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Erfahrung mit Adapter für Mkh416T auf 48V ?

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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stefan
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Beitragvon stefan » 13.12.2007, 23:36

hi Fredo - hab zwar keine Erfahrung damit (hab ein P48-416er), aber diese Adapter sollten für die Umsetzung der P48 nach T12 geeignet sein. Schau vielleicht mal, direkt in den USA (z.B. Trewaudio.com) zu bestellen, das könnte günstiger sein, als via e-bay. Selbstbau ist auch gut möglich (Schaltung gibts im internet), aber lohnt sich bei den Preisen eher nicht.
Diese Adapter sind halt -egal, wo Du sie dazwischenhängst- eher lästig.

Was ich bei der Gelegenheit gerne mal wissen würde (und was ich auch nie verstanden habe) ist, warum die Tonader-gespeiste Version eines MKH416 besser klingen soll, als die mit P48-Speisung. Und wenn das mit so einem P48-Umsetzer immer noch so sein soll, dann müsste ich ja schon fast glauben, dass es neben HiFi- auch Mikrofon-Esoteriker gibt. Kann mich da mal einer aufklären, wie ist das zu begründen? ;-)

Grüsse
Stefan

pkautzsch
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Beitragvon pkautzsch » 14.12.2007, 00:31

Nun, DASS es einen Klangunterschied gebe, sagen doch etliche Leute, und alle sind sich einig, daß das 416T "seidiger" klänge. Diesen Eindruck habe ich auch, jedoch mangels Informationen keine Erklärung dafür.
Wir haben das Thema ja im FilmerForum schon einmal angeschnitten vor einiger Zeit. Dort vermuteten wir, daß das 416P einen ähnlichen Adapter integriert hat, der sich auf den Klang auswirken könnte. Evtl. unterschiedliche Ausgangsimpedanzen?
Ich habe die Frage mal im Neumann-Forum gestellt mit Bitte um Verweis auf weitere Informationsquellen.

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juppy
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Beitragvon juppy » 14.12.2007, 09:49

... in dem Zusammenhang die Rückfrage:

In welchem Bereich liegt die Stromaufnahme typischer tonandergespeister Mikrofone?

Sobald die Stromaufnahme in den Bereich von 10 mA geht, dürfte es mit der Dimensionierung eines "48 V -> 12 V-Adapter" eng werden.

Weshalb ich diesen Adaptern auch mit kritischer Sorge gegenüber stehe:
Bei Tonaderspeisung gehen sämtliche Störspannungen aus der Versorgung in das Nutzsignal ein. Die Spannungs"regelung" in einem solchen Adapter erfolgt gewöhnlich mit einer Zenerdiode, die ein nicht unerhebliches Rauschen erzeugt.

Eine aufwändigere Regelschaltung hat einen Eigenverbrauch, der dann dem Mikrofon nicht mehr zur Verfügung steht.
Erinnern wir uns, daß die 48V Phantomspeisung im Kurzschlußfall (!) lediglich etwa 14 mA liefert; bei einer "Nutzspannung" von 12 V liegt der maximal mögliche Speisestrom - inclusive dem "Eigenverbrauch" der Regelung im Adapter - bei 10 mA.

Auch wenn es der Forderung nach "mobil & deshalb so klein wie möglich" widerspricht, würde ich, wenn das Aufnahmegerät bzw. der Mikrofonvorverstärker keine Tonaderspeisung bietet, eine batteriegespeiste Tonaderspannungsversorgung vorziehen ...

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Beitragvon juppy » 16.12.2007, 00:24

Hallo Fredo!

Mir ist keine fertige Lösung aus dem Supermarktregal bekannt.

Hätte ich hierfür Bedarf, käme wohl eine "Eigenentwicklung" zum Einsatz; die teuersten Teile dürften die Anschlußbuchsen und das Gehäude sein, der Rest sind "Peanuts" ...

Im Grunde wollte ich nur meine Bedenken gegen solche Phantom -> Tonaderadapter zum Ausdruck bringen. Ich kann mir vorstellen, daß da haufenweise Billigzeug zu Traumpreisen verscherbelt wird.

Leider haben sich diejenigen im Forum, die Bedenken zerstreuen oder bestätigen könnten, bisher nicht geäußert ...

