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Meterware Kabel für "Hinterband"

Bauanleitungen, Tipps & Tricks für handwerklich nicht ganz Unbegabte

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pixelschubser2006
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Meterware Kabel für "Hinterband"

Beitragvon pixelschubser2006 » 10.02.2015, 20:39

Hallo,

ich plane, meine Audiorecorder vom DSLR-Rig in eine kleine Tasche zu verbannen und wollte mir eine Anschlussbox bauen, wo am RIg Mikros, Mic-In der Kamera und Kopfhörer fest angeschlossen sind und ein abnehmbares XLR-Kabel zur Tasche führt. Alles ausgefuchst und durchdacht, Konzept wie beim typischen "Hinterbandkabel" zwischen Feldmischer und EB-Kamera. Was mir nun fehlt, ist das passende Kabel. Herausgesucht habe ich sowas:

https://www.huss-licht-ton.de/product_i ... tAodDlAA8A

Dabei bin ich etwas unsicher, ob ein normales Multicore-Kabel für den Bühnenbereich das richtige ist. Der Durchmesser ginge mit 11mm noch in Ordnung, aber ich hätte gerne ein Spiralkabel. Leider finde ich echte Hinterbandkabel nicht als Meterware. Auch ist nicht 100% klar,dass das Multicore-Kabel explizit für Mikro-Signale geeignet ist. Ich gehe da zwar davon aus, aber ich zweifele noch ein Wenig. Gibts bei einer Kabellänge von 2-3 Metern irgendwelche Sorgen hinsichtlich Übersprechen, wenn ich Line- bzw. Kopfhörer-Signale dadrüber jage? Ich habe bei einem missglückten Prüfungsstück sehr schlechte Erfahrungen mit Übersprechen gemacht... Und was zwischen Stereokanälen noch unkritisch ist, kann bei einem Mikroeingang womöglich schlimm Folgen haben...

Ach ja: Ich habe mich mangels Alternative auf 7polige XLR-Stecker eingeschossen. Die Hinterband-Anschlüsse, die an Kameras und Feldmischern üblich sind, habe ich noch nicht gefunden...

Freue mich über jeden Hinweis!

pkautzsch
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Re: Meterware Kabel für "Hinterband"

Beitragvon pkautzsch » 11.02.2015, 10:39

Wo man Meterware an Spiralkabel findet, weiß ich leider auch nicht. Bei diversen Ebay-Händlern jedenfalls nicht.
Dort tauchen aber immer mal wieder gebrauchte "Hinterbandkabel" auf, man findet sie am besten, indem man nach "Spiralkabel" und "SQN" sucht.
Die verschraubbaren Multipinstecker, die am SQN, aber auch an der Deva zu finden sind, sind m.W. von der Firma Hirose. Sauteuer. XLR-7 ist besser, weil schneller gesteckt/gelöst. "Kreative" EB-Kameraleute mögen es besonders gerne, wenn sie sich schnell abstecken können. Noch lieber mögen die nur noch den "wireless hop" mit Einschubempfänger.

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Re: Meterware Kabel für "Hinterband"

Beitragvon Simpel » 11.02.2015, 16:08

Moin,

wenn Du Sorge wegen des Übersprechens hast, dann ist erstmal zu klären, was das überhaupt genau für Signale sind. So ganz habe ich das nämlich noch nicht verstanden.
pixelschubser2006 hat geschrieben:... eine Anschlussbox bauen, wo am RIg Mikros, Mic-In der Kamera und Kopfhörer fest angeschlossen sind ...


Verstehe ich das richtig?
Inputs in die Box:
2 XLR-Eingänge als verlängerte Eingänge in die Kamera?
Noch ein Eingang in die Kamera nämlich der Eingang des Kopfmikros? Welcher Buchssentyp? Sind die Eingänge überhaupt gleichzeitig nutzbar? Lohnt es sich also überhaupt diesen Eingang auf die Box zu verlängern?
Output aus der Box:
1 Kopfhörerausgang verlängert aus der Kamera? Ist das eine kleine 3,5mm Stereo-Klinkenbuchse?

Sollten die Wege zur Kamera symmetrisch ausgeführt sein (weil die Eingänge es auch sind), dann dürfte es kein Übersprechen oder ähnliche Effekte bei den Aufnahmewegen geben.
Der Rückweg (also die Kopfhörer-Buchse) kann bei längerer Ausführung sich schon so allerlei Schmutz einfangen. Wenn Du dies also als Rückstrecke nutzen möchtest, kannst Du Dir nie sicher sein, ob der Schmutz mit auf dem "Band" ist oder nur auf dem Rückweg einfällt. Klingt aber alles sauber kannst Du relativ sicher sein, daß die Aufnahmen auch schier sind.

