Akustikmessungen

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S.G.

Akustikmessungen

Beitragvon S.G. » 16.10.2009, 20:33

Ich habe ein Problem:
In unserem Labor steht eine Box, etwa 20 x 20 cm groß, hierin befindet sich ein Lautsprecher, der über LABView angesteuert wird. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Messmikrofon, das den Ton aufnimmt und wiederum in LABView darstellt wird. Vor das Messmikrofon sollen verschiedene Gehörschutzeinrichtungen angebracht werden (z. B. "Micky-Maus-Kopfgehörschutz" oder einfach "Ohrenstöpsel").

Mit LABView gebe ich einen Ton über eine PCI-Schnittstellenkarte aus. Die Amplitude beträgt immer 1 Volt. Es kann über die Eingabefläche nur die Frequenz verändert werden.
Zwischen PCI-Karte und Lautsprecher wird das Signal nochmals mit einer Endstufe verstärkt.

Wenn ich nun keinerlei Gehörschutz angebracht habe, so nimmt mir das Messmikrofon bei einer Ausgabefrequenz des Lautsprechers von 1000 Hz komischerweise nur ein sehr schwaches Signal etwa 0,173 V auf. Die Frequenz wird aber richtig gemessen. Das Messmikrofon wird auch mit einem Vorverstärker bis kurz vor den Übersteuerbereich verstärkt. Trotzdem kommt nur dieses schwache Signal, obwohl sich das Mikrofon nur etwa 15 cm vom Lautsprecher entfernt befindet.

Nun meine eigentliche Frage: Laut integriertem Sound Level Pressure Messtool in LABview habe ich bei dieser Konfiguration einen Schalldruckpegel von -16,77 dB.

Negativer Schalldruckpegel? Gut, dieses kann mal vorkommen, wenn der Effektivwert kleiner als der Bezugswert ist, aber ein Ton ist deutlich zu hören. Bei negativem SPL sollte man nichts hören oder?

Wie gesagt, das ist ziemlich konfus, ich blicke nicht mehr durch.

Kann mir etwa jemand von den Fachleuten helfen?

Gruß S.G.

Gast

Beitragvon Gast » 16.10.2009, 21:42

Hallo S.G.,

steck zunächst erstmal einen Kalibrator, (z.B. B&K 4231) ans Messmikrofon, sonst misst du irgendwie in der Gegend herum, so wie du es beschrieben hast... :-)

Der Bezugswert deines Analysators sollte dann mit Hilfe des Kalibrators am Messmikrofon (bei 1kHz) so justiert werden, dass dieser einen Schalldruckpegel von 94 dBSPL anzeigt. In Wirklichkeit misst du eine Spannung, aber dich interessiert ja eigentlich der Schalldruckpegel, den diese Ausgangsspannung des Messmikrofons repräsentiert.
Du kannst alternativ auch ein Pistonphon benutzen, dann erhältst du am Messmikrofon (f=250 Hz) 124 dBSPL minus einer Korrektur, die du am dazugehörigen Barometer ablesen kannst.
Damit ist die Empfindlichkeit des Messmikrofons ermittelt.

Danach kalibrierst du deine Messschallquelle: Du gibst bei 1 kHz einen geeigneten Spanungspegel (in der Regel in dBV oder in mV) aus dem Generator über die Endstufe auf den Lautsprecher. Das kalibrierte Messmikrofon gibt dir den entsprechenden Schalldruckpegel dazu an.

Tja und wäre der Lautsprecher über seinen Frequenzbereich so linear, wie das Messmikrofon, dann könnte der ausgegebene Generatorpegel konstant bleiben, so wie du das beschrieben hast.
Das darf er aber nicht, denn sonst misst du den Lautsprecherfrequenzgang mit. Also wird meistens dieser individuelle Frequenzgang aufgenommen, invertiert und zum Generatorsignal für jede Messfrequenz dazugerechnet. Auch ein Rauschsignal sollte die Korrektur des verwendeten Lautsprechers beinhalten. Nur so korrigiert, wird ein Lautsprecher für Messzwecke brauchbar.

