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Spitznamen von technischem Gerät

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Clouseau
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Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon Clouseau » 16.10.2009, 12:30

In radioforen.de wird gerade eine Sammlung erstellt mit den Spitznamen von technischem Gerät.
Diese könnte auch hier im Wiener Kafeehaus interessieren und locker fortgeführt werden:

Ampel = Studio-Rotlicht
Angel = Mikrofonausleger
Atmer = wenn jemand auffällig Luft holt
Ballempfänger = für Fußball-Ergebnisse
Bolzen, Fackel = Shure-Mikrofon SM 58
Brikettpresse = alles, was überzogene Kompression erzeugt
Brühwürfel = Aufstecksender zum Drahtlosmachen von Mikrofonen
Brüllwürfel = kleiner Aktiv-Lautsprecher
Datenschubse = UMTS-Karte im Reporterpackage
Duschkopf = Neumann-Mikrofon BCM 104
Elefantenpimmel = ElectroVoice-Mikrofon RE-20 / RE-2000
Feldreportage = Bauerninterview
Franzose = Material zum Abdunkeln, Abschatten von Licht bei Film/Video
Franzosenquetsche = Soundprozessor von IDT
Handgurke, Keule = Sennheiser-Mikrofon MD 421, MD 441 und andere klobige Handmikrofone
Headroom = Kopfraum, Max
Helm = pompöser, aber schlecht klingender Kopfhörer
Hinztriller = Verkehrsfunk-Signal
Japaner = Kopfmikrofon auf professionellen Videokameras
Katze = Fell-Windschutz
Klobürste = Handmikrofon mit Fellwindschutz
Konsole = Pult
Lochrasterkartenbehälter = MusicTaxi VP
Matrix = rote Pille für das Routing
Möppel = mobiler Stromgenerator
Neptun = zusammen auf einem Gestell montierte Diversity-Antennen
OB = nein - kein Tampon, Offstudio oder Offroad Broadcasting
Poppschutz = dient nicht der Verhütung
Quetsche = mobiles Funkgerät
Reglerschubser = Tontechniker am Pult
Schalte = Alles was man irgendwie remote ins Studio holt wird wohl irgendwo "geschaltet"
Schüssel = generell für Satelliten-Verbindung
Sendeleitung = der Verantwortliche
Sendeloch = fällt niemand rein, kann aber dauern
Senkel, Schnürsenkel = Tonband 1/4 Zoll = 6,3 mm Breite
sich anpinnen, sich einstecken, sich draufsetzen = an Saal-Summenausgang oder Splitbox anschließen
Spinne = Mikrofon-Halterung zur Trittschalldämmung
Tastenkloppe = im Radio hörbarer Tastendruck am Pult oder der SAST-Tastatur
Tote Katze = Fell-Windschutz
Übernahme = keine feindliche, sondern per Ballempfänger
Usi = Neumann-Mikrofon U87
Wasserpumpe = pumpender Kompressor

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Beitragvon juppy » 16.10.2009, 12:47

Türke :

(Der politischen Korrektheit wegen durch den Begriff des "Dummy" ersetzt; dürfte deshalb eher den "alten Hasen" geläufig sein ...)

Bezeichnung für ein Mikrofon, das bei Fernsehmusikproduktionen nur aus optischen Gründen auf der Bühne steht, damit nicht allzu offensichtlich ist, daß der Ton einer Darbietung als Vollplayback eingespielt wird.

Hübsch anzusehen sind auch jene Keyboards, die ohne irgendwelche Verkabelung auf der Bühne herum stehen und von wild gestikulierenden Schauspielern traktiert und bearbeitet werden - ebenso wie E-Gitarren oder E-Bässe. Da bei letzteren Instrumenten die wichtige Rückholleine fehlt, sollte auf den Gebrauch dieser als Wurf- oder Schleudergeschosse verzichtet werden..