Gruß
Juppy

MA

Beitragvon MA » 16.12.2007, 16:58

Lieber Juppy,

seit vielen Jahren benutze ich die Adapter auf der Basis von Engdahl, und zwar ohne jede Beanstandung für einige MKH 406, die sich sehr gut als Bläserstützen eignen. Von verstärktem Rauschen habe ich nichts bemerkt, ebensowenig von irgendwelchen sonstigen Störungen oder Beeinträchtigungen. Ich habe noch ein praktisch neuwertiges 6-fach-T12-Netzteil im 19 Zoll-Gehäuse, allerdings mit XLR, das ich nicht mehr brauche, bei Bedarf reicht eine e-mail.
Viele Grüße
MA

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Beitragvon pkautzsch » 17.12.2007, 00:03

Neumann-Forum ergab bisher, daß die Unterschiede, wenn vorhanden - was durchaus angezweifelt wird (es gibt also wohl tatsächlich Mikrofonesoteriker, mich eingeschlossen :shock:) - nicht auf unterschiedliche Konstruktion oder Schaltung zurückzuführen sind.
Mögliche Ursachen für Klangunterschiede können also sein:
- unterschiedliches Alter und "Geschichte" (überspitzt: öfter oder seltener im Regen benutzt) - plausibel, da viele durchaus fähige Leute keinen Unterschied hören; aber: Ist Materialalterung ein Thema bei einem Qualitätshersteller wie Sennheiser?
- Evtl. leichte Einstreuungen auf die unsymmetrisch geführte Speisung*, die sich auf die gespeisten Bauteile auswirken könnten und dadurch eine Klangänderung ergeben - technisch plausibler, aber dann müßten die Unterschiede im Direktvergleich in einer beliebigen mit Einstreuungen versauten Stadt ja von allen Nutzern gehört werden, was nicht der Fall zu sein scheint.
___________
* Merke: bei tonadergespeisten Mikrofonen kann das SIGNAL symmetrisch oder unsymmetrisch sein, die SPEISUNG ist immer unsymmetrisch.

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Rebecca E.
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Beitragvon Rebecca E. » 17.12.2007, 10:01

@pkautzsch.

pkautzsch hat geschrieben:... unterschiedliches Alter und "Geschichte" (überspitzt: öfter oder seltener im Regen benutzt) - plausibel, da viele durchaus fähige Leute keinen Unterschied hören; aber: Ist Materialalterung ein Thema bei einem Qualitätshersteller wie Sennheiser?


Natürlich hat das Alter von Werkstoffen auswirkungen auf deren Eigenschaften. Oftmals wird das auch bewußt eingesetzt, um positive Auswirkungen zu haben. Früher wurden die Maschinenbetten von Werkzeugmaschinen ein jahr lang nach dem gießen (sie bestanden aus Gußeisen) zum "entspannen" auf einer Freifläche aufgestellt, damit Wind und Wetter die Gußspannungen entfernen und damit sich die Maschinenbetten so wie vorgesehen verhielten und nicht verzogen. Heute wird das durch eine Wärmebehandlung erreicht.

Ich habe mir lange überlegt, ob ich mir ein gebrauchtes oder ein neues Sennheiser MD 441 U besorge. Der Preisunterschied ist ja signifikant. Ich entschied mich dann für einen Neukauf, weil wir das Mikrofon noch einige Jahrzehnte behalten werden und die Werkstoffe im Mikrofon auch mit uns altern werden.
Grade die Kunststoffe sind sehr alterungsanfällig, denn ihre Molekülketten werden oftmals durch die UV- Strahlung der Sonne erheblich zersetzt (darum wird oftmals zum Schutz Farbstoffe zugesetzt (Ruß)). Wer kennt sie nicht, die Kunststoffgegenstände des täglichen Gebrauchs, die dann plötzlich den Dienst versagen? Und nicht nur das, Kunststoffe nehmen in der Tat auch Feuchtigkeit auf, was ihre mechanischen und elektrischen Eigenschaften verändert.

Lange Rede kurzer Sinn. Selbst meinen Rycote Babyballs kann man ansehen, welcher von Schoeps bezogen wurde und welcher direkt von Rycote. Die Schoepsvariante ist schon sichtbar gealtert, während der Rycoteball weniger optische Mängel aufweist. Und so verhält es sich physikalisch bedingt auch mit anderen Teilen von Mikrofonen. Sie altern. Und daher ist es für mich völlig verständlich, das ältere Mikrofone auch anders klingen können als neuere Modelle (bei identischer Bauart). Und hier wurde noch nicht einmal auf den Verschmutzungsgrad der Membran eingegangen, der auch einen erheblichen Einfluß haben dürfte.

Und wer nicht glauben möchte das Kunststoff altern kann, der möge sich mal die alten Armaturbretter von älteren Autos ansehen.
Schoeps, weil ich es mir wert bin.

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Alterung von Kunststoffen

Beitragvon juppy » 17.12.2007, 10:23

Rebecca E. hat geschrieben:Natürlich hat das Alter von Werkstoffen auswirkungen auf deren Eigenschaften.
...
Grade die Kunststoffe sind sehr alterungsanfällig, denn ihre Molekülketten werden oftmals durch die UV- Strahlung der Sonne erheblich zersetzt . Wer kennt sie nicht, die Kunststoffgegenstände des täglichen Gebrauchs, die dann plötzlich den Dienst versagen?


