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Auratone

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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Wilfried
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Re: Auratone

Beitragvon Wilfried » 20.01.2017, 19:11

UweL hat geschrieben:Echt, ihr unterhaltet alle einen passenden Aufnahmeraum für Orchester und Bigbands? Respekt.


Nö, nur für Sprachaufnahmen. 12 qm Sprecherraum und 8 qm Regie.
Klassisches Trennscheibenstudio halt. :blbl:
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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hafi69
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Re: Auratone

Beitragvon hafi69 » 21.01.2017, 00:04

aseptisch hat geschrieben:
hafi69 hat geschrieben:Es gibt ganz offensichtlich einfach keine Muster-Realität die sich nachbilden ließe, egal ob Raumakustik oder Lautsprecher-System.
Das ist vollkommen sicherer Fakt. Damit ist jeder Versuch, seine Arbeit auf absichtlich minderwertigen Abhören beurteilen wollen [...] verlorene Zeit und erschwert es nachhaltig, die richtigen Entscheidungen zu treffen. :opa:

Für meinen Geschmack ist es etwas zu kategorisch, jeden Versuch als verlorene Zeit zu bezeichnen.

Das wäre mir auch zu kategorisch. Deshalb habe ich nirgendwo so etwas propagiert. :mrgreen:


(Fast) jeder, der irgend etwas, das keine Maßanfertigung ist, in größeren Stückzahlen auf den Markt bringen will, trifft (vermutlich) Annahmen über die wahrscheinliche Verwendung und/oder die wahrscheinlichen Käufer. Kaum jemand wird einen Aschenbecher, ein Getränk, eine Winterjacke oder eine Reise ausschließlich so gestalten, dass sie unter idealen Bedingungen perfekt ist. Eine Reise, die in einer regenreichen Region von Dauersonne ausgeht, wird nicht sehr erfolgreich sein, so toll sie bei Sonne auch sein mag.

Ich würde eine Winterjacke aber keinesfalls im Gebirge oder Schnee produzieren, sondern unter für mich reproduzierbaren, idealen Bedingungen.
Genau hier liegt der Hund begraben und nur so funktioniert diese Allegorie.

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hafi69
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Re: Auratone

Beitragvon hafi69 » 21.01.2017, 00:16

UweL hat geschrieben:
hafi69 hat geschrieben:Dann wäre an Deiner Argumentation interessiert die die meine anficht:
Inwiefern gibt es denn die mustergültige Consumer-Abhörsituation eventuell doch??


Habe ich tatsächlich etwas von "mustergültiger Consumer-Abhörsituation" geschrieben?

Geschrieben habe ich, dass ich zu Kontrollzwecken mal den Mono-Schalter betätige, mal vor vor die Tür gehe und und auch mal auf einfache Boxen schalte. Mehr nicht. Alles andere ist freie Interpretation.


...und nutze auch mal sehr schlichte Böxchen, um zu kontrollieren, wie die Mischung auf einfachem Equipment klingt.


Warum willst Du wissen wie Deine Mixe auf "einfachem Equipment" klingen? Was ist denn das überhaupt?
Du suggerierst Dir selbst dass "schlichte Böxchen" Deine Arbeit irgendwie kompatibler mit der undefinierbaren Schnittmenge
von allerwelts-Hörsituationen machen; ich erkläre das dies genau in die falsche Richtung führt.
Da gibt es keinen Anlass zur Interpretation. :mrgreen:

manjak
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Re: Auratone

Beitragvon manjak » 21.01.2017, 12:52

Moyn Zusammen,

erstens mal denke ich, dass eine aufnahme auf einer guten Anlage auch zwingend gut klingen muss. Zweiter Schritt ist, dass es auch auf nicht so guten Systemen akzeptabel klingen sollte. In keinem Fall sollte das umgekehrt sein!

In meinem Häuschen habe ich neben meinem Monitorsystem noch weitere 5 Stereoanlagen von 500 bis 20.000 euro, auf denen ich die Aufnahmen mal abspielen kann; natürlich auch mal auf den Plärrern am PC im Büro oderin einem meiner Autos. Und natürlich muss dann auch mal der ein oder andere Kopfhörer für einen klein Check herhalten und das darf nicht nur der High End Studiokopfhörer sein.

Wenn ich manchmal bei freunden zu Besuch bin und mir anöhre: "ich habe mir gerade einenSpitzenkopfhörer für 19,90 euro gekauft, klingt echt gut", oder "willst Du mal meine neue Stereoanlage hören, hat komplett stolze 799 euro gekostet und klingt wirklich fantastisch", verkneife ich mir dazu einen kritischen Kommentar und Denke, wozu macht man sicheigentlich diese Arbeit? Die Leute haben weder das Gehör, noch das Equipment das wirklich zu würdigen. Und wenn dann mal jemand dabei ist, der wirklich etwas geld in die Hand genommen hat, sind das oft genug die Typen, die eine Pikoloflöte nicht vom Kontrabaß auseinanderhalten können.

