durch einen Schlitz fast senkrecht auf die Bühne hinunterblicken. Hier könnte es im Konzert ganz spannend sein. Ein Level tiefer und von der Seite, die hinter dem Orchester liegt, ist der Saal einigermaßen zu begreifen und ist irgendwie schon cool gemacht, wir freuen uns. Ungewohnt auch, dass man nicht wenige Menschen sieht, deren Gesicht eine freudige Note ausstrahlt. Das kennt man von Hamburgern selten. Vielleicht war das Konzert mit ausschließlich Musik von Pärt auch mit einer etwas anderen Sorte Hamburgern (sowie natürlich vielen Gästen, die teilweise wie Incentive-Gruppen von Versicherungen aussehen) besetzt.

Wir haben in Block K Reihe 3 ziemlich gute Karten. Halbe vertikale Höhe des Saales, in Flucht der rechten Bühnenkante. Wir gucken recht schräg hinunter auf Geschehen. Der 24-köpfige Chor und das Kammerorchester gefallen mir teilweise sehr. Super Männerstimmen, Sopran auch auf b'' mühelos und rund.

Den Klang finde ich alles andere als weiträumig oder wunderbar stereophon. Irgendwie etwas eng und auch schallschluckend-matt. Ich habe allerdings auch ein Faible für hallreiche Akustiken. (Leere Lukaskirche Dresden!) Die Musik kommt sehr gut bei uns an. Einige leise Stellen gehen bis an die Hörgrenze runter, auch das kommt noch an. Man hört eindeutig, dass der S/A-Halbkreis uns zugewandt ist und der T/B-Halbkreis nach links singt. Die Geigen sind merklich präsenter als Celli und Bassi. Die Bassi sind trocken-konturiert, würde ich als Laie sagen. Dass die Kunstkopf-Aufnahme auch weiträumig klingen kann, merkt man beim Applaus.

Wir haben die 55 Euro pro Karte nicht bereut. Wir waren in der Elphi (aber ohne Selfie), die Ausführenden waren toll, aber die Akustik trat für mich dahinter qualitativ zurück.

Kunstkopfaufnahmen für einen diffusfeldentzerrten Kopfhörer:

Instrumente stimmen
Ein Huster
Applaus

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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon Wilfried » 11.02.2017, 12:25

Danke für deinen ausführlichen Bericht.
aseptisch hat geschrieben:Den Klang finde ich alles andere als weiträumig oder wunderbar stereophon. Irgendwie etwas eng und auch schallschluckend-matt.


So kam das ja auch Zuhause beim Eröffnungskonzert rüber.
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon sleepytomcat » 11.02.2017, 12:58

Meine Abhörbedingungen der Tracks:

MacBook Pro
Kopfhörer Beyer DT 48 (Damit den Aufnahmebindungen angepasst)

Mein Eindruck:

recht scharf und kontrastreich, kaum Färbung, überakzentuiert
kaum Richtungsschärfe, kein raumfüllender Eindruck, punktförmiges Klanggeschehen (Lokalisation in der Kopfmitte)
Nachhalbzeit zufriedenstellend
Klangeindruck keineswegs dem Hype ("Klangweltwunder") entsprechend, daher enttäuschend
Der Kater

Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
— Albert Einstein —
Elektrische Geräte kennen 3 Zustände:
eingeschaltet, ausgeschaltet, kaputt
— Wau Holland —

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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon Thomas K » 18.02.2017, 17:46

GerhardS hat geschrieben:Moin,
Ich hatte das Vergnügen (ja, es war wirklich eines) am Freitagabend in der Elbphilharmonie zu sitzen und ein Konzert des Elbphilharmonieorchesters unter Thomas Hengelbrock zu geniessen.
Gespielt wurde:
1. Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Hob. VIIb/1 Solist: Nicolas Altstaedt
2. Béla Bartók: Konzert für Orchester Sz 116
3. Wagner: Vorspiel zum 3. Akt aus Lohengrin

Mein Platz:


