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ebs
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Beitragvon ebs » 10.12.2007, 00:33

Erdie hat geschrieben:IMHO ist die Ursache des 1/r^2 - Irrtums darin begründet, dass wohl Schalldruck mit Energie bzw. Leistung verwechselt wird ...
Bei oberflächlichem Nachdenken kann das schon passieren.

Richtig, Erdie - da gibt es sogar recht häufig die unbedachte Gleichsetzung von Schallintensität (Schallenergiegröße) mit dem Schalldruck (Schallfeldgröße), was natürlich falsch ist. Siehe: Seltsam - Seltsam, was im Internet so zu finden ist …
Wir Tontechniker sollten uns mehr an den Schalldruck p in Pascal halten, weil unsere Werkzeuge, die Ohr-Trommelfelle und auch die Aufnahme-Mikrofone mit Wirkung darauf reagieren. Selbst die Schalldruckmesser messen genau dieses. Auch alle Lautsprecher sind sehr vom Schalldruck angetan: Kennschalldruckpegel und Wirkungsgrad bei passiven Lautsprechern. Dabei sollte noch der Kennschalldruckpegel vom Wirkungsgrad deutlich unterschieden werden.
Weitere Verständnishilfe zum Unterschied von Schalldruck und Schallintensität und der Entfernung von der Schallquelle: Pegelabnahme von Schalldruck und Schallintensität mit der Entfernung.

Meinen mittelalterlichen Pranger musste ich aufstellen, um deutlich mit Nennung von Namen und Adresse aufzuzeigen, dass die falsche Meinung stärker als angenommen voller Überzeugung verbreitet wird, der Schalldruck nähme mit 1/r² ab. So etwas wurde sogar falsch gelehrt. Ich hoffe, dass dieses von jetzt an nicht mehr geschieht. Siehe den Pranger: Falsche Abnahme vom Schalldruck mit der Entfernung von der Schallquelle.

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

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Beitragvon pkautzsch » 19.01.2008, 16:19

Die Antwort auf Hapos Frage steht zwar in etwa schon auf Seite 2 dieses Threads, aber sei hier doch nochmal etwas erläutert.

Ein Doppelmembran-Mikrofon besteht grundsätzlich aus zwei Membranen mit Nierencharakteristik, die "Rücken an Rücken" stehen und mittels unterschiedlich hoher Polarisationsspannungen unterschiedlich starkes Signal abgeben. Liegt beiderseits gleich hohe Spannung an, erhält man eine Kugelcharakteristik - liegt auf der Rückseite weniger Spannung an, gibt es eine breite Niere - liegt auf der Rückseite gar keine Spannung an, hat man eine Niere. Und jetzt wird es spannend: Liegt auf der Rückseite *verpolt* derselbe Spannungsbetrag an, hat man eine Acht - liegt eine geringere *verpolte* Spannung an, ergibt sich eine Super- oder Hyperniere.

Da nun bei gleich starken, aber einseitig verpolten Polarisationsspannungen sich diejenigen Signalanteile, die auf beide Membranen gleichphasig treffen, auslöschen, hat man auch bei Doppelmembranmikrofonen eine recht saubere und verfärbungsarme Achtercharakteristik. Zu hohen Frequenzen hin wird die Acht etwas "enger", und bei sehr hohen Frequenzen mit Wellenlängen in der Größenordnung des Membranabstandes (das sind bei den meisten Mikrofonen etwa 3 mm) beginnen diese Mikrofone dann auch seitlich empfindlich zu werden.
Gegen die praktische Anwendung eines Doppelmembranmikrofons als Acht lassen sich - auch für Klassikaufnahmen mit dem Ziel hoher Linearität - nun wirklich keine richtwirkungsbezogenen Argumente anführen, denn welches akustische Instrument besitzt schon genügend Signalanteile mit solch kleinen Wellenlängen.
Man hat jedoch sehr viel bessere Ausblendung seitlicher Schallquellen als bei Nieren - darum benutze ich Achten gerne als Streicherstützen (mit der unempfindlichen Seite zum Blech). Mein Lieblingsmikrofon hierfür ist das TLM 170.


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