Trotzdes möchte ich eine Arbeit abliefern, die bei all denen die entweder das notwendige Gehör und / oder die passende Technik haben um das würdigen zu können, entsprechend geschätzt wird. Und deshalb denke ich, dass unterschiedliche Abhörmöglichkeiten einfach zu dem Handwerkszeug eines Tontechnikers gehören sollten.

Viele Grüße
Manfred
Viele Grüße
Manfred

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Re: Auratone

Beitragvon RainerG » 23.01.2017, 13:04

Hallo Kollegen,

Ich habe den Thread mit verfolgt und vieles - sehr vieles erscheint auch plausibel. Trotzdem ist es ein Thema was nie enden will, so oft auch schon darüber diskutiert wurde.
Meine Meinung dazu:
Ich bin der Ansicht, daß wir neben der "Qualitätsabhöre" keine zusätzliche "Minderwertabhöre" brauchen. Ich möchte mal den (mir sonst immer hinkenden) Vergleich machen mit der Video- und Fototechnik:
Jeder ist sich darüber klar, daß man zur Beurteilung der Bildqualität und Farbechtheit von Videoproduktionen einen farb-kalibrierten Monitor braucht. Ebenso wird keiner seine Fotos mit einer getönten Brille auf Farbechtheit beurteilen.
Die Fernseher zu Hause sind doch nicht präzise farbkalibriert (?) - ganz davon abgesehen, daß jeder Zuschauer sich das Bild nach seinem Geschmack einstellt. Kein Bildrgieseur einer Fernsehproduktion käme auf den Gedanken, einen Feld-Wald-Wiesen-Fernseher als Monitor zu benutzen.
Komisch aber: Beim Ton werden die abstrusesten Philosophieen vertreten wie denn abgehört werden soll.
Wenn eine Musikaufnahme über eine hochwertige Studioabhöre (sauber eingemessen und akustisch optimierter Regieraum setze ich hier voraus) gut klingt, dann muß sie auf einer billigen Küchenquäke noch lange nicht gut klingen. Warum auch?
Ich hatte mal vor Jahren einen Kunden, dem ich eine große Aufnahme gemacht hatte mit Chor und Orchester. Als er sie zu Hause auf seiner Anlage abgehört hatte, sagte er, daß es an manchen Stellen Verzerrungen auftraten. Ich habe ihn dann mal bei mir hören lassen und siehe da: Keine Verzerrungen hörbar! Darauf sein Argument: "Ja, aber wer hat denn schon solch hochwertige Lautsprecher?" Ich kann mir nicht anders helfen: Aber wenn ich eine hochwertige Arbeit abliefern will - und das gilt für alles, egal ob Audio-, Video- oder sonstige Alltagserzeugnisse - dann brauche ich eben Präzisionswerkzeuge.
Wenn ich ein Werkstück aus Metall anfertige das eine Präzision voraussetzt, die ich nur mit der Mikrometerschraube überprüfen kann, dann brauche ich keinen Zollstock mehr um zu überprüfen ob es maßhaltig ist, nur weil der Endkonsument nur über einen Zollstock verfügt.
Ist es nicht so, daß sich viele Hörer zu Hause mit oftmals minderwertigen Abhöre oder eine auf "Badewannenfrequenzgang" eingestellte High-End-Abhöre die Ohren im Laufe der Jahre so verbildet haben, daß sie es überhaupt nicht mehr gewohnt sind zu ertragen wenn es "richtig" klingt und dann das Ergebnis als "es klingt Scheiße" zu bezeichnen?
Soviel von meiner Seite zu diesem Thema.

Grüße
RainerG
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Re: Auratone

Beitragvon tillebolle » 23.01.2017, 14:19

RainerG hat geschrieben:Ich bin der Ansicht, daß wir neben der "Qualitätsabhöre" keine zusätzliche "Minderwertabhöre" brauchen. Ich möchte mal den (mir sonst immer hinkenden) Vergleich machen mit der Video- und Fototechnik:
Jeder ist sich darüber klar, daß man zur Beurteilung der Bildqualität und Farbechtheit von Videoproduktionen einen farb-kalibrierten Monitor braucht. Ebenso wird keiner seine Fotos mit einer getönten Brille auf Farbechtheit beurteilen.
Die Fernseher zu Hause sind doch nicht präzise farbkalibriert (?) - ganz davon abgesehen, daß jeder Zuschauer sich das Bild nach seinem Geschmack einstellt. Kein Bildrgieseur einer Fernsehproduktion käme auf den Gedanken, einen Feld-Wald-Wiesen-Fernseher als Monitor zu benutzen.
Komisch aber: Beim Ton werden die abstrusesten Philosophieen vertreten wie denn abgehört werden soll.


Auch wenn ich Dir grundsätzlich zustimme, hinkt dieser Vergleich insofern, als dass der minderwertige Lautsprecher einem Monitor mit deutlich eingeschränktem Farbraum entsprechen würde. Ich vermute, dass der Bildingenieur solche Monitore zumindest simuliert.

