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winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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Simpel
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winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon Simpel » 29.03.2017, 18:55

Moin.

Wenn ich mich beim EB-Dreh an ein fremdes Pult ranhängen möchte dann ist mir deutlich wohler mit einer DI-Box mit Ground-Lift dazwischen. So fällt im Zweifel nur der Beschaller bei 230V Phase auf Gehäuse o.ä. um. Die DI-Box, die ich habe, ist relativ wuchtig (der BSS-Nachbau von Behringer) und schwer.
Nun dachte ich mir aus Neutrik-Modulen selber was zu bauen. Allerdings ist der NTE1 1:1-Übertrager, der von der Größe wohl passt, nur bis 1,15V ausgelegt und ich brauche ja mindesten 1,55V und hätte damit noch nicht mal ne Reserve. (Was die Ein- und Ausgangsimpedanzen dazu bedeuten müsste mir außerdem nochmal jemand erklären.) Nun gibt es noch den NTL1, der als Line-Übertrager ausgelegt ist (jedoch auch das 8-fache kostet), der ist aber scheinbar zu groß, um ihn in die Neutrik-Module zu setzen.

Nun habe ich immerhin den Cordial CLT1 (https://www.thomann.de/de/cordial_clt_1 ... trager.htm) gefunden, aber der hat leider eine Verbindung im Schirm. Weiß jemand, ob man das Ding aufbekommt und den Schirm selber durchtrennen kann?

Richtig sicher bin doch aber auch erst, wenn das Gehäuse nicht durchverbunden wäre. Da komme ich wohl nicht drum rum, mir ein extra (kurzes) XLR-Kabel mitzunehmen, bei dem ich weiß, daß Schirm und Gehäuse keine Verbindung haben, oder?
Bei einem Selbstbau könnte ich den Neutrik SM2/2 Schalter dazwischensetzen, der scheint mir (gehäusemäßig) komplett aus Plastik zu sein.

Hat jemand einen Tipp, welchen Übertrager ich nehmen könnte, der ausreichend elektrisch dimensioniert wäre und in die Module passt?
Gruß, Conrad

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RainerG
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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon RainerG » 29.03.2017, 21:27

Hallo Conrad,

Das Thema "Übertrager" bzw. DI-Box hatten wir ja schon öfter hier und ich habe da auch in der Vergangenheit einiges dazu geschrieben. Aber ich wiederhole es trotzdem auch noch zum approx. 134ten mal :-) , denn Übertrager falsch eingesetzt oder/und falsch dimensioniert können einem ganz schön das Ergebnis versauen. Die Anhänger der Hifi-Religion lehnen ja permanent Übertrager als "Klangfresser, -zerstörer" (oder andere Phantasiebezeichnungen) ab - aber nur deshalb weil sie nur von Halbwissen und Halbwahrheiten die ihnen andere Halbwisser und sonstige audiophile Wahrheitssucher eingetrichtert haben, nachplappern.
Diese Kabelübertrager wie sie in dem Thomann-Link abgebildet sind, lehne ich auch grundsätzlich ab, denn die können aufgrund ihrer Baugröße keine qualitativ hochwertige Übertragung gewährleisten weil sie zu klein sind. Und von der Gefahr der Erdungsschleifen mal ganz abgesehen.
Wenn von vornherein fest steht, daß hohe Pegel zu erwarten sind UND daß tiefe Frequenzen verzerrungsfrei übertragen werden müssen, dann braucht man für den Übertrager eine gewisse Mindestgröße. Denn auch hier schenkt uns die Physik nichts: Große Pegel und tiefe Frequenzen erfordern hohe Induktivitäten der ÜT-Wicklungen und dies bedingt einen gewissen Mindestkernquerschnitt und eine gewisse Mindestwindungszahl. Auch die magnetische Kopplung der prim.- und sek.-Wicklung bestimmt die obere Grenzfrequenz. Und dies ist von der Wicklungsgeometrie abhängig die bei den kleinen Winzlingen wie z.B. Kerngröße EI 19 (mehr paßt nicht in ein XLR-Rohrgehäuse) niemals erreichbar ist. In wieweit die Symmetrieanforderungen von Belang sind, ist ein anderes Thema, da müssen nicht immer höchste Anforderung gestellt werden.
Man sollte hier wirklich nicht an Kosten sparen, denn gute ÜT's sind nun mal teuer.
Ich habe mich bei bestimmten Konzertveranstaltungen die parallel vom HR aufgezeichnet wurden, hin und wieder an den Ausgang des Ü-Wagens dran gehängt. Hierzu benutze ich ein ÜT-Paar mit 1:1-Übersetzung. Die ÜT's habe ich in einem Kunststoffgehäuse eingebaut und Eingangs- und Ausgangsbuchsen sind galvanisch völlig getrennt. Brummschleifen können da nicht mehr entstehen. Ich schlage Dir folgenden ÜT-Typ vor: "RK 281/5" von Haufe. Der kann Pegel bis zu 22 dBu (entpr. 10V eff.) verkraften und zwar bis runter auf 20 Hz! , ist Mu-Metallgeschirmt (Gehäusedurchmesser 40 mm, Höhe 26 mm) und hat eine Schirmwicklung zwischen Primär- und Sekundärkreis und auch die Symmetrieanforderungen entsprechen den Vorgaben des IRT-Pflichtenheftes 3/5. Spannungsfestigkeit 500 V. Nimm davon 2 Stück und baue sie in ein kleines Kunststoffgehäuse ein, XLR-Anschlüsse dran und fertig. Das gibt keine Brummschleifen und die Übertragungsqualität ist einwandfrei!