Gruß, Conrad

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Re: Meterware Kabel für "Hinterband"

Beitragvon juppy » 11.02.2015, 17:49

Ich sehe bei einem Multicore, bei dem die Aderpaare verdrillt und
einzeln geschirm sind, das Problem des Übersprechens weniger, auch
bei unterschiedlichen Pegeln nicht.

> Sommer Cable SC-Mistral MCF04 FRNC Multicore Kabel

Ich weiß nur nicht, ob foliengeschirmte Multicores für die Belastung
im Wanderzirkus geeignet sind.

Einerseits heißt es in der Beschreibung, das Kabel sei gut trommelbar,
andererseits wird das genannte Kabel als "Studiocore" bezeichnet. Ein
Hinweis auf Bühnentauglichkeit fehlt (der bei Sommer Cable eigentlich
üblich ist) ...

Ich kann mir Dein SetUp nur schwer vorstellen:
Der Ton kommt von den (Spiegelreflex-)Kamera- Mikrofonen? :suspect:

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Re: Meterware Kabel für "Hinterband"

Beitragvon pixelschubser2006 » 11.02.2015, 21:19

Ich versuche es mal im Detail zu erklären:

Auf der Kamera möchte ich entweder ein Richtmikro (mein altes K6/ME80 z.b.) nutzen oder je nach Einsatz ein Stereo-Mic mit 3,5er Klinke. Wie von Tascam z.b. Daher braucht die DI-Box auf dem Rig zwei Eingänge dafür und einen Umschalter. Auf der Gegenseite am Recorder natürlich auch (diesen doppelten Schalter nutze ich nur wegen der Leitungsknappheit). Mit einem weiteren Schalter wird das Signal dann entweder direkt zur Kamera geroutet oder über das "Hinterbandkabel" zum externen Recorder in der Tasche. In diesem Fall kommt das Signal von dort wieder zurück, 1x mit Micpegel auf die Kamera und 1x für den Kopfhörer. Direkt am Recorder sind noch Tonangel, Funkstrecke und ein Interview-Mic angeschlossen.

Praktisch heisst das: Keine großen Anforderungen an den Ton >> Die Kamera zeichnet das Mic direkt auf, halt nur für ein bischen Atmo.
>> Hohe Anforderungen, Interview o.ä.: Es wird auf den Recorder geroutet und der schickt das Signal nochmal zurück. "Recorder" kann auch bedeuten "Feldmixer", denn wenn die Aufzeichnung in der Kamera qualitativ ok ist, wird er zum Mixer "degradiert". Von der Logic auch nicht so viel anders als im EB-Einsatz, wobei es dort wohl er üblich ist, auf einer Spur das Kamera-Mic aufzuzeichnen und auf der zweiten Spur den Mix vom Tonmann.

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juppy
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Re: Meterware Kabel für "Hinterband"

Beitragvon juppy » 11.02.2015, 23:20

Hallo Pixelschubser2006,

ich sehe da ein paar Kompatibilitätsprobleme auf Dich zukommen.

Falls Du das TASCAM TM-2X meinen solltest, dazu schreibt der Hersteller:

Das TM-2X ... mit den 3,5-mm-Mikrofoneingängen der Kamera zu verbinden,
von der sie auch mit Strom versorgt werden.

Das heißt:

- Am Audio- bzw. Mikrofoneingang der Kamera liegen stets ca. 2,5 V an.
..(Es sei denn, das ist im Menue der Kamera abschaltbar.)

- unwahrscheinlich, daß das Mischpult bzw. der externe Recorder diese Spannung zur Verfügung stellt.
..(Phantom- oder Tonaderspeisung ist eine ganz andere Geschicht und dazu nicht kompatibel!)

- diese Gleichspannung liegt auch am Ausgang des Mischpultes, wenn das mit dem Kameraeingang verbunden
..wird. Wie sich das in der Praxis auswirkt, ist wohl auch von der Konstruktion des Mischpultausganges
..abhängig.

