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Stereo Paare

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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GerhardS
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Stereo Paare

Beitragvon GerhardS » 14.08.2007, 09:40

Moin,
Ich schreib jetzt mal ganz langsam, damit jeder mitkommt:-)

Was bringen eigentlich (ausser Umsatz für den Hersteller) gepaarte Mikrofone?

Besonders unter dem Gesichtspunkt, dass nur wenige (hochwertige und hochpreisige) Mikrofonvorverstärker in der Lage sind die Gain in beiden Kanälen reproduzierbar gleich einzustellen.

Dem Argument, dass die Hersteller im Premium Segment eine so enge Fertigungstoleranz haben, dass ausgesuchte Paare nicht notwendig sind, kann ich nur teilweise folgen da z.B Neumann die KM184 als Stereopaare anbietet. Schoeps schreibt dazu dann: ...Auch wenn die Fertigungstoleranzen gering sind, können Mikrofonkapseln gleichen Typs - gegen Aufpreis - auch gepaart geliefert werden...

Wo liegt nun der Vorteil?

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Rebecca E.
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Beitragvon Rebecca E. » 14.08.2007, 09:46

@GerhardS.

Also mein Stereopärchen Neumann KM 184 war erheblich billiger als zwei einzelne Mikrofone.

Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich sie mir gar nicht erst gekauft. (Sondern sofort auf Schoeps wegen dem modularen System zurückgegriffen ...)

:oops:

:wink:

Als ich meine MK4 und MK2 Kapseln bekommen habe, habe ich sie mit fortlaufender Nummer bekommen (ohne Aufpreis), was ich bemerkt habe, aber was mir völlig egal ist. :oops:

:wink:
Schoeps, weil ich es mir wert bin.

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Re: Stereo Paare

Beitragvon ebs » 14.08.2007, 12:17

GerhardS hat geschrieben: Was bringen eigentlich (ausser Umsatz für den Hersteller) gepaarte Mikrofone?
Wo liegt der Vorteil?


Die Antwort ist ganz banal, wie mir Entwickler der Fimen Neumann und Schoeps offen mitteilten. Der Druck der Vertriebe in USA und Japan auf die deutschen Firmen ist einfach zu groß, unbedingt den Kunden solche gepaarten Mikrofone mit aufeinanderfolgender Fabriknummer anzubieten.
Der Satz: Alle unsere Qualitätsmikrofone hatten und haben eine sehr geringe Toleranz hat nicht ausgereicht, weil eben Mikrofone beispielsweise von Shure, ElectroVoice oder Røde recht "lockere" Toleranzen haben.
Den Mikrofonkäufern wird auch suggeriert, dass sich Mikrofon-"Paare" leichter und viel teurer wieder verkaufen lassen.
Ein Tontechniker kann in USA bei seinen Kunden angeben und für sich werben, wenn er sagt, dass er zur Stereofonierung nur speziell gepaarte Mikrofone verwendet.

Darum müssen gezwungenermaßen unsere Mikrofonfirmen Mikrofonkapseln gleichen Typs - gegen Aufpreis - auch gepaart liefern, selbst wenn das nicht nötig ist.
Der Kunde zahlt anscheinend freudig mehr für diese "Leistung". Darin liegt eben der Vorteil für alle.
Zuletzt geändert von ebs am 14.08.2007, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Erdie » 14.08.2007, 14:12

Upps, genau sowas habe ich mir schon gedacht. Wahrscheinlich besteht die "Paarung" einzig und allein in der Auswahl von zwei Exemplaren mit fortlaufenden Nummer - nehme ich an :roll:

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Beitragvon ebs » 14.08.2007, 15:01

So ist es. Das Paaren von Mikrofonen besteht hier wirklich nur aus dem Finden von zwei aufeinander folgenden eingravierten Herstellungsnummern.
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Beitragvon Erdie » 14.08.2007, 15:23

Wenn alle Exemplare ohnehin "gematched" sind ist das wohl die einzig logische Vorgehensweise :wink:

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Beitragvon GerhardS » 14.08.2007, 18:38

Erdie hat geschrieben:Wenn alle Exemplare ohnehin "gematched" sind ... :wink:


Könnte man dann mit 'gematchten' Mikrofonen die Gain an z.B. einem Octamic auch gleich einstellen?

