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Die Zukunft des Motorengeräuschs

Verfasst: 08.07.2010, 22:10
von hgh
Hallo,
Wie werden Elektrofahrzeuge klingen?
Wie laut soll der Sound sein und wozu macht ein elektrischen Motorgeräusch sinn?
Ich studiere Sound Studies - Akustische Kommunikation und beschäftige mich mit der Zukunft des Motorsounds bei Elektrofahrzeugen... Ich habe mir eine interessante Umfrage zum Thema überlegt:
Ich freue mich über Sie als Teilnehmer!!
Dauer: ca. 1-2 Minuten

http://research.hghoyer.de/index.php?sid=48319&lang=de

Bei Interesse sende ich Ihnen gerne die Ergebnisse zu.

Viele Grüße,
Hans-Gerd Hoyer

Verfasst: 09.07.2010, 10:23
von noki
Hallo Hans-Gerd,

bitte schicke mir eine Email an nils.krohn at daimler.com. Wir arbeiten ebenfalls an diesen Themen, daher hätte ich Interesse an den Ergebnissen und könnte entspr. Kontakte herstellen.

Nils

Re: Die Zukunft des Motorengeräuschs

Verfasst: 09.07.2010, 22:12
von HammerHai
hgh hat geschrieben: Wie werden Elektrofahrzeuge klingen?
Wie laut soll der Sound sein und wozu macht ein elektrischen Motorgeräusch Sinn?

Die Umfrage vespricht interessant zu werden:
"Nehmen wir an, alles ist möglich!! Können Sie sich vorstellen, dass Elektroautos anders als gewohnte Verbrennungsmotoren klingen können?
Was spricht dafür, was dagegen? Wenn es einen Sound gäbe, wie sollte dieser sein?"

Schade, dass die erste Frage schon gleich so komisch aussieht:
"dezehnt / elegant".

Fehlerteufe...

Verfasst: 10.07.2010, 11:24
von hgh
Hallo Hammerhai,

Danke für deinen Hinweis. Auch die Frage habe ich nun verständlicher geschrieben. Ich war so in der Materie vertieft, dass der Wortlaut für mich anscheinend nachvollziehbar klang. Durch Deinen Hinweis habe ich die Frage jedoch überarbeitet!!

Verfasst: 10.07.2010, 18:45
von Cutter
Kennt ihr noch "Die Jetsons" ?
Ein Zeichentrickserie aus den 70-ern.
Ok, das waren dann Flugautos, aber die Geräusche könnten passend sein für Elektroautos.

LG,

Evert

Verfasst: 10.07.2010, 19:20
von noki
Die Problematik der Geräusche von Elektrofahrzeugen ist leider sehr vielschichtig: Zum einen sind sie sehr leise, was beim ersten Fahren durchweg als positiv empfunden wird, zum anderen haben die erzeugten Geräusche aber eine starke Tonalität, was nach längerem Fahren als "nervig" empfunden wird. Normalerweise werden ja tonale Anteile (z.B. Getriebeordnungen) durch das breitbandige Verbrennergeräusch verdeckt, und dieses Geräusch ist auch mit der Leistungsempfindung verbunden. Diese akustische Rückmeldung fehlt beim EV; das Geräusch ändert sich kaum mit der Leistung, sondern im Wesentlichen nur mit der Drehzahl (daher beschreibt man dies nicht mit Frequnzen, sondern mit Ordnungen=Frequenz/Drehzahl).
Die Frage, ob man ein Sounddesign braucht oder ob hier eine Gewöhnung einsetzt ist nicht klar zu beantworten. Fahrer von Elektrofahrzeugen bezeichnen zwar die EV-Geräusche als eher nicht angenehm, aber ein lauteres Auto (i.S.v. Zusatzgeräuschquellen zur Verdeckung) wollen sie auch nicht.

Nils

Verfasst: 10.07.2010, 19:24
von Cutter
Ein anderes Gefahr besteht darin, daß Fußgänger ein EF kaum hören.
Es wird sicherlich noch viele solche Unfälle geben.

