Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

9adriges (Audio)Kabel

Bauanleitungen, Tipps & Tricks für handwerklich nicht ganz Unbegabte

Moderator: Moderation

MarkusP
Senior Member
Beiträge: 327
Registriert: 16.11.2007, 14:05
Ort: Berlin

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon MarkusP » 16.06.2015, 01:50

Hallo Juppy,

in Zeiten der Röhrentechnik wurden wurden die Mikrophonleitungen genauso gehandthabt, wie heutzutage. In den Rundfunkhäusern gab es vom Studio aus entsprechend lange Leitungen. Im Aufnahmeraum waren auch, wie heute, entsprechende Anschlußdosen (HF-dicht). Die Speisung war dort nie im Aufnahmeraum. Deswegen gab es die üblich verdächtigen Speisungen (N52) als Rundfunk-Normkassette.
Und daher gab es später die kompatiblen Speisungen für transistorisierte Mikrophone. Die Mikros konnten den selben Anschluß benutzen.
Alles nachzulesen im alten Dickreiter. In dem neuen steht so etwas alles nicht mehr drin.

Eigentlich braucht man den etwas größeren Querschnitt der Leitung nur für die Heizung. Mit 0,5mm2 sollte das eigentich gehen. Die Gesamtleistung pro Mikro ist nicht groß. Die Anodenspeisung ist von der Leistung her absolut unkritisch.

Ich kenne das ganze von den alten Schöpsen, die vielfach als Strässer verkauft wurden. 6-pol Kleintuchel. Es gab die Röhrenvariante und die Transistorvariante. In der Regel 120V Anodenspeisung, manchmal auch 60V. Es gab dann Speisegeräte nur für die Transistorvarianten, die ebenfalls 60V lieferten. Man konnte ein Transistor ausgeführtes Mikrophon auf einen Röhrenanschluß hängen.

Bei meinen originalen Leitunge für die alten Schöpse sind das bestimmt nicht mehr als 0,25mm2. Das geht schon. Es wird ja nicht mehr als eine Röhre mitz Heizspannung versorgt. Was sind schon 6,3V x 0,175A? bei einer EF95, wie in den Schöpsen oder 4V 0,1A bei den Neumännern mit einer AC701.

Bis zur Mikrophondose im Studio haben die bestimmt einen größeren Querschnitt verlegt, aber bestimmt nicht mehr, als 0,75mm2...

Macht Euch also einen nicht zu großen Kopf. Was früher funktioniert hat, wird auch heute noch funktionieren. Und wenn ein kleiner Spannungsabfall an der Heizung entsteht, trägt dies ja durchaus auch zur längeren Haltbarkeit der Röhre bei, so lange sie nicht zu sehr "untergespeist" wird.

Gruß aus Berlin

MarkusP.

Benutzeravatar
juppy
Senior Member
Beiträge: 1978
Registriert: 20.06.2007, 09:23
Ort: Köln

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon juppy » 16.06.2015, 01:56

Tonzauber hat geschrieben:AKG hat das C24 ursprünglich mit 20m Kabel ausgeliefert. lt. technischen Informationen von damals sind Kabellängen bis 700m (!) ohne Anpassung im Netzteil möglich.
c24 --.PNG

So weit will ichs nicht herausfordern, da die Röhren-Klassiker für mich Studiospielzeug sind, werden 20m mehr als ausreichend sein.

Oh, Teufel, ...

Ich hätte mir die Schaltung des Netzteils mal genauer anschauen sollen, bevor ich schrieb:
juppy hat geschrieben:Gelöst werden hätte dieses Problem durch eine Konstantstromspeisung (statt Fixspan-
nung) des Mikrofons, doch mir ist kein solcher Ansatz bekannt.
Denn das AKG N 24 S arbeitet genau nach dem Prinzip der Konstantstromquelle
(statt Festspannungsregelung) ...


Unter diesem Link findet man den Scan einer umfangreichen Beschreibung des AKG C24:
http://www.coutant.org/akgc24/akg_c24.pdf
(Wahrscheinlich hast Du aus genau dem Dokument zitiert?)