- Das Sennheiser K6 ist nicht für den Betrieb an einer DSLR-Kamera ausgelegt. Es müßte ein Adapter benutzt ..werden, der die Versorgungsspannung von der Kamera abblockt und das sym. Ausgangssignal des K6
..unsymetrisch macht. (Mit SMD-Kondensatoren ließe sich das in der (Mikrofon-)Kupplung unterbringen.)

- Die Mikrofonsignalübertragung des TM-2X ist unsymetrisch! (wie bei vergleichbaren Mikrofonen auch)
..Dazu noch die relativ hohe Ausgangsimpendanz, bei der niemand daran dachte, das Signal über (längere)
..Kabel spazieren zu führen.

- Natürlich ist auch die Signalführung der Kamera unsymetrisch!

pixelschubser2006
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Re: Meterware Kabel für "Hinterband"

Beitragvon pixelschubser2006 » 11.02.2015, 23:39

Hallo Juppy,

vielen Dank für die intensiven Gedanken, aber da kann ich Dich beruhigen.

1. Ich habe den Tascam DR-60, der explizit eine Speisung für Kleinmikros bereithält

2. Meine Kamera macht das auch (nicht erprobt, sondern nur Vermutung nach Recherche. Hab das Mikro noch nicht...)

3. Das K6 ist in der Tat etwas doof. Zum einen braucht es die sauteuren Batterien, zum anderen hat es einen lächerlichen Ausgangspegel und rauscht. Nichtsdestotrotz habe ich einen ganzen Koffer mit dem Kram, u.a. 3x ME80 und 2x ME40 und in der Praxis funktioniert es gut. Ich habe mir für den reinen Kamerabetrieb die Adapter von DIN-Stecker auf Klinke sowie auf XLR alle selber gelötet (bin Fernsehtechniker, da sollte man sowas können...).

Damit ist klar: Recorderbetrieb = Phantomspeisung, Kamerabetrieb = Batteriebetrieb ( die dann hoffentlich nicht im entscheidenden Moment leer ist...). Sicher: Ich hätte gerne den Nachfolger mit AA-Zelle (und 10x höherem Ausgangspegel) oder das MKE 600 oder ein schönes Beyer MCE82... aber das Geld ist knapp und der alte Krempel funktioniert immer noch gut genug.

4. Den Einwand mit der Spannung auf dem Mischpultausgang verstehe ich nicht ganz. Zum einen: Ich degradiere meinen Tascam Recorder zum Feldmischer, und der sollte keine Probleme machen. Zum zweiten: DC-gekoppelte Verstärkerstufen waren mir immer ein Greuel. Schon in der Werkstatt. Ich gehe aber davon aus, dass in unserem Genre an den Ein- und Ausgängen ein paar Kapazitäten in Reihe herumlungern...

5. Die unsymetrische Verbindung... macht mir in der Theorie auch Sorgen. In der Praxis habe ich aber ein billiges Audio-Technika-Stereo-Mic mit 3,5er Klinke und 5m Kabel. Das habe ich am Anfang mit dem langen Kabel als Interview-Mic genutzt und funktionierte einwandfrei. Bei meinem Bauprojekt reichen 2,50. Die 50cm vom Mic in die erste Blackbox, und dann über max. 2m Kabel zum Recorder (der einen extra Eingang dafür hat).

6. Auch die Signalqualität in der Kamera... besser als gedacht. Sicher, selbst große Nikons sind tlw. richtig schlecht. Meine D7000 erstaunlicherweise nicht. Den Recorder nutze ich in erster Linie als Pegelinstrument und Abhöre. Rein klanglich ist der Eingang meiner Nikon richtig, richtig gut. Ich warte aber auf den Nach-Nachfolger. Schon die 7100 bietet Kopfhöreranschluss, feine Pegelregelung und Pegelanzeige. Das habe ich derzeit leider noch nicht.

Das größte Problem sehe ich bei den Kameras noch in den wackeligen Buchsen. Seitdem ich mir Anschlusskabel mit sehr guten Neutrik-Winkelsteckern gebaut habe, ist es dramatisch besser geworden. Jedoch wäre es geil, wenn die Hersteller mal vernünftige Buchsen einbauen würden. Lemo, Mini-XLR, oder so. Erfahrung mit solchen Steckverbindern hat man bei Nikon schon lange, z.b. für Fernbedienanschlüsse. Vielleicht kommt mal irgendwas. Seitdem es bei Sony auch für Fotokameras Anschlussterminals zum Andocken gibt - wie bei den Prosumer-Henkelmännern - keimt ja die Hoffnung bei mir.


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