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SE Electronics SE8

Über Geräte und was es darüber zu sagen gibt ...

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chris_newtone76
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SE Electronics SE8

Beitragvon chris_newtone76 » 26.04.2018, 14:48

Hallo Kollegen,

hat evtl. schon jemand Erfahrungen mit dem neuen Kleinmembran von SE Electronics?
Kann man das diskussionslos als Hauptmikrofon bei großen Orchesteraufnahmen einsetzen?
Oder ist das "nur" ne Low-Budget Lösung?

Danke euch!

LG
Chris

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Wilfried
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Re: SE Electronics SE8

Beitragvon Wilfried » 26.04.2018, 17:20

chris_newtone76 hat geschrieben:hat evtl. schon jemand Erfahrungen mit dem neuen Kleinmembran von SE Electronics


Wie auch. Ist doch viel zu neu.
Daher: Versuch macht kluch.

Brauche meist mehrere Jahre um mit neuen Mikrofonen einigermaßen
zu wissen wie man sie sinnvoll einsetzt und gute Ergebnisse erzielt.
Zuletzt erst mit den Line Audio Kugeln und Nieren. Da lerne ich immer noch. :opa:
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

chris_newtone76
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Re: SE Electronics SE8

Beitragvon chris_newtone76 » 27.04.2018, 09:24

Hallo Wilfried,

da hast du sicher recht. Ich habe auch aktuell 2 Line Audio OM1 von Holger die ich auch erstmal kennen lernen muss.

Die Frage stellt sich aber immer wieder: Ist es aktuell möglich mit einem Stereopaar von 400.- das neu auf dem Markt ist und neue
Maßstäbe setzt eine Aufnahme zu erstellen die sich in Punkto Auflösung und 3-Dimmensionalität gegenüber einer Aufnahme mit Schoeps Mikrofonen
zu 3000.- pro Paar, NICHT unterscheidet?
Wir sprechen hier nicht vom Klang! Klanglich unterscheidet sich jedes Mikrofon vom anderen. Das ist auch sicher Geschmacksache.
Bis vor kurzem hatte ich 2 Audio Technica AT4051b in meinem Portfolio, die ich leider aus finanziellen Gründen abgeben musste. Von denen weiß ich das sie mit den Schoeps auf Augenhöhe sind was eben die Auflösung und Natürlichkeit angeht. Nun entwickeln die Hersteller meines Erachtens immer mehr Mikrofon zu kleineren Preisen. Deshalb die Frage zum SE8.

Und das SE8 ist jetzt bereits seit 5 Monaten auf dem Markt. Ich denke der eine oder andere konnte das sicher schon mal hören.

Danke!

LG

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Re: SE Electronics SE8

Beitragvon chris_newtone76 » 27.04.2018, 09:38

Hallo nochmal,

vielleicht hat jemand die Zeit kurz mal die Dateianhänge (Sweetwater Samples) anzuhören.

Ich finde das SE8 kommt hier dem CMC641 gefährlich nahe. Das ELAM260 ist auch sehr sehr gut.
Im Gegensatz zu den sich in der SE8 Preisklasse befindlichen Behringer C5 und das CK1. Aus meiner Sicht
sind die beiden furchtbar und nur bedingt einsetzbar. Der Unterschied von denen zum SE8 finde ich immens!

LG
Chris
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Re: SE Electronics SE8

Beitragvon chris_newtone76 » 27.04.2018, 09:40

sind mp3`s.....klar
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Re: SE Electronics SE8

Beitragvon Holger » 27.04.2018, 11:11

Hi,

meines Erachtens stellt sich immer die Frage:

    Wie weit ist das in Frage kommende Mikrofon klanglich von dem Mikro, welches man als Referenz benennt, entfernt ?
      In wie weit sind Abstriche / Kompromisse zu der Referenz zu machen ?

        Und letztendlich: Kann ich mich mit den Abstrichen anfreunden, bzw. es gegenüber meinem Kunden vertreten, ohne dass jetzt eine Diskussion anfängt. Am wiederlichsten finde ich es immer, wenn man einen halbwissenden Musiker / Kunden vor sich hat, der dann sagt "Das ist die "falsche" Marke. Das ist aber in meiner Laufbahn zum Glück nur einmal vorgekommen. Der Mensch mochte z. B. das Neumann KM 184 nicht.

        Aber: Letztendlich ist auch immer eine geschmackliche Note dabei, welches Mikrofon man vom Klang her lieber mag.

        Viele Grüße

        Holger
        Zuletzt geändert von Holger am 27.04.2018, 11:19, insgesamt 3-mal geändert.