Wenn da in den Prospektangaben bei Thomann steht. "600 Ohm : 600 Ohm" dann ist das entweder komplett Unsinn (weil viele einfach noch an der antiquierten 600-Ohm-Technik hängen und noch nicht zur Kenntnis genommen haben, daß die moderne Studiotechnik mit Spannungsanpassung arbeitet und nicht mit Leistungsanpassung), oder es ist tatsächlich so, daß der Übertrager nur dann seine optimale Qualität (vor allem hinsichtlich Frequenzgang und Klirrfaktor !!!) entfaltet wenn er tatsächlich an 600 Ohm Quell- und 600 Ohm Lastwiderstand betrieben wird.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen!


Ach - noch ein Tip: Der genannte Haufe-ÜT hat sekundärseitig sogar eine Mittelazapfung (bzw. 2 gleiche Wicklungshälften). Dadurch ist es möglich - wenn man 2 mal 3 Übertrager verwendet, sog. "Phantomkreise" zu realisieren und man dann über 2 ganz normale XLR-3-Kabel sogar 3 unabhängige Kanäle schicken! - wie früher in der Fernmeldetechnik.
Den ÜT auf der ankommenden Seite muß man dann allerdings invers betreiben, was aber bei 1:1 nicht weiter problematisch ist. Die ÜT sind von der Symmetrie so gut, daß man sogar ein Videosignal über den Phantomkreis leiten kann - mache ich bei meiner Kdo-Anlage so, geht prima!
Grüße
Rainer G
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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon juppy » 29.03.2017, 23:43

RainerG hat geschrieben:Das Thema "Übertrager" bzw. DI-Box hatten wir ja schon öfter hier und ich habe da auch in der Vergangenheit einiges dazu geschrieben. Aber ich wiederhole es trotzdem auch noch zum approx. 134ten mal :-) , denn Übertrager falsch eingesetzt oder/und falsch dimensioniert können einem ganz schön das Ergebnis versauen. Die Anhänger der Hifi-Religion lehnen ja permanent Übertrager als "Klangfresser, -zerstörer" (oder andere Phantasiebezeichnungen) ab - aber nur deshalb weil sie nur von Halbwissen und Halbwahrheiten die ihnen andere Halbwisser und sonstige audiophile Wahrheitssucher eingetrichtert haben, nachplappern.

Hallo Rainer,

das Thema "Übertrager" wird auch noch ein 135stes Mal auftauchen, auch
aus den von Dir oben angeführten Gründen der falschen Dimensionierung.

Die Datenblätter äußern sich selten zu den richtigen Betriebsbedingungen,
NEUTRIK macht da keine Ausnahme, auch wenn sie sich auf den erste Blick
als preiswerte Alternative anzubieten scheinen.

Deshalb ist Deine Haufe-Empfehlung auch für mich ein willkommener Tip.
:idea: :!:

Moritz
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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon Moritz » 30.03.2017, 00:34

Diese Empfehlung kommt mir auch gerade recht. Weißt du zufällig, wo man den entsprechenden Übertrager her bekommt, Rainer? Meine Internetsuche verlief leider unerwartet erfolglos.

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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon hafi69 » 30.03.2017, 08:14


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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon Wilfried » 30.03.2017, 08:25

Haufe gibt's nur bei Haufe:
http://www.communiqueate.com/haufe/index.php/induktivitaeten/anpassungsuebertrager.html

Nur der Vollständigkeit halber. Man kann Audiosignale auch optisch trennen. :opa:
Jedoch wird's damit nicht einfacher, billiger oder hörbar besser im Vergleich zu dem genannten Übertrager von Haufe. :oops:
Hab' sowas mal gebastelt (mit unsymmetrischen Eingängen und Ausgängen). Unterlagen dazu hier falls du mal richtig was basteln möchtest.: https://www.elektormagazine.de/labs/optically-isolated-unbalanced-audio-line-level-amplifier

ELV hat ein Fertiggerät. Ebenfalls mit unsymmetrischen Eingängen und Ausgängen.

Eine weitere Quelle hochwertiger Übertrager ist "Pikatron" :idea:
Auch die gibt es nur vom Hersteller selbst: http://www.pikatron.de/produkte/audio-uebertrager/
Beide Hersteller sind übrigens in Usingen angesiedelt. Pikatron hat sich irgendwann von Haufe abgespaltet.
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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon RainerG » 30.03.2017, 12:58

Moritz hat geschrieben:Diese Empfehlung kommt mir auch gerade recht. Weißt du zufällig, wo man den entsprechenden Übertrager her bekommt, Rainer? Meine Internetsuche verlief leider unerwartet erfolglos.



Hallo Moritz (und ander Suchende!)

Du kannst die Übertrager direkt bei Haufe bestellen. Kostet natürlich als Einzelstück mehr als wenn z.B. die Fa. Lawo 100 Stück anfertigen läßt. Ich lasse mir grundsätzlich die Übertrager von Haufe oder auch von Pikatron nach meinen Vorgaben bauen. Und man bekommt auch bei den beiden genannten Firmen das vollständige Datenblatt.
Manche Übertragertypen (wie z.B. der genannte Haufe-ÜT) sind solche die für Firmen wie Lawo, Neumann, ANT etc. angefertigt wurden und deren Daten ich von daher kenne.

Wer von Euch Netztrafos nach Kundenwunsch braucht, dem kann ich auch aushelfen: Ich habe im Radius von <20 km um meinen Wohnort 3 Trafohersteller (meine ehemalige Lehrfirma und zwei "Abtriftige" davon, der eine ist der Schwager des Firmengründers, der andere ein Lehrkollege von mir!).

Ach nochwas: Eine ebenfalls sehr bekannte Firma für hochwertige Übertrager ist die Firma Sedlbauer (www.sedlbauer.de). Die fertigen z.B. die ganzen Fernleitungsübertrager wie die bekannten "NFlÜ"-Typen.
Die NFLÜ-Übertrager sind zwar angegeben mit 300 Hz...3,4 kHz, aber dies gilt nur dann, wenn sie unter den Betriebsbedingungen betrieben werden wie z.B. eine Telefon-Fernleitung. Ansonsten lassen sie sich auch durchaus für Anwendungen im Studiobereich verwenden. Habe hier z.B. den NFLÜ 325 in einem Gerät drin, der schafft locker 16 Hz...20 kHz bei Pegeln bis 22 dBu!

Grüße
RainerG
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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon stefan » 02.04.2017, 21:49

der Vollständigkeit halber - es gibt auch Spezialisten für Audio-Übertrager in Schweden:

http://www.lundahl.se

(incl. Shop auf der Website)

Grüsse
Stefan
---------------------------------------
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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon manjak » 02.04.2017, 22:04

RainerG hat geschrieben:die bei den kleinen Winzlingen wie z.B. Kerngröße EI 19 (mehr paßt nicht in ein XLR-Rohrgehäuse) niemals erreichbar ist. In wieweit die Symmetrieanforderungen von Belang sind, ist ein anderes Thema, da müssen nicht immer höchste Anforderung gestellt werden.
Man sollte hier wirklich nicht an Kosten sparen, denn gute ÜT's sind nun mal teuer.
Grüße
Rainer G


Moyn Rainer,

ist das jetzt so zu verstehen, dass Kleinmembranmikrofone die Übertrager verwenden, klanglich "Schrott" sind? Ich habe gerade mal geschaut und gesehen, dass meine Audiotechnica AT4051b solche Übertrager verwenden, ich die Mikrofone aber klanglich ausgesprochen gut finde. Oder dienen hier die Übertrager nur für die Symetrierung des Signals, was dann unkritisch ist. Und wie ist das bei z.B. Shure KSM141 oder Neumann KM141, die ich ebenfalls sehr gern einsetze, weil ich die vom Klang her ebenfalls sehr gut finde.

VG Manfred
Viele Grüße
Manfred

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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon RainerG » 02.04.2017, 22:40

manjak hat geschrieben:Moyn Rainer,

ist das jetzt so zu verstehen, dass Kleinmembranmikrofone die Übertrager verwenden, klanglich "Schrott" sind?........ Und wie ist das bei z.B. Shure KSM141 oder Neumann KM141, die ich ebenfalls sehr gern einsetze, weil ich die vom Klang her ebenfalls sehr gut finde.

VG Manfred


Hallo Manfred,

Die in den Mikrofonen verwendeten ÜT's sind zwar auch sehr klein - also kleiner Kernquerschnitt - aber: Die Pegel die aus der Kapselschaltung kommen sind ebenfalls sehr klein und daher besteht die Gefahr von Sättigungsverzerrungen nur bei solchen Pegeln, die ohnehin schon weit über den sonst bei Musik - selbst bei lauten Pop-Sängern - üblichen Pegeln liegen.
Wenn man mal folgende Rechnung aufmacht:
Ein KM 84 hat ein Feldbetriebsübertragungsfaktor von ca. 10 mV/Pa. 1 Pa entsprechen einem Schallpegel von 94 dBSPL. Bei Schallpegeln von 134 dBSPL (= 40 dB über 94 dBSPL) wären es dann 1 V die aus dem ÜT kommen. Und 134 dBSPL ist etwa der Schallpegel eines Flugtriebwerks in 1m Abstand! Das KM 84 ist bei diesem Pegel angegeben mit 0,5 % Klirrfaktor.
Freilich, wenn ein Ton mit 40 Hz und 134 dBSPL auftritt (aber wann ist das schon mal der Fall?) wird es natürlich kritisch!.

