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Lebensdauer von Mikrofonen und Reparaturen von Klassikern

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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juppy
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Lebensdauer von Mikrofonen und Reparaturen von Klassikern

Beitragvon juppy » 17.03.2011, 02:54

[Abgetrennt von diesem Fred]

paco de colonia hat geschrieben:Die Schoepse funktionieren im Schnitt gut 20 Jahre einwandfrei, bei 10ahren - also der Hälfte ihrer Lebenserwartung biete ich auch den halben Preis.

Könntest Du diese These vielleicht etwas näher erläutern?

Meine ältesten SCHOEPS-Kapseln sind ca. 50 Jahre alt und alle, wie
auch die wesentlich jüngeren, halten bis heute ihre Spezifikationen ein.

Über solch hahnebüchenen Unsinn kann man nur den Kopf schütteln ...

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stefan
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Re: MK 21

Beitragvon stefan » 17.03.2011, 05:50

juppy hat geschrieben:
paco de colonia hat geschrieben:Die Schoepse funktionieren im Schnitt gut 20 Jahre einwandfrei, bei 10ahren - also der Hälfte ihrer Lebenserwartung biete ich auch den halben Preis.

Könntest Du diese These vielleicht etwas näher erläutern?

Meine ältesten SCHOEPS-Kapseln sind ca. 50 Jahre alt und alle, wie
auch die wesentlich jüngeren, halten bis heute ihre Spezifikationen ein.

Über solch hahnebüchenen Unsinn kann man nur den Kopf schütteln ...


Ob etwas Unsinn ist oder nicht, hängt nicht selten von der Art und Weise ab, wie eine Aussage formuliert ist.
Wenn 20 Jahre die Lebenserwartung von Kondensatormikrofonkapseln sein soll, ist das natürlich Quatsch. Ebenso ist es falsch zu behaupten, dass 50 Jahre alten Kapseln ihre spezifizierten Daten einhalten, wenn ich nicht belegen kann, dass sie regelmäsig im Service waren und stets sachgemäss im Einsatz sind. Bitte: Sachverhalte immer präzisieren.

Also: bei normalem Gebrauch, wenn die Mikrofone nicht jahrelang unter einer Konzerthausdecke einstauben, durch den Dreck gezogen oder nahbesprochen bespuckt werden, ist zumindest ein 10 jähriges Serviceintervall beim Hersteller angezeigt.

Ich hätte die Kapseln bedenkenlos zum angegebenen Preis als Schnäppchen gekauft, wenn sie nach den 10 Jahren beim Hersteller im Service gewesen wären (ein Hersteller-Check ist äusserst wertsteigernd). Ohne die oben genannten Bedingungen sind für mich 20 jährige Kapseln in der Tat nicht mehr viel wert, denn ob sie ihre Spezifikationen einhalten wäre mir schleierhaft.

Grüsse
Stefan
---------------------------------------
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(Paul Isaacs, Sound Devices)

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juppy
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Beitragvon juppy » 17.03.2011, 15:36

Regelmäßige Wartung der Arbeitsgeräte sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein - oder?

Vielleicht von einigen Kapseln abgesehen, wer hindert einen, eine gebrauchte und preiswert erstandene
Kapsel selber zum Service zu schicken? Überprüfung und Reinigung beim Hersteller schlägt mit 80 € zu Buche.

Problematisch mögen vielleicht die Umschaltbaren zu sein, und ernste Probleme sind m.W. nur bei der
MC934 zu erwarten, für die einige Ersatzteile wie der Isolationsring nicht mehr verfügbar sind.

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d_fux
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Beitragvon d_fux » 17.03.2011, 17:23

juppy hat geschrieben:Vielleicht von einigen Kapseln abgesehen, wer hindert einen, eine gebrauchte und preiswert erstandene
Kapsel selber zum Service zu schicken? Überprüfung und Reinigung beim Hersteller schlägt mit 80 € zu Buche.


Der Hersteller... :-?