Man könnte Dich glatt um das Mikrofon beneiden ... ;)


Tonzauber hat geschrieben:Bzgl Übertrager: Lediglich die AKG C60 (mit AC701) haben den Übertrager im Netzteil sitzen - dafür ist das Mikrofon selbst für heutige Standards winzig, siehe Foto.
c60-hand.jpg

Bei allen anderen Mikrofonen sitzt der Übertrager im Mikrofon - bei C12, C28 und C24 ein bzw. zwei Haufe T14/1,

Das ist wirklich winzig - ich habe das C60 bisher nie im Original oder Größenvergleich gesehen.
Dabei finde ich das SCHOEPS M221 für seine Zeit schon sehr klein (so groß wie ein "CMC Colette").

Benutzeravatar
juppy
Senior Member
Beiträge: 1978
Registriert: 20.06.2007, 09:23
Ort: Köln

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon juppy » 16.06.2015, 03:06

MarkusP hat geschrieben:Bei meinen originalen Leitunge für die alten Schöpse sind das bestimmt nicht mehr als 0,25mm2. Das geht schon. Es wird ja nicht mehr als eine Röhre mitz Heizspannung versorgt. Was sind schon 6,3V x 0,175A? bei einer EF95, wie in den Schöpsen oder 4V 0,1A bei den Neumännern mit einer AC701.

Hallo Markus,

nach meinen Unterlagen wird für die Heizung der AC701(k) 4 Volt mit einer Genauigkeit von +/- 0,2 V (entsprechend 5 %) angegeben.

Schaut man sich das SCHOEPS N20b an, sieht man, daß die Heizspannung mittels Zenerdiode auf 8 V "geregelt" wird und sich die Ausgangsspannung über einen einstellbaren (Ausgangs)Widerstand von 50 Ohm unter Last auf 4 V einstellt.
Mit diesem "Kniff" ist es tatsächlich möglich, das M221 mit bis zu 50 Metern Mikrofonleitung zum Netzteil N20 zu betreiben, wenn der Querschitt der Heizleitung bei 0,5 mm² liegt, ohne die untere Toleranzgrenze der Heizspannung von 3,8 Volt zu unterschreiten.

Ähnliches Prinzip findet man beim Netzanschlußgerät für das Neumann U67, nur das Neumann NKM für die KM5_-Serie "regelt" die Ausgangsspannung direkt auf 4,2 Volt ...

Benutzeravatar
alex
Senior Member
Beiträge: 1218
Registriert: 06.07.2010, 23:53
Ort: Krefeld

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon alex » 16.06.2015, 10:39

MarkusP hat geschrieben:Hallo Juppy,
Eigentlich braucht man den etwas größeren Querschnitt der Leitung nur für die Heizung. Mit 0,5mm2 sollte das eigentich gehen.


Und genauso ist es bei den Neumann-Röhrenmikros auch realisiert worden! Vor allem die Kabel fürs SM23 und SM69 wären unhandlich dick geworden, wenn alle Adern denselben Querschnitt gehabt hätten.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

Benutzeravatar
RainerG
Senior Member
Beiträge: 1528
Registriert: 20.06.2007, 08:41
Ort: Romrod (Oberhessen)

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon RainerG » 16.06.2015, 11:20

Mal eine Bemerkung zu den damaligen Röhrenmikrofonen:

Ich habe mir schon seit langer Zeit Gedanken darüber gemacht, warum man eine "AC 701" gebaut hat, anstatt eine "VC 701".

Denn:
Die A-Röhrenserie hatte ja durchwege 4 Volt Heizspannung - also SPANNUGNSkalibriert. Und die V-Serie war STROMkalibriert auf 50 mA Heizstrom. Eine "VC 701" hätte dann 8 Volt Heizspannung haben müssen. Hätte dann das Netzteil einen konstanten Strom von 50 mA abgegeben, wäre an der Röhre - unabhängig von der Kabellänge - immer die richtige Heizspannung entstanden.
Das mal als Denkanstoß zu den Röhrenmikrofonen.