Das ganz allgemeine Problem bei allen Übertragern sind nicht die Frequenzen im mittleren Frequenzbereich, sondern die tiefen Frequenzen bei hohen Pegeln. Die magnetische Flußdichte steigt proportional mit der Spannung und umgekehrt proportional mit der Frequenz an.
Die Formel für die "Windungszahl pro Volt" lautet: 10E8 / (4,44 x f x B x A). Wobei f die Frequenz, B die magnetische Induktion und A der Kernquerschnitt ist. Die 4,44 ergibt sich aus 2 x pi x f x 1,41.
Wie man sieht: Die Frequenz und der Kernquerschnitt stehen im Nenner des Bruchs. Ebenso die magnetische Flußdichte (magn. Induktion). Läßt man für die magnetische Induktion hohe Werte von 12000 Gauß (= 1,2 Tesla) zu wie bei Netztrafos üblich, dann braucht man wenig Windungen und hat dementsprechend niedrige Induktivität (und natürlich auch entsprechend hoher Leerlaufstrom).
Bei Übertragern sind 1,2 Tesla aber schon extrem viel und man liegt da schon weit im Sättigungsbereich des Eisens. Also muß man wesentlich geringere Felddichten wählen. Mu-Metall z.B. - und solches benutzt man bei Übertragern die sehr kleine Pegel übertragen müssen - ist schon bei 0,8 T gesättigt! Läßt man hier zur Sicherheit nur 0,6T zu, braucht man schon die doppelte Windungszahl wie bei einem vergleichbar großen Netztrafo.
Aus meiner Erfahrung mit dem Bau von Röhrenendstufen braucht man für einen Ausgangsübertrager etwa die 4....5-fache Kerngröße wie für einen Netztrafo gleicher Leistung. Beispiel: Kommt man bei einen Netztrafo von 150 VA mit einem Kern der Größe M102/54 aus, braucht man für einen Ausgangstrafo gleicher Leistung einen Kern EI150/62 ! wenn man sicher stellen will, daß auch bei 30 Hz noch keine Sättigungsverzerrungen auftreten sollen. Da ist allerdings Mu-Metall nicht geeignet, weil hier hohen Pegel auftreten (bei einem Röhrenverstärker mit 2 x EL 34 oder 2 x EL 156 in der Enstufe enstehen bei Fullpower durchaus 1000 V effektivwert!). Daher gilt:
Bei kleinen Pegeln: Kerne hoher Permeabilität - bei großen Pegeln: Kerne niedriger Permeabilität. Das hat mir Herr Haufe mal gesagt.
Zusammenfassend nochmal: Kritische Größen zu Festlegung der Übertragergröße: Ermittlung des maximalen Pegels und der tiefsten Frequenz die zu erwarten ist.
Im Mikrofon geht das gerade noch mit EI 19 oder ähnlich, bei Line-Pegeln reicht ein EI 19 nicht mehr aus. Da sind Ringkerne mit ca. 40 mm Durchmesser oder Mantelkerne der Größe M 42 oder gar M 55 durchaus angebracht.

Noch ein Nachtrag (hatte das Posting schon abgeschickt): Was noch problematisch ist bei sehr kleinen Übertragern: Durch die sehr dünndrähtigen Wicklungen entsteht auch eine verhältnismäßig hohe Wicklungskapazität. Dies kann bei Mikrofonen wie z.B. ein KM 84 durchaus Probleme bereiten wenn ein sehr langes Kabel angeschlossen ist. Dann können Resonanzstellen im Frequenzgang auftreten die durchaus stören können.

Mfg
RainerG
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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon manjak » 03.04.2017, 19:03

RainerG hat geschrieben:[ie in den Mikrofonen verwendeten ÜT's sind zwar auch sehr klein - also kleiner Kernquerschnitt - aber: Die Pegel die aus der Kapselschaltung kommen sind ebenfalls sehr klein und daher besteht die Gefahr von Sättigungsverzerrungen nur bei solchen Pegeln, die ohnehin schon weit über den sonst bei Musik - selbst bei lauten Pop-Sängern - üblichen Pegeln liegen.
Wenn man mal folgende Rechnung aufmacht:
Ein KM 84 hat ein Feldbetriebsübertragungsfaktor von ca. 10 mV/Pa. 1 Pa entsprechen einem Schallpegel von 94 dBSPL. Bei Schallpegeln von 134 dBSPL (= 40 dB über 94 dBSPL) wären es dann 1 V die aus dem ÜT kommen. Und 134 dBSPL ist etwa der Schallpegel eines Flugtriebwerks in 1m Abstand! Das KM 84 ist bei diesem Pegel angegeben mit 0,5 % Klirrfaktor.
Freilich, wenn ein Ton mit 40 Hz und 134 dBSPL auftritt (aber wann ist das schon mal der Fall?) wird es natürlich kritisch!.


OK, aber Trompeten oder Becken, beispielsweise die Hi Hat, die man durchaus sehr nah abnimmt, können solche Pegel dann ja durchaus bringen, wobei da eher keine Frequenzen im Bereich um 40 hz auftreten werden, was also unkritisch wäre.

Und bei meinen Audiotechnica, die 20mv / PA machen und bis 148 DB Grenzschalldruck vertragen, kommen dann ja Pegel von über 8v raus. Klirrfaktor soll da aber auch nicht höher sein als bei den KM84. 8v sind dann ja aber schon eher im Bereich eines Line-ei-/Ausgangs.

RainerG hat geschrieben:[Das ganz allgemeine Problem bei allen Übertragern sind nicht die Frequenzen im mittleren Frequenzbereich, sondern die tiefen Frequenzen bei hohen Pegeln. Die magnetische Flußdichte steigt proportional mit der Spannung und umgekehrt proportional mit der Frequenz an.
Die Formel für die "Windungszahl pro Volt" lautet: 10E8 / (4,44 x f x B x A). Wobei f die Frequenz, B die magnetische Induktion und A der Kernquerschnitt ist. Die 4,44 ergibt sich aus 2 x pi x f x 1,41.
Wie man sieht: Die Frequenz und der Kernquerschnitt stehen im Nenner des Bruchs. Ebenso die magnetische Flußdichte (magn. Induktion). Läßt man für die magnetische Induktion hohe Werte von 12000 Gauß (= 1,2 Tesla) zu wie bei Netztrafos üblich, dann braucht man wenig Windungen und hat dementsprechend niedrige Induktivität (und natürlich auch entsprechend hoher Leerlaufstrom).
Bei Übertragern sind 1,2 Tesla aber schon extrem viel und man liegt da schon weit im Sättigungsbereich des Eisens. Also muß man wesentlich geringere Felddichten wählen. Mu-Metall z.B. - und solches benutzt man bei Übertragern die sehr kleine Pegel übertragen müssen - ist schon bei 0,8 T gesättigt! Läßt man hier zur Sicherheit nur 0,6T zu, braucht man schon die doppelte Windungszahl wie bei einem vergleichbar großen Netztrafo.
Aus meiner Erfahrung mit dem Bau von Röhrenendstufen braucht man für einen Ausgangsübertrager etwa die 4....5-fache Kerngröße wie für einen Netztrafo gleicher Leistung. Beispiel: Kommt man bei einen Netztrafo von 150 VA mit einem Kern der Größe M102/54 aus, braucht man für einen Ausgangstrafo gleicher Leistung einen Kern EI150/62 ! wenn man sicher stellen will, daß auch bei 30 Hz noch keine Sättigungsverzerrungen auftreten sollen. Da ist allerdings Mu-Metall nicht geeignet, weil hier hohen Pegel auftreten (bei einem Röhrenverstärker mit 2 x EL 34 oder 2 x EL 156 in der Enstufe enstehen bei Fullpower durchaus 1000 V effektivwert!). Daher gilt:
Bei kleinen Pegeln: Kerne hoher Permeabilität - bei großen Pegeln: Kerne niedriger Permeabilität. Das hat mir Herr Haufe mal gesagt.
Zusammenfassend nochmal: Kritische Größen zu Festlegung der Übertragergröße: Ermittlung des maximalen Pegels und der tiefsten Frequenz die zu erwarten ist.
Im Mikrofon geht das gerade noch mit EI 19 oder ähnlich, bei Line-Pegeln reicht ein EI 19 nicht mehr aus. Da sind Ringkerne mit ca. 40 mm Durchmesser oder Mantelkerne der Größe M 42 oder gar M 55 durchaus angebracht.

Noch ein Nachtrag (hatte das Posting schon abgeschickt): Was noch problematisch ist bei sehr kleinen Übertragern: Durch die sehr dünndrähtigen Wicklungen entsteht auch eine verhältnismäßig hohe Wicklungskapazität. Dies kann bei Mikrofonen wie z.B. ein KM 84 durchaus Probleme bereiten wenn ein sehr langes Kabel angeschlossen ist. Dann können Resonanzstellen im Frequenzgang auftreten die durchaus stören können.

