Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

Mikrofon ohne Membran

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

Moderator: Moderation

Benutzeravatar
d_fux
Senior Member
Beiträge: 840
Registriert: 26.08.2007, 21:50
Ort: Göttingen

Mikrofon ohne Membran

Beitragvon d_fux » 30.01.2011, 23:11


Benutzeravatar
alex
Senior Member
Beiträge: 1218
Registriert: 06.07.2010, 23:53
Ort: Krefeld

Re: Mikrofon ohne Membran

Beitragvon alex » 31.01.2011, 11:48

Bei dieser Neuentwicklung würde mich besonders interessieren, wie es mit dem Geräuschspannungsabstand bestellt ist.

Nach neuerer Darstellung von Stephan Peus (AES München 2009) sind bisher sämtliche Bestrebungen in Richtung membranloser Mikrofone an einem entscheidenden Kriterium gescheitert: zu niedrige Empfindlichkeit und damit zu hohes Eigenrauschen.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

Benutzeravatar
Arno
Senior Member
Beiträge: 776
Registriert: 08.08.2009, 14:55
Ort: Bochum
Ort: Bochum

Beitragvon Arno » 31.01.2011, 18:50

Seh ich kritisch, aber ist auf gar keinen Fall uninteressant.
Was ist mit dem Licht im Raum?

Arno

Benutzeravatar
low-fi
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: 29.10.2009, 07:02
Ort: Düsseldorf

Beitragvon low-fi » 31.01.2011, 23:06

Na ja, gegen Körperschall ist es vielleicht unempfindlicher, aber andere Störgeräusche nimmt es ja trotzdem auf. Eine gute Aufnahme hängt aber doch im wesentlichen von anderen Faktoren ab, als von plötzlich vorbei fahrenden U-Bahnen, Trittgeräuschen, oder aufkommenden Windböen. Mich würde interessieren was für eine Richtcharakteristik das Laser-Mikro hat und welchen Frequenzbereich er damit aufnehmen kann. Ein echter Fortschritt wäre doch eher, wenn die Schallereignisse besser abgebildet werden könnten als mit einer konventionellen Membran.

VG

Benutzeravatar
janosch
Senior Member
Beiträge: 271
Registriert: 12.11.2007, 08:16
Ort: Brandenburg

Schall und Licht

Beitragvon janosch » 31.01.2011, 23:11

Arno hat geschrieben:Was ist mit dem Licht im Raum?

(Konstantes) Licht hat keine Auswirkung auf die Ausbreitung von Schallwellen. Natürlich nur, solange durch die Lichtquellen keine Temperaturänderung hervorgerufen wird. Wie weise die EU-Politiker doch waren, als sie das schrittweise Verbot von Glühlampen zu Gunsten der Energiesparlampen (ESL) aussprachen. :wink:

Die Forschung steht wohl ganz am Anfang, wenn man dem verlinkten Zeitungsbeitrag glauben darf. Da ist sicher noch eine Menge Potenzial bezüglich der Effektivität.

Gruß Jan
Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken. (Karl Kraus, 1874–1936)

ThomasM
Neu hier
Beiträge: 10
Registriert: 08.10.2009, 18:52
Ort: Bozen

Beitragvon ThomasM » 01.02.2011, 22:45

Also, so recht glaube ich nicht an das Funktionsprinzip!

Ich glaube mehr an irgendeinen Messfehler oder ein anderes Messverfahren und zwar ist mein Gedankengang folgender:
Zitat der Presseaussendung: „Der Laserstrahl wird in den Raum zwischen den Spiegeln gelenkt und dort hin- und herreflektiert. Der lokale Über- bzw. Unterdruck in den Schallwellen verzögert bzw. beschleunigt das Licht und verändert dadurch dessen Wellenlänge – der Lichtstrom wird also durch den Schall moduliert. Diese – geringfügige – Änderung des Lichtsignals wird schließlich aufgenommen und abgespeichert.“

Wenn man bedenkt, dass Licht in unserer Luft circa 0,28 Promille längsamer ist, als im luftleeren Raum, das sind circa 80 km/sek, dass der Schalldruck 1 Tausendstel bis 1 Milliardstel des Atmosphärendrucks ausmacht und die Entfernung der Spiegel bei einer oberen Grenzfrequenz von 16 kHz bei 1 cm liegen müsste, so kommt man auf eine Messzeit von 33,4 pikosek (1 cm) und müsste dabei eine Messgenauigkeit der Wellenlängenänderung von 1 zu 5 Millionen (Schalldruckunterschiede) haben. Die Nullen hinter dem Komma eines Messergebnisses und dessen Differenz zum vorhergehenden muss man erst mal zählen!

Messgerätetechnik war ein Steckenpferd von mir, deshalb glaube ich nicht an diesen Weg der Messung.
Eine Auslenkung der Spiegel durch die Schallwellen und die damit verbundene Verlängerung/Verkürzung des Messweges ist aus dieser Sicht auch relativ unwahrscheinlich. Ich will damit aber nicht unterstellen, dass das vorgestellte volloptische Mikrofon ein Fake ist.
Ich denke aber, dass das volloptische Mikrofon - so - nicht funktioniert.