Grüße
RainerG
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf (Quelle unbekannt).
Siege wenn Du kannst, verliere wenn Du mußt, aber kapituliere nie! (André Kudelski).
Lautsprecher verstärken nur die Stimme - nicht die Argumente! (Hans Kasper)

Benutzeravatar
alex
Senior Member
Beiträge: 1218
Registriert: 06.07.2010, 23:53
Ort: Krefeld

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon alex » 16.06.2015, 14:13

RainerG hat geschrieben:Ich habe mir schon seit langer Zeit Gedanken darüber gemacht, warum man eine "AC 701" gebaut hat, anstatt eine "VC 701".


Ein Nebeneffekt davon war zumindest, dass Georg Neumann die Stabilytzellen erfand und erstmals 1955 patentierte, welche z.B. im NN48 und N52(a) verbaut wurden.
In diesen Netzgeräten sind allerdings schon länger keine funktionsfähigen Zellen mehr vorzufinden.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

Benutzeravatar
Tonzauber
Site Admin
Beiträge: 1295
Registriert: 19.06.2007, 19:16
Ort: Wien
Kontaktdaten:

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon Tonzauber » 17.06.2015, 12:48

Die Lebensdauer der Stabilytzellen wurde damals mit zwei Jahren angegeben.... es dürfte wirklich keine funktionierenden mehr geben.

Ansonsten hier noch ein kleiner Größenvergleich zum C60:
c60 größenvergleich.jpg


(C60 + CK2 / KM184 / CMC5 + MK4 / C451 + CK1)

Und das ganze noch ohne SMD - allerdings muss man auch dazu sagen dass wirklich nicht viel drinnen ist:
c60innen.jpg


Zum C24 - ja es ist ein wirklich aussergewöhnliches Mikrofon.

Wer mich kennt weiß dass ich kein Röhrenfanatiker bin, da es mir im mobilen Aufnahme-Alltag zu umständlich ist. Im Studio hingegen macht dieses Experimentieren Spaß. Und inzwischen sind es drei AKG C60, ein C24 und drei selbst gebaute Mikrofone auf Basis von originalen AKG CK12 Kapseln...
Besonders letzteres war für mich ein spannendes Abenteuer, zu sehen welche Qualität ohne Cost-Cutting, mit kompromissloser Bauteilwahl und sorgfältiger Verarbeitung erreicht werden kann.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

Benutzeravatar
juppy
Senior Member
Beiträge: 1978
Registriert: 20.06.2007, 09:23
Ort: Köln

Re: 9adriges (Audio)Kabel

Beitragvon juppy » 17.06.2015, 16:26

Tonzauber hat geschrieben:Ansonsten hier noch ein kleiner Größenvergleich zum C60:
c60 größenvergleich.jpg
(C60 + CK2 / KM184 / CMC5 + MK4 / C451 + CK1)

Fairerweise müßte man das AKG C60 gegen eine SCHOEPS MK__ oder vergleichbarer Kombination von Neumann
an einem "aktiven Kabel" halten. Denn die Ausgangsstufen sind in allen Fällen extern (Übertrager bei AKG bzw.
die Bodies von Schoeps und Neumann).

Tonzauber hat geschrieben:Wer mich kennt weiß dass ich kein Röhrenfanatiker bin, da es mir im mobilen Aufnahme-Alltag zu umständlich ist.
... inzwischen sind es ... und drei selbst gebaute Mikrofone auf Basis von originalen AKG CK12 Kapseln...
Besonders letzteres war für mich ein spannendes Abenteuer, zu sehen welche Qualität ohne Cost-Cutting, mit
kompromissloser Bauteilwahl und sorgfältiger Verarbeitung erreicht werden kann.

Für mich sind die alten Röhrenmikrone auch nur eine sentimentale Liebhaberei: Drei SCHOEPS M221(b), eines
der ungarischen Nachbauten des M221, mit zwei MK240 und einer MC934c. Leider sind die Preise für die alten
Mikrofne und das Zubehör inzwischen so abgehoben, daß ich meinen Bestand nicht mehr erweitere ...

Aber Dein Selbstbauprojekt klingt spannend - schreib mal mehr darüber!


Zurück zu „für Löter und Schrauber“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast