Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

Ein-Mikrofon-Technik!

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Urmensch

Ein-Mikrofon-Technik!

Beitragvon Urmensch » 20.09.2007, 22:15

Hallo allerseits,
ich suche im Rahmen meiner Facharbeit für die SAE, Informtionen über das Thema One-Mic, bzw generell über die geschichtliche und technische entwicklung der Mikrofonierung. Bisher bin ich noch in keinem Buch und auf keiner Seite fündig geworden.
Es stellt sich als äußerst schwer heraus etwas daüber in Erfahrung zu bringen, ob und was sich die Techniker früher bei den Aufnahmen dabei gedacht haben als sie eine ganze Band/ Orchester um ein einziges Mikrofon herum stellten.
Habt ihr gute Quellen, Tips, Literatur oder gar Eigenwissen womit ich weiterkomme?
Ich freue mich über jede Info....
Vieln Dank im Vorraus schon mal!
Gruß
Urmensch

pkautzsch
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Beitragvon pkautzsch » 20.09.2007, 23:14

Was die sich damals gedacht haben, dürfte in etwa gewesen sein: "Wie kriegen wir alle Instrumente auf die eine Mono-Tonbandspur, die uns zur Verfügung steht?". Denn es gab ja noch keine Mehrspurmaschinen oder Mischpulte. Die mußten erst noch erfunden werden ;)
Auf der leider zur Zeit anscheinend nicht erreichbaren UdK-Ton-Webseite ton.udk-berlin.de steht ein bißchen was über die Geschichte des Berliner Tonmeisterinstituts. Wenn ich mich recht entsinne, stand da was von "Am Anfang war ein U 47 und eine Mono-Maschine im Dachgeschoß." Vielleicht klinkt sich EBS ja ein...?
Sehr viele Links zu Hintergrundinfos findest du mit etwas Stöbern im
Forum www.gearslutz.com
Bei sennheiser.com gibt es einen historischen Überblick über die Firma, ähnlich bei Neumann. Auch die Schoeps-Webseite hat einen Link zu historischen Mikrofonen, wo man ein bißchen was erfährt.
Als kleiner Denkanstoß sei vielleicht noch genannt, daß das, was man heute als "tollen warmen Vintage-Röhrensound" bezeichnet, einen Techniker vor 40 Jahren dazu veranlaßt hätte, das Mikrofon ganz schnell zur Reparatur zu schicken.
Ich hoffe, die anderen hier haben noch ein paar mehr Infos :)

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juppy
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Trichteraufnahmen

Beitragvon juppy » 21.09.2007, 00:07

Dazu fällt mir die Geschichte aus einer Autobiographie eines Liedbegleiters aus der Zeit der Grammophone und Trichteraufnahmen ein:

Der Sänger sang direkt in den Trichter und Tontechniker verlangte, daß der Pianist selbst bei ppp mit aller Kraft in die Tasten hauen sollte, was diesem widerstrebte. Bis er eine Probeaufnahme hörte - und danach alles gab, was er an Krach erreichen konnte.

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Beitragvon pkautzsch » 21.09.2007, 00:45

Nachtrag noch:
Sie haben jedenfalls eher nicht "pseudo-audiophil" gedacht, daß der Mensch ja zwei Ohren habe und man deswegen zwei Mikrofone im Ohrabstand brauche. Was heute als "One-Point-Stereophonie" von Denon verkauft wird, folgt dieser etwas fragwürdigen Maxime (und es kam ja dann heraus, daß gar nicht alles tatsächlich nur mit einem Stereopaar aufgenommen wurde...hat das niemand von den "Audiophilen", die doch jeden Meter unnötiges Mikrofonkabel zu hören behaupten, gehört?).
Vielleicht auch nennenswert ist das deutlich höhere Nachschwingen der damals gebräuchlichen Lautsprecher, derenthalben man Aufnahmen deutlich trockener gestaltete als heute. Man hatte ja auch noch keine Hallgeräte...

Phonomax

Beitragvon Phonomax » 21.09.2007, 16:52

Von Helmut Krüger -seit 1929 bei der Reichsrundfunkgesellschaft angestellt und 1971 an der Masurenallee (nun SFB) in den Ruhestand gegangen- gibt es einige Erinnerungen 'gesprächsweise', bei denen er sich -dem Bekenntnis nach selbst ein Monomikrofoniker- zur Mikrofonierungsfrage der klassischen Tage äußert. Auch wenn dies gedanklich auf das Ziel der RRG-Stereos bezogen ist, wird doch allerlei zur Denkweise deutlich.