Grüße,
Thomas M

Benutzeravatar
ebs
Ehrenmitglied
Beiträge: 1251
Registriert: 19.06.2007, 21:49
Ort: Berlin
Kontaktdaten:

Balthasar Fischer erfindet Laser-Mikrophon

Beitragvon ebs » 02.02.2011, 00:14

Balthasar Fischer erfindet Laser-Mikrofon (07.12.2010).

Ein Mikrofon, das mit Licht funktioniert: Eine revolutionäre Erfindung an der Technischen Universität Wien ermöglicht eine völlig neue Art der Tonaufnahme. Balthasar Fischer erhält dafür den Dr. Ernst Fehrer-Preis.

TUalumni.at - TU-Forscher erfindet Laser-Mikrofon:
http://www.tualumni.at/SiteNews/show/de/362#post

Science-ORF.at - Laser-Mikrofon mit weniger Störgeräuschen:
http://science.orf.at/stories/1669944/

Theorie des Laser-Mikrofons: Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist eine unveränderliche Konstante (c = 299 792 458 m/s) – und nichts auf der Welt kann schneller werden als das Licht. Wenn sich das Licht allerdings nicht durch leeren Raum sondern durch ein Medium wie Luft, Wasser oder Glas bewegt, dann ist seine Ausbreitungsgeschwindigkeit geringer. Weil die Wellenlänge λ direkt mit der Lichtgeschwindigkeit c zusammenhängt, nimmt auch die Wellenlänge des Lichtes dabei etwas ab. λ ~ c.
In der Luft ist dieser Effekt sehr klein, aber dennoch messbar. Je dichter die Luft ist (Dichte der Luft ρ), umso mehr wird Licht in ihr abgebremst. Luftdichte ρo ist nicht das Gleiche wie Luftdruck po, aber ρo ~ po. Durch eine Messung der Wellenlänge (die gleichzeitig auch eine Messung der Licht-Ausbreitungsgeschwindigkeit ist) kann also die Dichte der Luft festgestellt werden. Nachdem Schall nichts anderes ist als eine Abfolge von Luftdruck-Änderungen (Schallwechseldruck p), kann man auf diese Weise Schallwellen direkt mit Licht aufzeichnen.

Viele Grüße ebs

PS: "Die Wellenlänge des Lichts ist vom Luftdruck abhängig" - Erstaunlich!
Jedenfalls ist die Schallgeschwindigkeit nicht vom Luftdruck abhängig, weil der Luftdruck und die Dichte der Luft bei gleicher Temperatur zueinander proportional sind. po / ρo = const.
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

ThomasM
Neu hier
Beiträge: 10
Registriert: 08.10.2009, 18:52
Ort: Bozen

Beitragvon ThomasM » 02.02.2011, 07:39

Ich hoffe, dass es ein Druckgradientenmikrofon ist, ansonsten ist es stark vom Wetter und von der Aufnahmehöhe abhängig.

Gruß,
Thomas M

Benutzeravatar
d_fux
Senior Member
Beiträge: 840
Registriert: 26.08.2007, 21:50
Ort: Göttingen

Beitragvon d_fux » 02.02.2011, 07:45

ThomasM hat geschrieben:Ich hoffe, dass es ein Druckgradientenmikrofon ist, ansonsten ist es stark vom Wetter und von der Aufnahmehöhe abhängig.

"Normale" Druckempfänger haben auch eine kl. Ausgleichsöffnung und reagieren nicht auf absolute Werte, sondern auf Druckänderung. Wieso sollte das hier anders sein?

Aber ob man das Ding mit Laserpointern stören kann?
:roll:

D.

Benutzeravatar
ebs
Ehrenmitglied
Beiträge: 1251
Registriert: 19.06.2007, 21:49
Ort: Berlin
Kontaktdaten:

Optisches Mikrofon ohne Membran

Beitragvon ebs » 02.02.2011, 10:19

Etwas mehr technischen Einblick als die Pressemitteilung bietet die Patentschrift zum optischen Mikrofon ohne Membran.

"Optisches Mikrofon ohne Membran" - Patent: DE102006013345B4 09.04.2009
Fischer, Lukas Balthasar, Wien, AT:
http://www.patent-de.com/20090409/DE102006013345B4.html

Hier wird ein Mikrofon vorgestellt, das die Schallwellen direkt in optische und danach in elektrische Signale umwandelt,
ohne dass dazu eine Membran notwendig ist.

