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Fostex FR-2 unbrauchbar?

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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Rebecca E.
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Fostex FR-2 unbrauchbar?

Beitragvon Rebecca E. » 05.08.2007, 22:37

Je länger man den Fostex FR-2 benutzt, desto öfters fallen mir Schwachstellen auf. Ok, alltagstauglich ist er, keine Frage. Aber wie verhält er sich in "Extremsituationen"?

Um anderen Toninteressierten die Grenzen des Fieldrecordings aufzuzeigen habe ich eine Locationaufnahme mit einem Fostex FR-2 und zwei Kondensatormikrofonen gemacht.

Auf dem linken Kanal befand sich ein Schoeps CMC 64 Ug mit Babyball GAG und einem Rycote Windjammer, und auf dem rechten Kanal ein Neumann KM 184 mit mitgelieferten Schaumstoffwindschutz. (Mikrofone parallel übereinander angeordnet, damit die Ereignisse quasigleichzeitig eintreffen. :oops: )

Bild

Wie zu erwarten wird man in den Aufnahmen die Windgeräusche einer leichten Brise hören.

Windbeeinflussungsvergleich

Allerdings scheinen beide Kanäle nicht wirklich unabhängig voneinander zu sein. Der rechte Kanal beeinflußt den linken Kanal mit.

Monoaufnahme des linken Kanals (normalisiert)

Wie sieht Ihr das, taugt der Fostex FR-2 etwas, oder hat er sich hier völlig disqualifiziert?
Schoeps, weil ich es mir wert bin.

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Beitragvon RainerK » 06.08.2007, 08:44

Hallo Rebecca,

weil ich den Fostex nicht kenne, habe ich zu den Aufnahmen noch die Frage: War da 'ne Automatik im Spiel ?
Wenn ja: Die wirken ja immer auf beide Kanäle gleichermaßen.
Wenn nein: Es kann aber auch sein daß im Auto-off-Modus so eine Automatik noch als Begrenzer wirkt und dann das Windgeblubber natürlich auch den anderen Kanal dicht macht.
Die Tauglichkeitsfrage stellt sich m.E. erst, wenn trotz Windjammer und/oder Low-Cut in beiden Kanälen, noch Mängel bleiben.

Es grüßt
Rainer
Der Ton macht die Musik

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Beitragvon Rebecca E. » 06.08.2007, 09:01

@RainerK.

RainerK hat geschrieben:weil ich den Fostex nicht kenne, habe ich zu den Aufnahmen noch die Frage: War da 'ne Automatik im Spiel ?


Es war keine Aufnahmeautomatik im Spiel. Das einzige was in dieser Aufnahme vom Fostex FR-2 aus wirkte war der Limiter.

RainerK hat geschrieben:Wenn ja: Die wirken ja immer auf beide Kanäle gleichermaßen.
Wenn nein: Es kann aber auch sein daß im Auto-off-Modus so eine Automatik noch als Begrenzer wirkt und dann das Windgeblubber natürlich auch den anderen Kanal dicht macht.


Darüber habe ich keine Kenntnisse. :oops:

RainerK hat geschrieben:Die Tauglichkeitsfrage stellt sich m.E. erst, wenn trotz Windjammer und/oder Low-Cut in beiden Kanälen noch Mängel bleiben.


Bislang sind die Aufnahmen mit Windjammer und Co. nicht zu beanstanden gewesen. Es könnte natürlich sein, das ich mit diesem "Elchtest" etwas provoziert habe, womit auch die Entwickler nicht gerechnet haben (Energielieferung durch die AA-Akkus?).
Schoeps, weil ich es mir wert bin.

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Beitragvon Tonzauber » 06.08.2007, 09:25

Rebecca E. hat geschrieben:
Es war keine Aufnahmeautomatik im Spiel. Das einzige was in dieser Aufnahme vom Fostex FR-2 aus wirkte war der Limiter.


Und da haben wir auch schon des Rätsels Lösung. Probier das Ganze noch einmal ohne Limiter.
Ein Limiter bei einem Stereogerät wirkt natürlich immer auf beide Kanäle, ansonsten ergäbe sich ja im "echten" Stereoeinsatz furchtbares, wenn da der linke Kanal anders reagieren würde als der rechte.
Und da man - wenn ich mich nicht irre - nur beide Kanäle gleichzeitig aufnehmen kann, d.h. es ein Stereo- und kein 2Kanal-Recorder ist, ist das auch so gewollt und in Ordnung.

Georg.
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Beitragvon stefan » 06.08.2007, 09:33

hi Rebecca,

ich würde ebenfalls auf den Limiter tippen: durch das Windgeräusch am KM184 ist der zugeschaltete Limiter aktiv geworden und hat auf beiden Kanälen die Gain reduziert. Eine andere Erklärung wüsste ich jetzt nicht. Wiederhole das Experiment mal und achte auf genügend Headroom, oder schalte den Limiter mal aus, dann sollte nur ein Kanal clippen.

Was das für die Praxis bedeutet, kann man sich ja denken, eher unschön ist das, aber wenn man das weiss, muss man trotzdem nicht sagen, das gerät sei für die Praxis unbrauchbar.

Trotzdem gibts so ein Setup (2 kanalige Aufnahme mit unterschiedlichen Mikros) durchaus in der Praxis. z.B. Ein Angel-Mikro auf Kanal 1 und ein Funk-Anstecker auf Kanal B. Für solche Fälle muss man halt sehr Aufpassen. Bei standard Stereo sehe ich Dein Problem nicht so sehr.

Gruss & schöne Woche
Stefan

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Rebecca der Nimmersatt!

Beitragvon Rebecca E. » 06.08.2007, 10:06

@Tonzauber; stefan.

Danke. :herz:

Jetzt habe ich die Erklärung dafür, warum ich sonnst diese Probleme nicht habe (ich achte peinlich darauf, das ich trotz eingeschaltetem Limiter nicht übersteuere). :oops:

:herz:

Aber dennoch liebäugele ich jetzt mit einem Sounddevices Recorder. :oops:

:oops:
Schoeps, weil ich es mir wert bin.

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Beitragvon stefan » 06.08.2007, 12:04

auch bei einem SoundDevices Recorder wirkt der Limiter des Mic-VV auf beide Kanäle. Mit einem externen Field-Mixer könnte man das umgehen, denke ich mal.

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Beitragvon Tonzauber » 06.08.2007, 12:08

wie wär's wenn Du den doofen Limiter einfach abschaltest?
Der Limiter beginnt ja nicht erst bei 0dB herunter zu regeln, sondern setzt schon einige dB vorher ein.
Ích würde eher etwas Headroom lassen als auf eine Blackbox zu vertrauen....
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Beitragvon pkautzsch » 06.08.2007, 12:55

Es wird in Limiter-Diskussionen immer schnell vorgeschlagen, den Limiter einfach auszuschalten, denn er versaue ja nur das Signal. Meist kommt dieser Vorschlag aus der Ecke der Leute, die sich vor allem mit Musikaufnahme und Beschallung befassen, und mit Fieldrecording eher wenig zu tun haben. (Das soll nicht wertend sein!)
Setzt man ihn jedoch so ein, wie er in Geräten wie dem FR-2 oder auch der Nagra gedacht ist - als Sicherheitsvorrichtung gegen Übersteuern bei unvorhergesehenen Pegelspitzen - dann wird er bei sorgfältigem Pegeln niemals arbeiten, also auch kein Signal versauen. Gerade bei unwiederholbaren Aufnahmen, die im Zusammenhang mit Kameras doch häufig sind, habe ich persönlich lieber einmal den rechten Kanal fälschlicherweise (wegen Pegelspitze aufm linken Kanal) runterlimitiert als daß die Aufnahme durch (am Ende noch digitale) Übersteuerung unbrauchbar wird. Heutzutage ist es doch wirklich kein Problem mehr, so ein Herunterregeln hinterher mittels Fader-Automation etwas auszugleichen.
Aufnehmen ohne Limiter setzt voraus, daß man vorher weiß, wann das Motorrad vorbeifährt, der Fahrer das Mikrofon sieht und darum nochmal extra Gas gibt ;)

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Beitragvon hafi69 » 07.08.2007, 14:40

Rrrrrrichtig! :-D

Und das ist auch genau der Grund, warum der Limiter bei zu Ende gedachten Geräten abschaltbar ist.... :idea:


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