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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon d_fux » 16.10.2009, 15:21

Clouseau hat geschrieben:Duschkopf = Neumann-Mikrofon BCM 104

Für mich ist das hier 'n Duschkopf...

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Beitragvon Tonzauber » 16.10.2009, 17:41

juppy hat geschrieben:

Hübsch anzusehen sind auch jene Keyboards, die ohne irgendwelche Verkabelung auf der Bühne herum stehen und von wild gestikulierenden Schauspielern traktiert und bearbeitet werden - ..


Ach Du bist doch nur neidisch auf den Funkstrom-Anschluss!!

Ansonsten ein bisschen etwas Österreichisches

Schoepsernes = Hammelfleisch; kann aber kann auch für Tonspielzeug aus Karlsruhe benutzt werden
Horcherl = kleiner Kopfhörer minderer Qualität zum direkten Anstecken an analoge Linequellen z.b. in Schalträumen
Saft = P48
Knöpferlfriedhof = ergonomisch fragliches digitales Großmischpult
Zumpferl = kurze Stabantenne
Scherenschnitt = Audiopuzzle das dann doch Musik ergibt
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

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Beitragvon RainerG » 16.10.2009, 20:39

Fahrradlampe = Shure-Mikrofon 55SH

"Hitlerflasche" nannte man damals das alte Neumann CMV3. Ob allerdings Georg Neumann von dieser Bezeichnung begeistert war, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden, weil er ein Gegner dieses verbrecherischen Regimes war. Wahrscheinlich hat man diesem Produkt erst nachträglich diesen Spitznamen gegeben, weil man es sehr oft in Propagandafilmen sah.


MfG
Rainer

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Beitragvon stefan » 16.10.2009, 21:55

Anstecker = Lavaliermikrofon
(...altbekannt)

aber das war mir neu, hab ich mal gehört:

Pickel (oder Warze) = Headband-Mikrofon (z.B. wie das DPA 4066).
(...weil das bei Bühnenakteuren ja meistens in Hautfarben getragen wird und aus mittlerer Distanz eben genau so aussieht) :lol:

dann gibts noch andere Mikrofonnamen, die wir noch nicht hatten:

Lollypop = Grossmambrankapsel auf kleinem Mikrofon-VV
Birdcage / Vogelkäfig = Altec 639B
Schuhspanner = COLES 4038 (Bändchen-Mic)
"Harry" = Kunstkopf von AKG (AKG D99C)
Shotgun = Supernieren Mikrofon mit Interferenzrohr

und noch was aus der HiFi-Ecke:
Schneewittchensarg = Braun SK 61 (aus den frühen 60ern)
---------------------------------------
"Boom in the shot = good sound!"
(Paul Isaacs, Sound Devices)

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Beitragvon juppy » 19.10.2009, 02:46

RainerG hat geschrieben:Fahrradlampe = Shure-Mikrofon 55SH

Fahrradlampen gab es auch von anderen Herstellern:

In 1953 SCHOEPS also manufactured for Siemens (Klangfilm) the KLM 9053 microphone.

The capsule and its amplifier are mounted elastically in a housing looking similiar to a bicycle's lamp (see picture).

Bild
http://www.schoepsclassics.de/1953_klm9053.htm


RainerG hat geschrieben:... Ob allerdings Georg Neumann von dieser Bezeichnung begeistert war, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden, weil er ein Gegner dieses verbrecherischen Regimes war.

Vielleicht hat er sich trotzdem gefreut, daß "uns Adolf sein Mikrofon" von ihm stammte?

Darüber hinaus bin ich immer wieder erstaunt, wie sich ein Regime etablieren und halten konnte, das offensichtlich so viele erklärte Gegner im eigenen Volk hatte. Und wer auch nur ansatzweise im Verdacht stand, uns Adolf nicht so toll zu finden, stand schon mit 1 1/2 Beinen im KZ.

Doch ich schweife vom Thema ab ...

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Beitragvon juppy » 19.10.2009, 02:53

Tonzauber hat geschrieben:Schoepsernes = ist in Österr. eigentlich der Schopfbraten vom Schwein aber kann auch für Tonspielzeug aus Karlsruhe benutzt werden

Was hatte sich damals die freundliche Dame am Telefon in Karlsruhe gefreut, als sie mir verkünden konnte:

Ein "Schoeps" ist ein kastrierter Hammel!

;-)

Ich vermisse diese Dame, wenn ich in Karlsruhe anrufe ...

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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon pixelschubser2006 » 02.08.2016, 21:07

Das MD 421 wird gerne auch "Rasierer" oder "Pastorenmikro" genannt.

Der Spitzname "Fahrradlampe" gilt eigentlich dem MD21.

Kunstköpfe hatten übrigens früher alle Namen: Der von Sennheiser hieß Felix und der von Neumann Georg. Wenig originell, aber immerhin...

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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon Wilfried » 04.08.2016, 11:18

Rübe = Mikrofon - Zunächst war damit nur das MD 421 gemeint.
Verhüterli = Windschutz
Senkel = Tonband
Spinne = Elastische Mikrofonaufhängung
Niere = Mikrofon mit Nierencharakteristik "Gib mir 'ne Niere". Kugel und Keule entsprechend. Hast 'ne Keule? Gib' mir 'ne Kugel.

In engl. Bereich:
Boatanchor = Röhrenoszilloskop
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon alex » 05.08.2016, 22:47

pixelschubser2006 hat geschrieben:Der von Sennheiser hieß Felix und der von Neumann Georg.

Und der von AKG hieß Harry, fällt mir gerade ein.

Grüße, Peter
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon Cutter » 06.08.2016, 19:18

Beim NOS-Radio, wurden die Studiolautsprecher "Dekor" genannt.

z.B. "Ich setze das Telefon schon auf's Dekor zum mithören"

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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon Bertelmann » 07.08.2016, 23:32

Neger/etwas abnegern = pol. unkorrekter Ausdruck für Material zum Abdunkeln, Abschatten von Licht, Zettel zum Ablesen von Text
Handgurke = Handmikrofon
Wastl/Tote Katze = Fellwindschutz
Schnürl = Kabel
Kiste/Dose/Reibe = Technisches Gerät in einem Gehäuse, Rechner
Fetzen = Vorhang
Backerl = 19" Winkel
etwas versendet sich = Gern benutzte Redewendung von Ton- und Bildingenieuren für den Umstand, dass das Publikum kleine technische Fehler sowieso nicht mitkriegt.
verkeksen = schlechtes Material soweit verschleiern (verblenden, verhallen), bis es nicht mehr auffällt
Lassoband = Gaffertape
Joghurtbecher (Eigenkreation) = Lautsprecher aus Plastik (die auch danach klingen)
Lamperl = Scheinwerfer
Topferl = Reportagefluter
etwas verwichst sich = derber Ausdruck für: Es ist Solo hörbar (z. B. Unsauberheiten), ist aber im Mix völlig in Ordnung
Lee = Diffusionsmaterial (Licht)
Wappler = Mobiler Aufheller für Foto/Film
Fetzenband = Band auf dem man temporär etwas überspielte
Aquarium = Plexiglas-Wände für Schlagzeug
Tisch = Mischpult

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Arno
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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon Arno » 08.08.2016, 22:27

Bei mir in der Band haben wir das Bühnenrack (aufgrund des optischen Eindrucks) "R2D2" getauft. :mrgreen:
Moment, Moment! Haben Sie das gehört? Was für ein seltsamer Ton!

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sleepytomcat
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Re: Spitznamen von technischem Gerät

Beitragvon sleepytomcat » 13.08.2016, 12:27

USB-Sticks sind auch als "Datenzäpfchen" bekannt…
Der Kater

Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
— Albert Einstein —
Elektrische Geräte kennen 3 Zustände:
eingeschaltet, ausgeschaltet, kaputt
— Wau Holland —


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