        Holger
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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon Holger » 27.04.2018, 11:16

        Kurzer Nachtrag von mir:

        Ist das sE 8 ein Festkapselsystem, oder sind weitere Kapseln geplant?

        Denn leider wird von vielen Herstellern die anderen Richtcharakteristka vernachlässigt. Man kann froh sein, wenn es dann noch eine Kugel gibt.

        sE ist in meinen Augen der einzige Chinese, bei dem ich den Eindruck habe, dass er es von der Fertigung und her mit den etablierten Herstellern aufnehmen kann. Er ist definitiv kein "Me Too." Ich habe mal einen Bericht über sE gelesen, in dem stand, dass die Mitarbeiter, die die Kapseln fertigen, besonders gute und unbefristete Arbeitsverträge haben. Jedoch kann ich mich nicht erinnern, ob er eine Reinraum-Fertigung hat oder nicht. Es war schon so einige Jahre her.

        Holger

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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon chris_newtone76 » 27.04.2018, 11:55

        Hallo Holger,

        das SE8 ist ein Festkapselsystem. Ich glaube nicht, das SE hier noch einen Druckempfänger bringen wird.

        Danke für deine Antwort!!

        Es ist genau so wie du schreibst. Man muss das als seriöser Tontechniker gegenüber seinen Kunden diskussionslos vertreten können. Im Fall des SE8 bin ich mir sicher das man das kann! Um das Ganze diskussionslos zu halten stellt sich immer wieder die Frage, wie weit sind die Abstriche wirklich?
        Sind sie inzwischen so gering das man diese vernachlässigen kann?

        Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Auflösung und Natürlichkeit sind auf jeden Fall ein Kriterium. Vor ein paar Jahren war das aus meiner Sicht eine klare Sache. Mittlerweile rücken die "kleinen" aber sehr weit auf.

        LG
        Chris

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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon hafi69 » 28.04.2018, 14:14

        Ich kenne das SE8 nicht, und auch wenn es erst mal interessant aussieht sehe ich wenig
        Bedarf im Markt für noch ein weiteres, mittelklassiges KM-Mikrofon von einem Hersteller aus China.
        Sicher ist das Mikro klanglich "auf Augenhöhe" mit vielen seiner Konkurrenten, aber das ist bei KMs auch keine sehr hohe Kunst.
        Viel spannender sind da Fragen über Rauschen, Einhaltung der Richtcharakteristik, Serienstreuungen, langjährige Ersatzteil/Reparatur-Sicherheit und nicht zuletzt auch der "Akzeptanz" (zumindest in einigen Bereichen). Und natürlich gibt es nur eine Niere.
        Für ähnliches Geld gibt es Line-Audio OM3, Rode NT5 oder AT4041. Auch was ordentliches von Shure oder AKG.
        Und der Gebrauchtmarkt gibt bei nur leichtem Aufpreis Hochklassiges her, z.B. KM184 oder C460.
        Oder neu das sehr gute Beyer MC930.
        Ist da das SE8 noch interessant? Für mich eher nicht.

        chris_newtone76
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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon chris_newtone76 » 28.04.2018, 20:20

        hafi69 hat geschrieben:Ich kenne das SE8 nicht, und auch wenn es erst mal interessant aussieht sehe ich wenig
        Bedarf im Markt für noch ein weiteres, mittelklassiges KM-Mikrofon von einem Hersteller aus China.
        Sicher ist das Mikro klanglich "auf Augenhöhe" mit vielen seiner Konkurrenten, aber das ist bei KMs auch keine sehr hohe Kunst.
        Viel spannender sind da Fragen über Rauschen, Einhaltung der Richtcharakteristik, Serienstreuungen, langjährige Ersatzteil/Reparatur-Sicherheit und nicht zuletzt auch der "Akzeptanz" (zumindest in einigen Bereichen). Und natürlich gibt es nur eine Niere.
        Für ähnliches Geld gibt es Line-Audio OM3, Rode NT5 oder AT4041. Auch was ordentliches von Shure oder AKG.
        Und der Gebrauchtmarkt gibt bei nur leichtem Aufpreis Hochklassiges her, z.B. KM184 oder C460.
        Oder neu das sehr gute Beyer MC930.
        Ist da das SE8 noch interessant? Für mich eher nicht.


        ok, fassen wir zusammen:
        Angenommen das neue SE8 löst hervorragend auf und Air Band etc. ist für ein KM in dieser Preisklasse auch noch mehr als vorhanden. Desweiteren ist es ausreichend Niederohmig im Ausgang, sehr sensibel (25mV/Pa), hat einen sehr hohen Grenzschalldruck, rauscht kaum (13dBA) und sehr gut verarbeitet.
        So...das Stereopaar liegt bei 379.-, das Beyer MC930, das ich auch kenne liegt bei 790.- pro Paar. Beide spielen in Punkto Auflösung gleich auf. Von der Natürlichkeit her liegt meiner Meinung nach das SE8 vorne. Vom Support her kann ich von SE nichts schlechtes berichten. Du würdest jetzt trotz eines Preisunterschiedes von über 400.- das Beyer vorziehen?
        Was die Line Audios angeht hast du auf der einen Seite recht, die gibt es für ähnliches Geld. Das CM3 ist ein schönes und vor allem sehr neutral klingendes Mikrofon, löst aber nicht so fein auf und ist mit 6mVPa nicht sehr sensibel. Esist trotzdem ein tolles Mikrofon, keine Frage. Auch das Rode NT5 ist sehr gut, hat aber, wenn auch leicht, den typischen oberen Mittenboost. Im Gegensatz zum NT5 ist das SE8 linearer.
        Das nächste ist....unter 800-900.- bekommt man ein KM184 Paar auch nicht auf dem Gebrauchtmarkt. Schon gar kein C460 Paar.
        400-500.- Aufpreis ist für mich viel Geld....wenn ich dagegen ein SE8 Paar um die Hälfte bekomme.
        Ach und...das AT4041 spielt nicht in der selben Preisklasse wie CM3 oder NT5.
        Bis vor kurzem hatte ich ein Paar SE X1S und ein Paar X1A hier. Ich kann beim besten willen nichts schlechtes an diesen Mikrofonen feststellen, ganz im Gegenteil. Die Schalter sind ein bisschen Leichtgängig, damit kann man sich aber arrangieren.
        Ich hab auch schon mit Gefell, MBHO und den großen Audio Technicas gearbeitet. Die sind klasse, keine Frage!
        Die Frage stellt sich trotzdem immer noch: Kann man mittlerweile mit einem Stereopaar zum Preis von 400.- anspruchsvolle Aufnahmen machen,
        die den Gefells und Schöps in nichts nachstehen?

        Also...du beantwortest meine Frage nicht. Das soll jetzt wirklich nicht böse klingen, aber ich denke du möchtest sie nicht beantworten.

        Die weitere große Frage ist: Kann man diese Frage überhaupt plausibel beantworten?

        LG Chris

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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon manjak » 29.04.2018, 08:04

        chris_newtone76 hat geschrieben:
        hafi69 hat geschrieben:Ich kenne das SE8 nicht, und auch wenn es erst mal interessant aussieht sehe ich wenig
        Bedarf im Markt für noch ein weiteres, mittelklassiges KM-Mikrofon von einem Hersteller aus China.
        Sicher ist das Mikro klanglich "auf Augenhöhe" mit vielen seiner Konkurrenten, aber das ist bei KMs auch keine sehr hohe Kunst.
        Viel spannender sind da Fragen über Rauschen, Einhaltung der Richtcharakteristik, Serienstreuungen, langjährige Ersatzteil/Reparatur-Sicherheit und nicht zuletzt auch der "Akzeptanz" (zumindest in einigen Bereichen). Und natürlich gibt es nur eine Niere.
        Für ähnliches Geld gibt es Line-Audio OM3, Rode NT5 oder AT4041. Auch was ordentliches von Shure oder AKG.
        Und der Gebrauchtmarkt gibt bei nur leichtem Aufpreis Hochklassiges her, z.B. KM184 oder C460.
        Oder neu das sehr gute Beyer MC930.
        Ist da das SE8 noch interessant? Für mich eher nicht.