So. Das waren die Grundlagen.

...und was misst Du jetzt, nach dem du auf diese Art deine unbekannten Grössen aus dem System eliminiert hast? :-)

S.G

Beitragvon S.G » 18.10.2009, 19:39

Hallo,

vielen dank für den Hinweis!
Das LAbor befindet sich in meiner Hochschule, ich werde also erst im Laufe der Woche dazu kommen mal das oben beschrieben Verfahren mit einem Kalibrator zu versuchen!

Wie verhält sich das mit der Spannung am LAutsprecher?Ich gebe ja wie beschrieben nur 1V Amplitude auf den LAutsprecher!Das heisst also ich drehe am Versräker so lange die LAutstärke hoch, bis ich bei 1000Hz 0dB mit dem kalibrierten Mikrofon messe?Oder waren es nicht 2000 Hz/odB?Liest man auch manchmal!?Wie gesagt, an der 1V Amplitude ändere ich nichts, nur die Frequenz der Schwingung!

Das der Frequenzgang des Lautsprechers nicht linear ist leuchtet mir ein, aber zu diesen ersten Versuchen sollte ich einigermaßen akzeptable Messergebnisse erzielen oder (z.b. im Bereich von 500Hz bis 14000Hz)?

Und die Spannung die mir mein kalibriertes Messmikrofon liefert ist auch völlig unabhängig von der Ausgangsamplitude des LAutsprechers oder?Ich glaube hier ist mein größter Denkfehler, ich bin davon ausgegangen, dass mir mein Messmikrofon auch eine Amplitudenspannung von 1V anzeigen sollte, um so auch (wenn ein Gehörschutz angebracht ist) durch die "Spannungsdämpfung" auf ein Messergebnis schließen zu können!

Fazit:
Ich kalibriere mein Mikrofon, drehe am Verstärker des LAutsprechers so lange, bis ich bei 1000Hz (2000Hz) 0 dB messe und kann dann quasi mit meinen Messungen beginnen!?Ich messe quasi nur über einen Dezibelvergleich, ohne Gehörschutz/mit Gehörschutz und komme so zu meinen Messergebnissen?!Ist diese Vorgehensweise korrekt?

Die Spannung am Mikrofon kann also nicht für Messungen("Dämpfungsmessungen") herangezogen werden!?

Besten Dank für weitere und bereits getätigte Antworten!


Gruß

S.G.

S.G.

Beitragvon S.G. » 18.10.2009, 19:40

Hallo nochmal,

ähh, sind es dann bei 1000Hz/2000Hz 0dB (ich bin von der Hörschwelle ausgegangen) oder die o.g. 94 dB?

Viel Grüße

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stefan
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Beitragvon stefan » 19.10.2009, 10:28

Hallo S.G.

ob du dir für ein und den selben Pegel 0dB oder 94 dBSPL anzeigen lässt, ist im Grunde genommen wuscht. Wichtig ist, dass du einen Bezug hast, dessen Grösse du kennst.
Wenn Du nur eine Pegeldifferenz messen willst (einmal mit und einmal ohne das Testobjekt), musst du zwar nicht zwingend das Mikrofon auf 94 dBSPL kalibrieren, aber das ist dann wie ein messtechnischer Blindflug bei dem du dann diese Differenz zwar messen kannst, aber beim absoluten Wert irgendwo 'floating' bist und von daher nicht genau weisst, ob sich der Generatorpegel überhaupt für die Messschallquelle eignet, du irgendwo übersteuerst, oder seitens der Messmikrfonempfindlichkeit ahnungslos nur im Eigenrauschen des Systems herummisst - das ist von daher ist das nicht zu empfehlen.