Evert

Verfasst: 10.07.2010, 19:35
von noki
Cutter hat geschrieben:Ein anderes Gefahr besteht darin, daß Fußgänger ein EF kaum hören. Es wird sicherlich noch viele solche Unfälle geben.Evert


Stimmt, aber zum Glück ist bisher noch nichts passiert. In Californien steht eine gesetzliche Bestimmung (auch durch Druck von Sehbehindertenverbänden) schon kurz vor der Umsetzung (wg. der Filmstars, die Tesla Roadster fahren :-)), aber auch in Europa denkt man darüber nach bzw. arbeitet daran.

Nils

Verfasst: 10.07.2010, 19:42
von Cutter
Dann kommt ein Gesetz, daß man das Geräusch eines Benziners oder Diesel imitieren
muß, und mit xx-Watt auf Lautsprechen mit xx% Wirkungsgrad abspielen muß..... :lol:

Müssen wir dann auch quietschenden Reifen imitieren wenn wir auf einem Sandweg
fahren ? Wie in die deutsche Synchonisation von Daktari ?


Evert

Verfasst: 11.07.2010, 00:08
von Einklang
noki hat geschrieben:Die Problematik der Geräusche von Elektrofahrzeugen ist leider sehr vielschichtig: Zum einen sind sie sehr leise, was beim ersten Fahren durchweg als positiv empfunden wird, zum anderen haben die erzeugten Geräusche aber eine starke Tonalität, was nach längerem Fahren als "nervig" empfunden wird.


Dadurch dürften die Geräusche aber - im Gegensatz zum Vuvuzela-Orchester - relativ einfache Opfer für effektive "Anti-Schall"-Maßnahmen werden, oder?

Fahrer von Elektrofahrzeugen bezeichnen zwar die EV-Geräusche als eher nicht angenehm, aber ein lauteres Auto (i.S.v. Zusatzgeräuschquellen zur Verdeckung) wollen sie auch nicht.

Nils


Da bin ich auch gespannt. Von Staubsaugern weiß man z.B. das leise Geräte vom Konsumenten nicht akzeptiert werden, "was keinen Krach macht, hat keine Leistung". Die sind deshalb heute noch laut, obwohl es technisch kein Problem wäre, sie wesentlich leiser zu machen...

Verfasst: 11.07.2010, 10:48
von noki
Einklang hat geschrieben:Dadurch dürften die Geräusche aber - im Gegensatz zum Vuvuzela-Orchester - relativ einfache Opfer für effektive "Anti-Schall"-Maßnahmen werden, oder?

Im Prinzip schon, aber sinnvoll ist dies nur bei bestimmten Transferpfaden ("Schalleitungswegen"), z.B. Lagerungen, wo die modale Struktur sehr einfach ist. Man verwendet z.B. bei Verbrennern sogenannte aktive/adaptive Motorlager, die zwischen hart (wenn Leistung wichtig ist) und weich (Komfort) umschalten können.
Antischall im Fahrzeug gibt es aber vor allem deshalb nicht, weil man bei Körperschall sehr viel Energie und eine aufwendige Aktorik bräuchte (viel Zusatzgewicht). Da nimmt man eher weiche Lager (Impedanzunterschied) oder Tilger, also Resonatoren, um das System zu verstimmern, was natürlich nur für bestimmte Frequenzen und nicht bei Ordnungen funktioniert. Beim Luftschall funktioniert Antischall zwar prinzipiell ganz gut, aber nur für den Fahrer (wenn er sich nicht bewegt); der Beifahrer könnte sich sehr wahrscheinlich über einen noch höheren Pegel freuen :-)

Wen aktive Geräuschsimulation interessiert, kann im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart-Untertürkheim das sogenannte "Sound Car" ausprobieren. Dies ist ein Simulator, in dem das komplette Fahrgeräusch inkl. der Vibrationen nachgebildet und auch variiert werden kann. Diese Systeme werden z.B. zur Findung eines "Zielgeräusches" verwendet (Kooperation mit HEADacoustics), es können aber auch "Konserven" wiedergegeben werden.

Nils

Verfasst: 11.07.2010, 14:02
von GerhardS
Cutter hat geschrieben:Ein anderes Gefahr besteht darin, daß Fußgänger ein EF kaum hören.
Es wird sicherlich noch viele solche Unfälle geben.

Evert


Loud pipes saves lives


Standardspruch der Motorradfahrer

Verfasst: 11.07.2010, 19:40
von Cutter
:-D :-D :-D :-D :-D