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Smartphone als 2-Kanal Recorder

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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GerhardS
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Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon GerhardS » 29.09.2016, 14:47

Moin,

Zur Zeit ist bei mir ein 2-kanaliger Mic Preamp mit USB Anschluss zu Gast. Es ist der Steinberg UR22 MK2.
Ich hatte mir vor einiger Zeit mal Die App "Field Recorder" zum rumspielen auf meinem Smartphone installiert. (Oneplus One mit 64Gb)
Da kam mir die Idee mal die beiden miteinander zum Spielen zu bringen.
http://www.pfitzingervoicedesign.com/field_recorder/
Lief auf Anhieb. Man muss aber (war bei meinem Smartphone dabei) einen sogenannten USB OTG Adapter benutzen. Ausserdem sollte man in jedem Fall die externe Stromversorgung (über einen zusätzlichen Micro USB Anschluss an dem Steinberg UR22 MK2) benutzen da sonst das Interface heftig am Smartphone Akku nuckelt. Das geht entweder über ein Steckernetzteil oder ein Battery Pack.
Mit diesem Battery Pack (Hab ich mal bei Feinkost Albrecht gekauft) habe ich mehr als 4 Stunden kontinuierlich bei 96kHz Samplerate aufgenommen. und hatte dann immer noch mehr als 60% Akkukapazität beim Smartphone und ungefähr 75% bei dem Akkupack.
Bei dieser Aufnahme gab es nicht einen einzigen Aussetzer oder Störung. Soweit prima.
Aber: Die App kann zwar bis 96 kHz aufnehmen, ABER leider nur 16 Bit.
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LG
Gerhard

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HartmutPfitzinger
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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon HartmutPfitzinger » 09.10.2016, 17:06

Hallo an alle!

Ich oute mich mal als der Macher der App Field Recorder. Es freut mich zu erfahren, daß es mit dem Steinberg UR22 MK2 keine Probleme gibt, zumal der Vorgänger (kein "MK2") nicht lief, da er offenbar nicht "class-compliant" war. Glücklicherweise hat Steinberg das Problem beim MK2 behoben.

Ich möchte mich aber vor allem deswegen zu Wort zu melden, weil die fehlende Möglichkeit, wav-Dateien in 24-Bit zu speichern, sogar in Großbuchstaben kritisiert wird. Als Field Recorder konzipiert wurde (Herbst 2012), war es fast schon ein Skandal, nicht in mp3 zu speichern, sondern mit wav ein Dateiformat zu wählen, das einen 4.4mal höheren Speicherbedarf hat als die beste mp3-Qualität (44.1kHz*16Bit*2=1411kBit/s > 320kBit/s). Und das, obwohl Speicher in Smartphones damals sehr knapp war. Aber wir wollten die erste professionelle Aufnahme-App entwickeln in der Hoffnung, daß die Geräte mit der Zeit immer besser werden und mehr Speicher haben würden.

Heute, vier Jahre später, ist der Zeitpunkt da, an dem sogar nach 24 Bit gerufen wird. Daß die Dateien dadurch wiederum 1.5mal größer werden, ist in Anbetracht der Verdopplung durch 96kHz gegenüber 48kHz verschmerzbar, zumal MicroSD-Karten mit 128GBytes und mehr keine Seltenheit mehr sind.

Aber woher eigentlich sollen mehr als 16 gültige Bits kommen? Die eingebauten Kapseln sind aufgrund ihrer extrem kleinen Membranflächen physikalisch kaum dazu in der Lage. Aber auch bei Verwendung externer Mikrofone mit wesentlich besseren Kapseln haben die eingebauten A/D-Wandler große Probleme, wesentlich mehr als 90dB Dynamik zu erreichen.

Unter uns möchte ich meine ganz persönliche Meinung sagen und hier einmal das Xperia Z5 von Sony loben, die es völlig versäumt haben, die überragenden Audioeigenschaften ihres Geräts hervorzuheben. Tatsächlich hat Sony im Bereich Audioaufnahme mehrere Alleinstellungsmerkmale: 1) externe analoge Stereoeingänge, 2) eine dreistufige Eingangsverstärkungswahl, 3) ein sehr gutes externes Stereo-Mikrofon (STM-10).

Aber mehr als 16 Bit sind genaugenommen erst sinnvoll, seitdem Field Recorder externe USB Audio Interfaces unterstützt. Und selbst hier gibt es zahlreiche Geräte, deren digitaler 24-Bit-Strom nicht von 16 Bit Audiosignal plus 8 Bit Rauschen zu unterscheiden ist.

Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Geräte gekauft und unzählige Messungen durchgeführt. Letztlich wird es wohl auf ein neues USB Mikrofon hinauslaufen, das wir zur Zeit als Prototyp testen. Ich habe unten ein Bild angehängt, um einen Eindruck davon zu vermitteln. Es beherrscht eigentlich 192kHz/24Bit, aber wir "beschränken" uns auf 96kHz. Die 24 Bit aber verarbeitet Field Recorder schon und es ist klar, daß spätestens im nächsten Jahr wav-Dateien auch in 24 Bit gespeichert werden können.

Darf ich einmal die zwei Fragen zur Diskussion stellen,
1) ob so ein Gerät im Kugelschreiberformat mit austauschbaren Mikrofonköpfen (z.B. A/B-, X/Y-, M/S-, Originalkopf-Stereophonie, Line-Eingang) auf Interesse stößt und
2) ob statt 24 Bit auch ein Dateiformat von 16 Bit akzeptiert wird, wenn mittels Dithering und Noiseshaping eine A-bewertete Dynamik von über 100dB erreicht wird?

Schöne Grüße,
Hartmut Pfitzinger

FieldRecorder_USBmic_B.jpg
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Zuletzt geändert von HartmutPfitzinger am 13.10.2016, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon sleepytomcat » 10.10.2016, 14:47

Ich komme mit 16 Bit eigentlich immer gut zurecht.
Grundsätzlich sind kleine bis sehr kleine Mikrofone immer interessant weil damit immer auch unauffällige/verdeckte Einsätze, auch Ansteckverwendung, abgedeckt werden können.

Zur Größe sehe ich aber Probleme bei AB-Mikrofonierung: Für ein brauchbares AB ist ein Kapselabstand von 60-70 cm notwendig, um ausreichend Laufzeitunterschiede zu realisieren. Dann spielt die Größe der Kapseln nur noch eine geringe Rolle.

Für XY-Anordnungen sollte immer ein Kapselwinkelung von mindestens 120° vorgesehen sein. Ich bevorzuge für viele Aufnahmen sogar eine "Winkelung" von 180° (die Mikrofongehäuse mit ihren Kapseln liegen in einer Linie, die Kapseln übereinander). Daraus ergibt sich nach Sengpiel ein Aufnahmewinkel von 90° und damit ein Abstand von Klangkörper/2 zum Klangkörper, was sich durchaus bewährt hat.

MS-Anordnungen halte ich für die meisten Aufnahmen außerhalb des Rundfunkbetriebs für nicht erforderlich. Sie sind hinsichtlich des Aufnahmewinkels recht variabel und somit von räumlichen Gegebenheiten unabhängig. Ich kenne aber kaum Aufnahmesituationen, die bei Forderung nach Kohärenz und maximaler Richtungslokalisation nicht mit XY zu realisieren waren. Dabei brauche ich bei XY auch keine Matrifizierung.
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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon Wolfus » 10.10.2016, 15:57

Ich hätte noch eine kleine Anmerkung: Wie wäre die Option, im flac-Format zu speichern? Dann geht in der Regel der Platzbedarf um ca 50% zurúck, ohne Verlust (das L steht für Lossless).

M/S könnte in einem Punkt interessant sein: man kann das M als Kugel auslegen und hat den Bassbereich breitbandig aber ohne Nahbeprechungseffekt. Das Matritzieren kann die App im Prinzip bei modernen Prozessoren mit erledigen, denke ich mal ins Blaue.
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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon HartmutPfitzinger » 13.10.2016, 10:13

@sleepytomcat Anhand des Fotos kann man nur ahnen, daß da eine 3.5mm TRRS-Klinkenstecker-Verbindung zwischen dem Mikrofonkopf und dem USB Audio Interface besteht. Das gestattet auch, zwei Kapseln, die über einen Adapter an einem gemeinsamen 3.5mm-Stecker liegen, ans Interface anzuschließen und im 60cm-Abstand aufzustellen.

Warum TRRS und nicht einfach nur Stereo? Weil eine 5V Phantomspeisung auf die 4. Ader schaltbar ist. Sie sollte aber nicht grundsätzlich mittels zweier Widerstände auf die beiden Eingangsleitungen gehen, wie das so oft bei 3.5mm der Fall ist, damit die Eingänge nur mit den zwingend notwendigen Bauelementen bestückt werden müssen, da ihre Empfindlichkeit mittels eines programmierbaren Verstärkers um über 52dB veränderbar ist und für Line-Pegel, hochohmige Instrumente und auch unempfindliche Electret-Kondensatorkapseln geeignet sein soll.

Ein XY-Kopf ließe sich ggf. mit drehbaren Kapseln realisieren. Danke für den Hinweis.

MS hat aus meiner Sicht vor allem den Vorteil, daß die zentralen Schallquellen nicht unter den Unzulänglichkeiten des Kapselfrequenzgangs außerhalb ihrer Mittelachsen leiden müssen, was bei XY eigentlich grundsätzlich der Fall ist.

@Wolfus FLAC ist ein schönes Format, aber in der Enkodierung auch rechenintensiv. Wir würden das gerne realisieren, geben aber der Echtzeitbearbeitung des Signals mittels Aufnahmeequalizer, Limiter, Kompressor und Abwärtsexpander, Dithering und Noiseshaping die höhere Priorität.

Nochmal zu MS: In der Tat könnte unsere App Field Recorder die Matrizierung in Echtzeit bei der Aufnahme durchführen, aber vielleicht noch interessanter als Monitor- und Wiedergabeparameter realisieren, so daß man eines der möglichen Stereo-Ergebnisse schon während der Aufnahme mithören kann, aber die Datei M/S enthält und später im Studio noch anders bearbeitet werden kann.

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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon RainerG » 14.10.2016, 21:58

sleepytomcat hat geschrieben:
Für XY-Anordnungen sollte immer ein Kapselwinkelung von mindestens 120° vorgesehen sein. Ich bevorzuge für viele Aufnahmen sogar eine "Winkelung" von 180° (die Mikrofongehäuse mit ihren Kapseln liegen in einer Linie, die Kapseln übereinander). Daraus ergibt sich nach Sengpiel ein Aufnahmewinkel von 90° und damit ein Abstand von Klangkörper/2 zum Klangkörper, was sich durchaus bewährt hat.

MS-Anordnungen halte ich für die meisten Aufnahmen außerhalb des Rundfunkbetriebs für nicht erforderlich. Sie sind hinsichtlich des Aufnahmewinkels recht variabel und somit von räumlichen Gegebenheiten unabhängig. Ich kenne aber kaum Aufnahmesituationen, die bei Forderung nach Kohärenz und maximaler Richtungslokalisation nicht mit XY zu realisieren waren. Dabei brauche ich bei XY auch keine Matrifizierung.



Hallo sleepy,

Also ich habe mit M/S-Technik gute Erfahrungen. Auch "außerhalb des Rundfunkbetriebs" hat M/S durchaus seine Berechtigung.
Was Hartmut Pfitzinger schreibt - Zitat - : "MS hat aus meiner Sicht vor allem den Vorteil, daß die zentralen Schallquellen nicht unter den Unzulänglichkeiten des Kapselfrequenzgangs außerhalb ihrer Mittelachsen leiden müssen, was bei XY eigentlich grundsätzlich der Fall ist."
kann ich voll bestätigen. Und außerdem - darauf habe ich schon vor langer Zeit mal hingewiesen - ist M/S das einzige koinzidente Verfahren, bei dem ein Druckempfänger verwendet werden kann.
Theoretisch sind X/Y und M/S gleichwertig und ineinander überführbar. In der Praxis sieht es aber so aus, daß beide Verfahren unterschiedliche Klangbilder hinterlassen die sich mit der Ausführung des o.g. Zitates von H.Pf. begründen läßt.
Exakt gleichwertig wären beide Systeme dann, wenn die Richtcharakteristika in beiden Fällen dem mathematischen Ideal entsprächen, denn davon gehen die theoretischen Überlegungen der Ineinander-Überführbarkeit aus. Und auch bei noch so kleinmembranigen Kapseln ist dies nicht der Fall.

Und auch was bei X/Y den Winkel der Kapseln zueinander betrifft: Du erwähnst hier 120°. Auch dies hängt davon ab, welche Richtcharakteristik man einstellt. Wer z.B. ein SM 69 besitzt ist da sehr flexibel, weil es in feinen Stufen umschaltbar ist. Ich habe mit dem SM 69 schon Einstellungen gehabt, wie: 75° und 2 x Superniere - nehme ich gerne bei Solisten wenn es mehrere sind und diese in Stereo abgebildet werden sollen. Aber auch 2 x breite Niere habe ich mit dem SM 69 schon gehabt. Gerade dieses Mikrofon erfordert schon eine gewisse Erfahrung wenn man gute Ergebnisse erreichen will. Das klappt aber auf Anhieb nicht - auch bei mir klappte das nicht auf Anhieb.

Grüße
RainerG
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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon sleepytomcat » 15.10.2016, 16:16

Es war grundsätzlich nicht meine Absicht einen neuen Faden zum Thema XY vs. MS anzufangen…

Aber:

Ich will nicht abstreiten, dass die Kapselfrequenzgänge von Nieren-Mics bei seitlichem Schalleinfall gegenüber frontalem Schalleinfall durchaus verschieden ausfallen können. Auch ist die Charakteristik eines Mics nicht unabhängig von den aufzunehmenden Frequenzen. In meiner Praxis hat sich im "Erleben" einer Aufnahme weder bei mir, noch bei meinen Auftraggebern eine besondere Präferenz für MS gegenüber XY ergeben (wobei ich reines XY nur bei Problemräumen den Vorzug gebe).

Der für mich entscheidende Vorteil liegt nach wie vor alleine im Rundfunkbereich, wo eine Stereoaufnahme gesendet werden soll, aber auch auf Monoempfängern oder bei schlechten Funkübertragungsverhältnissen ein brauchbares Hörerlebnis bieten soll:

"Die MS-Kodierung ist grundlegend für die Übertragung von UKW-Stereo-Programmen. Hier wird auf dem UKW-Hauptband das Mittensignal, auf einem Nebenband das S-Signal übertragen. Das hat folgende Gründe:

Das Signal ist mit Mono-UKW-Empfängern problemlos abspielbar, sie ignorieren das S-Signal und haben ein einwandfreies Mono-Signal. Monokompatibilität, also Abwärtskompatibilität des Signals ist dafür Voraussetzung. Ist der Empfang für einen Stereoempfänger nicht gut genug, also der Übertragungsbereich eingeschränkt, kann dieser immer auf das stabilere M-Signal zugreifen." (zitiert aus Wikipedia)

Der scheinbare Vorteil der nachträglichen Basisabbildung ist marginal, wenn der Abstand des Hauptmikrofons zum Klangkörper richtig gewählt wurde; für den Fall einer XY-Anordnung ist sehr einfach aus den Visualisierungen von EBS (http://www.sengpielaudio.com/Visualization-EBS.htm) abzuleiten.

Das XY auch mit anderen Charakteristiken als Niere denkbar und möglich ist, ist unbestritten. Neben allen Varianten der Niere ist dabei auch die "8" mit im Spiel (dann ist es "Blumlein"). Dabei fällt die Kugel natürlich heraus.

Zur Erinnerung:

XY mit Nieren ergibt bei

60° einen Aufnahmewinkel von 242°
75° einen Aufnahmewinkel von 218°
90° einen Aufnahmewinkel von 195°
120° einen Aufnahmewinkel von158°
180° einen Aufnahmewinkel von 101°

Es ist also bei XY (mit Nieren) erst bei einer Winkelung von 120° möglich einen gewissen Abstand zum Klangkörper einzuhalten, um das Geschehen auf der Basis abzubilden. Bei allen kleineren Winkel muss das Hauptmikrofon in den Klangkörper hingestellt werden.

"Verwässere" ich die Nieren in Richtung breite Niere wird die Abbildung zunehmend "unscharf". Die Superniere nähert sich Blumlein.