Der Generatorausgang MUSS für den Messlautsprecher variabel sein, sonst kannst du dich nur bei einer einzigen Frequenz (z.B. die 1kHz, auf die du kalibriert hast) auf das Messergebnis verlassen (nicht nur der Messlautsprecher hat einen individuellen Frequenzgang, sondern auch dein Testobjekt dämpft frequenzabhängig). Notfalls hilft ein externer Equalizer oder du misst den Frequenzbereich nur grob in 1/3-Oktav Schritten und justierst dir über einen Abschwächer von 125 Hz bis 16 kHz 21 Messpunkte jeweils individuell (das dürfte wohl allerdings etwas mühsam sein).

Lass das Testobjekt zunächst erstmal weg bis du alles im Griff hast und genau weisst, bei welcher Generatorpanung an der Endstufe/Lautsprecher welcher SPL das Messmikrofon (als Ausgangsspannung) abgibt.

Ich verstehe nicht, dass du da im Labor allein gelassen wirst? Ich erwarte bei solchen Fragen fachkompetente Unterstützung duch einen Betreuer, Prof oder wen auch immer! Diese Leute werden für ihre Lehrtätigkeit bezahlt und sind nicht dafür angestellt, die Studenten herumrätseln zu lassen, nach dem Motto: wollen wir mal gucken, ob die Dummies irgenwie auch von alleine drauf kommen...! :-)

Grüsse
Stefan
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S.G.

Beitragvon S.G. » 19.10.2009, 12:21

Hallo Stefan,

vielen Dank erstmal für die Antwort!

Das "Problem" ist ja, das es sich hierbei nicht um einen Prof. im Bereich der Akustik handelt!Diese Messbox steht im Labor für Produktionstechnik, der Prof. ist im wesentlichen nur daran interessiert, ein Messverfahren zu haben, um eben verschiedene Messobjekte auf ihre Dämpfung hin zu untersuchen!Das diese Messobjekte in verschiedenen Frequenzen unterschiedlich dämpfen ist mir bewusst, genau darum geht es ja, um zu schauen welches Messobjekt bei welchen Frequenzen besser/schlechter dämpft!

Ich studiere Mechatronik und habe mich mit dem Thema Akustik bis jetzt eher weniger beschäftigt!Ich hätte nicht gedacht, dass das alles so komplex werden würde! :-)

Naja, also ich werde diese Woche mal mein Messmikrofon mit einem Kalibrator kalibrieren!Gibt es am Mikrofon selbst "Einstellschrauben" zur Kalibrierung oder muss das Softwareseitig erfolgen?

Ich kalibriere also mein Messmikrofon bei 1000Hz/94dB und müsste doch dann einen Bezugswert haben, um mit verschiedensten Ausgabefrequenzen des Lautsprechers zu messen!?

Ich schaue mir auch nochmal den Frequenzgang des Lautsprechers an und messe dann eben nur im Bereich der Frequenzen in denen sich der LAutsprecher annähernd linear verhält!

Und nochmals zum Verständnis: die Lautsprecherspannung, bei mir 1V Amplitude kann konstant bleiben!?
Und die vom Mikrofon erzeugte Spannung ist völlig unabhängig von der Lautsprecherspannung!Also physikalisch geshen logisch, ich meine nur es gibt keine Bezug/Verhältnis zur Lautsprecherspannung!?

Vielen Dank und beste Grüße

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stefan
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Beitragvon stefan » 19.10.2009, 18:58

S.G. hat geschrieben:[...] genau darum geht es ja, um zu schauen welches Messobjekt bei welchen Frequenzen besser/schlechter dämpft![...]
dann wär mal ein Foto vom Messaufbau interessant, denn auch da gibts Fehlerquellen, so etwas korrekt zu messen. Oder hast du eine IEC-Norm zur Orientierung, die dir vorgibt, wie so etwas zu messen ist?

