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Löten lernen - Bleihaltig oder bleifrei?

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Wilfried
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Löten lernen - Bleihaltig oder bleifrei?

Beitragvon Wilfried » 22.05.2014, 08:54

Ich habe hier einen Interessenten, der das richtige Löten erlernen möchte.

Da ich selber mit bleihaltigen Lot (Fluitin 1532) arbeite, weil man solche Lötstellen
hinsichtlich ihrer Lötqualität kontrollieren kann (kalte Lötstellen sind dabei matt und nicht glänzend),
die Frage, ob es inzwischen bleifreies Lot gibt, welches sich auch so verhält :?:
Oder sich wenigstens irgendwie so verhält, dass man die Qualität der Lötstellen visuell überprüfen kann.
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sleepytomcat
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Re: Löten lernen - Bleihaltig oder bleifrei?

Beitragvon sleepytomcat » 22.05.2014, 09:53

Bleihaltig/Bleifrei…
Gehört in den Hype der Bioverträglichkeit…
Keine Frage, das Blei ein Schwermetall ist, das im Körper kumuliert wird und dosisabhängig schädlich ist.
„ Dosis sola venenum facit“ (Paracelsus).
Wir haben jahrhundertelang mit Bleilegierungen gelötet und vergleichsweise wenige bis keine Probleme damit gehabt.
Beim berufsmäßigen Löten in geschlossenen Räumen sind Abzugsanlagen sicherlich sinnvoll.
Wer nur alle paar Tage einige wenige Lötstellen "brät" wird es ohne dem überleben.

Grundsätzlich gilt:
Bleihaltiges Lot ist hinsichtlich Fließverhalten, optischer Kontrolle und Neigung zur whiskerbildung wesentlich geeigneter als bleifreie Lote. Auch die beim Löten wichtige Diffusionsschicht ist günstiger für chemische und elektrische Bedingungen an und in derb Lötstelle. (in sensiblen Bereichen — z. B. : Raumtechnik — wird aus diesen Gründen nur mit bleihaltigen Loten gearbeitet)

Der Kamerad möge also bitte bleihaltig löten, die Dämpfe nicht einatmen, für gute Lüftung sorgen und sich nicht verrückt machen (lassen).

Nachsatz:
Wir können für uns schädliche Stoffe nicht grundsätzlich aus Anwendungen heraushalten, sind sind vielfach nicht ersetzbar. Vorsicht ist immer gut, aber ohne Nebenwirkung ist kein Ding. Sonst wäre der elektrische Strom auch schon lange verboten worden, denn daran kann Mensch sofort sterben.
Der Kater

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eingeschaltet, ausgeschaltet, kaputt
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RainerG
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Re: Löten lernen - Bleihaltig oder bleifrei?

Beitragvon RainerG » 22.05.2014, 10:14

Ich arbeite auch nur mit bleihaltigem Lot und zwar auch mit diesem "Fluitin". Das bleifreie Dreckszeug ist bestens geeignet langfristige Störungen herbei zu führen. Noch schlimmer wird es, wenn man mal etwas wieder ablöten muß. Da ist das bleifreie Zeugs einfach ein Graus. Man macht sich letztlich nur die Platine und die Bauteile damit kaputt.

Aber wo kommt dieser ganze Schwachsinn wieder her?? Von den Eurobürokratenheinis, die ein Wahnsinnsgehalt beziehen für den ganzen Mist den sie verzapfen.
Ich wünsche mir, daß irgendwann in den Eurokratentempeln von Brüssel massenweise alle elektronischen Anlagen ausfallen wegen Whiskerbildung etc.

Es kommt nicht von ungefähr, daß im militärischen und luftfahrttechnischen Bereich kein bleifreies Lot verwendet werden darf....


Grüße
RainerG
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Re: Löten lernen - Bleihaltig oder bleifrei?

Beitragvon Wilfried » 22.05.2014, 10:42

Danke schon mal für die ersten Antworten.

RainerG hat geschrieben:Es kommt nicht von ungefähr, daß im militärischen und luftfahrttechnischen Bereich kein bleifreies Lot verwendet werden darf....


Das gilt übrigens auch für den medizinischen Bereich. Also im Prinzip überall da wo's drauf ankommt.
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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Re: Löten lernen - Bleihaltig oder bleifrei?

Beitragvon Arno » 22.05.2014, 11:13

Hallo,

ich arbeite schon seit über 8 Jahren mit bleifreiem Lötzinn, bis jetzt hatte ich damit keine Probleme - im Gegensatz zum verbleiten Lötzinn, welches mir - trotz guter Belüftung - öfters Atemwegsbeschwerden verursacht hat.

Arno
Moment, Moment! Haben Sie das gehört? Was für ein seltsamer Ton!


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