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Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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RainerG
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Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon RainerG » 14.03.2018, 11:29

Hallo Kollegen,

Es klingt schon fast trivial, über das Thema einen (neuen) Thread zu starten. Aber es geht um Sicherheit im Umgang mit elektrischen Anlagen. Unser neuer Kollege Chris_newtone76 hat gefragt nach "Power Conditioner". "Sauberer Strom" von denen Hifideliker häufig reden (und glauben, daß dies einen hörbaren Einfluß hätte) ist nicht das Thema. Jedes hochwertige, professionelle Audiogerät wird auf hochfrequente Störungen aus dem Netz erst gar nicht mit Störungen - und schon gar keine hörbaren - reagieren. Blitzschutz und Überspannungsschutz halte ich allerdings durchaus für berechtigt. Wenn ich an einen Tag im vorigen Jahr denke als morgens ein heftiges Gewitter über unsere Stadt erging: Die ganze Uhrenanlage in unserer Kirche fiel daraufhin aus und es mußte ein Total-Rest gemacht werden, alle Läuteprogramme neu eingegeben werden und das Schlagwerk wieder neu eingestellt werden.
Tonzauberer Georg hat das Stichwort "Erdnagel" - auch gel. "Erdspieß" genannt - erwähnt. pkautzsch erwähnt den PRCD-S. Alle diese Dinge haben nicht nur ihre Berechtigung, sondern sollten für jeden von uns genauso zur "Pflichtausstattung" gehören wie Mikrofone und Aufnahmegeräte. Bei den Ü-Wagen des Rundfunks ist überall ein Erdspieß vorhanden.
Auch eine regelmäßige Überprüfung des Zustandes der Netzkabel sollte selbstverständlich sein. Beschädigte Netzkabel nicht reparieren sondern entsorgen.
Es ist manchmal geradezu unglaublich, wie leichtsinnig mit "elektrischem Strom" umgegangen wird. Wenn ich nur noch daran denke wie unsere Studenten manchmal verfuhren in den Praktika... da ging mir manchmal die Maschinenpistole im Geiste los...: da wurden Stecker offen auf den Labortisch gelegt (auch wenn nur Kleinspannung von 12 V anlag), da kamen manche die Bildmonitore als Sitzbank benutzt haben und dies im eingeschalteten Zustand, Wassergläser und Plätzchenkästen standen auf den Geräten herum. Zum Glück war ich nicht dabei, sonst hätte ich denen stehenden Fußes den Hauptschalter des Labor ausgeschaltet!
Manchmal wundert man sich, daß da bei Licht-Einschalten nicht irgendwo noch das Wasser läuft...

Jedem sollte klar sein: Vorsicht ist keine Feigheit und Leichtsinn kein Mut.

Und wenn man sich folgendes YT-Video ansieht, stehen einem die Haare zu Berge:
https://www.youtube.com/watch?v=c4HyTcQQbj8

Vielleicht wäre es auch eine Überlegung wert, bei Außenaufnahmen für die ganze Anlage einen 1:1-Trenntrafo zu benutzen. Dieser sollte dann in einem isolierten Gehäuse untergebracht sein und eine Spannungsfestigkeit von minestens 5000 V zwischen Primär und Sekundärwicklung besitzen. Ich denke mal, wenn nicht gerade eine Beschallungsanlage mitversorgt werden muß, müßte eine Leistung von 1...1,5 kVA ausreichen. Das wäre eine Kerngröße von EI 170/77 bzw. EI 195/71 oder UI 114/80. Ein Drehstromtrafo gleicher Leistung wäre ein EI 200/200/52.
Der einzige Nachteil eines solchen Teils ist, daß er sehr schwer ist - ca. 20 kg.
Übrigens: Wer Trafos mit kundenspezifischen Spannungen braucht: Ich habe im Umkreis von 10 km um meinen Wohnort 3 Trafohersteller die kundenspezifisch fertigen, vom kleinsten Einphasen-Kern EI 30 bis zum 50 kVA-Drehstromtrafo!

Grüße
RainerG
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Holger
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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon Holger » 14.03.2018, 11:49

Hi Rainer,

vielen Dank für die Eröffnung des Threads.