S.G. hat geschrieben:Naja, also ich werde diese Woche mal mein Messmikrofon mit einem Kalibrator kalibrieren! Gibt es am Mikrofon selbst "Einstellschrauben" zur Kalibrierung oder muss das Softwareseitig erfolgen?
Kalibrieren heisst in dem Fall: die Ausgansspannung des Mikrofons bei der definierten Beschallung von 1kHz, 94dBSPL mit dem Analysator messen und als Referenzwert nehmen.
Das wären dann deine 0 dB oder wenn du den Pegelunterschied in dBSPL messen willst, entspricht das 94 dBSPL. Meinetwegen miss V oder mV und rechne die Differenzen in dBV um. Die Rechnung in dB anstatt mit Spannungswerten vereinfacht aber einiges.
Eine 'Einstellschraube' im klassischen Sinn gibts so sicher nicht. Oder du realisierst so etwas in LABView, wo du den gemessenen Spannungspegel auf den Schalldruckpegel beziehen kannst und du dir das in dBSPL anzeigen lässt.

S.G. hat geschrieben:Ich kalibriere also mein Messmikrofon bei 1000Hz/94dB und müsste doch dann einen Bezugswert haben, um mit verschiedensten Ausgabefrequenzen des Lautsprechers zu messen!?
so ist es.

S.G. hat geschrieben:Ich schaue mir auch nochmal den Frequenzgang des Lautsprechers an und messe dann eben nur im Bereich der Frequenzen in denen sich der Lautsprecher annähernd linear verhält!
Er wird sich nicht linear verhalten, auch nicht annähernd. Dann kommt die Schwankung des Schalldruckpegels durch den Lautsprecher als Fehler bei deiner Messung dazu. Aber: möglicherweise könnte man diesen Fehler den der Lautsprecherfrequenzgang in die Messung einbringt ignorieren, wenn Du nur die Relation betrachtest, also wenn du die Messung 'mit-' / 'ohne Testobjekt' nur miteinander vergleichst. Du erhältst dann auch allerdings nur eine Differenzkurve.
Theoretisch sollte ja bei linearer Schallquelle die Messung 'ohne' eine Gerade sein, also könntest du die invertierte 'ohne' Kurve mit der 'mit'-Messung verrechnen und das ganze auf deinen deinen tatsächlich bekannten Referenzschalldruckpegel bei 1kHz beziehen - dann kommst du durch diesen schmutzigen Trick möglicherweise auch zum Ziel. Vielleicht ist das ja ausreichend? Allerdings ist das meiner Meinung nach wirklich nicht ganz so sauber, weil auf diese Art nur rechnerisch der Lautsprecherfrequenzgang gerade gebogen wurde, was du ja so in der Praxis gar nicht gemessen hast. :-)

S.G. hat geschrieben:Und nochmals zum Verständnis: die Lautsprecherspannung, bei mir 1V Amplitude kann konstant bleiben!?
Einen Abschwächer oder eine Pegelregelung an der Endstufe brauchst du vermutlich trotzdem, wenn die Soundkarte stur 1V (rms) rausgibt.

S.G. hat geschrieben:Und die vom Mikrofon erzeugte Spannung ist völlig unabhängig von der Lautsprecherspannung!Also physikalisch geshen logisch, ich meine nur es gibt keine Bezug/Verhältnis zur Lautsprecherspannung!?
?? das versteh ich nicht. Wenn der Lautsprecher mehr SPL rausdrückt, steigt natürlich auch die Ausgangsspannung des Messmikrofons. Diese Abhängigkeit bzw, wie sich das verhält muss ja bekannt sein, denn deshalb ist ja eine Kalibrierung da. Dann kannst du was ins Schallfeld einbringen und sehen, wie sich der Pegel über die Frequenz verändert. Diese Änderung ist ja das, was du messen willst. Eigentlich ist das ja alles keine komplizierte Sache
:-)

Gruss
Stefan
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S.G.