Ich habe immer noch nicht begriffen (liegt wahrscheinlich an mir) warum man überhaupt so enge Toleranzen zwischen den Mikros braucht. Kann ich dann am Octamic den Gain Einsteller genauso einstellen wie im Nachbarkanal?
Eher nicht.
So gute (teure) Potis werden da sicher nicht verbaut. Die mechanische Toleranz der Potis ist nach meiner Erfahrung (belegt durch viele Messungen) eher im Bereich +/- 3dB oder mehr anzusiedeln. Also nimmt man das beste Messgerät was man hat, seine Ohren, und stellt die Gain nach Gehör ein. Und wenn man das macht, braucht man keine ausgesuchten und gematchten Mikros.

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Beitragvon Erdie » 14.08.2007, 18:47

Was wird denn überhaupt gematched? Ist das nur der Pegel? Oder könnte man sich noch was anderes vorstellen?

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Beitragvon Tonzauber » 14.08.2007, 19:36

gematched werden können Empfindlichkeit, Phasengang, Grundrauschen.....

Wobei wie schon die Vorredner richtig gesagt haben: Brauchen tut man dieses Matching bei europäischen Qualitätsmikrofonen eher nicht.
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Beitragvon stefan » 15.08.2007, 00:41

hmm, das ist seltsam:
zweimal habe ich bislang bei Schoeps Mikrofone als Paar erworben - besser gesagt: ich habe ganz normal jeweils 2 Stück bestellt. Bei beiden Lieferungen lag - ungefragt - so eine Art Zertifikat einer Paarung, unterschrieben von einem Herrn (...ähm, müsste ich jetzt erst nachgucken, wie der heisst, falls das von Interesse ist... :-?) Die Kapselnummern und die der CMCs sind ganz schlicht aufeinanderfolgend. Einen Mehrpreis habe ich hierfür in beiden Fällen definitiv nicht gezahlt und die Ausstellung dieses Zertifikats stand auch nicht auf der Rechnung!

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Beitragvon RainerK » 15.08.2007, 08:34

Tja Stefan,

bei Schoeps weiß man, dass deren Produkte (fast) nur kommerziell genutzt werden. Deshalb soll der Kunde natürlich in der Lage sein, die Qualität seiner Werkzeuge (Produktion) gegenüber seinen Kunden nachzuweisen.

Es grüsst RainerK
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Beitragvon Musikmeister » 15.08.2007, 08:44

stefan hat geschrieben: hmm, das ist seltsam: zweimal habe ich bislang bei Schoeps Mikrofone als Paar erworben - besser gesagt: ich habe ganz normal jeweils 2 Stück bestellt. Bei beiden Lieferungen lag - ungefragt - so eine Art Zertifikat einer Paarung, unterschrieben ...


Das finde ich gar nicht seltsam, zeigt sie doch Selbstbewusstsein. Da diese Firma schon immer nur eng tolerierte Qualitätsmikrofone auslieferte, möchte man nicht an diesem besonders in USA und in Japan typischen Marketing-"Tanz" verdienen. Man kann eben so eine gewünschte Art von Paarungs-Zertifikat blind unterschreiben. Ein individueller Frequenzschrieb gehört bei Einzelmikrofonen sowieso immer dazu.
Bei Chinamikrofonen liegt dagegen immer der gleiche kopierte schöne Frequenzschrieb dabei, der von der Originalfirma einfach kopiert wurde. Papier ist geduldig.

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Beitragvon Rebecca E. » 15.08.2007, 09:03

Warum habe ich dann keine Zertifikate und Meßprotokolle bekommen? :surprise:

:suspect:
Schoeps, weil ich es mir wert bin.

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Beitragvon stefan » 15.08.2007, 09:41

@Rebecca:
wenn die Seriennummern aufeinanderfolgend sind oder nahe beieinander liegen, dann kann man sich den Zettel auch gleich selbst unterschreiben :lol: Vielleicht hab ich die Paarung nur deswegen ungefragt erhalten, weil ich die Mics über die Fa. Decibel hier in der CH geordert hatte.

