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Klangbildervegleich

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Gast

Klangbildervegleich

Beitragvon Gast » 11.01.2011, 23:14

Liebe Kollegen,


nachdem ich dieses Forum seit „ Anbeginn“ lese, fühle ich mich erstmals herausgefordert, mal selber zu posten.
Und ich nehme Bezug auf den Thread von ReinerG : Klangbildervergleich.
Nun, der arme Mensch, der diese Aufnahme im Original erstellt hat, hat vermutlich zu laut abgehört und dies dann auch noch unter ungünstigen akustischen Verhältnissen. Das Original kam denn dabei heraus.
Sei dem wie es sei, es bleibt eine Menge zu tun. Allerdings immer im Hinblick auf die Leistung der Musiker. Wir haben hier ein engagiertes und ambitioniertes Blasorchester, das aber mit diesem scheinbar „ leichten“ Stück an der Leistungsgrenze agiert. Das gilt es auch bei einer Überarbeitung dieses Titels zu bedenken. Wie meint der Volksmund so treffend : Aus Sch… kann man kein Gold machen ! Nicht dass ich dem Orchester nicht einen Mitschnitt gönne. Als Erinnerung, Notiz, als Ansporn, aber wahrscheinlich wäre es mit einer Produktion besser bedient.
Trompeten, die mit der Stimmung kämpfen, mummelnde Mittelstimmen, Bässe und eine Rhythmusgruppe, die sich wacker abmühen, lassen es nur bedingt zu, diese Aufnahme so zu gestalten, wie Band und Dirigent sich selbst klanglich, interpretatorisch wünschen. ( James L., das Vorbild winkt von Ferne, aber auch wirklich nur von weitem ! ) und selber hören.
Also was haben wir im Original : Ein höhenarmes, linkslastiges ( 1. Trompeten ) Klangbild.
Die Räumlichkeit wird durch aufdringlichen und extrem links orientiertem Hall „aufgezwungen“ Wobei m.E. die starken deutlichen Reflexionen noch besonders ärgerlich ins Ohr „schlagen“ . Die Mischung wurde schon ziemlich deutlich komprimiert, wobei der Kompressor in den relevanten Arbeitsbedingungen nicht unbedingt glücklich gehandhabt wurde. Der Headroom trotz Kompressor – 3db. Einige Instrumentengruppen waren recht direkt abgegriffen, andere scheinen lediglich über den Raum aufgenommen zu sein .
Im folgenden mein Versuch, die Aufnahme etwas anhörenswerter aufzubereiten.
Ausgehend von einer ersten Bearbeitung in Samplitude gibt es zuerst eine leichte Komprimierung ( meint ca 2 – 3 dB ) dann folgt eine Bearbeitung mit dem „bordeigenem“ Enhancer ( Multiband ) bis 250 Hz zur Mitte gezogen und im Präsenzbereich nach rechts gebeugt.
Dann wird extern weiter bearbeitet : Am Mischpult ( gesplittet L / R ) wird links bei 2800 Hz
leicht ( 2 dB) abgesenkt ( 1. tp leiser ). Dann wird im Eventide 4000 leicht komprimiert. Im Spectralizer (SPL) werden die Höhen aufgefrischt. Anschließend im Machinehead ( SPL ) Wärme und Druck zugefügt. Im Anschluss im M 5000 ( TC ) Multiband komprimiert. Dann mit Hilfe vom Eventide Orville das Stereobild wieder aufgefrischt. Letztendlich mit einem D. Weiss - Bearbeitungsmodul bei 40 Hz 1,5 dB und bei 5 kHz 2 dB hinzugefügt und wiederum leicht komprimiert. ( Es ging mir um den Schellenkranz, das einzige Instrument , das ein wenig ternäres Gefühl vermittelt und damit die Leichtigkeit des Stücks rettet . ) Den Abschluss bildet im selben Rahmen eine M/S – Regelung, die auch hier das Stereobild erweitert.
Soweit die Bearbeitung aus klanglicher Sicht.
Im Original gab es noch folgende Bearbeitungen : Die Akkordschläge im Intro – im Original
verschwommen und schlapp – wurden durch Hinzufügen von percussiven Schlägen aus
dem Folgeteil und durch selektive Pegelanhebung druckvoller. Bei den ersten Abschlussakkorden machten sich die Reflexionen im Hallprogramm besonders störend bemerkbar ( eine Folge der Komprimierung ) Durch ein Gate wurden diese abgeschwächt, aber gleichzeitig mit einem Lex 480 Programm kontrolliert wieder eingefügt.
An einigen Stellen wurden Knackser und Geräusche herausgerechnet ( wahrscheinlich von den dr verursacht). Mehrfach falsche Töne und Kickser im Blech durch Austausch entsprechender Passagen gerettet. Einige Fills des tiefen Blechs leicht angehoben, damit sie wahrgenommen werden. Das dr – Fill vor Schluss wurde zur Mitte gerückt und leicht angehoben. Und der letzte Akkord mit 480 Hall zum Ausklingen gebracht, um den Beifall zu vermeiden.
Es bliebe jetzt nur die Kontrolle im Abhören des Ergebnisses über verschiedene Lautsprechersysteme in anderen Räumen. Vielleicht sogar im Auto über eine Anlage dort, um letztendlich sicher zu sein, ob die ganze Arbeit Sinn macht. Nachdem ich eine Zeitlang mit dem Material „ gebastelt“ hatte, war es m.E. auch genug und der Ehrgeiz ließ nach.
Auch fehlt im Besonderen die Meinung des Kunden, ob ihm das Ergebnis so recht ist. ( in der Regel ist er verblüfft, was sich so alles machen lässt, so dass es doch meistens daraus hinausläuft, dass der Ingenieur meinungsbildend ist.
Mit dem vorgehenden Bericht wollte ich im Grunde nur darauf hinweisen, was unter einer
Bearbeitung ( neudeutsch : Mastering ) zu begreifen sein sollte und sich bei Leibe nicht darauf beschränkt : So laut als möglich !

Meine besten Wünsche ( Ich hoffe der Link werkelt ! )

Ansgar B. aus O.

http://www.file-upload.net/download-312 ... 3.wav.html

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