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ORTF billig

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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hafi69
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Beitragvon hafi69 » 26.11.2010, 17:34

Mhmm, schöne Erörterung die ich da angestoßen habe... :wink:

Um mal kurz wieder zum Ausgangspunkt zu kommen:
"ORTF billig"
Das ist interessant, weil ORTF eben möglichst zwei KM-Nieren verwendet, und weil ORTF ein relativ einfaches Verfahren ist, das ohne besonders viel Ballast sehr gute Resultate liefern kann.
Hier tummeln sich also auch weniger erfahrene User mit teilweise weniger hochpreisigen (=linearen?) Mikrofonen, wie z.B. NT5, Octava oder C391.
Genau hier ließe sich (wieder) lange Diskutieren, welches Mikrofon bei welcher Anwendung "besser" klingt - Raumbedingt/Aufstellungbedingt/Geschmacksbedingt - ohne jemals zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen.
Mit kleinen EQ-Eingriffen ließen sich viele "Unpässlichkeiten" korrigieren - wenn da nicht oft das "Dogma" der "unverfälschten" Klangaufzeichnung (welches allergrößter Unsinn ist, selbst wenn man man MKH/MK oder KM-Kapseln arbeitet) im Weg stehen würde - und sei es nur aus Angst oder Unerfahrenheit des Verantwortlichen.
Die Antwort heißt aber: Es macht keinen maßgeblich qualitativen Unterschied welches einigermaßen ordentliche KM-Mikrofon benutzt wird wenn die Aufstellung bzw. das ganze Konzept passt (es geht oft eben nicht ohne Stützen).
Es sind sehr oft große verpasste Chancen NICHT zu entzerren, und wer wie wir den technischen Hintergrund kennt und ein bisschen seinem eigenen Geschmack vertraut wird diese selbstverständlich sehr sorgfältig nutzen.

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alex
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Beitragvon alex » 26.11.2010, 17:41

hafi69 hat geschrieben:... mit teilweise weniger hochpreisigen (=linearen?) Mikrofonen, wie z.B. NT5, Octava oder C391.

Ich habe hier Frequenzgänge und Polardiagramme von diversen KM-Mikros zum Budgetpreis. Ginge man nur von diesen Kurven aus, bräuchte sich beispielsweise das NT5 nicht einmal neben einem Schoeps MK4 oder Neumann KM140 zu verstecken.
Und doch ist mal für eine Anwendung diese Wahl vorteilhafter, und für eine andere Anwendung jene. (Gäbe es das ideale Mikrofon für jeden Anwendungsfall, wozu sollten Tonmeister noch die Qual der Wahl ertragen wollen?)

hafi69 hat geschrieben:Es macht keinen maßgeblich qualitativen Unterschied welches einigermaßen ordentliche KM-Mikrofon benutzt wird wenn die Aufstellung bzw. das ganze Konzept passt (es geht oft eben nicht ohne Stützen).
Es sind sehr oft große verpasste Chancen NICHT zu entzerren, und wer wie wir den technischen Hintergrund kennt und ein bisschen seinem eigenen Geschmack vertraut wird diese selbstverständlich sehr sorgfältig nutzen.

:huepf:
Oder allgemeiner formuliert, mit den Worten des geschätzten Kollegen Peter Burkowitz:
Solange ein kundiger Tonmeister seinen Klangvorstellungen, seinem Wissen und seinem Können folgen darf, wird ohnehin das unter den obwaltenden Umständen Bestmögliche herauskommen.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

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Beitragvon max » 28.11.2010, 18:08

alex hat geschrieben:Als Gesangssolistenstütze ist das S502 eventuell unter bestimmten Umständen aber trotzdem verwendbar
Hallo Alex,
für Solistenstütze habe ich bereits zwei "Oktava-012" erworben, die für so was sehr gut passen. Das Mikrofon rauscht zwar etwas mehr, als meine ersten, Rode NT5, aber der Klang gefällt mir durchaus gut. Dazu gibt es für "Oktava" auch 8-Adapter: trotz verständliche Kritik paßt diese Einrichtung für MS: so habe ich vor einer Woche auch gemacht: Solistenstütze als MS mit M als Hyperniere. Es gibt auch der Winkel-Adapter, der muß ich einmal wohl auch nachkaufen...