...einen individuellen Frequenzschrieb zu den Schoeps Mikros habe ich aber auch nicht erhalten. Ebensowenig wie ein User-Manual. Nunja, da steht bestimmt nicht drin, wie man die Mikrofone aufstellt, um eine gute Aufnahme zu machen, aber eigentlich sollte der Kunde zumindest irgendwas schriftliches erhalten. Das ist meines Wissens eigentlich vorgeschrieben, da Schoeps Mikrofone CE zertifiziert sind. (z.B. sollten da dann Hinweise zur Betriebssicherheit, etc. drinstehen). Weiss jemand Näheres darüber, warum Schoeps keine User-Manuals mitliefert?

so what...
Als ich meine beiden MG UM70s zur Revision vor 2 Jahren ins Werk geschickt hatte, bekam ich sie mit ausführlichen Messprotokollen, gemessen bei allen 3 Richtcharakteristiken (+ bei jeweils 0°, 90°, 180°) zurück. Allerdings hatte ich um ein Messprotokoll gebeten und das war kein Problem.
Dass alle Datenblattfrequenzgänge geglättet sind und schöner aussehen, als die wirklichen Messungen, wusste ich aber auch schon vorher. :-)

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Beitragvon juppy » 15.08.2007, 10:08

ebs hat geschrieben:So ist es. Das Paaren von Mikrofonen besteht hier wirklich nur aus dem Finden von zwei aufeinander folgenden eingravierten Herstellungsnummern.


Das glaube ich nicht so ganz.

Ich habe einige gepaarte SCHOEPS-Kapseln:

MK4 - Seriennummern 61911 & 62589
MK4 - Seriennummern 69759 & 69793
MK2H - Seriennummer 87739 & 87758

Sowie ein Beyerdynamic MC930 Stereoset mit den Seriennummern 3985 & 3988. Zwar sind die Frequenzgänge der beiden Mikrofone nicht ganz deckungsgleich, doch habe ich auch die Schriebe von einem anderen MC930 Stereoset gesehen, die sich deutlicher von meinen unterscheiden.

Darüber hinaus habe ich den Frequenzgangsschrieb zu meiner alten und vom Hersteller überholten MK240-Kapsel für das M221(B)-Röhrenmikrofonsystem, wonach sich diese Kapsel deutlich vom Datenblatt des Herstellers unterscheidet: geringerer Abfall im Baß, deutlichere Anhebung im Bereich ab ca. 8 kHz und eine Übertragung bis 20 statt nur bis ca. 16 kHz ...

Es sei deshalb auf die Antwort verwiesen:

Tonzauber hat geschrieben:gematched werden können Empfindlichkeit, Phasengang, Grundrauschen ...


Die Unterschiede mögen bei manchem Hersteller eher akademischer Natur sein, und bei einer MS-Kombination aus einer "Acht" mit einer Kapsel einer beliebigen anderen Richtcharikteristik eh hinfällig. (Oder bietet irgendein Hersteller auch die "Paarung" von unterschiedlichen Kapseln an?)

Andererseits kostet die Paarung von zwei Kapseln bei SCHOEPS 30 €, die Kapseln selbst, abhängig vom Typ, ca. 1.000 bis 2.300 €. Dafür, daß ein Mitarbeiter der Firma in den Keller hinabsteigen muß, um dort zwei Kapseln, gleichgültig ob um wahllos oder mit aufeinander folgenden Seriennummern, aus der Grabbelkiste zu greifen, finde ich 1 ... 3 % Mehrpreis keine unzumutbare Extraausgabe ... :-)

Daß aufeinander folgende Seriennummern überhaut nicht bedeuten müssen, hatte ich bei einem "Pärchen" B.P.M. CR-4N erleben müssen: Obwohl aus gleicher Produktionsmarge, hatten beide Mikrofone einen Pegelunterschied von 6 dB - allerdings gehe ich hier davon aus, daß ein Produktionsfehler vorlag und möglicherweise bei der unempfindlicheren Kapsel zwei Isolationsringe eingesetzt wurden ...


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