Ich war natürlich nach den Diskussionen hier im Forum und in den Medien ganz auf die Akustik gespannt.
Meine (subjektive) Meinung: Toll, aber anders als 'gewohnte' Konzertsäle.
Sehr transparent und geprägt von einer tollen Durchhörbarkeit. Kein Mischmasch oder Mulm. Jedes Instrument war deutlich zu hören.
Aber auch jedes Klappengeräusch oder das Ausblasen des Hornisten.
Auch ist der Saal relativ trocken.
Hengelbrock hat es verstanden die Dynamik voll auszureizen, aber selbst bei fff Stellen war keine Änderung in der Akustik zu hören.
Keine plötzlichen Resonanzen oder sonstigen Effekte.
Allerdings war auch jeder noch so kleine Fehler deutlich zu hören. Auch jedes Auswickeln eines Bonbons unter den Zuhörern war zu hören. Huster sowieso.
Ich glaube ein Bashing des Tonveranwortlichen für den gehörten Fernsehton war nicht angebracht. Der Saal ist eben anders als gewohnt.
Die Mikrofonierung war (soweit ich das von meinem Platz richtig gesehen habe - es war nicht so sehr hell):
Hauptmikrofon: ein relativ grosses Decca Tree mit Outriggern R/L im Orchester. Dazu jede Mengen Stützen. Über den ersten Zuhörerreihen hing ein weiteres Dreieck (ich möchte es aufgrund der relativ kurzen Abstände - vielleicht 1,2 m - nicht Decca Tree nennen).
Etwas weiter hinten noch ein Gross A/B mit etwa 5 m Basis.
Noch weiter hinten ein Hamasaki Square.
Ich glaube dass der Tonmeister die Raummikros kaum gebraucht hat.

Meine 5 Cent: Es hat mir sehr gut gefallen. Sicherlich müssen alle Beteiligten (Dirigent, Musiker, Tonmeister aber auch die Zuhörer) noch lernen mit dem Saal umzugehen.


Hallo zusammen,

wir waren am 05.02. bei gleichem Programm in der Elbphilharmonie und saßen in Etage 12, Bereich B, Reihe 14 Plätze 1 und 2
Sitzplatz.jpg


Einen Decca-Tree im Orchester konnte ich nicht ausmachen, wohl aber das Gross A/B vor dem Orchester und eine Surround-Installation, bestehend aus dem schon erwähnten Dreieck (für mich ein INA-3) und dem Hamasaki Quadrat.
20170205_161208.jpg
20170205_161254.jpg


Außerdem ein Mikrovorhang aus 6 Mikrofonen über der ersten Orcherreihe in drei unterscheidlichen Höhen, dazu jede Menge von unten verkabelte Stützen.
Den Eindrücken der Akustik von GerhardS kann ich mich vollinhaltlich anschließen. Die Akustik verzeiht nichts, jedes "Anhauchen" der Saiten ist zu hören, jedes ppp
vernehmbar. Direkt nebeneinander sitzende Instrument z.B. in den Bläsern werden auch nebeneinander und nicht aufeinander gehört.
Aber in der Tat eine ungewohnte Akustik. Da diese ja nun mal bidirektional wirkt, klingt das Husten eines Zuhörers eine Reihe vor einem genauso präsent, wie das Husten drei Ränge weiter oben. Akustisch sitzt der Huster neben Dir.
Ich hätte mir den Saal etwas mehr abgedunkelt gewünscht, um auch eine optische Fokussierung auf das Orchester zu erleichtern. Die akustische Fokussierung wurde in Momenten, in denen die Nebengeräusche überhand nahmen ziemlich schwierig.
Wahrscheinlich ist die Akustik bei leerem Saal etwas gewohnter, weil etwas weniger trocken und - natürlich - fehlen dann die Nebengeräusche.
Aber für fast 800 Millionen Euro ist der Saal ja gebaut worden, um mit und nicht ohne Zuhörer Musik zu machen.

LG
Thomas
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon GerhardS » 25.02.2017, 17:46

Passend zum Thema mal ein Artikel von Wolfram Goertz aus der Rheinischen Post:

http://www.rp-online.de/panorama/wissen/magie-der-akustik-aid-1.6630151
LG

Gerhard



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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon Wilfried » 25.02.2017, 20:24

Danke für den Link.
Wollte mir eigentlich das Eröffnungskonzert nochmals in ganzer Länge antun.
Das spare ich mir nun aber, da ich nun keinen größeren Erkenntnisgewinn mehr erwarte. :oops:
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Re: Eröffnungskonzert Elbphilharmonie

Beitragvon visiolino » 27.02.2017, 21:22

Auch von mir vielen Dank für den Link!

Ein kritischer, aber mich weitgehend überzeugender Artikel. Allerdings irritiert mich die Annahme des Autors, der Saal hätte ohne Publikum deutlich mehr Hall. Wird die Bestuhlung nicht heuer entsprechend so ausgeführt, daß der Unterschied zwischen leerem und vollem Saal nicht allzu groß ausfällt?

Im Grunde scheint der Saal nach der Beschreibung ein sehr schöner Kammermusiksaal zu sein, auch nicht schlecht, vielleicht etwas teuer.
Zudem werden die Musiker des NDR-Elphie-Orchesters nun vielleicht umso lieber zu uns nach Kiel kommen, um sich von den MRT-Eigenschaften des Hamburger Saals zu erholen.

Grüße


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