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Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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hafi69
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Re: Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Beitragvon hafi69 » 15.02.2014, 20:20

OrenKir hat geschrieben:Unpraktisch aber finde ich die "halb Diffus- oder Freifeld" Varianten, wie z. B. das DPA 2006a und viele andere - da fühle ich mich bezüglich der Entzerrung manchmal etwas im Dunkeln.

Ich stelle meine Mikrofonaufnahmen immer so ein, dass sie mir gefallen... :mrgreen:

Aber mal ernsthaft: Wenn Nieren verwendet werden wird man auch kaum den perfekten Höhenanteil perse aufnehmen,
und auch Diffusfeldkugeln im Diffusfeld oder Freifeldkugeln im Freifeld haben nur "zufällig" - bestenfalls annähernd -
genau den richtigen Klang für den gewünschten Zweck, genauso wie auch 100% lineare Mikrofone dies nicht hätten.

Insofern, und falls eine nahezu perfekte Annäherung an den "fertigen" Klang schon bei der Aufnahme
(bereits hinter dem Mikrofon/MVV) höchste Wichtigkeit hätte wäre eine große Auswahl an Schallwandlern
(nebst genauem Wissen um ihre Eigenschaften) erforderlich.
Es reicht aber, eine (seine eigene) Aufnahmekette gut zu kennen
und vor allem eine Vorstellung von dem zu haben
wie es auf der späteren Aufnahme klingen soll.
Wenn es schon daran hapert nützt die üppigste, linearste und feinste Technik absolut nichts.

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ebs
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Re: Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Beitragvon ebs » 16.02.2014, 00:16

hafi69 hat geschrieben: Ich stelle meine Mikrofonaufnahmen immer so ein, dass sie mir gefallen...
hafi69, genau so ist es.
Die so beliebte Erklärung von Anwendern von Druckempfängern, dass man bei Aufstellung der Mikrofone im Diffusfeld (Raumfeld) natürlich diffusfeld-entzerrte Mikrofone nimmt und bei der Aufstellung von Mikrofonen in Freifeld (Direktfeld) eben freifeld-entzerrte Mikrofone einsetzt, halte ich für wenig praxisgerecht.
Bei Stützen im Jazz-Klavier (Freifeld) nehme ich dagegen gerne Mikrofone mit Höhenanhebung und bei Raummikrofonen für Surround-Sound (Diffusfeld) nehme ich gerne Mikrofone mit weniger Höhen. Die Frage in der Praxis ist doch, welchen Klang braucht man denn gerade? Den mit den bissigen Höhen oder den mit den müden Höhen. Dabei kommen bei mir die Worte diffusfeld-entzerrt und freifeld-entzerrt nicht vor.
Das ist wie bei einem Dachdecker-Handwerker beim Schieferdachdecken. Gebraucht er praktischerweise beim Schlagen mit einem Hammer die spitze Seite oder die runde Seite? Wat mutt, dat mutt. [plattdeutsch.]

Bei den DPA 2006 Kugeln liefert die schwarze Kappe die hellere Klangfarbe und die silberne Kappe die dunklere Klangfarbe, wobei schwarz und hell, sowie silber und dunkel als merkbare Eselsbrücke im Widerspruch stehen - egal ob das nun akademisch freifeld- oder diffusfeldentzerrt bedeutet.

Viele Grüße ebs

PS: "Direktfeld D (Freifeld) und Raumfeld R (Diffusfeld)":
http://www.sengpielaudio.com/DirektfeldUndRaumfeld.pdf

"D-F_und_R-D_Feld - Nahfeld N und Fernfeld F und Direktfeld D und Raumfeld R":
http://www.sengpielaudio.com/D-F_und_R-D_Feld.pdf
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

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juppy
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Re: Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Beitragvon juppy » 16.02.2014, 12:03

ebs hat geschrieben:Bei Stützen im Jazz-Klavier (Freifeld) nehme ich dagegen gerne Mikrofone mit Höhenanhebung und bei Raummikrofonen für Surround-Sound (Diffusfeld) nehme ich gerne Mikrofone mit weniger Höhen.

Aus diesem Grund habe ich mir damals anläßlich einer Reihe von Beschallungsjobs die SCHOEPS MK2H angeschafft.
Mir schien sie ein guter Kompromiß zu sein, um in dem einen wie dem anderen Fall nicht so viel am EQ drehen zu müssen.

OrenKir
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Re: Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Beitragvon OrenKir » 16.02.2014, 16:57

ebs hat geschrieben: Die so beliebte Erklärung von Anwendern von Druckempfängern, dass man bei Aufstellung der Mikrofone im Diffusfeld (Raumfeld) natürlich diffusfeld-entzerrte Mikrofone nimmt und bei der Aufstellung von Mikrofonen in Freifeld (Direktfeld) eben freifeld-entzerrte Mikrofone einsetzt, halte ich für wenig praxisgerecht.