Beitragvon S.G. » 19.10.2009, 19:44

Hi,

jo, das is alles etwas schwer zu erklären, habe mich vielleicht auch stellenweise etwas blöd ausgedrückt!^^ :-)

deine/eure antworten haben mir aber einiges klarer gemacht!
wie gesagt, ich probiere diese woche nochmals mein "glück" und hoffe das ich jetzt etwas vernünftiges messe!

im notfall melde ich mich hier nochmal!:-)

vielen dank bis dahin!

gruß

S.G.

S.G.

Beitragvon S.G. » 30.10.2009, 16:17

Hi,

ich bins mal wieder! :-D

also, ich habe mich mal etwas schlau gemacht und noch ein paar messungen gemacht, aber wirklich schlauer bin ich leider auch nicht geworden!!!^^

mein mein messmikrofon hat eine empfindlichkeit von -60dB. nun gut nach einigen recherchen habe ich herausgefunden dass das 1mV/Pa entspricht!das lustige ist in anderen foren findet man für dieses mikrofon angaben von 6mV/Pa oder gar 15mV/Pa, ja was denn nun?????
ist übrigens ein behringer ECM8000 wenns hilft!?

so, nun habe ich mir mal einen kalibrator hergenommen, 94dB bei 1000Hz und habe ihn aufs mikrofon gesteckt und die mikrofonspannungen gemessen!
allerdings habe ich noch einen verstärker hinter dem mikro der mir das signal verstärkt, is übrigens ein behringer tube ultragain T1953 wenns hilft! :lol:

hier habe ich am mic pre-amplifier folgende einstellungen: von 10 bis 60 dB!
mit welcher verstäkung messe ich am geschicktesten?bei der kalibrierung messe ich bei jeder verstärkung etwas, und zwar:

bei 10dB Vorverstärkung: Spannung(RMS) 0,00256V, dBV -50,533
bei 18dB Vorverstärkung: Spannung(RMS) 0,0087V, dBV -41,277
bei 26dB Vorverstärkung: Spannung(RMS) 0,0129V, dBV -37,797
bei 35dB Vorverstärkung: Spannung(RMS) 0,0228V, dBV -32,766
bei 43dB Vorverstärkung: Spannung(RMS) 0,0339V, dBV -29,403
bei 52dB Vorverstärkung: Spannung(RMS) 0,0757V, dBV -22,431
bei 60dB Vorverstärkung: Spannung(RMS) 0,23V, dBV -11,029

wie gesagt, alles bei 94bD,1000Hz mit dem kalibrator!

wow, wie ihr seht bin ich bereits darauf gekommen dass diese minus-dB werte dBV-werte sind!leuchtet mir auch ein, kann man ja über die formel dBV=20log(Urms/1V) nachrechnen!zumindest annähernd, das es kleine schwankungen im system gibt und es evtl besseres equipment als behringer gibt ist mir auch bewusst!aber für meine fälle tuts das!

nur ist hier wieder die masterfrage: wie komme ich zu diesen "normalen" dB-Werten???Also SPL ist das richtig?ich habe auch noch die Möglichkeit in LabView A,B,C filter zu nutzen und somit den dB(A) usw. bewerteten Pegel zu bestimmen, nur misst mir labview nur o.g. dbV Werte!?!?!

es muss doch da einen zusammenhang geben???????????

also normal bin ich nicht schwer von begriff, aber so langsam zweifle ich an mir selbst, das kann doch nich so schwer sein!!!

also gibt es eine formel um von dBV auf dBSPL zu rechnen???

So, das war wieder viel, für antworten wäre ich dankbar sonst drehe ich bald durch! :-D

Vielen Dank und

Gruß

S.G.

