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Wartung von Mikrofonen

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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Rottenroll
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Wartung von Mikrofonen

Beitragvon Rottenroll » 29.10.2016, 10:59

Wie im LowCut-Thread bereits angedroht, eröffne ich mal aus aktuellem Anlass ein neues Thema. (hab keine Lust auf Hausputz 8-) )

Jüngst hat sich erstmalig in meiner "Karriere" ein Mikrofon während eines Konzertmitschnittes verabschiedet. (die mir jahrelang treue Dienste leistenden Elation KM201) Zum Glück erst am Ende des Konzertes und "nur" ein Kanal der Stereostütze des Chores. Beim Hauptmikrofon wäre das ziemlich ätzend gewesen, aber wem sage ich das…. Die Kapsel hatte laut Techniker von Digital Audio Service den Geist aufgegeben. Nun meine Frage: Macht es Sinn, regelmässig seine Hauptmikros checken/warten/säubern zu lassen? Insbesondere meine ca. 7 Jahre alten KM 183 aber auch meine geliebten C414 kommen mir da in den Sinn, da dies i.d.R. meine Hauptmikros sind.

Eine Anfrage bei Neumann Berlin wurde mir richtig nett telefonisch beantwortet: Kostet mich für drei KM183 ca. 200,- und beinhaltet wohl Überprüfung und Reinigung des Mikrokorbes. Das Reinigen der Membran würde bei Kugeln wohl nicht funktionieren, weil quasi geschlossenes System. Macht diese Wartung trotzdem Sinn??

Wie handhabt ihr das mit Euren Schätzchen?

Herzlichste Grüße & Danke
Ingo

Ich schmeiss dann wohl doch mal den Staubsauger an….

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alex
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Re: Wartung von Mikrofonen

Beitragvon alex » 29.10.2016, 12:31

Rottenroll hat geschrieben:Macht diese Wartung trotzdem Sinn??

Das hängt ganz vom Zustand des Mikrofons ab. Die beste Prophylaxe ist trockene, staubfreie Lagerung (z.B. in Plastiktüte mit Silicagel, manche nehmen auch Kondome dafür).

Ob man eine Reinigung selber durchführen kann, hängt vor allem davon ab, wie viel man von der speziellen Mikrofonbauform versteht. Es gibt Kapseln, die durch Reinigen blitzschnell ruiniert sind, andere sind da robuster.

Vorsicht ist vor allem beim hochohmigen Teil der NF-Schaltung geboten, hier baut ein Unkundiger oft mehr Störquellen ein als er je beseitigen könnte.

Bei manchen Kondensatormikrofonen aus den 1970-80er Jahren schlagen inzwischen mehr und mehr die damals oft verbauten Tantal-Elkos durch. Das hat nicht selten eine vergleichbare akustische Wirkung wie eine Kapsel mit Isolationsproblemen.

Grüße, alex
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RainerG
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Re: Wartung von Mikrofonen

Beitragvon RainerG » 29.10.2016, 13:14

alex hat geschrieben:Bei manchen Kondensatormikrofonen aus den 1970-80er Jahren schlagen inzwischen mehr und mehr die damals oft verbauten Tantal-Elkos durch. Das hat nicht selten eine vergleichbare akustische Wirkung wie eine Kapsel mit Isolationsproblemen.

Grüße, alex



Hallo Ingo,

Was Alex hier schreibt, habe ich bei einem Neumann-KM86 mal gehabt und zwar ein Sieb-Elko der Polarisationsspannung. Ich habe dafür einen gewöhnlichen Elko kleinster Bauform als Ersatz verwendet - geht einwandfrei.

Früher hatte ich auch mal Probleme mit einer Kapsel eines SM 69 (dieses Mikrofon hat die gleichen Kapseltypen wie das U87). Gerade diese Kapsel neigt konstruktionsbedingt zu Isolationsproblemen die sich dann durch Krachen und Blubbern äußern. Habe dann die Kapseln austauschen lassen. Das tritt dann auf, wenn Staub auf die Kapsel kommt und dieser Staub dann feucht wird. Die Firma Neumann macht das so, daß sie die Kapsel mit einem weichen Pinsel mit destilliertem Wasser abwascht und dann mit einem Löschblatt einfach abtrocknet. Das hat mir Herr Peus von der Fa. Neumann mal gesagt.
Allerdings würde ich das auch nicht selbst machen.

Ich lege seit Jahren auch Silikagel-Säckchen in meine Mikrofonkoffer. Habe bis jetzt nie wieder Probleme gehabt.
Ansonsten kann ich sagen, daß es äußerst selten vorkommt, daß mal eines meiner Kondensatormikrofone irgendwelchen Ärger macht. Habe meine Neumann seit 1977. Außer daß einmal ein FET kaputt war, dann das oben mit dem Elko und dem Kapseltausch beim SM 69 hatte ich nie Probleme mit den Neumann. Bei den Schoeps hatte ich einmal ein Pfeifton drauf (vermutlich vom internen Gleichspannungswandler - selbst Herr Wuttke hatte dafür keine Erklärung). War aber dann plötzlich wieder verschwunden und ist auch nicht mehr aufgetaucht.

Grüße
RainerG
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Re: Wartung von Mikrofonen

Beitragvon Rottenroll » 29.10.2016, 13:50

Hallo ihr beiden

Danke auch für die Infos an dieser Stelle. Also unterm Strich: Trocken und staubfrei lagern, Silikagel in die Schachteln und gut ist. Die 200,- für Überprüfung etc spare ich mir dann einfach mal

Eines der besagten Elation Mikros habe ich tatsächlich selber mal gereinigt, so wie Rainer es beschrieben hat. Feiner Pinsel, Aqua dest usw. Hat sehr gut funktioniert. Da kam man auch ganz gut an die Membrane ran. Ich werde mich aber hüten, sowas bei den Neumännern zu machen….. Die Russendinger mussten das aber einfach mal aushalten :lol:

Sonniges WE wünsche ich!
Ingo

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Re: Wartung von Mikrofonen

Beitragvon juppy » 29.10.2016, 20:53

Meine SCHOEPS sende ich alle paar Jahre zur Inspektion zum Hersteller,
unter anderem auch deshalb, weil diese meine "Arbeitspferde" sind.
Beim letzten Mal lagen die Kosten pro Stück bei ca. 100 €.

Bei Kleinmembranmikrofonen verzichte ich lieber darauf, die Kapseln
oder gar das ganze Mikrofon zu zerlegen.

In Bezug auf die Lagerung haben die Kollegen schon alles gesagt.

Im Einsatz nutze ich oft einen Schaumi als Schutz bei Sängern wie auch
bei den Streichern, wenn das Mikrofon nahe am Instrument aufgestellt
wird, um einer Verschmutzung durch das Kolophonium von den Bögen
vorzubeugen.


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