6-Ohm-Verstärkerausgang und 6-Ohm- bzw. 8-OhmBoxen

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Stefan R.

6-Ohm-Verstärkerausgang und 6-Ohm- bzw. 8-OhmBoxen

Beitragvon Stefan R. » 15.02.2011, 12:32

Ich habe mir einen neuen Verstärker gekauft und möchte dort 6-Ohm-Boxen (2 Stück / 3Wege) und ein 5.1-System je 8 Ohm zusammen betreiben.
Der Verstärker heißt: Onkyo TX-SR508 7.1 A/V Receiver - 130 W/Kanal an 6 Ohm, 1 kHz, IEC (1 Kanal ausgesteuert)
Die Beschreibung dazu ist hier:
http://www.eu.onkyo.com/de/products/TX-SR508.html

Zu meiner Frage:
Am 6-Ohm-Ausgang des o. g. Verstärkers möchte ich mein 5.1-Boxensystem betreiben.
Auf den Boxen steht 8 Ohm, des Weiteren wollte ich 2 alte passive 3-Wege-Boxen als Front left und Front right betreiben und die Orginal-Front left + right als Erweiterung auf Surround 7.1 verwenden.
Geht das überhaupt, weil der Verstärker 6 Ohm hat und die Boxen 8 Ohm und 6 Ohm haben?

Ich habe überall im Internet nach einer Antwort gesucht und nur Müll gefunden, denn jeder sagt etwas anderes.
Weiß hier in diesem Forum jemand eine einfache verständliche Antwort?

Gruß

Stefan R

pkautzsch
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Beitragvon pkautzsch » 15.02.2011, 13:09

Der Verstärker "hat" nicht wirklich 6 Ohm, sondern ist für eine MINDEST-Belastung mit 6 Ohm ausgelegt. Ein angeschlossener Lautsprecher muß also mindestens 6 Ohm "haben". Insofern ist es kein Problem, die vorhandenen 8-Ohm-Lautsprecher anzuschließen.

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ebs
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Re: 6-Ohm-Verstärkerausgang und 6-Ohm- bzw. 8-OhmBoxen

Beitragvon ebs » 15.02.2011, 14:16

Stefan R. hat geschrieben: Zu meiner Frage: Am 6-Ohm-Ausgang des o. g. Verstärkers möchte ich mein 5.1-Boxensystem betreiben.

Der Onkyo TX-SR508 7.1 Heimkinoreceiver:
Gespannt habe ich etwa in der Mitte des Onkyo-Blattes auf "Features" geklickt, um den angeblichen 6-Ohm-Ausgang zu entdecken.
http://www.eu.onkyo.com/de/products/TX-SR508.html
Da steht jedoch geschrieben: "130 W/Kanal an 6 Ohm, 1 kHz, IEC (1 Kanal ausgesteuert)".
April, April, es gibt hier auch bei Onkyo keinen 6-Ohm-Ausgang und es heißt nicht, dass das ein 6-Ohm-Vestärker ist, wobei der Ausgangswiderstand des Verstärkers dann 6 Ohm zu sein hätte. Der Hersteller will schlicht damit seinen üblicherweise in der Theorie unausgebildeten Anwendern sagen, dass sein Verstärker am besten jeweils an einen 6-Ohm-Lautsprecher angeschlossen werden soll. (Das heißt: an 6 Ohm!). An die Quelle des Verstärkers (Ausgang) sollten etwa die 6 Ohm (bei 1 kHz) des Lautsprechers (Eingang) als Last angeschlossen sein.

Man kann eben nicht am 6-Ohm-Ausgang des o. g. Verstärkers sein 5.1-Boxensystem betreiben, denn es gibt keinen Hersteller, der einen Verstärker mit einem "6-Ohm-Ausgang" herstellt. Alle Hersteller werden ein Gerät mit 0,5-Ohm-Ausgang und kleiner herstellen. Es ist ein immer wieder erzähltes Märchen, das nur ein 6-Ohm-Verstärker (Ausgang) genau mit dem 6-Ohm-Lautsprecher (Eingang) zusammen passt; jedoch gibt diesen märchenhaften Verstärker einfach nicht. Wir haben zwischen Verstärker und Lautsprecher typische "Spannungsanpassung", wobei der Ausgangswiderstand (Ri) des Verstärkers viel kleiner ist, als der Eingangswiderstand (Ra) des Lautsprechers.