Ich schon. Meiner Erfahrung nach macht eine Freifeldkugel im Nahfeld Sinn.

ebs hat geschrieben: Bei Stützen im Jazz-Klavier (Freifeld) nehme ich dagegen gerne Mikrofone mit Höhenanhebung


Diesen modernen und höhenbetonten Jazz-Klavier-Klang halte ich kaum aus. Für mich klingt das Klavier unmusikalisch. Es wundert mich, dass so viele Tonleute diesen spitzen Klang einstellen.


ebs hat geschrieben: Die Frage in der Praxis ist doch, welchen Klang braucht man denn gerade? Den mit den bissigen Höhen oder den mit den müden Höhen. Dabei kommen bei mir die Worte diffusfeld-entzerrt und freifeld-entzerrt nicht vor.


Terminologie...

ebs hat geschrieben: Bei den DPA 2006 Kugeln liefert die schwarze Kappe die hellere Klangfarbe und die silberne Kappe die dunklere Klangfarbe, wobei schwarz und hell, sowie silber und dunkel als merkbare Eselsbrücke im Widerspruch stehen - egal ob das nun akademisch freifeld- oder diffusfeldentzerrt bedeutet.


Lieber ebs, hier hast Du scheinbar das DPA 2006 mit dem B&K 4006 verwechselt. Diese Kugelkapseln stammen von verschiedenen Herstellern und haben miteinander nichts zu tun. Die MMC2006 Kugelkapsel hat keine Grids. Ihre Entzerrung (ein "Halbding") ist mir ein Rätsel - wenige Meter weg von der Schallquelle (also meistens immer noch im Hallradius) merkt man den Höhenverlust um 5-8kHz, oberhalb von 10kHz ist aber eine Betonung da. Finde ich schon komisch.

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Re: Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Beitragvon ebs » 16.02.2014, 18:45

ebs hat geschrieben: Bei den DPA 2006 Kugeln liefert die schwarze Kappe die hellere Klangfarbe und die silberne Kappe die dunklere Klangfarbe, wobei schwarz und hell, sowie silber und dunkel als merkbare Eselsbrücke im Widerspruch stehen - egal ob das nun akademisch freifeld- oder diffusfeldentzerrt bedeutet.
OrenKir hat geschrieben: Lieber ebs, hier hast Du scheinbar das DPA 2006 mit dem B&K 4006 verwechselt. Diese Kugelkapseln stammen von verschiedenen Herstellern und haben miteinander nichts zu tun.

Richtig erkannt und Entschuldigung für den Tippfehler, ich meine natürlich die allgemein bekannten DPA (Brüel & Kjær) 4006 Kugeln mit dem umschraubbaren black grid und silver grid.

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik

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Re: Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Beitragvon aseptisch » 24.09.2014, 12:55

Zu den AKG CK 62-ULS (lineare Kugeln) kann ich noch anmerken, dass die aktuelle Version (ich habe 3 Stück mit Seriennummern 562xx) die hier schon genannte milde Höhenanhebung hat, während die früheren Versionen (da habe ich 4 Stück mit Seriennummern 121xx) laut Messprotokoll so gebaut waren, dass sie oberhalb 1 kHz nie mehr oberhalb der 0-dB-Linie liegen, weshalb sie sogar eine ganz leichte Wanne nach unten haben, -1 bis -2 dB oder so.

Vor 10-15 Jahren hat mir AKG Wien übrigens auf einen persönlichen Anruf hin nachträglich noch mal zwei CK 62-DF gebaut. Zuerst sagte man mir, es werde wahrscheinlich fälschlicherweise "CK 62-ULS" draufstehen, aber dann hatten sie doch noch zwei originale Gehäuse mit "DF" auftreiben können.

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Re: Mikrofonfrage: MBHO MBC 603 oder MBP 603?

Beitragvon aseptisch » 23.02.2018, 17:51

Ich habe letzte Woche mit Herrn Haun telefoniert, um ihn zu fragen, wo der Unterschied zwischen "MBC" und "MBNM" ist. Es gibt z. B. MBNM 410 und MBC 410, oder das Messmikrofon MBC 550 und MBNM 550 EL. Bei th* weiß man immer gar nichts, weil der Produktname ungleich der HTML-Überschrift ist, und das Foto passt auch nicht dazu. Das eine so, das andere so. Die Antwort war so:

"MB" steht für "Mikrofonbau". "C" steht für "Condenser". So war's ursprünglich. Dann gab es mal die Idee, die Mikrofone mit nicht wechselbaren Kapseln mit "NM" für "non-modular" zu kennzeichnen. Wie er mir jetzt sagte, sind sie davon aber wieder weg, weil es nur Verwirrung gestiftet hätte. Ein aktuelles Mikrofon heißt also wieder "MBC", auch wenn's nicht modular ist.

Ob die technischen Daten über die ganze Zeit wirklich identisch geblieben sind, habe ich ihn nicht gefragt.
Und wie es mit den Speiseteilen MBP und MBC ist, weiß ich auch nicht.


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