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8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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UweL
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8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon UweL » 13.12.2015, 20:16

Liebe Kollegen,

nach langer Abstinenz im Forum bitte ich um eine kleine Hilfestellung.

Ich arbeite seit vielen Jahren und ausschließlich mit zwei Roland VS-2480 Recording-Pulten, mit denen ich sehr zufrieden bin. Über R-Bus habe ich bei der mobilen Maschine einen Roland ADA-7000 eingebunden, analog kann ich noch weitere 8 Kanäle drauf routen und genau das ist die Frage:

Ich habe nur 1 HE Platz, der 8-kanalige Vorverstärker braucht neben XLR IN und XLR u/o symm. Klinke OUT nur Gain/PAD und P48 zu liefern.
Führt am RME Octamic ein Weg vorbei? Ich will für die 8-Kanal-Erweiterung kein Vermögen ausgeben, dafür brauche ich sie zu selten.

Herzliche Grüße vom Bodensee

Uwe

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon Wilfried » 13.12.2015, 20:34

Da gibt es doch jede Menge Auswahl so ab ca. 200 EUR bis Ende offen.

Schau dich z.B mal beim grossen T um.

Ich habe mal mit dem Midas XL48 für ca. 1000 EUR gearbeitet.
War prima. Wie fast immer etwas Gedrängel bei den hohen Verstärkungen.

Ist wohl bei deinen etwas geringeren Anforderungen Overkill.

Einen richtig schlechten Mic VV baut heute wohl keiner mehr.
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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UweL
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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon UweL » 13.12.2015, 21:17

... Danke Wilfried.

Ohne die technischen Daten zerpflücken zu wollen, vermute ich doch, dass der billigste Preamp (SM etc.) in einer Kette mit Neumann 184 oder anderen guten Mikrofonen das schwächste, möglicherweise heraushörbare Glied darstellt.

Die ein oder andere Meinung dazu würde mich interessieren.

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon Tonzauber » 13.12.2015, 23:27

Ich würde vielleicht nicht ganz so tief schürfen, aber in der günstigen Klasse gibt es einiges wirklich brauchbares, z.B. den Focusrite Octopre, und auch der Presonus Digimax tut ordentlich.
Beide haben sowohl direkt analoge Ausgänge, als auch eingebaute A/D Wandler und stellen kein (störend) schwächstes Glied in einer Aufnahmekette dar.
Tonzauber - einfach klassisch
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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon UweL » 14.12.2015, 09:58

... Danke Georg!

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon GerhardS » 14.12.2015, 13:30

Ich kann da Georg nur zustimmen. Hab den Octopre und bin damit sehr zufrieden.
LG
Gerhard

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon UweL » 14.12.2015, 22:49

... Danke Gerhard.

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon Wolfus » 17.12.2015, 11:28

Vor kurzem habe ich mir von Tascam das US-16X08 zugelegt. Das ist ein ein USB recording Interface mit 8Kanal-Mikrophon-
In, 8 Kanal-Line-IN und 8 mal Line Out. Der Clou: Ohne Rechner sind die 8 Mikrophon-Eingänge auf die Line-Eingänge durchgeschleift: 8-Facher Mikrophonvorverstärker.

Ich selber nutze bisher die Interface-Funktion. Mit ca. 300 EUR ist es aber auch für die andere Funktion durchaus in einem interessanten Rahmen.
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon alex8nder » 20.04.2016, 21:50

habe hier einen millenia-media hv3d 8kanal. da bleiben absolut keine wünsche mehr offen. kostet halt ein bissl was. ich kann ihn aber absolut uneingeschränkt empfehlen. wenn das ziel ist, dass der preamp nicht der limitierende faktor ist, dann ist der millenia der garant dafür. ich verwende ihn übrigens auch mit km 184, klingt sensationell. hth.

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon hafi69 » 21.04.2016, 00:08

alex8nder hat geschrieben:wenn das ziel ist, dass der preamp nicht der limitierende faktor ist, dann ist der millenia der garant dafür.

Welches Limit setzt denn ein Preamp, der vielleicht nicht 500€ pro Kanal kostet?

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon LoboMixx » 21.04.2016, 00:45

Meinen RME OctaMic konnte ich bisher auch noch nicht als einen limitierenden Faktor ausmachen, ja selbst nicht mal mein Behringer X32-Rack mit seinen 32 Kanälen (in der Rack-Version aber nur mit 16 physischen XLR-Mikrofon-Eingängen). Je nach Kurs liegt letzterer sogar noch deutlich unter 100,- € je Kanal.
Für mich als reinen Nebenerwerbs-Tonler könnte ich allerdings die "bissl" Euro, die der millenium kostet (so rund 5000,- habe ich als Preis gefunden) als Investition in der Tat nicht rechtfertigen. Aber schick, wenn man es sich leisten kann.

Gruß, Jürgen

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon hafi69 » 21.04.2016, 11:09

Ich selbe besitze selbst noch einen Focusrite ISA428, den ich mal (gebraucht) gekauft hatte, weil
ich einen MMV mit Übertragern (aber ohne Röhren - davon gibt es nicht viele) interessant fand.
Auch hier kostete ein Kanal (neu) ca. 500€.
Was hat es mir gebracht? Vier weitere MVV-Kanäle mit netten Features.
Die limitierenden Faktoren sind geblieben...
Die gleiche Erfahrung brachten mir auch andere hochpreisige Geräte wie etwa von
Avalon, Amek, Midas oder Neve.

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RainerG
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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon RainerG » 21.04.2016, 15:17

alex8nder hat geschrieben:... dass der preamp nicht der limitierende faktor ist, dann ist der millenia der garant dafür. ich verwende ihn übrigens auch mit km 184, klingt sensationell. hth.



Hallo Kollege,

Mit der Qualität des MVV steht und fällt die Qualität einer Tonaufnahme, denn:
Der "limitierende Faktor" (oder besser "limitierenDE FaktorEN") eines jeden Mikrofonverstärkers ist/sind:
Rauschen, Klirrfaktor, HF-Einstrahlfestigkeit, zu niedrige Aussteuerungsfähigkeit.
Gerade im Rauschen unterscheiden sich die MVV's - auch im hochprofessionellen Bereich - erheblich.
Bei hohen Verstärkungen (so oberhalb 60 dB) rauschen alle MVV hahezu gleich stark, weil das Quellrauschen dominiert (also das Mikrofon selbst), bei niedrigen Verstärkungen (so unterhalb 20 dB) da trennt sich die Spreu vom Weizen! Darüber gibt die sog. "Betriebskennlinie" Auskunft. Wer also Qualitätsvergleiche machen will hinsichtlich Rauschen, der muß bei kleinen Verstärkungen messen - nicht bei hohen, denn bei niedrigen Verstärkungen dominiert nicht mehr das Quellrauschen, sondern das Eingenrauschen des MVV. Achte dabei auf die sog. "Auf den Eingang bezogene Geräuschspannung". Nach der CCIR-Bewertung 468/3 liegt der physikalische Grenzwert bei -118 dBqp. Wenn der Wert nicht schlechter ist als -115 dBqp dann ist der MVV durchaus gut. Laß Dich nicht beirren wenn da die Rede ist von "130 dB" etc. Das sagt nämlich nichts aus, weil unbewertet gemessen wurde. Denn da sind so ziemlich alle MVV's gleich.
Und laß Dich auch nicht von irgendwelchen Hohepriestern und sostigen (selbsternannten) Gelehrten beschwatzen wenn sie Dir erzählen " der MVV xyz 'klingt gut' " . Ein MVV hat nicht selbst zu klingen sondern nur zu verstärken. (Darüber habe ich aber schon früher einiges geschrieben).
Und ebenso beim Klirrfaktor und in der HF-Einstrahlfestigkeit. Letzteres ist mit einem Übertragereingang besser in den Griff zu bekommen als mit einem Differenzverstärkereingang.
Was die Aussteuerungsfähigkeit betrifft: Ein guter MVV kann durchaus auch bei 0 dB Verstärkung mal +22 dBu am Eingang verkraften!

Grüße
RainerG
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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon Tomte » 21.04.2016, 16:33

Nach den objektiven Messdaten gehend, ist dann auch ein Behringer ADA 8000 mehr als ausreichend. Ist ein paar Jahre her, dass ich das Gerät mal durchgemessen hatte, und z.T. gab es bessere Werte als bei damals verfügbaren RME Geräten. Das bezog sich auf Rauschen und Klirrfaktor. Einstreufestigkeit konnte ich nicht beurteilen. Es wurden wohl mal Hitzeprobleme beobachtet. Der Nachfolger ADA 8200 scheint nochmal verbessert worden zu sein.

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Re: 8-kanaliger Mikrofon-Preamp

Beitragvon alex » 21.04.2016, 17:21

RainerG hat geschrieben:Wer also Qualitätsvergleiche machen will hinsichtlich Rauschen, der muß bei kleinen Verstärkungen messen - nicht bei hohen, denn bei niedrigen Verstärkungen dominiert nicht mehr das Quellrauschen, sondern das Eigenrauschen des MVV.


Genau.
So sieht die Grenz-Betriebskennlinie der m.W. neuesten Fassung 1995 der Technischen Richtlinien der ARD aus:

Bild

Die abgeflachte Kurve links trägt den Schwierigkeiten Rechnung, bei geringen Verstärkungen Geräuschpegel in der Nähe des thermischen Rauschens zu erzielen.

In dem Zusammenhang fällt mir eine Begebenheit ein: Vor drei Jahren besuchte ich mit Eberhard (ebs) eine Werbeveranstaltung für die Digitalmikrofonserie eines bekannten Berliner Herstellers. Quasi zur Abschreckung wurden auch einige Diagramme des Eingangsrauschens moderner analoger Mikrofonverstärker gezeigt - bei den höchsten einstellbaren Verstärkungsfaktoren :shock:

Eberhard und ich waren die einzigen Teilnehmer, die hier kurz einen stirnrunzelnden Blick wechselten. Zu Wort meldeten wir uns aber nicht, weil wir in dem Moment beide dasselbe dachten: Wer hier nicht stutzt, verdient es einfach nicht besser, und jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient :opa:

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."


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