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Qualität der Lawo Plugins

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

Moderator: Moderation

paco de colonia
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Qualität der Lawo Plugins

Beitragvon paco de colonia » 09.01.2010, 12:28

Hallo Tonthemenforumianer,

die Lawo Plugins sind in 2 Studiozeitungen sehr gut getestet worden.
Hat jemand damit schon einmal in der Praxis gearbeitet?

Zur Zeit benutze ich das Flux Masteringbundle, und bin sehr zufrieden damit.
Es umfaßt EQ, Limiter und Kompressor und kann m.E. subtil dynamische Veränderungen umsetzen ohne die Transparenz und Zeitkohäränz des Materials zu beeinflussen.
Kann Lawo das Ganze noch besser.
Oder anders gefragt: Mit welchen Dynamikplugins habt Ihr die besten Erfahrungen gemacht?

Viele Grüße aus dem verschneiten Köln
Paco

paco de colonia
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Beitragvon paco de colonia » 09.01.2010, 12:36

..oder ist der Umgang mit Dynamikplugins bei Klassischer Musik in diesem Forum frevelhaft oder ein absolutes Tabu?

Ich hab mal ein paar Wochen Praktikum beim Rundfunk gemacht,
komprimiert wird dort bei Klassik selten aber ein Brickwall-Limiting
ist je nach Dynamisch nichts Ungewöhnliches.

Ich werde nie den Gesichtsausdruch der Tonverantwortlichen vergessen, als
zu einem Chorwerk eine quadrathmetermessendes Riesentrommel hereingetragen wurde, und saftig lechzend und raummodenanregend diesen Herrschaften Schweißperlen auf die Stirn trieb ;-)

Erst nach beherztem Limitereinsatz und Unterschreitung der 0db-Marke
wich der Schweiß einem entspanntem Fußgewippen ;-)

Nochmals viele Grüße
Paco

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Arno
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Beitragvon Arno » 09.01.2010, 12:37

Hey!
Das Flux-Masteringpack habe ich auch und finde es genau so klasse. Ich will auch gar nichts anderes mehr benutzen 8-)
Es gibt mittlerweile eine ganze Menge kostenloser Dynamikprozessoren/Kompressoren im Netz, aber davon taugt leider fast keiner. Hin und wieder benutze ich mal den "RoughRider" (von Audio Damage) bei einem Schlagzeug, sonst nur Flux.
Viele Grüße, Arno

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JP
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Re: ..oder ist der Umgang mit Dynamikplugins bei Klassischer

Beitragvon JP » 09.01.2010, 12:42

paco de colonia hat geschrieben:...Musik in diesem Forum frevelhaft oder ein absolutes Tabu?

Bemüh doch mal die Suchfunktion, es gab dazu kürzlich erst einen Thread. Auch zu den anderen von dir angesprochenen Themen gibt es hier einiges...

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PSP Vintage Warmer

Beitragvon paco de colonia » 09.01.2010, 12:43

Hi,

ich benutze bei manchen Sachen den V.W.
Aber nur wenn eine Färbung gewünscht ist.

Z.B. die Tapeemulation funktioniert hervorragend mit einem
Jazzkontrabass.
Auch meine Flamencogitarre klingt irgendwie "muy flamenco" mit
ein paar modifizierten Presets.

Ich weiß nicht, wie die PSP Jungs das genau machen, aber im U-Musikbereich klingts nach dem Herumspielen an dem Suchtdrehknopf
(Drive) danach irgendwie besser, echter.

Hat jemand auch schonmal Vintage Warmer bei klassischen Aufnahmen eingesetzt, oder ist diese Frage in diesem Forum zu ketzerisch ;-)

Viele Grüße
Paco

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Lawo Plugins:Qualität

Beitragvon paco de colonia » 22.10.2011, 10:10

Hallo,

ich möchte nach einiger Zeit nochmal meinen alten Thread zur Diskussion stellen.
Sicherlich haben in den letzten knapp zwei Jahren einige Forumsteilnehmer Gelegenheit gehabt, sich mit den Lawo Plugins zu beschäftigen.

Es handelt sich um eine 1:1 Adaption aus den Lawo Konsolen, deren Qualität im Broadcastbereich wohl unbestritten ist.

Mich interessiert vor allem, ob die Plugins nur annähernd so neutral und durchsichtig klingen, wie in der Fachpresse dargestellt.
Auch alle vermeintlich neutrale Plugins, mit denen ich arbeiten konnte, verändern das Signal: Korrekturen am Signal gingen immer auf Kosten der Transparenz....

Vielen Dank
Paco

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Re: Lawo Plugins:Qualität

Beitragvon JP » 22.10.2011, 19:09

paco de colonia hat geschrieben:Mich interessiert vor allem, ob die Plugins nur annähernd so neutral und durchsichtig klingen, wie in der Fachpresse dargestellt.
Der aussagekräftigste Eindruck ist immer der eigene; http://www.audiowerk.eu/nc/demo/lawo.html

Auch alle vermeintlich neutrale Plugins, mit denen ich arbeiten konnte, verändern das Signal: Korrekturen am Signal gingen immer auf Kosten der Transparenz....

Tja, so ist das... ;) Wobei ein gekonnter EQ-Einsatz die Durchhörbarkeit auch deutlich steigern kann. Von anderen Bearbeitungen lasse ich meist die Finger, zumindest bei sensiblen Material.
Mit entsprechenden Hardwaregeräten hast du diese Erfahrungen nicht gemacht..?

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Beitragvon Tonzauber » 22.10.2011, 22:42

Generell gilt meiner Meinung nach: weniger ist oft mehr.
Und gerade die Möglichkeit, ein Plugin beliebig oft einsetzen zu können, verleitet zum Zuviel. Und dann klingt auch ein Lawo-EQ nicht mehr transparent...
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

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Lawo-Qualität

Beitragvon paco de colonia » 23.10.2011, 08:55

Die gleichen Erfahrungen hab ich natürlich auch mit meinem Hardware(Manley Massive-Passive)gemacht.
Diesen EQ nehme ich aber selten für Klassik, meist für Jazz- und Flamencoaufnahmen.

Seit 2 Jahren nutze ich das Mastering-Pack von Flux. Auf Einzelkanälen funktioniert dessen EQ gut, in der Summe hört man ihn durch.
Frequenzen absenken macht keine Probleme, im Mittel- oder Hochton dazufügen ist weniger toll.

Meine konkrete Klangvorstellung ist: ich möchte die Plugins für "chirurgische Eingriffe" zur Klangoptimierung einsetzen, sie sollen die Durchsichtigkeit des Klangbilds (auch im Summenkanal) kaum verändern.
Ich möchte reparieren und optimieren, nicht färben.

Die Demoversion werd ich mir herunterladen, aber
wer kann mir aus seiner Erfahrung sagen, ob es ggf. für EQ und Kompressor/Limiter bezahlbare Alternativen ITB gibt?

Danke im Voraus
Paco

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Re: Lawo-Qualität

Beitragvon JP » 23.10.2011, 11:26

paco de colonia hat geschrieben:Meine konkrete Klangvorstellung ist: ich möchte die Plugins für "chirurgische Eingriffe" zur Klangoptimierung einsetzen, sie sollen die Durchsichtigkeit des Klangbilds (auch im Summenkanal) kaum verändern.
Ich möchte reparieren und optimieren, nicht färben.


Ohne deinen Glauben an "HiEnd"-Technik untergraben zu wollen, das sollte mit JEDEM halbwegs anständigen digitalen EQ gehen. Evt. solltest du dir mal den Einsatz eine anständigen LP-Eqs überlegen...
Kompressoren haben mich bislang bei sensibleren akustischen Sachen nicht überzeugen können. Die wenigen dynamischen Eingriffe, die mal nötig sind, mache ich per Hand.

Und wenn es um "Optimieren" geht, ist sowieso alles erlaubt, was gefällt...

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Re: Lawo-Qualität

Beitragvon RainerG » 23.10.2011, 12:07

paco de colonia hat geschrieben:
Frequenzen absenken macht keine Probleme, im Mittel- oder Hochton dazufügen ist weniger toll.
------------------
Ich möchte reparieren und optimieren, nicht färben.

Paco



Hallo Paco,

Man muß zum Einen wissen: Jede Veränderung des Frequenzgangs "färbt". Folglich wird auch jeder EQ - und sei er noch so gut - eine Verfärbung erzeugen, wenn der Frequenzgang von der Linearstellung abweicht.

Zum Anderen muß man wissen: Anhebungen eines Frequenzbereiches sind leichter wahrnehmbar als Absenkungen. Aus diesem Grund meinst Du daß Dein Entzerrer beim Absenken weniger Probleme macht als beim Anheben.


MfG
RainerG
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Beitragvon JP » 23.10.2011, 12:43

Aber welcher Parameter "färbt" denn nun nicht bei einer Aufnahme?

Paco, mach mal den Test: wähle eine beliebige EQ-Einstellung bei einer dir am Besten nicht bekannten Aufnahme und höre dir die eine Weile an. Schalte dann auf Bypass; sehr oft wird das Phänomen dann das sein, daß dir die unbearbeitete Aufnahme "verfärbt" vorkommt.

Was aber Sinn macht, ist Raum-, Aufstellungs-, Instrumentenbedingte Resonanzen mit einem EQ abzusenken, um die "Durchsichtigkeit" der Aufnahme zu erhöhen.

Mach mal auch den Test und matche verschiedene EQs möglichst gut. Du wirst, wenn, nur recht kleine Unterschiede, die auch nicht unmittelbar was mit der Qualität zu tun haben, hören. Die Verfärbungen hängen also im Regelfall immer von demjenigen an den Reglern ab...

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Lawo Plugins:Qualität

Beitragvon paco de colonia » 23.10.2011, 18:36

Hallo Rainer,
hallo JP,

natürlich "färben" EQ´s im besten Sinne des Wortes.
Ich meinte "färben" im Gegensatz zu "korrigieren", also z.b. dem Filtern von raumakustischen Störungen oder z.b. dem Hochtonpeak eines Mikrofons, bei erst nach EQ-Einsatz die Linearstellung über den FQ erreicht wird.

Und natürlich färben auch Kompressoren, wobei mir eine gezielt eingesetzte Parallellkompression sogar im Klassikbereich mitunter gefallen hat.

Bei klassischer Musik verzichte ich bis auf die Parallellkompression, Störfrequenzabsenkung und in seltenen Fällen Limitereinsatz fast vollständig auf Bearbeitungen.

Ich werd mir einfach die Lawos als Demo herunterladen und dann eintscheiden.

Vielen Dank für Eure Threads
Paco


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