Das Problem ist doch, dass einige Instrumente Grundtöne bis runter zu 41Hz erzeugen (http://www.sengpielaudio.com/FrequenzbereichMusikinstrumente.pdf) (okay, Orgel sicher noch tiefer), diese Auratone-Dinger aber nur bis 75Hz wiedergeben können. Also ist es schon sinnvoll zu prüfen, ob von dem Bass noch was übrigbleibt, wenn unter 75Hz nix mehr kommt. Das Gehirn lässt sich ja wunderbar betuppen, indem es den Residualton für den gar nicht vorhandenen Grundton hält, aber dafür müssen die entsprechenden Obertöne auch vorhanden sein.

Allerdings finde ich, dass es dafür keiner zusätzlichen Hardware bedarf, ein Hochpass reicht auch.

Update: Ich glaube, "Residualton" ist nicht ganz der Effekt, den ich meine. Ich meine das psychoakustische Phänomen, dass man bei einem periodischen Signal mit, sagen wir, 50Hz den Grundton wahrnimmt, obwohl er im Spektrum gar nicht vorhanden ist (z.B. bei hochfrequenten Einstreuungen aus Phasenaschnittsteuerungen) /Update.

Viele Grüße
tillebolle
Zuletzt geändert von tillebolle am 24.01.2017, 11:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auratone

Beitragvon aseptisch » 23.01.2017, 14:58

Der Röhrenfernseher ist bei Video sozusagen das, was bei Audio das Mono-Gerät ist … Meine Eltern mussten irgendwann einen FullHD-Fernseher kaufen, weil sie den klein geschriebenen Spielstand bei Fußball und die Punktetabelle beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson, wie ich so gerne anachronistisch sage, nicht mehr lesen konnten. Die Fernsehanstalten waren sich wohl zumindest bewusst, dass sie einige Zuschauer durch zu hohe Anforderungen außenvor ließen.

Aber zurück zur Abhöre: Hat denn mal jemand wenigstens ein einziges ganz konkretes Beispiel, was man an einer Aufnahme tun kann, so dass es auf minderwertigerem Equipment besser, ohne dass man auf höchstwertigem etwas vergibt? Vielleicht irgendwas im Bereich interferierender tiefer Frequenzen, oder unter Ausnutzung der Tatsache, dass man sich nach kurzer Zeit mit dem Ohr auf den etwas anderen Gesamtklang einer Aufnahme adaptiert oder irgendwas anderes? Oder muss man tatsächlich unweigerlich etwas opfern auf dem Weg zum Hörer mit mittelmäßigem Equipment?

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Re: Auratone

Beitragvon Tonzauber » 23.01.2017, 15:11

tillebolle hat geschrieben:Auch wenn ich Dir grundsätzlich zustimme, hinkt dieser Vergleich insofern, als dass der minderwertige Lautsprecher einem Monitor mit deutlich eingeschränktem Farbraum entsprechen würde. Ich vermute, dass der Bildingenieur solche Monitore zumindest simuliert.


Da wird garnix simuliert. Da gibt es einen Waveform Monitor, da sieht man ob man sich innerhalb der Normen bewegt was die "Aussteuerung" der Farbsignale betrifft, der Rest wird am kalibrierten Monitor beurteilt.
Wenn das Bild dort ausgeglichen ist, wird es auch auf schlechten Bildschirmen im rahmen deren Wiedergabemöglichkeit gut dargestellt.

Genauso ist es mit Audio - ich kann nix dafür dass das Breitbandchassis des Küchenradios nur zwischen 250hz und 5khz widergibt und es eine Überhöhung bei 350Hz aufgrund seltsamer Resonanzen gibt.
Das kann ich in meinem Mix nicht berücksichtigen, denn im Autoradio schaut das schon wieder ganz anders aus.

Das viel größere Problem dass wir Audioleute haben ist, dass es vergleichsweise einfach ist einen Bildschirm in Farbe und Dynamik zu kalibrieren. Ein Audio-Wiedergabesyste (incl. Raum) wird jedoch nie absolut linear sein. D.h. wir kämpfem primär gegen die Unzulänglichkeiten des eigenen Arbeitsmaterials und kompensieren natürlich immer diese mit.
Deswegen lohnt es sich schon auf mehreren, unterschiedlichen Abhören hineinzuhören.
Aber bestimmt nicht um die Aufnahme auf schlechte Lautsprecher hin zu optimieren.
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Wolfus
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Re: Auratone

Beitragvon Wolfus » 23.01.2017, 15:46

Das Einzige, was man eventuell mit den kleinen Breitbändern etc. sinnvoll gegentesten kann, ist ein übertriebener Bass, der durch Überforderung auf den Systemen Verzerrungen produziert. Andererseits: bei sinnvoller (nicht zu geringer) Abhörlautstärke fällt das bei ordentlichen Monitoren auch auf.

Am Anfang ist mir der genannte Fehler wirklich mal auf die Art aufgefallen. Das ist allerdings lange her.
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)


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