Eines meiner sehr geschätzten MKH 406 kommt von Sennheiser als irreparabel zurück - Kapseln sind nicht mehr lieferbar und ein für die Reparatur benötigtes Ersatzteil gibt's auch nimmer...

Wer kennt einen Spezialisten für solche Reparaturen...?


D.

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juppy
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Beitragvon juppy » 17.03.2011, 18:06

Hallo D. !

Die Abtrennung vom ursprünglichen Thema war sinnvoll.

Ich möchte nur darauf hinweisen, daß das Zitat aus einem
Beitrag von mir aus dem Zusammenhang gerissen wurde.

Dieses Zitat mitsamt der Preisangabe bezog sich auf die
Produkte der Fa. Schoeps.

Bevor ich irgendeine Antiquität kaufe, mit der ich auch noch
arbeiten möchte, erkundige ich mich beim Hersteller über
mögliche Risiken.

PS:
Der Hersteller ...

Deshalb macht es Sinn, sich bei der Anschaffung auf die dtsch.
Mikrofonhersteller zu beschränken ...

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Beitragvon noki » 17.03.2011, 19:00

d_fux hat geschrieben:Eines meiner sehr geschätzten MKH 406 kommt von Sennheiser als irreparabel zurück - Kapseln sind nicht mehr lieferbar und ein für die Reparatur benötigtes Ersatzteil gibt's auch nimmer...
Wer kennt einen Spezialisten für solche Reparaturen...?


Sehr schade um das gute Mikrofon...
Falls es etwas nützt, kann ich Dir das Service Manual schicken. Abgesehen von selektierten Transistoren scheint da aber auf den ersten Blick nichts Exotisches drin zu sein, oder ist wirklich die Kapsel beschädigt?

Nils

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Beitragvon d_fux » 17.03.2011, 20:40

noki hat geschrieben:Sehr schade um das gute Mikrofon...
:motz:

oder ist wirklich die Kapsel beschädigt?

So sagt Sennheiser. Soviel zu den deutschen Herstellern... Bei Beyer gibt's auch für die (etwa ebenso alte) MC700-Reihe noch Kapseln. Sennheiser USA hat auch keine.
:motz: :motz: :motz:
:oooh:

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Beitragvon juppy » 17.03.2011, 21:11

Neumann ((zumindest bisher) und nach meiner Erfahrung vor allem SCHOEPS
haben sich in Bezug und Service von älteren Mikrofonen als vorbildlich erwiesen.
Zu erwarten, daß noch jedes mögliche Ersatzteil nach Jahrzehnten noch
vorhanden
ist, wäre übertrieben.

Hat jemand Erfahrungen mit Beyerdynamic?

Auch wenn ich von dem Preis-/Leistungsverhältnis der MC930 begeistert bin, weiß
ich derzeit noch nicht, wie es mit regelmäßigen Wartungen oder Reinigungen
durch den Hersteller aussehen wird.

An Tonzauber:

Welche Erfahrungen hast Du mit dpa ?
Deren Werkshallen liegen nicht gerade um die Ecke.

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Beitragvon d_fux » 17.03.2011, 21:15

juppy hat geschrieben:Hat jemand Erfahrungen mit Beyerdynamic?


Liest Du auch, oder schreibst Du nur...? :roll:
Direkt über Deinem Beitrag schreib ich genau dazu was...
Die MC700er-Reihe ist ziemlich alt, und war bislang problemlos reparabel...

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Beitragvon noki » 17.03.2011, 21:39

d_fux hat geschrieben:
oder ist wirklich die Kapsel beschädigt?

So sagt Sennheiser.


Hast Du Dir die Kapsel einmal bei offenem Mikro angeschaut? Ich hatte bei einem meiner 406er einmal einen Krümel aus verharztem Fett o.Ä. (woher auch immer...) zwischen Membran und Druckstauplatte eingeklemmt (nicht leicht zu sehen), was zu seltsamen Störgeräuschen geführt hat. Der ließ sich aber nach Hochdrehen der Platte leicht mit einer Fadenschlinge beseitigen.

Nils
Zuletzt geändert von noki am 17.03.2011, 21:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon juppy » 17.03.2011, 21:39

Ich lese auch! ;)

Ich wollte nur weitere Meinungen bekommen.

Hast Du für den Service von Mikrofonen einen Ansprechpartner?

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Beitragvon d_fux » 17.03.2011, 21:43

noki hat geschrieben:Hast Du Dir die Kapsel einmal bei offenem Mikro angeschaut? Ich hatte bei einem meiner 406er einmal einen Krümel aus verharztem Fett o.Ä. (woher auch immer...) zwischen Membran und Druckstauplatte eingeklemmt (nicht leicht zu sehen), was zu seltsamen Störgeräuschen geführt hat. Der ließ sich aber nach Hochdrehen der Platte leicht mit einer Fadenschlinge beseitigen.

Weiß nicht, ob ich mich das traue - aber hätte das bei Sennheiser nicht bemerkt werden müssen...?

juppy hat geschrieben:Hast Du für den Service von Mikrofonen einen Ansprechpartner?

Werner Hautzinger... Immer wieder bester Service.

D.

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Beitragvon noki » 17.03.2011, 21:55

d_fux hat geschrieben:Weiß nicht, ob ich mich das traue - aber hätte das bei Sennheiser nicht bemerkt werden müssen...?

Naja, mal nachschauen schadet nicht :-)
Wenn die Schraube auf der Anschlußseite herausgedreht ist, kann man das komplette Innenleben herausziehen. Dabei kann nichts passieren, aber die Kapsel ist offen sichtbar (sie ist mit dem Platinenhalterahmen verbunden). Die Membran ist von vorn durch die Platte geschützt.
Man darf nur nichts im hinteren Bereich der Kapsel verdrehen, weil dort die Abstimmung der Kapsel verändert wird. Das geht aber nur mit Absicht.

Nils

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Beitragvon Tonzauber » 17.03.2011, 22:03

Zum Thema DPA:
Hinschicken, eine Woche später kommt das Mikro wieder retour, ausnahmslos immer mit neuem Messprotokoll und einer detaillierten Auflistung der durchgeführten Arbeiten und Messungen.
DPA hat den Vorteil nur eine vergleichsweise kleine Produktpallette, die sich seit Firmengründng (Spinoff von Brüel & Kjaer) nur vergrößert hat.

Kosten: Kapseltausch bei einem DPA 4006 kostete vor einigen Jahren knapp 650 Euro (das kommt davon wenn Studenten Grid wechseln...)

DPA serviciert(e - ob sie's noch immer machen weiss ich nicht, aber vor drei Jahren war es noch so) übrigens alle Mikrofone aller Hersteller für den dänischen Rundfunk - ich staunte nicht schlecht als ich ein ramponiert aussehends U87 auf der Werkbank des Chefs liegen gesehen habe... :)
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

Holger
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Beitragvon Holger » 17.03.2011, 22:23

Ulrich Apel schreibt zur Zeit auch im Studiomagazin. Er hat auch schon was über die Restaurierung von alten Röhrenmikros gesprochen, und macht soetwas auch.

http://www.roehrenprofessor.de
Freiberuflich tätiger Toningenieur
Ulrich Apel
Brückweg 23
53947 Nettersheim

Tel.: +49 2440 959340
Mobil: +49 170 9013523

Ich denke, den könnte man auch wegen dem MKH 406 ansprechen.
Des weiteren bin ich über die Reaktion von Sennheiser auch sehr befremdet, ich schätze die MKHs wirklich und das Haus Sennheiser sehr. Wenn Neumann, Schoeps und Gefell es können, müssten es die Leute aus der Wedemark es doch auch können, ggf. eine neue aufgearbeitete Kapsel als Alternative anbieten.

Viele Grüße

Holger


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