Also, für S502 habe ich im Moment nur eine Verwendung: Reserve und wenig verantwortlichen Aufnahmen. Auch heute habe ich für meinen im Grunde nicht besonders qualitativen Chor doch das "Oktava"-Pärchen genommen und nicht das S502...

Viele Grüße,
Max.

P.S. wenn ich mal am späten Abend zurück nach Hause komme, freue ich mich immer, daß ich in meiner Tasche die Mikrofone "nur" für 3000 Euro habe und nicht für 30 000 :-) Alles hat seinen Preis. Dort wo man mit Schoeps nur mit äußersten Vorsicht umgeht, darf man schon mit Rode oder Oktava etwas entspannter leben. :-)

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Beitragvon pkautzsch » 24.01.2011, 14:40

Gerade bei gearslutz gefunden: Ein Klangvergleich eines relativ nah aufgenommenen Klaviers mit dem (wohl wieder erhältlichen) Superlux, einem DPA-Pärchen und Oktava 012 jeweils in ORTF-Anordnung. Wenn ich das zugehörige Bild recht erkenne, wurde mit einem "Mic Thing" hinter der Anordnung versucht, den Raumeinfluß zu vermindern.

http://www.gearslutz.com/board/6252282-post18.html

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alex
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Beitragvon alex » 24.01.2011, 18:41

Tja ... gar nicht so einfach, ausschließlich auf mikrofonbedingte Klangunterschiede zu hören, wenn jemand seinen Beethoven nicht nur stockend, unrhythmisch und quasi ohne Dynamik spielt, sondern es obendrein fertig bringt, mit rechter und linker Hand ständig auseinander zu sein. Respekt! Erroll Garner wäre bestimmt grün vor Neid geworden ... :winky:

Mal im Ernst: Mit diesem Klavierklang, diesem Gestochere und dieser Mikofonaufstellung fällt es mir doch reichlich schwer, die drei Mikrofontypen nach Vorliebe zu ordnen.

Zu Studentenzeiten habe ich mal bei einem Hochschul-Klavierabend auf einem Steinway D ein Pärchen Brüll & Klirr 4003 (damals brandneu auf dem Markt) spaßeshalber gegen zwei von mir ausgesuchte äußerst preiswerte Elektret-Druckkapseln in identischer AB-Aufstellung antreten lassen.

Nach einer geringfügigen Entzerrung in beiden Kanalzügen konnte niemand von den Studenten oder Dozenten mehr bestimmen, welche Kapsel gerade spielte oder welchem Klangcharakter sie den Vorzug geben würden. Ich am Ende übrigens auch nicht, obwohl ich als Einziger wusste, welches Mikro gerade zu hören war ...

pkautzsch hat geschrieben:Wenn ich das zugehörige Bild recht erkenne, wurde mit einem "Mic Thing" hinter der Anordnung versucht, den Raumeinfluss zu vermindern.

Sieht ganz danach aus - passt auch auffällig zum Rest des Gesamtkunstwerks und gibt mir einen zusätzlichen Eindruck von der Verlässlichkeit und Aussagekraft des Testes.

Grüße, alex
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Beitragvon pkautzsch » 25.01.2011, 19:16

Auffällig und für Gearslutz ungewöhnlich ist die weitgehende Übereinstimmung des bevorzugten Klangs - die Auflösung wird zu überraschten Reaktionen führen, auch wenn sie eigentlich anhand anderer ähnlicher Klangvergleiche zu erwarten ist.
didier.brest hat mir eine PN mit der Auflösung zukommen lassen, ich will nichts verraten; nur soviel: meine dort geschilderten Eindrücke lassen schon auf die verwendeten Mikrofone schließen.
Seht es doch mal positiv: Wie war das doch mit "Unterschiede hören" gegenüber "Musik hören"? Hier ist es nicht schwer, sich auf die Unterschiede zu konzentrieren...! ;)


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