B. Liebig

Messmikrofon Schalldruckpegel und Spannungspegel

Beitragvon B. Liebig » 30.10.2009, 20:53

Behringer Measurement Microphone ECM8000
Omnidirectional Electret Condenser Microphone
Impedance: 600 Ohms
Phantom power: +15 V to +48 V
Sensitivity: - 60 dB = 1 mV/Pa. Die Berechnung findet man hier:
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-sensitivity.htm

Gibst du 1 Pa = 94 dBSPL (1kHz) auf das Mikrofon, dann muss 1 mV aus dem Mikrofon rauskommen.
Schaltest du einen 60 dB-Mikrofon-Verstärker dahinter, dann muss genau 1 Volt am Ausgang des
Verstärkers erscheinen.

1 Volt sind 2,218 dBu oder 0 dBV. Die Berechnung findet man hier:
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-db-volt.htm

Pegel in dBu = 20 x log (U / 0,7746)
Pegel in dBV = 20 x log (U / 1)

Das Mikrofon ist ein Sensor, der Schalldruck-Pegelwerte als dBSPL in Spannungs-Pegelwerte umsetzt.
Durch die Empfindlichkeit von 1mV/Pa sollte die lineare Umwandlung doch klar sein.
94 dB entsprechend 1 Pa-RMS als Schalldruckpegel (SPL) erzeugen 1 Millivolt an Spannung (RMS)
entsprechend -60 dBV am Mikrofonausgang und nach v = 60 dB Verstärkung eben 1 Volt
entsprechend 0 dBV an Spannung (RMS) am Verstärkerausgang.

Wenn du ein dB-A Bewertungsfilter einsetzen möchtest, dann begibst du dich auch noch
auf das brüchige Eis der Psychoakustik.

S.G.

Beitragvon S.G. » 01.11.2009, 22:12

Hallo,

erst mal vielen dank für die antwort!

ja, das mit der linearen umrechnug ist mir schon klar, nur eine frage noch!so langsam hab ichs raus glaube ich zumindest!;-)

da ich ja diese vorverstärkung drin habe, z.b. im ersten fall, die vorverstärkung beträgt 10dB und ich messe wie gesagt 0,00256V!Das entspricht nach adam riese und einer mikroempfindlichkeit von 1mV/Pa einem schalldruck von 2,56Pa!

rechne ich dies jetzt mit dB=20*log(2,56Pa/0,00002Pa) in meinen Pegel um kommt hier 102,144dB raus!Da ich doch aber mit dem kalibrator gemessen habe sollten hier doch wohl 94dB rauskommen?Oder lieg ich da wieder falsch?Logisch würde mir erscheinen die Verstärkung von 10dB des Vorverstärkers zu subtrahieren, wären dann also 92,144dB, was zumindest annähernd hinkommt!?!?!

komisch ist jedoch nur das ich z.b. bei dem vierten messwert in obiger tabelle (35dB verstärkung, 0,0228V RMS) einen Pegel von 121,14dB rausbekomme(also dB=20*log(22,8Pa/0,00002Pa)!ziehe ich hier die 35dB vorverstärkung ab liege ich bei 86,14dB!Meinem Verständnis nach sollte aber doch hier auch 94dB rauskommen, alle messwerte sind ja mit dem kalibrator gemessen!?Sind das ungenauigkeiten im messverfahren oder bin ich mal wieder auf der komplett falschen fährte? :-?

und bei 60dB vorverstärkung leuchtet mir ein das ich dann 1V messen müsste, leider sind es nur wie angegeben 0,23V was einem Pegel von 141,21 dB bzw. minus die 60dB vorverstärkung einem Pegel von 81,21dB entspricht?

an alle nochmals vielen dank bisher für die antworten!!!

viele grüße

S.G.

Bertram

Beitragvon Bertram » 02.11.2009, 00:29

S.G. hat geschrieben:Da ich ja diese Vorverstärkung drin habe, z. B. im ersten Fall, die Vorverstärkung beträgt 10dB und ich messe wie gesagt 0,00256 V!
Das entspricht nach Adam Riese und einer Mikrofonempfindlichkeit von 1mV/Pa einem Schalldruck von 2.56Pa!
Rechne ich dieses jetzt dB = 20*log(2.56 Pa / 0.00002 Pa) in meinen Pegel um kommt hier 102,144 dB raus!

