Batterie-Phantomspeiseteil

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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Allen Wien
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Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon Allen Wien » 17.12.2015, 02:03

Hallo!

Bislang hatte ich nie mit der Speisung meiner Condenser-Mics ein Problem, weil ich sie ausnahmelos an Toneingänge anschloß, die Phantomspeisung bieten (Mischpult, FieldRecorder etc.).

Jetzt stehe ich aber vor der Aufgabe, eines meiner Kondensatormikrofone an eine semiprofessionelle Videokamera anzuhängen und deren 3,5mm Mikrofoneingang bietet natürlich keine Phantomspeisung. Rein mechanisch-elektrisches Adaptieren von XLR auf Mini-Klinke hilft also nicht.

Ich suche daher ein Batterie-Phantomspeiseteil. Hab' mich mal im Internet umgesehen: Sennheiser und Neumann scheiden gleich aus Preisgründen aus (Bei Neumann um die 800,-!). Von AKG gibt's das B48 L, aber ich mußte feststellen, dass das nur mit AA-Mignon-Batterien versorgt wird und längstens eine Stunde Phantomspeisung liefert. Zuwenig für meine Zwecke, denn 2 - 2,5 Stunden Dauerbetrieb müssen ohne Batt-Wechsel möglich sein.

Jetzt blieben ein ART Phantom II Pro um 69,- und eine ROLLS PB 224 B um 149,-. Hat jemand Erfahrung mit einem von beiden oder mit beiden? Vor allem punkto Robustheit/Fehleranfälligkeit, Rauschen bzw. Tonqualität. Ich muß gestehen, dass ich technisch in dem Punkt überfragt bin, ob ein Phantomspeiseteil die Tonqualität = das Signal verändern kann.

Weitere Frage: reicht das Speiseteil oder benötige ich zusätzlich einen Übertrager/Trafo, um vom symmetrischen XLR-Signal auf die Mini-Klinke zu kommen (bei bestmöglichem Tonergebnis)? Irgendwo im Netz entdeckte ich eine Bauanleitung eines Amerikaners, der in das Phantomspeiseteil (ein 2-kanaliges) zwei Neutrik NTE1 Übertrager zwecks De-Symmetrierung einbaute.

Hat jemand noch einen Tip für ein konkretes Gerät? Was es können muß, geht aus obigen Fragen hervor. Es soll natürlich ziemlich kompakt sein.

Beste Grüße,
Allen

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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon DieElla » 17.12.2015, 10:11

Hallo Allen,

ich bin hiermit sehr zufrieden.

http://ambient.de/wp-content/uploads/20 ... www_dt.pdf

Das UMP II kann 12v Phantom, 48v Phantom und 12v Tonander.

Gruß, Ella

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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon pkautzsch » 17.12.2015, 12:03

Hallo Allen,

solange die Speisespannung "sauber" ist, kann man eigentlich nicht allzu viel falsch machen. Das schwächste Glied ist meist der Spannungswandler, um aus den niedrigen Batteriespannungen die 48 Volt zu zaubern. Die Dinger produzieren gerne ein wenig Sirren.

Es gibt auch von PSC ein Kästchen namens 48PHantom (ja, so geschrieben). Das betreibt sich mit 9V-Blocks, auch Akkus. Konzipiert für den Einsatz an der Kamera.
Das Ambient UMP II hat *sehr* enge Batteriefächer, da passen wirklich nur Batterien rein, aber keine Akkus (nicht mal die weißen Eneloops). Auch hat man TA3-Anschlüsse und wird also adaptieren müssen. Es ist für den Einsatz auf der Angel (mit ebenfalls oben angeklettetem Taschensender) konzipiert.
Die ART-Kiste will ich mir nächstes Frühjahr mal anhören. Zweikanal ist halt super, wenn man Stereoatmos per Funk übertragen will.

Ich würde aber für Deine Anwendung vielleicht doch lieber über einen Mischer auf Line-Pegel in die Kamera gehen, denn erfahrungsgemäß sind die MVVs von Miniklinken-Kameras auch nicht gerade die besten. Wenn das eine einmalige Geschichte ist, vielleicht besser leihen - wenn nicht eh vorhanden.

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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon DieElla » 17.12.2015, 12:34

Hallo Allen und pkautzsch,

Es stimmt, die Fächer des UMP II sind etwas „spack“, aber meine eneloops gehen rein und raus, ohne zu verkratzen.
Der Eingang ist TA4 / Der Ausgang ist TA3 - beide Kabel werden dazu geliefert, mit auch mit den gewünschten Endungen (XLR, Klinke, 4-pin Lemo... alles von „geht nicht“ nach „gibt's nicht“)

Gruß, Ella

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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon juppy » 17.12.2015, 14:35

Es gab mal das "Prefer PPS-2 Battery Phantom Power Supply" für 2 Mikrofone,
das mit einem 9 V-Block oder auch mit Netzteil 9 ... 12 V betrieben wird.

Auch wenn's nur ein Plastikgehäuse ist, bei mir hat das störungsfrei mit zwei
Schoeps CMC5x wie auch dem Schoeps KFM6 funktioniert.

Vielleicht daß man es gebraucht irgendwo günstig findet?
Bei ibäh wird derzeit keins angeboten. Zur Anschauung:

> http://www.worthpoint.com/worthopedia/p ... -512935443

Eine andere preiswerte Alternative, die ich nicht beurteilen kann:

> http://www.thomann.de/de/millenium_pp2b.htm

pkautzsch
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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon pkautzsch » 17.12.2015, 22:36

Den Vorgänger des genannten Thomann-Teils, damals nur mit Netzteil ohne Batteriebetrieb, habe ich mal ausprobiert und konnte mit Neumann, Schoeps und Oktava nichts Negatives feststellen.
Ist ganz interessant, zu dem Preis kriegt man hier nichtmal die Komponenten für den Eigenbau zusammen...

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Allen Wien
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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon Allen Wien » 28.01.2016, 00:16

Hallo!

Ich hatte während der letzten Wochen sehr viel zu tun, daher kam ich leider nicht dazu, zu antworten.

Ganz herzlichen Dank an alle, die mir zu meiner Frage antworteten und mir Tips zu meiner Suche gaben!

HG, Allen

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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon aseptisch » 29.01.2016, 15:31

Ich war auch mal nach der Suche nach einem Stereo-Speiseteil mit Batterie. Ich hatte mir das Ding von Millenium und ein ART Phantom 2 Pro von Artcessories kommen lassen, doppelt so teuer wie ersteres. Das Millenium fand ich extrem primitiv gearbeitet. Das Batteriefach schraubt man mit dem Schraubenzieher auf und wirft die 9-Volt-Blöcke in einen großen, ungestalten Leerraum, da fallen sie dann hin und her. Außerdem gehen alle Anschlüsse zu einer Seite, mir war das Vorne-Rein-Hinten-Raus sympathischer. Das ART ist etwas schwerer, glaube ich, aber kompakter. Und die Verarbeitung sprach dann auch dafür. Hörmäßig konnte ich nicht wirklich einen Unterschied feststellen, und spezielle Messgeräte habe ich nicht. Ich habe keinen Laufzeitvergleich gemacht, aber das ART mit nur einem 9-V-Block lief auch stundenlang, das genügt mir. Eine 12-V-Speisung wie beim Millenium brauchte ich nicht. Dann war mir der beleuchtete Schalter lieber. Außerdem heißt es beim Phantom 2 Pro so schön:

zur zuverlässigen Versorgung von einem oder zwei Kondensatormikrofonen mit sauberer 48-Volt Phantomspannung

Und tatsächlich war nach stundenlangem Betrieb nichts im Flusensieb. :lol:

Korrektur: Hab' gerade die Fotos gefunden. War doch nicht von Millenium, sieht aber verdammt ähnlich aus.
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Zuletzt geändert von aseptisch am 11.02.2016, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Batterie-Phantomspeiseteil

Beitragvon LoboMixx » 30.01.2016, 12:05

Bei mir landen im Flusensieb immer die falschen Töne :lol:

Das Art Phantom 2 Pro habe ich auch. Ich hatte es mir besorgt, weil mein Fostex-FR-2 Recorder tatsächlich Probleme mit der Spannungsversorgung bei einigen Mikrofonen hatte. Ich erinnere mich nicht mehr genau, welche Mikros das waren, vielleicht waren es die Oktavas. Das Fr-2 habe ich nicht mehr und kann es nicht mehr nachprüfen.
Aber das Art Phantom 2 Pro hat das Problem gelöst, es macht offensichtlich was es soll , und das zuverlässig. Die Verarbeitung ist gut. Aktuell nutze ich es zusammen mit dem Zoom H6 dessen XLR-Adapter für die Kanäle 1+2 (der nötig ist, wenn man ganz auf dessen andockbaren Mikros verzichten und auf allen Kanälen nur mit abgesetzten Mikrofonen arbeiten will). Dieser liefert nämlich keine Phantomspannung. Auch wenn man dann noch ein Teil mehr mitschleppen muss, bleibt diese Kombination immer noch ein "kleines Besteck", ideal z.B. für vergleichsweise unaufwändige Mitschnitte von Musikschul-Auftritten.

Gruß, Jürgen


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