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"Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Bauanleitungen, Tipps & Tricks für handwerklich nicht ganz Unbegabte

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Arno
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"Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon Arno » 13.02.2015, 16:53

Hallo,

der folgende Link führt zu einem Video (dauert über 90 min, lohnt sich aber!), welches zeigt, wie das 100 GHz-Oszilloskop der Firma LeCroy funktioniert und aufgebaut ist.

http://hackaday.com/2015/02/10/the-one-million-dollar-scope-teardown/

Gruß,
Arno
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tonstudio96
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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon tonstudio96 » 15.02.2015, 20:49

cool :-)

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Tomte
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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon Tomte » 16.02.2015, 16:23

1 Million ist gar nicht so viel, wenn man überlegt, was die Flaggschiffe der Tektronix-Teile in den siebziegern mit Vollaustattung so gekostet haben. Da konnte man sich wohl auch schon prima ein (kleines) Häuschen von kaufen.

Bertelmann
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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon Bertelmann » 16.02.2015, 20:27

Da ich in der Elektrotechnik nicht ganz so fit bin, hab ich mir das Video nur Auszugsweise angesehen. Ausführliche Videos wie dieses, würde ich mir öfter wünschen.

Was ich aber nicht herausgefunden habe, sind die Anwendungsbereiche. Wo findet man so hohe Frequenzen? Licht/Laser/Glasfaser-Zeug kann ich mir noch vorstellen, aber in Kupfer oder im Funk ist da ja Feierabend, oder seh' ich das falsch?

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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon Wilfried » 16.02.2015, 20:53

Bertelmann hat geschrieben:aber in Kupfer oder im Funk ist da ja Feierabend, oder seh' ich das falsch?


Nun ja. Radar/Lidar geht sogar noch über 100 GHz hinaus.
Hier mehr dazu:

http://www.radartutorial.eu/07.waves/Frequenz-%20und%20Wellenbereiche.de.html
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon RainerG » 16.02.2015, 21:33

Bertelmann hat geschrieben:........ aber in Kupfer oder im Funk ist da ja Feierabend, oder seh' ich das falsch?



Mit Koaxkabeln ist da auch nichts mehr zu machen - gibt viel zu große Verluste. Bei diesen Frequenzen bedinet man sich der Hohlleitertechnik - "Wasserrohrtechnik" wie wir Nachrichtentechniker jargonmäßig sagen.
Hohlleiter kann man schon so ab 1 GHz einsetzen - auch darunter schon, nur werden die dann immer größer.
Bei 100 GHz wird der Hohlleiter 3 mm breit.


Grüße
RainerG


P.S.: "Hohlleiter" ist in der Industrie auch eine andere Bezeichnung für minderbemittelte Führungsangestellte ! :-)
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf (Quelle unbekannt).
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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon Arno » 16.02.2015, 22:52

Hallo,

Bertelmann hat geschrieben:Ausführliche Videos wie dieses, würde ich mir öfter wünschen.


absolut. Ich finde das Konzept sehr stimmig, zunächst das Prinzip / den Aufbau zu erklären und dann zu demonstrieren.
Die "Werksführung" am Ende des Videos ist ein schöner Abschluss.

Besonders hat mich die "Frequenzweiche" erstaunt - also die beiden Mischer, die höherfrequentige Anteile des Eingangssignals wieder herabmischen, damit die A/D-Umsetzer diese verarbeiten können. Nicht, weil die Technik logisch erscheint, sondern allein mit welcher Präzision die Mischer an sich ausgeführt sein müssen, um in diesem Frequenzbereich zu arbeiten.

Arno
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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon Bertelmann » 17.02.2015, 00:23

Mit Koaxkabeln ist da auch nichts mehr zu machen - gibt viel zu große Verluste. Bei diesen Frequenzen bedinet man sich der Hohlleitertechnik - "Wasserrohrtechnik" wie wir Nachrichtentechniker jargonmäßig sagen.


Das ist mir bekannt. Das ist der Skin-Effekt, der in der HF-Technik vorkommt und in der Audiotechnik große Mythen produziert. Sogar dicke Lautsprecherkabel werden wegen des Skin-Effekts beworben ... naja, lassen wir das.