94 dBSPL ≡ 1Pa das sind 1 mV = 0,001 Volt.
10 dB Verstärkung ergeben
104 dBSPL ≡ 3.16 Pa das sind 3.16 mV = 0,00316 Volt.
Dann müssen die 2.56 mV (von den 2.56 Pa) den Faktor 20*log 2.56 = 8,16
an Verstärkung geben, bzw. 94 + 8,16 = 102,16 dB.

S.G. hat geschrieben:Da ich doch aber mit dem Kalibrator gemessen habe, sollten hier doch wohl 94 dB rauskommen? Oder liege ich da wieder falsch?
Logisch würde mir erscheinen die Verstärkung von 10 dB des Vorverstärkers zu subtrahieren, wären dann also 92,144 dB,
was zumindest annähernd hinkommt!?!?!

8,16 dB sind nicht 10 dB.

S.G.

Beitragvon S.G. » 03.11.2009, 19:45

Hallo Bertram,

danke für die Antwort!

das habe ich soweit verstanden!das heißt also letztendlich, das meine verstärkung, in dem fall von 10dB nicht exakt genau eingestellt war!?leuchtet mir ein, ist zwar eine rasterverstellung, aber dummerweise sind die aufgedruckten werte wie 10dB, 18dB usw. nicht genau einzustellen!

vielen dank allen für diesen grundlagenkurs der akustik!;-) mit diesen kenntnissen kann ich jetzt immerhin was anfangen!

viele grüße

jb

empfindlichkeit eine mirkofon

Beitragvon jb » 12.10.2010, 12:11

hallo,
ich wollte kein neues thema erstellen, es passt hier ganz gut dazu.
ich habe von akustik keine ahnung möchte aber einen sensor bauen, der auf geräusche, genauer auf regen reagiert. er soll letztenendes nur: regen ja/nein erkennen, ählich einem klatschschalter.
hatte an ein elektret-mikrofon gedacht, nur check ich die angaben zur genauigkeit nicht.
empfindlichkeit zb: - 46 dB
so nun hab ich mich in netz schlau gemacht und erfahren, dass regentropfen so in etwa 20-40 dB erzeugen. was ich nicht weiß, registriert das mikrofon den regen?
ein weiteres, wie sieht es mit hintergrundgeräuschen aus? hat da einer erfahrung.

aller besten dank, sollte jemand anworten.
gruß jb

noki
Senior Member
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Registriert: 18.02.2010, 10:46
Ort: Baunatal

Re: empfindlichkeit eine mirkofon

Beitragvon noki » 12.10.2010, 13:16

jb hat geschrieben:hatte an ein elektret-mikrofon gedacht, nur check ich die angaben zur genauigkeit nicht. empfindlichkeit zb: - 46 dB
so nun hab ich mich in netz schlau gemacht und erfahren, dass regentropfen so in etwa 20-40 dB erzeugen. was ich nicht weiß, registriert das mikrofon den regen?


Da sich diese Angaben norm. auf 1 V/Pa beziehen, sollte dies 5 mV/Pa entsprechen (-40 dB: 1/100, -6 dB: 1/2). Das Rauschen von kleinen Elektretkapseln liegt in der Größenordnung von equivalent 20-30 dBSPL und > 10 dB sollten schon zwischen Rauschen und Nutzsignal liegen...
Der Pegel den die Tropfen erzeugen hängt aber stark von der Fläche ab, auf die die Tropfen fallen; ein sehr dünnes Blech o.ä. ist z.B. nicht schlecht. Wichtig ist aber auch das Merkmal, daß man zur Erkennung heranzieht. Da böte sich der Crest- oder Impulsfaktor eines Zeitsignalintervalls oder besser noch die Kurtosis der Amplitudenverteilung an. Je besser das Merkmal, desto besser auch die Unterscheidung zu Hintergrundgeräuschen.

Nils


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