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Emulation einer realen Lautsprecherwiedergabe über Kopfhörer

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pkautzsch
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Beitragvon pkautzsch » 17.09.2010, 02:06

Kopf-Hörer hat geschrieben:Wenn die Virtualisierung auf die Person eingemessen wurde, wie oben besprochen, ist Headtracking meiner Meinung nach überflüssig. Die Lokalisationsschärfe ist bei der Virtualisierung dann genau so gut wie bei der Lautsprecherwiedergabe, und bei der normalen Lautsprecherwiedergabe dreht auch niemand den Kopf zur Verbesserung der Lokalisationsschärfe oder zur Vermeidung der Im-Kopf-Lokalisation. Weder beim Musik hören, noch beim Filme schauen dreht man den Kopf, sondern hält ihn in aller Regel gerade - zumindest wenn man aufmerksam zuhört/zusieht.


Man dreht den Kopf vielleicht nicht BEWUSST. Jedoch finden ständig minimale unbewußte Kopfbewegungen statt, die der Orientierung im Raum dienen und damit natürlich auch auf die Lokalisation von Schallquellen einen Einfluß haben.

Kopf-Hörer

Beitragvon Kopf-Hörer » 20.09.2010, 10:55

Jedoch finden ständig minimale unbewußte Kopfbewegungen statt, die der Orientierung im Raum dienen und damit natürlich auch auf die Lokalisation von Schallquellen einen Einfluß haben.


Mit Sicherheit macht man permanent unbewußt minimale Kopfbewegungen, und ich habe anfangs auch gedacht, dass diese einen Einfluß hätten. Das stimmt aber nicht, denn ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Virtualisierung auch ohne Headtracking perfekt funktioniert - und in diesem Fall haben Kopfbewegungen ja keinen Einfluß auf die Kopfhörerwiedergabe.
Und das gilt nicht nur für mich: wie schon geschrieben, auch viele Smyth-User schalten das Headtracking aufgrund der oben beschriebenen Gründe (Ablenkung, Nackenschmerzen) dauerhaft ab.

Aus der Erinnerung: Selbst mit Headtracking bleiben minimale Kopfbewegungen <3° ohne Einfluß, da die Genauigkeit der Messung der Kopf-Ausrichtung keine feinere Auflösung erlaubt - man kann das nicht auf ein Grad genau messen.

Ein Einfluß minimaler unbewußter Kopfbewegungen kann also ausgeschlossen werden. Zum Glück, denn dann wäre die hier besprochene Virtualisierung erheblich schwieriger, wenn nicht unmöglich.

Ob 30° Schritte schon wirklich das Optimum darstellen? Hmmm...


Für eine exakte Virtualisierung ist das natürlich viel zu grob. Wer es exakt haben möchte, muss den Kopf beim Hören auf ca. 0° ausgerichtet lassen, denn dann stimmen Messung und Realität praktisch perfekt überein.

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Beitragvon Tonträumer » 21.09.2010, 00:26

Für eine exakte Virtualisierung ist das natürlich viel zu grob. Wer es exakt haben möchte, muss den Kopf beim Hören auf ca. 0° ausgerichtet lassen, denn dann stimmen Messung und Realität praktisch perfekt überein.

Das verstehe ich gerade nicht, meine Frage war auf das Headtracking bezogen.
LG Tonträumer

Kopf-Hörer

Beitragvon Kopf-Hörer » 21.09.2010, 11:26

Meine Antwort war ebenfalls auf das Headtracking bezogen, aber vielleicht habe ich mich zu ungenau ausgedrückt. Ob 30°-Schritte ausreichend sind, hängt von der Zielsetzung ab:

1. Exakte Virtualisierung in einer beliebigen Kopfausrichtung mittels Headtracking:
Für eine exakte Virtualisierung müssen die Impulsantworten in der gewünschten Kopfausrichtung gemessen werden. In diesem Fall sind 30°-Schritte nicht ausreichend, es bräuchte erheblich mehr Messungen.

2. Ausreichend glaubwürdige Darstellung ortsfester virtueller Schallquellen bei Kopfdrehung:
Hierfür ist eine exakte Nachbildung des Frequenzgangs der individuellen kopfbezogenen Übertragungsfunktion nicht nötig. Die durch Kopfdrehung hervorgerufenen Laufzeitdifferenzen zwischen den Ohren sind für das Gehör ausreichend überzeugend. Hintergrund ist, dass Laufzeitdifferenzen für das menschliche Gehör wichtiger sind als spektrale Differenzen. Dies bedeutet für das Headtracking, dass eine Interpolation zwischen wenigen Messwerten im Frequenzbereich ausreichend ist, wenn nur die Laufzeitdifferenzen exakt nachgebildet werden; und Laufzeitdifferenzen für verschiedene Einfallswinkel können sehr exakt und unkompliziert berechnet werden, da der individuelle Ohrabstand bekannt ist (ergibt sich aus der +30°/-30°-Messung).

Nur das 2. Verfahren wird in Systemen mit individuell vermessenen Impulsantworten verwendet, da der Messaufwand beim 1. Verfahren viel zu hoch wäre.

Aber wie schon geschrieben, Headtracking ist meiner Meinung/Erfahrung nach generell nicht wichtig für eine erfolgreiche Virtualisierung.

Gast

Beitragvon Gast » 21.09.2010, 15:54

Hallo Kopf-Hörer,

Laufzeit- und Phasendifferenzen sind wichtig, das ist klar. Der Hörsinn werte ja div. Merkmale aus, um etwas zu lokalisieren.
Das 30° Schritte bei diesen feingezeichneten individuellen Spektraldifferenzen vollkommen ausreichen und sich da vom Aufwand/Nutzen nichts mehr verbessern lässt, hätte ich in einem solchen groben Ausmaß nicht vermutet. In Wirklichkeit verädert und verschiebt sich je nach Einfallsrichtung über die Frequenz betrachtet ja einiges.

Gut, es soll ja nicht die Realität virtualisiert werden, sondern LS-Phantomschallquellen sollen sich unter KH so darstellen, dass es sich sinnvoll arbeiten lässt. Evtl. vereinfacht das die Sache.
Ich muss es mir wohl selbst mal genau anhören, da ich noch ziemlich misstrauisch bin, dass diese Methode das noplusultra darstellt.
Danke für die Antwort, ein interessantes Thema.

LG Tonträumer

Kopf-Hörer

Beitragvon Kopf-Hörer » 23.09.2010, 18:41

Hallo Tonträumer,

ich war am Anfang mindestens genau so mißtrauisch, man muss das erst gehört haben.

Das Nonplusultra ist vermutlich immer noch ein Hörraum nach allen Regeln der Kunst in Verbindung mit besten Studiomonitoren. Die beschriebene Technik hat aber das Potential, extrem nahe an dieses Ideal heran zu kommen. Und dann haben wir noch nicht einmal über zusätzliche Möglichkeiten gesprochen, wie z. B. Mehrkanal-Wiedergabe für Filme und Computerspiele oder Signalverarbeitung auf mobilen Geräten mit eingebautem Prozessor.

LG Kopf-Hörer


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