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Fragen zum Multicore

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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UweL
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Fragen zum Multicore

Beitragvon UweL » 19.09.2007, 11:01

... ich habe vor, mir ein neues Multicore mit Peitsche und TROMMEL zuzulegen und dabei auch MEHR Returns einzuplanen.

Meine zwei Fragen:

1. Ist es im Betrieb unkritisch, wenn ein Teil des Kabels aufgerollt bleibt?

2. Bislang führe ich 4x verschiedene Power-Stereo-Kopfhörer-Mischungen über SEPARATES Kabel zurück in den Aufnahmeraum. Einfacher wäre es, diese auch über das Multicore zu schicken (Momentan nutze ich die Returns nur, um meine aktive Kommando-LS-Box im Aufnahmeraum mit einem Mic-Signal zu versorgen) - wird das wohl Probleme machen?

Gruß

Uwe

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Beitragvon GerhardS » 19.09.2007, 12:48

Einspruch: :nixda: :nixda: :nixda:
Die Erhitzung einer Netzkabeltrommel kommt rein durch den ohmschen Widerstand bedingt durch zu kleine Leiterquerschnitte bei hohen Strömen zustande. Das L bei 50 Hz ist vernachlässigbar.
Ich betreibe meine Multicore sehr oft nur teilweise abgetrommelt ohne Probleme.
Ich nutze einen Return sogar für ein Videosignal (1V FBAS) ohne Übersprechen in die Mikrofonsignale.

Zu 2. Ich gehe mal davon aus, dass Uwe im Aufnahmeraum mehrere Kopfhörerverstärker betreibt und daher über das Multicore keine hohen Ströme fliessen.

LG
Gerhard
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Gerhard

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Beitragvon philoTon » 19.09.2007, 13:15

GerhardS hat geschrieben:Ich nutze einen Return sogar für ein Videosignal (1V FBAS) ohne Übersprechen in die Mikrofonsignale.

Hallo GerhardS!
Das ist interessant, mit dem Video-Signal. Kannst Du kurz beschreiben, wie der Video-Signalweg aussieht (ich nehme an, Du benutzt das Videosignal quasi als optische Verbindung in den Abhörraum, oder?!)? Ich würde mich für eine solche Verwendung auch sehr interessieren, bin aber noch nie drauf gekommen, einen Returnweg am Multicore dafür zu verwenden...

Danke im Voraus und viele Grüsse
philoTon

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Beitragvon GerhardS » 19.09.2007, 15:07

Hallo GerhardS!
Das ist interessant, mit dem Video-Signal. Kannst Du kurz beschreiben, wie der Video-Signalweg aussieht (ich nehme an, Du benutzt das Videosignal quasi als optische Verbindung in den Abhörraum, oder?!)? Ich würde mich für eine solche Verwendung auch sehr interessieren, bin aber noch nie drauf gekommen, einen Returnweg am Multicore dafür zu verwenden...
Danke im Voraus und viele Grüsse
philoTon


Ich benutze da einen alten Camcorder. Der stellt an einer Cinch Buchse ein Videosignal zur Verfügung. Bei Pearl gibt es da unter der Bestellnr. PE2340 so ein kleines Klemmstativ. Damit wird dann die Kamera an einem geeigneten Punkt (z.B. Mikrofonstativ) befestigt. Das Videosignal geht dann über Adapter/Kabel auf das Multicore. die andere Seite auf einen kleinen Videomonitor. Das Ganze ist für Livemitschnitte ideal da es nicht immer eine Sichtverbindung gibt. Bei mir habe ich damit genauso den Aufnahmeraum in Blick (anderes Stockwerk). Über die zweite Ader der gleichen Returnleitung schicke ich dann noch das (auf Linelevel verstärkte) Signal des Talkback Mikros auf eine Aktiv Box im Aufnahmeraum.
Probleme durch Übersprechen habe ich bis heute noch nicht gehabt. Auch nicht Talkback->Video oder Video->Talkback.
LG
Gerhard
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Beitragvon UweL » 19.09.2007, 15:52

"Ich ging eher davon aus, dass sich das Multicore zwischen Kopfhörerverstärker und Kopfhörer befinden soll, sonst hätte er vermutlich nicht gefragt. Natürlich ist es besser, den Kopfhörerverstärker in den Aufnahmeraum zu stellen und ihn linepegelig über das Multicore zu versorgen, dann gibt es sowieso keine Probleme."


... das war in der Tat mein Ansatz, bisher mache ich das so, weil ich gerne selber an den Knöpfen drehe. Mir war und ist klar, dass der elektrisch unbedenklichere Weg ist, erst im Aufnahmeraum zu verstärken.

Bedenken habe ich eigentlich nicht wegen des geringen Leitungsquerschnitts sondern eher wegen Übersprechung. Wie gesagt, momentan ist es ein Gedankenspiel. Bevor es ernst wird, werde ich einen Versuchsaufbau machen. Es wäre trotzdem interessant, im Vorfeld ein paar Statements zu bekommen, man muss das Rad ja nun nicht jedesmal neu erfinden.

Also: Weitere Erfahrungswerte dazu?

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Beitragvon RainerG » 19.09.2007, 15:52

Hallo Kollegen,


zu dem ganzen Thema "Video":
@ GerhardS: Wie gut ist denn die Übertragungsqualität des Videosignals? Denn das kommt ja unsymmetrisch aus der Kamera raus.

Es gibt beim Conrad ein Umsetzer-Paar (kostet ca. 150 €) wo man vom unsymmetrischen Koax-Kabel von der Kamera hinein geht und dann setzt der Sender das Signal in ein symmetrisches um. Der Empfänger macht das Umgekehrte.
Dazwischen kann man weitestgehend unkritische Kabel verwenden bis hin zu verdrilltem Klingeldraht ohne daß die Qualtitä darunter merkbar leidet.
Für das fern-sehen vom Aufnahmeraum in den Regieraum/bzw. Ü-Wagen reicht die Qualtität auf jeden Fall aus.
Ich habe es ausprobiert - und nutze es inzwischen - mit einem normalen 4-Draht ISDN-Kabel, wobei ich das eine Adernpaar für das Videosignal verwende und das andere Andernpaar für die Stromversorgung der Kamera (Canon XM 2) - klappt bis 100 Meter einwandfrei. Bei größeren Leitunglängen muß man am Empfänger einen DIP-Schalter umschalten damit die Verluste des Videosignals kompensiert werden.


Ich habe mir jetzt eine Kommando-Einrichtung gebaut, wo ich vom Aufnahmewagen aus in den Aufnahmeraum sprechen kann oder auch das aufgenommene Signal einspielen kann. Sowohl das Videosignal als auch 2 Audiokanäle als auch das Steuersignal für Rot-Grünlicht und noch ein Summer werden über das 4-adrige ISDN-Kabel geführt.
Der Trick dabei ist, daß ich 2 verschachtelte Phantomkreise bilde:
2 beiderseits trafosymmetrische Audiokreise über deren Mittelanzapfungen das - ebenfalls trafosymmetrische - Videosignal läuft und über die beiden Videoübertrager (habe ich mir von Pikatron fertigen lassen) läuft nochmals über den Mittelanzapf das Steuersignal für Rot-Grünlicht und Summer.


Grüße
Rainer

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Beitragvon GerhardS » 19.09.2007, 17:36

RainerG hat geschrieben:@ GerhardS: Wie gut ist denn die Übertragungsqualität des Videosignals? Denn das kommt ja unsymmetrisch aus der Kamera raus.