"Verstärker, Lautsprecher und Ohm - Das unverstandene Thema":
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-VerstaerkerLautsprecherUndOhm.htm

Die bei den Amateuren fest eingeprägte falsche Meinung ist, dass der Verstärker einen Ausgangswiderstand haben muss, der genauso groß sein soll, wie der Eingangswiderstand des Lautsprechers. Das wäre dann Leistungsanpassung, die hier niemals Gültigkeit hat.

Ich denke jedoch, bei üblichen Anwendern hilft kein Missionieren.

Nur für diejenigen die es unbedingt wissen wollen:

"Über das richtige Anpassen von Lautsprechern und Kopfhörern"
http://www.sengpielaudio.com/AnpassenVonLautspr.pdf
Weitere Hinweise zur Spannungsanpassung in der Audiotechnik:
"Anpassung in der Studiotechnik - Spannungsanpassung Tonstudiotechnik"
http://www.sengpielaudio.com/AnpassungInDerTonstudiotechnik.pdf
"Brauchen wir Leistungsanpassung bei Lautsprechern? - Nein!"
http://www.sengpielaudio.com/BrauchenWirLeistungsanpassungBeiLautsprechern.pdf
"Berechnung der Anpassungsdämpfung bei einer Schnittstelle beim Aufeinandertreffen von Ri und Ra"
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-anpassungsdaempfung.htm
"Geschichte der Spannungsanpassung in der Tonstudiotechnik"
http://sengpielaudio.com/GeschichteDerSpannungsanpassung.pdf
"Die Größe der Impedanzen in der Tontechnik - Analog"
http://www.sengpielaudio.com/GroesseDerImpedanzen.pdf
"Das Märchen von der Leistungsanpassung"
http://www.sengpielaudio.com/DasMaerchenVonDerLeistungsanpassung.pdf
"Spannungsverstärkung und Spannungsdämpfung"
http://www.sengpielaudio.com/SpannungsverstaerkungUndDaempfung.pdf
"Unnötige Leistungsanpassung bei Mikrofonanschluss"
http://www.sengpielaudio.com/UnnoetigeLeistungsanpassungBeiMikrofonanschluss.pdf
"Fragen zur 'Anpassung in der Tonstudiotechnik'"
http://www.sengpielaudio.com/AnpassungTonstudio.pdf
"Antworten zur 'Anpassung in der Tonstudiotechnik'"
http://www.sengpielaudio.com/AnpassungTonstudioAntworten.pdf
"Fragen zu 'Studioanpassung = Spannungsanpassung'"
http://www.sengpielaudio.com/Studioanpassung-Spannung.pdf
"Antworten zu 'Studioanpassung = Spannungsanpassung'"
http://www.sengpielaudio.com/Studioanpassung-SpannungAntworten.pdf
"Fragen zur "Leistungs"-Anpassung bei Lautsprechern 1"
http://www.sengpielaudio.com/LeistungsanpLautspr01.pdf
"Antworten zur "Leistungs"-Anpassung bei Lautsprechern 1"
http://www.sengpielaudio.com/LeistungsanpLautspr01Antworten.pdf
"Fragen zur "Leistungs"-Anpassung bei Lautsprechern 2"
http://www.sengpielaudio.com/LeistungsanpLautspr02.pdf
"Antworten zur "Leistungs"-Anpassung bei Lautsprechern 2"
http://www.sengpielaudio.com/LeistungsanpLautspr02Antworten.pdf
"Berechnung: Anpassungsdämpfung und Dämpfungsfaktor"
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-spannungsanpassung.htm
"Folie zum richtigen Anpassen von Lautsprechern"
http://www.sengpielaudio.com/UeberDasRichtigeAnpassenVonLautsprechern-Folie.pdf

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

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Re: 6-Ohm-Verstärkerausgang und 6-Ohm- bzw. 8-OhmBoxen

Beitragvon Musikmeister » 15.02.2011, 18:43

Lautsprecher arbeiten mit induktiver oder kapazitiver Technik. Ihre Impedanz ist daher stark und unvorhersehbar frequenzabhängig und hat über den Frequenzbereich des Lautsprechers unterschiedliche Ohmwerte.

Die Abhängigkeit der Lautsprecherimpedanz von der Frequenz beim "Proac 1SC" Lautsprecher als Beispiel:
Bild

Der Hersteller kann die Impedanz dieses Lautsprechers 6 Ohm, 8 Ohm oder 10 Ohm nennen, wobei die jeweilige Impedanz nur bei 600 Hz, 850 Hz und 1000 Hz zutrifft.

Deshalb sollte der Anwender den angegebenen Wert der Lautsprecherimpedanz nicht "zu eng" sehen und auch mit der Impedanzangabe des Herstellers "4 bis 8 Ohm" zufrieden sein. So ist halt die Praxis. 8 Ohm ist nicht punktgenau 8 Ohm und wenn, dann nur bei einem nicht veröffentlichten Frequenzwert.
Die Annahme, dass die Lautsprecherhersteller immer den Widerstandswert bei 1 kHz nennen würden, trifft nicht zu.

… und gib die Hoffung auf, der Verstärkerhersteller baut uns dazu passend einen 6 Ohm-Verstärker.
Eine Angabe des Dämpfungsfaktors DF in den technischen Daten lässt den kleinen Ausgangswiderstand des Verstärkers Ri berechnen.
Ri = Ra / DF, wobei Ra die Lautsprecherimpedanz ist.

Gruß

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Beitragvon MarkusP » 16.02.2011, 00:55

Hallo auch,

bisher dachte ich, daß solche Anfragen nur "Erfindungen" von Eberhard sind, bis ich sie jetzt hier lesen mußte. :-)

Dies ist natürlich für unseren EBS ein gefundenes Fressen und ich hoffe sehr, daß er mit seinem geballten Wissen endlich wieder ein Gerücht beseitigen konnte.

Scherz an - arbeiten wir nicht alle mit 600Ohm in Leistungsanpassung - Scherz aus :-)

Wir könnten jetzt natürlich gemein werden und fragen, wie das ganze in der 100V-Technik aussieht, da braucht man dann tatsächlich die 100 Ohm für 100 W bei 100V. Mehr Ohm, weniger Leistung vice versa.

Wobei heutzutage die 100V/100Ohm/100 W keine feste Grenze mehr zu sein scheinen. Habe selber K+H Übertrager für 120 W, dann entsprechend weniger "Ohm". Es geht wohl auch bis 300W.

Technisch klar, aber waren in der 100V Technik eigentlich irgendwann mal an mehr als 100 W vorgesehen?!?. Eine Frage für die Kenner der alten Schule.
Die 3x 100 lassen sich so schön merken. :-)

Gruß aus Berlin

MarkusP.

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Beitragvon Wolfus » 16.02.2011, 10:09

Was vorgesehen war, weiß ich zwar nicht, aber ich erinnere mich dunkel an eine Endstufe, die 100V Ausgangsspannung an mindestens 8 Ohm treiben konnte und explizit auch zur direkten Ansteuerung von 100V-Systemen beworben wurde - ohne Ausgangstransformator. An 8 Ohm lieferte die entsprechend mindestens 1.25 KW, und das durfte damit auch an Verbrauchern an die 100V-Verbindung angeschlossen werden (bei der Technik werden ja die Leistungen der Verbraucher mit der Leistung der Endsufe verglichen (P[ausgang] >= P[last]) , statt erlaubte mit angeschlossener Impedanz (IMP[minimal] <= IMP[last]) wie sonst üblich).

Allerdings war dazu eine etwas dickere Verkabelung notwendig, als sie bei 100V-Technik sonst üblich ist, da entsprechend viel Strom fließt.

Ich komme nicht mehr auf das Modell, aber es sollte mit jeder entsprechend starken Endsufe machbar sein. *Einen* Transformator und die damit verbundenen Probleme spart man sich dabei. Die Transformatoren in den Lautprechern bleiben natürlich immer noch im Spiel, mit entsprechenden Anforderungen an die Qualität und Dimensionierung

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Beitragvon Cutter » 16.02.2011, 12:49

Genau.

So habe ich es mal nachgerechnet, als ich 16 Säulen an ein Verstärker anschliessen wollte.

Der Verstärker soll laut Angaben 2500 Watt an 4 Ohm liefern können.
Umgerechnet sind das etwa 100 Volt.
AHA! :-D dachte ich mir....

Jede Säule besteht aus 8 Lautsprechern zu je 8 Ohm, in Reihe, also insgesammt 64 Ohm.
Damit gehe ich vom Verstärker aus gesehen einmal links in dem Saal mit 8 Säulen,
und einmal rechts im Saal hinein mit 8 Säulen. Beide Kreise sind dann 8 Ohm.
100 Volt in 64 Ohm sind 156 Watt, alle parallel ergibt dann 2500 Watt an insgesammt 4 Ohm.
Und man braucht keine (teure) Trafos.

LG,

Evert

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Beitragvon prinzipal » 16.02.2011, 21:29

als kind habe ich vor dem lautsprechereingang eine bleistiftmine dazwischengeschaltet. je nachdem wo ich die dann "abgegriffen" habe, waren die "quadrolautsprecher" (für pseudoquadro) dann etwas leiser oder lauter. ging gut. ;-)

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6-Ohm-Verstärkerausgang und 6-Ohm- bzw. 8-OhmBoxen

Beitragvon ebs » 17.02.2011, 18:14

MarkusP hat geschrieben: Bisher dachte ich, daß solche Anfragen nur "Erfindungen" von Eberhard sind, bis ich sie jetzt hier lesen mußte. :-)
Dies ist natürlich für unseren EBS ein gefundenes Fressen und ich hoffe sehr, daß er mit seinem geballten Wissen endlich wieder ein Gerücht beseitigen konnte.

Eine Google-Anfrage allein an das "hifi-forum.de" mit den Worten "4 Ohm Verstärker an 8 Ohm Lautsprecher" lässt die große Schar der eingeschworenen Anhänger von gleichen Widerständen (Impedanzen) bei Verstärker und Lautsprecher erkennen.
So viele "Erfinder" können nicht irren.
http://www.google.com/search?hl=de&q=+site:hifi-forum.de+4+Ohm+Verst%C3%A4rker+an+8+Ohm+Lautsprecher&filter=0

Die gleiche Frage jedoch nicht an das "hifi-forum.de"
http://www.google.com/search?hl=de&q=4+Ohm+Verst%C3%A4rker+an+8+Ohm+Lautsprecher+-hifi-forum.de&filter=0

Meine Prüfungsfrage: "Wie groß muss bei einem 8-Ohm-Lautsprechereingangswiderstand der Verstärkerausgangswiderstand sein?" zeigt durch die überwiegend falsche "8-Ohm-Antwort", dass es wohl einen Grund für diese Frage geben muss.

Fragen muss ich nicht erfinden, die liefert mir das Leben - frei Haus :lol:

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik

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Beitragvon MarkusP » 18.02.2011, 15:18

Lieber Eberhard,

ich kenne die Problematik ja noch aus deinem Unterricht.
Insofern hatte ich die "Erfindungen" ja in Anführungsstrichelchen gesetzt.
Die "Hifi-Jünger" sind halt meistens etwas d...

Ansonsten sollte der Verstärkerausgang natürlich so niederohmig sein, wie es geht oder praktikabel ist... :-)

Bzgl. der 100V-Technik. Natürlich kann man eine "sehr dicke" Stufe ohne Übertrager direkt verwenden, wenn sie mindestens die 100 V bringt. Nach oben hin sind ja keine Grenzen gesetzt.

Gruß aus Berlin

MarkusP.


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