1947 oder 1948 nahmen Gerhard Probst (später -als Tonmeister!- stellv. Postminister der DDR) und sein jugendlicher Adlatus Gerhard Steinke, der dieser Tage als einer der der Grandseigneurs der internationalen Audioszene 80 Jahre alt wurde, im Dresdener Hygienemuseum für den Sender Dresden Straussens Salome (Keilberth/Goltz) in einer Technik auf Magnetband auf, die den hier zur Debatte stehenden Fragen nahestand (als CD auf dem Markt!). Zumindest einen der beiden kann man noch zur Sache befragen (ansonsten ist eine Skizze zur Mikrofonierung bei mir), wie denn auch die Lektüre der "Angewandten Akustik" Walter Webers, Leipzig 1936, H.-J. Weinbrenners "Handbuch des deutschen Rundfunks" (diverse Jahre) und auch Bernhard Winzheimers "Musikalisches Kunstwerk in elektrischer Fernübertragung, Augsburg 1930 ggflls. zu den übrigens keineswegs grundlosen Denkweisen damals Aufklärung verschaffen könnten. Von "Untermikrofonierung" -dieser denkbar unhistorische Begriff, der mehr über einen uninformierten Urheber aussagt als über die Techniken damals, war neulich andernorts zu lesen- kann keine Rede sein, denn man wusste schlichterdings zu genau, was man warum wie machte. Vergessen wir nicht, dass die Mikrofontechnologie und die ihrer ja kritischen, unmittelbaren Nachverstärker nicht allzuweit von dem entfernt waren, was heute Standard ist, sofern bestimmte Größenordnungen gewahrt blieben.

Winzheimers sehr seltenes, eher kultursoziologisch angehauchtes Buch besitze ich zwar, kann mich derzeit aber nicht daran erinnern, ob er die Mikrofonierungsfrage halbwegs genauer behandelt. Grundsätzlich würde ich die -durchwegs schwierig beizuziehenden- Hefte des "Reichsrundfunks" nach Aufnahmeberichten ebenso durchsehen wie die Berichtsefte der frühen Tonmeistertagungen bezüglich der en passant fallenden Äußerungen zur Mikrofonierung.

Noch leben z. B. in der Person Peter Burkowitzens bedeutende Kollegen, die täglich mit den Rundfunkpionieren zusammenarbeiteten, an deren Denkart geschult wurden und mit ihr natürlich auch kollidierten. Fotos von Übertragungen sind keineswegs selten.

Auch der derzeitige Geschäftsführende Gesellschafter der "Anker Steinbaukästen, Rudolstadt" und bedeutende Akustiker (IRT-Vorstand etc.) Prof. Dr. Georg P. hatte mit vielen Tonmeistern der alten Schule fachlich (musikalisch -P. ist Klarinettist- und technisch -P. ist Akustiker mit nicht unprominenter Schülerriege-) intensiven Kontakt und dürfte daher als Gesprächspartner zur Sache vielfältig weiterhelfen können, zumal seine Diskussionen oftmals genau auf dein Thema abhoben, wie er mir vor Jahren selbst berichtete.

Hans-Joachim

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Beitragvon Musikmeister » 21.09.2007, 19:08

Phonomax (Hans-Joachim) hat geschrieben: Der bedeutende Akustiker Prof. Dr. Georg P. hatte mit vielen Tonmeistern der alten Schule fachlich intensiven Kontakt.


Auffallend ist, dass beispielsweise vorher Peter Burkowitz mit vollem Namen genannt wird, aber bei Georg P. wird der Name nicht ausgeschrieben. Was mag der Grund dafür sein?

Wer den Namen mit P am Anfang dennoch erfahren möchte, der gehe zu folgender Adresse:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ankerwerk_%28Rudolstadt%29

Dort wird ganz unten direkt über Weblinks das Geheimnis um den Namen des Akustikprofessors gelüftet.

Einige seiner Artikel werden heute noch beachtet, wie z. B. "Raum- und bauakustische Anforderungen an Studio- und Regieräume des Hörfunks " und "Wiedergabe von Kunstkopfsignalen über Lautsprecher". Seine Aufsatz-Kollegen waren Laws, Kürer, Wilkens und Pfleiderer.

Urmensch

Beitragvon Urmensch » 22.10.2007, 16:41

WOW, vielen Dank schon mal für den riesen Informatiosnfluss der mich die letzten Wochen einiges an Zeit am Telefonapperat gekostet hat. Noch hab ich keine konkreten Fakten zusammen, dass brauch noch was an Zeit. Aber es ist auf jeden schonmal einiges..... Werde nach Abschluss dann ein PDF hochladen (wenn ich dran denke ;-) )
Viele Grüße
und wenn euch noch was einfällt immer drauf los....
Urmensch

Gast

Beitragvon Gast » 22.10.2007, 17:46

@ URMENSCH
Urmensch hat geschrieben:... Werde nach Abschluss dann ein PDF hochladen ...
...
... und wenn euch noch was einfällt immer drauf los ...


Mir fällt gerade die Frage ein, warum Du dich nicht als Forenmitglied einträgst?

Gruß - Juppy


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