Mir reicht die Qualität voll und ganz aus. Ich brauche kein sendefähiges Videosignal. Mein LCD Monitor ist mit 7'' Bildschirmdiagonale relativ klein. Dadurch ist z.B Rauschen im Bild kaum zu sehen. Mir würde sogar Schwarz/Weiss vollkommen ausreichen. Ich will nur sehen, was im Orchester passiert.
Und da gibt es bei der Sicherheitstechnik kleine Kombinationen aus Kamera und Monitor für relativ kleines Geld. (Kürzlich für unter 60€ im Kaufhaus gesehen)
Als 'Rotlicht' verwende ich übrigens den Body eines billigen KM Mikrofons, das dann an Stelle einer Membran eine rote und eine grüne LED trägt. Das wird dann über die GPI Ausgänge meines Tascam Pultes über eine weitere Return Leitung des Multicore angesteuert.
KISS - keep it simple and stupid - es funktioniert.
Sicherlich ist Rainers Lösung komfortabel und technisch sicher State of the Art, bei mir entstehen solche Dinge oft aus dem 'Mal-ausprobieren-obs-geht' heraus und haben dann über Jahre Bestand.
LG
Gerhard
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Beitragvon RainerK » 20.09.2007, 08:13

Bei Video über sym. Audiokabel braucht man für Kontrollzwecke gar keinen Aufwand treiben. Denn einzeln geschirmte Paare im Multicore kann man auch koaxial betreiben: Schirm als Außenleiter und eine oder beide Tonadern zusammen als Innenleiter. Bei Bedarf kann die 2. Tonader auch für Talkback benutzt werden. Je nach Pegel und Länge der Verbindung gibts dann mehr oder weniger vom Talback-Ton Streifen im Bild und/oder 50Hz-Knarren im Talback-Ton vom Video-Sync.

Es grüsst RainerK
Der Ton macht die Musik

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Beitragvon pkautzsch » 20.09.2007, 14:31

Mal ein Gedankengang:
Erdfreies Talkback (über Pin 2 und 3 am XLR-Stecker)
Pin 1 (Masse bzw. Schirm) als Außenleiter für Koax-Video
Pin 2 und 3 als Innenleiter für Video, welches nach dem Prinzip der Phantomspeisung auf beide Leiter verteilt wird.
Damit sollte doch dann das Talkback unempfindlich gegen die 50 Hz vom Videosignal sein. Oder denke ich da falsch?

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Beitragvon RainerG » 20.09.2007, 17:51

@pkautzsch:


Erdfreies Talkback (über Pin 2 und 3 am XLR-Stecker)
Pin 1 (Masse bzw. Schirm) als Außenleiter für Koax-Video
Pin 2 und 3 als Innenleiter für Video, welches nach dem Prinzip der Phantomspeisung auf beide Leiter verteilt wird.
Damit sollte doch dann das Talkback unempfindlich gegen die 50 Hz vom Videosignal sein. Oder denke ich da falsch?



Prinzipiell geht das. Aber....

Was dabei außerordentlich wichtig ist, daß die für die talkback-Audioübertragung verwendeten Übertrager extrem hohe Unsymmetriedämpfung haben und geringe Streuinduktivität, anderenfalls wird das Videosignal - das ja eine Bandbreite bis zu 5 MHz hat - zu stark gedämpft.
Weiterhin muß gewährleistet sein, daß der Wellenwiderstand des Audiokabels in der von Dir angegebenen Konfiguration der Beschaltung dem Videoausgang der Kamera angepaßt ist, sonst hast Du bei großen Leitungslängen Reflexionen und damit Geisterbilder.

Die in meinem vorigen Posting genannten Audioübertrager erfüllen diese Anforderung.
Was allerdings Probleme bereiten wird, sind die Bild-Sync-Impulse des Videosignals: Die hämmern kapazitiv durch den Übertrager auf das Audiosignal ein. Der Trafo muß also zumindest eine Schirmwicklung zwischen Primär und Sekundärkreis tragen.


MfG
Rainer


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