Mfg
RainerG


Und "Die 4,44 ergibt sich aus 2 x pi x f x 1,41." Diese Formel, aus der sich 4,44 ergibt, kann ichnicht nachvollziehen! 2 x PI ist 6,28 x 1,41 (klingt nach Wurzel aus 2) macht 8,8548. Dann müsste f = 0,5 sein. Aber was ist hier f? Die Frequenz???

VG Manfred
Viele Grüße
Manfred

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Re: winzige DI-Box für Linesignale aus Sicherheitsgründen

Beitragvon RainerG » 03.04.2017, 23:37

manjak hat geschrieben:

Und bei meinen Audiotechnica, die 20mv / PA machen und bis 148 DB Grenzschalldruck vertragen, kommen dann ja Pegel von über 8v raus. Klirrfaktor soll da aber auch nicht höher sein als bei den KM84. 8v sind dann ja aber schon eher im Bereich eines Line-ei-/Ausgangs.


Das ist durchaus möglich, aber was bei 40 Hz und solchen hohen Pegeln passiert, davon wird in den technischen Daten nichts gesagt, denn der Klirrfaktor wird immer nur bei 1000 Hz gemessen. Da ist auch bei den KM 84 keine Angabe gemacht.


manjak hat geschrieben:Und "Die 4,44 ergibt sich aus 2 x pi x f x 1,41." Diese Formel, aus der sich 4,44 ergibt, kann ichnicht nachvollziehen! 2 x PI ist 6,28 x 1,41 (klingt nach Wurzel aus 2) macht 8,8548. Dann müsste f = 0,5 sein. Aber was ist hier f? Die Frequenz???


Du hast recht: ich habe dabei versehentlich ein Faktor zu viel drin:! Die "2" muß weg - also "1,41 x pi x f" muß es heißen (also statt "2" , Wurzel aus 2). Ich habe damals (das war noch während meiner Lehrzeit wo ich Trafo-BV's erstellt habe) auch lange gerätselt woher die 4,44 rühren, weil es ja immer die Kreisfrequenz ist mit der man rechnet und in den Büchern die ich über Trafos habe ist es auch nicht direkt hergeleitet. (Ich mag diese "halb ausgerechneten Formeln" nicht). Bis ich dann darauf kam, daß bei allen Berechnungen von Netztrafos mit dem Effektivwert gerechnet wird und nicht mit dem Spitzenwert, sonst würde man nach der in meinem vorigen Posting angegebenen Formel für die Windungen/Volt eine um den Faktor Wurzel 2 zu geringe Windungszahl bekommen. Man muß da schwer aufpassen, da kann man sich leicht vertun.

Übrigens: Habe kürzlich aus einem ausgemusterten Ü-Wagen des HR ein paar Fernleitungsübertrager erstanden vom Typ "LÜ 81" von Sedlbauer. Die sind erstklassig! Die schaffen locker von 16 Hz....20 kHz +/- 0,5 dB bei Pegeln von +22 dBu. Erst bei über 40 kHz fallen die dann merklich ab. Sind natürlich von der Baugröße so groß wie die NFlÜ's.
Für Hochpegelanwendungen - wenn man z.B. von einem FOH-Menschen das Signal aus der Summe abnimmt - bestens geeignet.

Grüße
RainerG

P.S.:
Da wird gerade ein NFlÜ 327 angeboten: Wer ihn sich holen will und ihm 65 € nicht zu viel sind - Holt ihn euch, bevor er weg ist. http://www.ebay.de/itm/Sedlbauer-NFLU-3 ... Ciid%253A1
Die Dinger sind wirklich hervorragend gut auch wenn da angegeben wird 300 Hz....3,4 kHz. Die schaffen durchaus 30 Hz...20 kHz bei der in der Studiotechnik üblichen Spannungsanpassung - und hohe Pegel!
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