Eine Krankheit des TASCAM DA78hr, dessen Laufwerk Kunststoffspritzguß ist. Die Kiste ist regelmäßig in Reparatur - mit stets dem selben Fehler. Ein Laufwerk als Ersatzteil zu lagern macht ob der Alterung des Kunststoffes keinen Sinn ...

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Beitragvon stefan » 17.12.2007, 13:53

ich glaube, hier ist jetzt zum beliebten Thema 'Vintage' schon Wichtiges gesagt worden (auch wenn es beim Thread-start um was anderes ging...)

Einfluss von UV-Strahlung und Alterung ist sowieso ein bedenkenswertes Thema für sich. Ich merke das an den Bass-chassis meiner 15 jahre alten Dynaudio Lautsprecher im Wohnzimmer - da guck ich lieber erst gar nicht hin, sonst zerbröselt es die Membran-Sicke... Die Box nahe am Fenster ist da deutlich schlimmer betroffen, als die andere. Da muss ich mal was tun (Seiten tauschen, z.B.) :)

Weiterer Aspekt von Alterung wäre der allmähliche Verlust der Ladung bei vorpolarisierten Kondensatormikrofonen. Wenn so ein Mikrofon für mich in Frage käme, dann vorzugsweise ein neues. Moderne Fertigungsprozesse sind da -verglichen mit früher- deutlich im Vorteil.
Hier habe ich auch schon (zugegeben das ist eine Information aus 2. Hand) gehört, das da ein Elektret-Mikrofon, was sehr oft auf Reisen ist, durch die ständige Flughafen-Gepäckkontrolle von den Röntgenstrahlen in seiner Empfindlichkeit hörbar nachgelassen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass sich der Einfluss von ionisierender Strahlung auf das Elektret durchaus physikalisch erklären lässt. Wie gesagt, das ist eine nicht von mir nachgeprüfte Behauptung.

sorry, wenn wir hier o/t werden, aber das Thema find ich interessant

Grüsse
Stefan

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Beitragvon Tonzauber » 18.12.2007, 10:18

stefan hat geschrieben:ich glaube, hier ist jetzt zum beliebten Thema 'Vintage' schon Wichtiges gesagt worden (auch wenn es beim Thread-start um was anderes ging...)

Einfluss von UV-Strahlung und Alterung ist sowieso ein bedenkenswertes Thema für sich. Ich merke das an den Bass-chassis meiner 15 jahre alten Dynaudio Lautsprecher im Wohnzimmer - da guck ich lieber erst gar nicht hin, sonst zerbröselt es die Membran-Sicke... Die Box nahe am Fenster ist da deutlich schlimmer betroffen, als die andere. Da muss ich mal was tun (Seiten tauschen, z.B.) :)

Weiterer Aspekt von Alterung wäre der allmähliche Verlust der Ladung bei vorpolarisierten Kondensatormikrofonen. Wenn so ein Mikrofon für mich in Frage käme, dann vorzugsweise ein neues. Moderne Fertigungsprozesse sind da -verglichen mit früher- deutlich im Vorteil.
Hier habe ich auch schon (zugegeben das ist eine Information aus 2. Hand) gehört, das da ein Elektret-Mikrofon, was sehr oft auf Reisen ist, durch die ständige Flughafen-Gepäckkontrolle von den Röntgenstrahlen in seiner Empfindlichkeit hörbar nachgelassen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass sich der Einfluss von ionisierender Strahlung auf das Elektret durchaus physikalisch erklären lässt. Wie gesagt, das ist eine nicht von mir nachgeprüfte Behauptung.

sorry, wenn wir hier o/t werden, aber das Thema find ich interessant

Grüsse
Stefan


Ich denke dass der Ladungsverlust auch über lange Zeit vernachlässigar ist. Ich habe alte CK1x Kapseln von AKG, die 1978 gebaut worden sind - und bei einem kürzlich durchgeführten Check noch immer die selbe Empfindlichkeit und einen +/- 1dB gleichen Frequenzgang ausweisen wie auf dem damaligen Messprotokoll.

Selbe Erfahrungen habe ich auch mit alten Mikrofonen von Brüel+Kjaer/DPA gemacht.

Ich denke, dass hier die Gefahr bei Qualitätsprodukten doch eher gering ist.
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Beitragvon Tonzauber » 18.12.2007, 23:01

18.12.07 23:01 Status des Threads von "wichtig" auf "normal" zurückgesetzt
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