Natürlich lässt sich eine gute Monoabbildung mit einen zusätzlichen Kugelmikrofon, zu XY zugemischt, erreichen.

Was bleibt ist die Problematik von Achter-Mikrofonen, insbesondere Bändchen-Konstruktionen.

Es soll in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass sich MS auch mit zwei Nieren (eine davon verpolt) und einer Kugel realisieren lässt: Das richtig gepolte Mic wird nach links gepant, das verpolte nach rechts, dass Mittenmic auf das Center gesetzt.
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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon RainerG » 16.10.2016, 11:55

Hallo "Kater" Sleepy,

In Deinen Ausführungen sind ein paar Denkfehler enthalten. Aber ich mache mal einen neuen Thread auf, weil sonst das eigentliche Thema dieses Threads zu sehr abschweift.

Grüße
RainerG
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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon Tomte » 25.07.2017, 16:11

Gibt es Neuigkeiten zu dem USB-Interface/Mikrofon? Auf der Homepage kann ich nichts dazu finden.

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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon HartmutPfitzinger » 21.12.2017, 16:20

Tomte hat geschrieben:Gibt es Neuigkeiten zu dem USB-Interface/Mikrofon? Auf der Homepage kann ich nichts dazu finden.

Da das Echo hier nicht besonders groß war, wollte ich niemanden nerven und hatte nicht mehr weiter berichtet. Die Hardware gibt es seit einiger Zeit und sie wird exklusiv nur von userer App unterstützt.

Ich habe schon von verschiedenen Leuten alles mögliche dazu gehört, von "Was so günstig ist, kann einfach keine gute Aufnahmequalität liefern" bis "Viel zu teuer". Aber diejenigen, die es benutzt haben, waren vor allem von der Rauscharmut angetan.

Die Geräte heißen SS07 http://optivelox.50webs.com/ss0x/ss07.html (das Audio-Interface mit zwei verschiedenen ansteckbaren Mikrofonköpfen oder fremden Stereomikrofonen) und SS08 http://optivelox.50webs.com/ss0x/ss08.html (ein Echtkopfmikrofon mit USB-Interface für Android und unsere App).

PS.: Da der Hersteller in Italien sitzt, könnte ich so etwas wie eine Sammelbestellung organisieren, falls es daran Interesse geben sollte.

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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon aseptisch » 22.12.2017, 13:49

Ich denke mal, ein gewisses technisches Interesse gibt es hier bei einigen, weil es interessant sein kann, was es so alles gibt. Aber an den meisten hier im Forum geht dieses Produkt bezüglich Kaufinteresses vermutlich komplett vorbei. Ich persönlich nehme gelegentlich gerne mit einem OKM II und Zoom H5 auf, um Originalkopf-Eindrücke von Raumakustiken zu sammeln, oder im Live-Konzert auch mal was aufzunehmen. (Nur Klassik.) Die Originalkopf-Videos auf der Produktseite des SS08 scheinen mir allerdings irgenwie sehr höhenlastig.

Habe ich das richtig auf der Produktseite verstanden, dass MIC2 und MIC3 so kleine Dinger sind, die gegenüberliegend jeweils eine Kapsel mit Kugelcharakteristik haben? Das wäre ja ziemlich unsinnig, und der Ton im Werbevideo ist dann auch sicher nicht mit dem Ding entstanden, weil das Video nämlich nach Stereo klingt. Ich würde eher vermuten, dass das nicht "omnidirectional" sind, also das Produktdatenblatt falsch. Kann das sein?

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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon juppy » 23.12.2017, 13:21

aseptisch hat geschrieben:Ich denke mal, ein gewisses technisches Interesse gibt es hier bei einigen, weil es interessant sein kann, was es so alles gibt.
Aber an den meisten hier im Forum geht dieses Produkt bezüglich Kaufinteresses vermutlich komplett vorbei.

Ich fand die Idee, ein smartphone als Recorder zu nutzen, auch sehr interessant.
Allerdings ordne ich dies ebenfalls mehr in die Kathegorie "homerecorder" ein.
Meine Bedenken in Bezug auf Arbeitstauglichkeit fängt mit den Minianschlüssen,
deren Stabilität zweifelhaft ist, an und endet nicht bei dem Medium selbst.
Dort, wo eine Aufnahme nicht wiederholbar ist (z.B. Konzertmitschnitt), käme
für mich nur Equipment in Frage, das ausschließlich seinen einzigen Zweck zu
erfüllen hat.

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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon Tonzauber » 23.12.2017, 17:38

Es gibt seit einiger Zeit von DPA ein Smartphone-Interface, "d:vice", das den Anschluss von zwei DPA Miniaturmikrofonen erlaubt.
Damit lassen sich schon durchaus ordentliche Aufnahmen machen, wenn man will.
Preislich ist man dann aber auch schnell jenseits der 1000 Euro angelangt (wenn man die Mics dazurechnet...)

http://www.dpamicrophones.com/microphones/dvice
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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon HartmutPfitzinger » 24.12.2017, 12:47

aseptisch hat geschrieben:Ich persönlich nehme gelegentlich gerne mit einem OKM II und Zoom H5 auf

Das OKM II spielt qualitativ in einer ganz anderen Liga, als das SS08 und vor allem das SS08P, das so geringes Eigenrauschen hat, wie ich es nur von rauscharmen Großmenbranen kenne. Meine eigenen OKM II hatte ich schnell wieder abgegeben, das Rauschen war unerträglich.

aseptisch hat geschrieben:Die Originalkopf-Videos auf der Produktseite des SS08 scheinen mir allerdings irgenwie sehr höhenlastig.

Ich habe nicht den Eindruck, dass die SS0x-Serie höhenlastig ist. Aber ich habs auch noch nicht ausgemessen.


aseptisch hat geschrieben:Habe ich das richtig auf der Produktseite verstanden, dass MIC2 und MIC3 so kleine Dinger sind, die gegenüberliegend jeweils eine Kapsel mit Kugelcharakteristik haben?

Ja.

aseptisch hat geschrieben:Das wäre ja ziemlich unsinnig. [...] Ich würde eher vermuten, dass das nicht "omnidirectional" sind, also das Produktdatenblatt falsch. Kann das sein?

"Unsinnig" ist ein starkes Wort. Die Kapseln sind "omnidirektional", aber mit 1cm Durchmesser gilt das natürlich nicht für hohe Freuqenzen. Und auf einem Rundkörper mit 2cm Durchmesser gilt es auch schon für mittelhohe Frequenzen nicht mehr. Man nehme

http://www.sengpielaudio.com/Visualization-AB.htm

und setze die Mikrofonbasis auf 0.015m und den Achsenwinkel auf 180° und die Richtcharakteristik in guter Näherung auf "Breite Niere", dann kann man schon glauben, daß die Aufnahmen mit diesen Mikroköpfen gemacht wurden.

juppy hat geschrieben:Dort, wo eine Aufnahme nicht wiederholbar ist (z.B. Konzertmitschnitt), käme
für mich nur Equipment in Frage, das ausschließlich seinen einzigen Zweck zu
erfüllen hat.

Für mich früher auch. Aber ich habe schon so oft mit beidem gleichzeitig aufgenommen und die Smartphone-lösung mit USB war immer gleichwertig, aber viel kleiner. Für mich ist der eigentliche Witz, dass ich eben mal einen Strassenmusikanten oder eine Atmo aufnehmen kann, ohne immer mein großes Equipment dabeihaben zu müssen. Das SS07 passt wie mein Smartphone in eine Innentasche.

juppy hat geschrieben:Meine Bedenken in Bezug auf Arbeitstauglichkeit fängt mit den Minianschlüssen,
deren Stabilität zweifelhaft ist

Ja, mir sind im Leben auch massenweise 3.5mm-Klinkenstecker und -Buchsen ausgefallen. Der Einwand ist berechtigt. Aber ich nutze meine beyerdynamic DT-Serie seit Jahren nur noch mit den 3.5mm-Adaptern und das ganz ohne Probleme. In allen 6.3mm Kopfhörerbuchsen stecken bei mir Adapter auf 3.5mm.

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Re: Smartphone als 2-Kanal Recorder

Beitragvon juppy » 24.12.2017, 16:13

HartmutPfitzinger hat geschrieben:Das OKM II spielt qualitativ in einer ganz anderen Liga, als das SS08 und vor allem das SS08P, das so geringes Eigenrauschen hat, wie ich es nur von rauscharmen Großmenbranen kenne. Meine eigenen OKM II hatte ich schnell wieder abgegeben, das Rauschen war unerträglich.

Vom OKM gibt/gab es mehrere Versionen.
Eine Serie ist gut gewesen, danach wurden vor allem die Herstellungskosten "optimiert".

HartmutPfitzinger hat geschrieben:
aseptisch hat geschrieben:Das wäre ja ziemlich unsinnig. [...] Ich würde eher vermuten, dass das nicht "omnidirectional" sind, also das Produktdatenblatt falsch. Kann das sein?

"Unsinnig" ist ein starkes Wort. Die Kapseln sind "omnidirektional", aber mit 1cm Durchmesser gilt das natürlich nicht für hohe Freuqenzen. Und auf einem Rundkörper mit 2cm Durchmesser gilt es auch schon für mittelhohe Frequenzen nicht mehr. Man nehme

http://www.sengpielaudio.com/Visualization-AB.htm

und setze die Mikrofonbasis auf 0.015m und den Achsenwinkel auf 180° und die Richtcharakteristik in guter Näherung auf "Breite Niere", dann kann man schon glauben, daß die Aufnahmen mit diesen Mikroköpfen gemacht wurden.

Die "gute Näherung auf breite Niere" mag bei Frequenzen von vielleicht oberhalb der 6 Khz beginnen.
Das Mikrofon erinnert mich entfernt an Trennkörpermikrofone wie die Kugelfläche oder "Klara" ...
Allerdings sind die Trennkörper hier deutlich größer und damit auch wirksamer.

Dieses Stereomikrofon stellt in meinen Augen eine deutliche Einschränkung dar.

Deshalb sehe ich das Smartphone nur dann als Alternative zu einem Recorder, wenn es mit einem
USB-Interface ergänzt wird, bei dem ich freie Mikrofonwahl habe und an das ggf. sogar ein Mischpult
angeschlossen werden kann.

HartmutPfitzinger hat geschrieben:
juppy hat geschrieben:Dort, wo eine Aufnahme nicht wiederholbar ist (z.B. Konzertmitschnitt), käme
für mich nur Equipment in Frage, das ausschließlich seinen einzigen Zweck zu
erfüllen hat.

Für mich früher auch. Aber ich habe schon so oft mit beidem gleichzeitig aufgenommen und die Smartphone-lösung mit USB war immer gleichwertig, aber viel kleiner. Für mich ist der eigentliche Witz, dass ich eben mal einen Strassenmusikanten oder eine Atmo aufnehmen kann, ohne immer mein großes Equipment dabeihaben zu müssen. Das SS07 passt wie mein Smartphone in eine Innentasche.

juppy hat geschrieben:Meine Bedenken in Bezug auf Arbeitstauglichkeit fängt mit den Minianschlüssen,
deren Stabilität zweifelhaft ist

Ja, mir sind im Leben auch massenweise 3.5mm-Klinkenstecker und -Buchsen ausgefallen. Der Einwand ist berechtigt. Aber ich nutze meine beyerdynamic DT-Serie seit Jahren nur noch mit den 3.5mm-Adaptern und das ganz ohne Probleme. In allen 6.3mm Kopfhörerbuchsen stecken bei mir Adapter auf 3.5mm.

Bei meinen Bedenken habe ich weniger die Kopfhöhrerbuchse im Blick als viel mehr den USB-Port.
Ich habe schon zu viele Ausfälle oder Wackelkontakte sowohl bei den Apple-Ports wie auch bei den
USB-Anschlüssen der Android-Telefone.

Für die "Tuchel klein"-Steckverbindungen wird in den Datenblättern eine Lebenserwartung von
500 Steckzyklen angegeben. Dabei sind diese Stecker weitaus stabiler als diese murkeligen
Händie-Steckverbindungen.


Eine Frage, ich ich nirgendwo beantwortet fand:

Was passiert, wenn während der Aufnahme das Smartphone angerufen wird?


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