Ein Funktechniker hat mir erzält, daß Hohlleiter in starken Senderanlagen zusätzlich (im Hohlraum) gekühlt werden müssen. Nebenbei hat er mir auch erzählt, wie gefährlich es sein kann in unmittelbarer Nähe eines Senders zu kommen.

Auch schön, wie LeCroy über technische Details spricht - andere Hersteller sind da nicht so auskunftsfreudig. Allerdings ist dieses Produkt eine so große Herausforderung bzw. ein Produkt mit sehr wenigen Stückzahlen, daß dies kein großes Problem sein wird. Schönes Video - auch für den interessierten HF-Laien.

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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon RainerG » 17.02.2015, 11:45

Bertelmann hat geschrieben:....Das ist der Skin-Effekt, der in der HF-Technik vorkommt und in der Audiotechnik große Mythen produziert. Sogar dicke Lautsprecherkabel werden wegen des Skin-Effekts beworben ... naja, lassen wir das.


Es ist nicht nur der Skin-Effekt, sondern die Tatsache, daß bei diesen kleinen Wellenlängen in Koax-Kabeln Quermoden auftreten und zu Verlusten führen. (Analogie zum Kund'schen Rohr in der Akustik).

Bertelmann hat geschrieben:Ein Funktechniker hat mir erzält, daß Hohlleiter in starken Senderanlagen zusätzlich (im Hohlraum) gekühlt werden müssen. Nebenbei hat er mir auch erzählt, wie gefährlich es sein kann in unmittelbarer Nähe eines Senders zu kommen.


Das ist richtig! Denn in unmittelbarer Nähe eines Senders treten ja enorme Feldstärken auf! Allerdings ist das was ganz anderes als bei den lächerlich kleinen Feldstärken die von Handy's ausgehen und von den Sendern für den Mobilfunk, wovon die Leute nur schon vom hingucken krank werden... Bei solchen großen Sendern wird es in Antennennähe tatsächlich gefährlich.


Grüße
RainerG
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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon GerhardS » 17.02.2015, 13:32

RainerG hat geschrieben:...Denn in unmittelbarer Nähe eines Senders treten ja enorme Feldstärken auf! Allerdings ist das was ganz anderes als bei den lächerlich kleinen Feldstärken die von Handy's ausgehen und von den Sendern für den Mobilfunk, wovon die Leute nur schon vom hingucken krank werden... Bei solchen großen Sendern wird es in Antennennähe tatsächlich gefährlich.
Grüße RainerG


Korrekt, Als ich noch beim öffentlich-schrecklichen war, durfte ich mal den Mittelwellensender besuchen (1200kW Trägerleistung + 100% Modulation + Antennegewinn von 4) wo z.B. in der Nähe der Feederleitung Feldstärken von weit über 400V/m auftraten. Ein zu grosser Schritt und es tat richtig weh. Nicht weit vom Sender wurde in einem Wohngebiet die Elektroinstallation eines Neubaus "schwarz" gemacht mit der Folge dass im ganzen Haus das Licht nie ausging. Die mussten alles rausreissen und in Stapa-Rohr neu installieren.
Im Sendergebäude konnte man eine Leuchtstoffröhre aus der Fassung nehmen und sie brannte weiter (flackerte mit der Modulation).
Für mich war das eine ganz andere Dimension jenseits meiner Vorstellungskraft.
LG
Gerhard

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Re: "Millionen-Dollar"-Oszilloskop

Beitragvon Arno » 18.02.2015, 13:31

Hallo,

Bertelmann hat geschrieben:Auch schön, wie LeCroy über technische Details spricht - andere Hersteller sind da nicht so auskunftsfreudig. (...) Schönes Video - auch für den interessierten HF-Laien.


In der Tat. LeCroy betreibt auch einen Blog, welcher interessante Artikel enthält. Ich wühle mich gerade durch die Beiträge, in zwei Wochen steht die Klausur "Systeme der Hochfrequenztechnik" an :-x

http://blog.teledynelecroy.com/

Arno
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