Ein Laser-Etalon ist das Herzstück des neuen Mikrofons - Fabry-Pérot-Interferometer (Etalon) - Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fabry-P%C3%A9rot-Interferometer

Viele Grüße ebs

PS: Wie Google zeigt, wird schon länger an mehreren Stellen an Mikrofonen ohne Membran gearbeitet:
http://www.google.com/search?hl=de&q=Optisches+Mikrofon+ohne+Membran&filter=0

Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Lasermikrofon

Beispiel: http://www.hdm-stuttgart.de/~curdt/Optische_Mikros.pdf
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik

http://www.sengpielaudio.com

Benutzeravatar
alex
Senior Member
Beiträge: 1218
Registriert: 06.07.2010, 23:53
Ort: Krefeld

Re: Optisches Mikrofon ohne Membran

Beitragvon alex » 02.02.2011, 17:40

ebs hat geschrieben:"Optisches Mikrofon ohne Membran" - Patent: DE102006013345B4 09.04.2009
Fischer, Lukas Balthasar, Wien, AT:
http://www.patent-de.com/20090409/DE102006013345B4.html

Das Originaldokument einschließlich Zeichnungen lässt sich gratis von der Patentschriften-Suchseitedes DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) als pdf herunterladen. Und so geht's:

Unter "Veröffentlichungsnummer" die Patentnummer angeben. Auf der angezeigten Trefferliste das pdf-Symbol in der Spalte "Originaldokument" anklicken. Nach der Anzeige der ersten Seite des gesuchten Patents wählt man am besten 300dpi Auflösung, dann "Volldokument laden". Noch verifikationshalber ein paar Buchstaben eintippen, und dann wird die Patentschrift angezeigt.

Nachtrag:
Noch einfacher geht's mit diesemLink.

Trotz ihrer etwas umständlichen Suchfunktion bietet die DPMA Webseite einen klaren Vorteil: Man findet hier fast jedes Patent aus fast jedem Land. Mich hat sie jedenfalls noch nie enttäuscht.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."

Benutzeravatar
ebs
Ehrenmitglied
Beiträge: 1251
Registriert: 19.06.2007, 21:49
Ort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Optisches Mikrofon ohne Membran

Beitragvon ebs » 02.02.2011, 19:08

ebs hat geschrieben: "Optisches Mikrofon ohne Membran" - Patent: DE102006013345B4 09.04.2009
Fischer, Lukas Balthasar, Wien, AT:
http://www.patent-de.com/20090409/DE102006013345B4.html

alex hat geschrieben: Das Originaldokument einschließlich Zeichnungen lässt sich gratis von der Patentschriften-Suchseitedes DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) als pdf herunterladen...

Noch einfacher geht's mit diesem Link: http://www.patent-de.com/pdf/DE102006013345B4.pdf

Wie man einfach an Patentschriften kommen kann, habe ich immer schon gern gewusst.
Danke Alex, für deinen nützlichen Hinweis, der sicher auch andere Forenmitglieder interessieren wird.

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik

http://www.sengpielaudio.com

ThomasM
Neu hier
Beiträge: 10
Registriert: 08.10.2009, 18:52
Ort: Bozen

Beitragvon ThomasM » 03.02.2011, 11:21

Endlich genaueres zu diesem interessanten Mikrofon!

Während im Artikel von Wellenlängenänderung die Rede ist, wird in der Patentschrift ganz klar von Absorption gesprochen. Was das Ganze durchaus plausibel macht.
Ist die Wellenlängenänderung noch stark vom Wetter abhängig (wegen der Neujustierung bei Luftdruckänderungen), so ist es die Absorption mit anschliessender Differenzverstärkung keineswegs. Auch ein Stören mit einem Laserpointer dürfte mit entsprechenden Filtern vor dem Differenzverstärker weiters kein großes Problem darstellen, es sei denn, man stört mit einem UV-Laser (was auch ein Problem für die Augen wäre).

Im Lichte der Patentschrift eine interessante Erfindung!

Liebe Grüße,
Thomas M

Benutzeravatar
GerhardS
Site Admin
Beiträge: 1124
Registriert: 20.06.2007, 19:36
Ort: Nähe Frankfurt/Main

Beitragvon GerhardS » 03.02.2011, 13:05

Ich war ein paar Tage unterwegs und kann daher erst jetzt meinen Senf dazu geben:

Dieses 'membranlose' Mikrofon habe ich im Umfeld von sagen wir mal Sicherheitsdiensten schon vor mehr als 10 Jahren in einer realen Demo erlebt, wo man auf eine Entfernung von etwa 200 Metern über einen Laser die Schwingungen einer Fensterscheibe 'abgetastet' (Hilfmembran?) hat und die Gespräche im Raum dahinter problemlos in erstaunlich guter Qualität verfolgen konnte.
LG
Gerhard

Bild

Benutzeravatar
d_fux
Senior Member
Beiträge: 840
Registriert: 26.08.2007, 21:50
Ort: Göttingen

Beitragvon d_fux » 03.02.2011, 13:19

GerhardS hat geschrieben:Dieses 'membranlose' Mikrofon habe ich im Umfeld von sagen wir mal Sicherheitsdiensten schon vor mehr als 10 Jahren in einer realen Demo erlebt, wo man auf eine Entfernung von etwa 200 Metern über einen Laser die Schwingungen einer Fensterscheibe 'abgetastet' (Hilfmembran?) hat und die Gespräche im Raum dahinter problemlos in erstaunlich guter Qualität verfolgen konnte.

Vollkommen anderes Funktionsprinzip, würde ich mal so sagen...


Zurück zu „Tontechniker-Spielzeug“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste