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Langzeiterfahrungen mit selbstgebrannten CD's

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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manjak
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Re: Langzeiterfahrungen mit selbstgebrannten CD's

Beitragvon manjak » 03.03.2018, 17:27

Tonzauber hat geschrieben:So kategorisch würde ich das nicht sagen, dass nur Festplatten in Frage kommen.

Die aktuelle Iteration von LTO beispielsweise packt als LTO10 bis zu 48 TB unkomprimiert auf eine Kassette, komprimiert bis zu 120TB, bei Schreibgeschwindigkeiten von 1,1 GB/sec (unkomprimiert) bis zu 2,8 GB/sec (komprimiert).
Da kann man schon ein, zwei Aufnahmen sichern.


Moyn Georg,

klar gibt es immer noch Sicherungsverfahren mit Bändern. Die Frage ist aber, was macht im Einzelfall Sinn. Die von dir beschriebenen Systeme schaffen die angegebenen Datendurchsatzmengen nur, wenn man sie über die integrierten Schnittstellen, also SATA oder SARS betreibt.Bei USB ist der Datendurchsatz deutlich geringer. LTO sehe ich deshalb in Unternehmen wenn dort entsprechende Serverfarmen mit hohen Datenmengen zum Einsatz kommen und man entsprechende Datensicherungskonzepte fährt. Also am ersten eines Monats erfolgt ein Vollbackup und dann an jedem Tag ein Differenzbackup. Inkrementelle Backups habe ich nie für sinnvoll gehalten und deshalb auch niemandem empfohlen.

Zudem hat Moritz das problem vonStörungen über Magnetfelder angesprochen. Davor sind Bänder auchnicht geschützt. Vor kurzem habe ich meine alten Datenbänder gelöscht. Zwei Mal über die Entmagnetisierdrossel gezogen und die Daten waren weg. Datensicheerungsbänder und Festplatten müssen halt auch entsprechend gelagert werden. Bei starken Magnetfeldern gibt es mit beiden Medien Probleme.

Schlußendlich muss man sich fragen, was praktikabel ist. Will ich LTO wirklich ausnutzen, brauche ich ein integriertes Laufwerk und bin damit zur Sicherung meiner Daten auf ein stationäres System angewiesen. Externe Festplatten, wie z.B. My Passport, kann ich an jedem Rechner über USB betreiben und ich habe davon inzwischen einige liegen, die ich seit vielen Jahren ohne probleme und Ausfälle nutze. Bei der Aufnahmesitzung kann ich entweder einen Speicherstick oder eine kleine HD an den Aufnahmerechner anschließen und davon eine Sicherung ziehen. Bei LTO habe ich zu meinem notebook ein weiteres Gerät dabei, was zugegeben bei dem ganzen Kram den man da mitschleppt kaum ins Gewicht fällt. , aber ich denke, je weniger, desto besser. .

Und will ich die Daten auf unterschiedlichen Systemen nutzen, muss ich schauen, wie ich die Daten von dem Rechner mit dem Laufwerk auf den anderen Rechner bekomme. Entweder per Netzwerk oder wiederum gleich über eine kleine HD als zwischenspeicher. 50 oder mehr GB über ein 100MBIT-LAN zu kopieren ist im übrigen keine Freude, das dauert mal eben 2 Stunden. .

Bänder haben auch das Problem, dass der Zugriff in der Regel recht lange dauert, wobei da meine Erfahrungen von den alten Systemen mit DTL oder DAt sind. Da mag es bei LTO Verbesserungen gegeben haben, aber wenn ich die Daten haben will, muss das Band spulen und das dauert entsprechend lange. Wenn ich dann mal etwas darauf lösche und andere Sachen einfüge, kenne ich das Problem, das die Daten fagmentiert auf dem Band liegen und dann dauert es ewig, bis man die Daten zur Verfügung hat, weil das System ständig spult um die Daten auszulesen. .

Und für LTO muss ich mich dann für ein System entscheiden und regelmäßig Datenbänder kaufen, die, so wie ich das gesehen habe, auch nicht gerade günstig sind.

Ich denke, dass für die meisten Einsatzfälle die Sicherung auf einer externen HD der bessere Weg ist, so ausgeklügeln die neuen Bandsicherungssysteme auch sein mögen.

VG Manfred
Viele Grüße
Manfred

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manjak
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Re: Langzeiterfahrungen mit selbstgebrannten CD's

Beitragvon manjak » 03.03.2018, 17:33

Tonzauber hat geschrieben:wobei jedes mal Einschalten die Festplatte dem Tod ein bisschen näher bringt.
Am besten ist durchlaufen lassen.


Moyn Georg,

durchlaufen lassen ist nur dann sinnvoll, wenn es Serverfestplatten für den 7/24 Betrieb sind, die also dafür ausgelegt sind 24 Stunden 365 Tage im Jahr zu laufen. in vielen externen Festplattensystemen werden solche HDs aber nicht verbaut. Diese sollte man dann in Betrieb nehmen, wenn man sie braucht. Ich habe hier externe Platten seit 15 Jahren im Einsatz und habe da keinerlei Probleme obwohl die häufiger mal angeklemmt worden sind. .

VG Manfred
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Re: Langzeiterfahrungen mit selbstgebrannten CD's

Beitragvon Tomte » 07.03.2018, 12:08

Neben all den genannten Sachen ist noch zu ergänzen, dass eine weitere Gefahr durch Viren/Trojaner/Ransomware absolut ernst zu nehmen ist. Auch daher sind externe Backuplösungen, die nur zum Kopieren/Aktualisieren angeschlossen werden, wichtig.

prinzipal
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Re: Langzeiterfahrungen mit selbstgebrannten CD's

Beitragvon prinzipal » 15.07.2018, 01:18

kleiner Tipp: ich hatte mal eine Festplatte die verharzt war, zum laufen bekommen, indem ich eine Klangschale draufstellte.... Die Schwingungen beim Startvorgang halfen dem Motor durchzustarten (so peu a peu) und nach mehreren Anläufen schaffte es dei Platte komplett zu starten. Hat mit viel Geld erspart und ich musste ob der New Age Behandlung sehr grinsen;-))

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Re: Langzeiterfahrungen mit selbstgebrannten CD's

Beitragvon tillebolle » 16.07.2018, 18:24

Möglicherweise ist ja die M-Disc die Lösung, mit einer versprochenen Speicherdauer von 1000 Jahren. Wenn alles gut geht werden wir nicht mehr verifizieren können, ob das Ding hält was es verspricht. :mrgreen:

Muss nur noch einer ein M-Disc-kompatibles Lesegerät entwickeln, das in 1000 Jahren noch funktioniert.

Gruß
tillebolle
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Re: Langzeiterfahrungen mit selbstgebrannten CD's

Beitragvon Wolfus » 17.07.2018, 15:41

Bei 3Sat gab es dazu eine meiner Meinung nach gut gemachte Dokumentation "Backup für die Nachwelt".

Das sage ich nicht (nur), weil auch in meiner Arbeitsstelle dazu gefilmt wurde. :-)

Das dauerhafteste Verfahren, das vorgestellt wurde, waren durch Laser eingebrannte Punkte in Quarz. Auslesen geht, sobald jeman ein Mikroskop hat, notfalls von Hand.

Dafür würde ich jetzt aber weder Festplatte noch Flash-Speicher wegwerfen.

Die korrekte Antwort zum Stand der Technik für dauerhaftes Aufbewahren von Informationen am Schluss war: viele (auch örtlich) verteilte Kopien mit Prüfsummen.
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)


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