Ich denke, das Thema Sicherheit ist angebracht, hier konkret diskutiert zu werden.

PRCDS:
Ich habe, wenn ich mich richtig entsinne, in einer Schrift von der Berufsgenossenschft gelesen, das man den PRCDS bei einem kleinen Ü-Wagen oder SNG-Fahrzeug auch als Ersatz für die sonst obligatorische Schutztrennung nehmen kann.

Bei mir ist auch am Einspreisepunkt ein PRCDS eingeschliffen, bevor es auf die Verteilung mit Netzfilter, USV geht. Bei mir ist ein doppelstufiger Netzfilter von Siemens-Epcos mit einer Belastbarkeit bis zu 10A drin. Hier geht es um die Reduktion von evtl. Netzknackern etc., nicht um HiFi-Hokuspokus, Da man ja bei Mobilaufnahmen sich die Stromversorgung nicht immer aussuchen kann.

Dazu habe ich noch einen CEE Blau auf Schuko und einen 16A Drehstrom-Adapter mit im Koffer, bei dem ich L1 auf Schuko herausgeführt habe. Zusätzlich dazu noch eine Box mit 32A Drehstromstecker - B16 Automat- Schuko.

Wie gesagt, sind bei barocken Installlationen die nachträglich eingebauten Drehstromanschlüsse vernünftig aufgesetzt und nicht z. B. mit Nullung in der Steckdose => PE mit Nullleiter in der Steckdose hergestellt und auch keine anderen Verbracher mit drauf, die Ärger machen könnten.

Worüber man auch sprechen sollte: die alljährliche VDE 701 / 702 Prüfung, wie sie in der Veranstaltungstechnik die Regel ist. Auch wenn man mit der aufgebrachten Plakette nach der Prüfung nicht unbedingt rechtlich "wasserdicht" ist (ist ein separates Thema), so hat man zumindest von der technischen Seite her die Fehlermöglichkeiten erheblich reduziert. Das Schutzziel ist ja: Es darf nicht passieren, und nicht die "Bebumfiedelung" von den Leuten, die nur die Sicherheitsvorschriften rezitieren können.

Viele Grüße

Holger
Zuletzt geändert von Holger am 14.03.2018, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon chris_newtone76 » 14.03.2018, 12:05

ok, soweit klar...

die Rede ist hier ausschließlich vom PRCD-S.

Wenn ich das richtig verstehe, dann reicht mir auch ne Kabeltrommel mit integriertem FI aus, richtig? s. link:

https://www.brennenstuhl.com/de-DE/prod ... rn-f-3g1-5

Ich hätte dann ausschließlich einen Mixer (24R), einen Power-Conditioner und ein Notebook daran hängen.

Danke!

LG

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon pkautzsch » 14.03.2018, 18:42

chris_newtone76 hat geschrieben:Wenn ich das richtig verstehe, dann reicht mir auch ne Kabeltrommel mit integriertem FI aus, richtig?

Das ist mit Sicherheit besser als nix. Auf diese Weise hat man zumindest schonmal den eigenen FI dabei, den man dann auch bitte jedes Mal testet, bevor man Geräte dranhängt.
Der PRCDS kann halt ein bißchen mehr als ein einfacher FI, weil er beim Einschalten die vorhandene Leitung auf richtige Installation prüft, und weil man ihn bewußt manuell einschalten muß, wenn *vor* der Steckdose der Strom ausfällt. Beispiel: Sicherung der Sakristei fliegt - Mesner dreht sie wieder rein - Endstufe geht gleich wieder an, Interface mit P48 etwas später, und die Kalotte lernt fliegen.
Der FI schützt hingegen "nur" vor Fehlerstrom, der übers Gerätegehäuse den Tonschaffenden grillt.

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon juppy » 14.03.2018, 19:43

pkautzsch hat geschrieben:Der PRCDS kann halt ein bißchen mehr als ein einfacher FI, weil er beim Einschalten die vorhandene Leitung auf richtige Installation prüft, und weil man ihn bewußt manuell einschalten muß, wenn *vor* der Steckdose der Strom ausfällt. Beispiel: Sicherung der Sakristei fliegt - Mesner dreht sie wieder rein - Endstufe geht gleich wieder an, Interface mit P48 etwas später, und die Kalotte lernt fliegen.

Das Horrorszenario der "fliegenden Kalotten" ist noch relativ harmlos.

Schlimmer wäre auf Baustellen, wo PRCDS vorgeschrieben sind, wenn
nach einem Stromausfall eine unbeaufsichtigte Flex oder Säge wieder
los legt.

Die Investition in PRCDSs halte ich trotzdem für sehr sinnvoll:

Barbara Weldens kam bei einem Bühnenstromunfall ums Leben, dazu
hatte ich damals sogar einen Post hier veröffentlicht, der zu meinem
Erstaunen keine Resonanz hervor rief:

viewtopic.php?f=1&t=2982&p=26964#p26964

Hätte der Unfall mit einem PRCDS vermieden werden können, dann
wäre die Investition von 200 ... 300 € unbedeutend gewesen.

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon pkautzsch » 14.03.2018, 20:31

Zum Glück haben wir Tonschaffenden eher selten mit Sägen auf Baustellen zu tun, deshalb mein Kalotten-Beispiel.

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon Tonzauber » 14.03.2018, 21:26

wer viel zeitgenössische Musik aufnimmt..... :blbl:
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www.tonzauber.com

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon juppy » 14.03.2018, 22:33

Tonzauber hat geschrieben:wer viel zeitgenössische Musik aufnimmt..... :blbl:

Luigi Nonos "La fabbrica illuminata" ist nicht unbedingt noch "zeitgenössisch" ...

Für "wie nehme ich Kreissäge/Flex/Betonmischer/etc. auf" machen wir aber ein eigenes Thema auf, gelle?
:lol:

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon tillebolle » 14.03.2018, 23:25

Ich gebe offen zu, dass ich bis heute von einem PRCD-S noch nie was gehört habe (trotz abgeschlossenem Elektrotechnik-Studium), daher bin ich für die Hinweise hier durchaus dankbar. Hinsichtlich Größe und Gewicht ist der ja auch in einem kleinen mobilen Setup noch unterzubringen.

Habt ihr konkrete Kaufempfehlungen? Im Netz reicht die Preisspanne ja von 20-300€. Wenn's sinnvoll ist nehme ich gerne das "Original" von Kopp, aber vielleicht gibt's ja auch gute Alternativen.

Viele Grüße
tillebolle
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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon chris_newtone76 » 15.03.2018, 08:01

Ich hab mich auch mal richtig schlau gemacht. Der original PRCD-S von Kopp ist wohl immer noch die beste Lösung.
Bei Ebay gibts aber gebrauchte, die preislich attraktiver sind...

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon Holger » 15.03.2018, 09:26

Hi Kollegen,

der aus Komponenten von Sursum aufgebaute PRCDS. von AS Schwabe ist meine Wahl.

Viele Grüße

Holger

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Re: Sicherheit im Umgang mit el. Gerät

Beitragvon RainerG » 16.03.2018, 15:30

tillebolle hat geschrieben:Ich gebe offen zu, dass ich bis heute von einem PRCD-S noch nie was gehört habe (trotz abgeschlossenem Elektrotechnik-Studium), daher bin ich für die Hinweise hier durchaus dankbar. Hinsichtlich Größe und Gewicht ist der ja auch in einem kleinen mobilen Setup noch unterzubringen.



Hallo Tillebolle

Da braucht man sich nicht zu schämen, man kann nicht alles wissen und schon gar nicht in der so schnellebigen Technik. Ich kannte es auch nicht. Inzwischen weiß ich was es ist, und werde mir mal ein Schaltungskonzept ausdenken, mit dem ich mein Stromversorgungsteil für die ganze Anlage wie ich es schon beschrieb damit zu erweitern, daß man es nur dann einschalten kann, wenn die Steckdosen etc. in Ordnung sind. (Oh jetzt habe ich aber einen "Schachtelsatz" gebaut.... meine Deutschlehrer, sofern noch lebend, mögen mir verzeihen!). Ich werde schon ein Konzept finden, denn: Für'n Ingenieur ist nix zu schwer... brauche es für 3-Phasenanschluß.

Grüße
RainerG
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