        ok, fassen wir zusammen:
        Angenommen das neue SE8 löst hervorragend auf und Air Band etc. ist für ein KM in dieser Preisklasse auch noch mehr als vorhanden. Desweiteren ist es ausreichend Niederohmig im Ausgang, sehr sensibel (25mV/Pa), hat einen sehr hohen Grenzschalldruck, rauscht kaum (13dBA) und sehr gut verarbeitet.
        So...das Stereopaar liegt bei 379.-, das Beyer MC930, das ich auch kenne liegt bei 790.- pro Paar. Beide spielen in Punkto Auflösung gleich auf. Von der Natürlichkeit her liegt meiner Meinung nach das SE8 vorne. Vom Support her kann ich von SE nichts schlechtes berichten. Du würdest jetzt trotz eines Preisunterschiedes von über 400.- das Beyer vorziehen?
        Was die Line Audios angeht hast du auf der einen Seite recht, die gibt es für ähnliches Geld. Das CM3 ist ein schönes und vor allem sehr neutral klingendes Mikrofon, löst aber nicht so fein auf und ist mit 6mVPa nicht sehr sensibel. Esist trotzdem ein tolles Mikrofon, keine Frage. Auch das Rode NT5 ist sehr gut, hat aber, wenn auch leicht, den typischen oberen Mittenboost. Im Gegensatz zum NT5 ist das SE8 linearer.
        Das nächste ist....unter 800-900.- bekommt man ein KM184 Paar auch nicht auf dem Gebrauchtmarkt. Schon gar kein C460 Paar.
        400-500.- Aufpreis ist für mich viel Geld....wenn ich dagegen ein SE8 Paar um die Hälfte bekomme.
        Ach und...das AT4041 spielt nicht in der selben Preisklasse wie CM3 oder NT5.
        Bis vor kurzem hatte ich ein Paar SE X1S und ein Paar X1A hier. Ich kann beim besten willen nichts schlechtes an diesen Mikrofonen feststellen, ganz im Gegenteil. Die Schalter sind ein bisschen Leichtgängig, damit kann man sich aber arrangieren.
        Ich hab auch schon mit Gefell, MBHO und den großen Audio Technicas gearbeitet. Die sind klasse, keine Frage!
        Die Frage stellt sich trotzdem immer noch: Kann man mittlerweile mit einem Stereopaar zum Preis von 400.- anspruchsvolle Aufnahmen machen,
        die den Gefells und Schöps in nichts nachstehen?

        Also...du beantwortest meine Frage nicht. Das soll jetzt wirklich nicht böse klingen, aber ich denke du möchtest sie nicht beantworten.

        Die weitere große Frage ist: Kann man diese Frage überhaupt plausibel beantworten?

        LG Chris


        Ich denke, dass man Deine Frage nicht plausibel beantworten kann. Aufnahmen irgendwelche Audioquellen, von denen man nicht weiß, wie das Originalinstrument geklungen hat und in welcher Umgebung die Aufnahme entstanden sind, können für eine Beurteilung nicht seriös herangezogen werden. Und technische Daten sagen ja bekanntermaßen auch nichts über den Klang aus.

        In aller Regel kann man heute Mikros kaufen und bei nichtgefallen zurückgeben. Das wäre der beste Weg für Dich um festzustellen, ob diese Mikrofone Deinen Anforderungen genügen oder nicht. Diese Entscheidung muss jeder schlußendlich für sich selbst treffen. Ich habe das bei einigen Mikrofonen auch gemacht. Wenn ich einen Auftrag hatte, und der Meinung war, dass ein bestimmtes Mikrofon für diesen Zweck sehr gut geeignet sein könnte, habe ich es mir bestellt. War es gut, habe ich es behalten, wie meine AT4051b, MKH8040/8020 oder die CMC62h oder ich habe sie zurückgeschickt.

        VG Manfred
        Viele Grüße
        Manfred

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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon Quintett66 » 29.04.2018, 16:43

        Das nächste ist....unter 800-900.- bekommt man ein KM184 Paar auch nicht auf dem Gebrauchtmarkt. Schon gar kein C460 Paar.

        Also ich habe in den letzten Monaten auf eBay einige 460er in sehr gutem Zustand für unter 250,-€ das Stück gefunden.
        Etwas teurer, aber immer noch deutlich unter 800-900.- das Paar siehe z.B.
        https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.at%2Fulk%2Fitm%2F232746510886, die kommen mit Zoll und Versand immer noch auf knapp 650.-
        Mit etwas Gedukd geht das deutlich günstiger.

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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon hafi69 » 29.04.2018, 19:14

        Kann man diese Frage überhaupt plausibel beantworten?


        Wie gesagt, das ist immer subjektiv. Mit SE-Mikrofonen verbinde ich einen jungen, billigen China-Hersteller,
        der vor allem auf Marketing setzt. Dass diese mittlerweile klanglich professionellen Ansprüchen genügen können
        mag ich nicht bestreiten. Aber das können fast alle Mikrofone, wenn es nicht um sehr sensible Bereiche geht.
        Es bleiben Fragen wie Serienstreuungen und Service/Ersatzsteilsicherheit.
        Da traue ich einfach Herstellern aus Europa, die seit
        vielen Jahrzehnten Mikrofone bauen wesentlich mehr zu, und dann bin zumindest ich als professioneller Anwender auch bereit, für ähnliche
        Klangeigenschaften 100% mehr zu zahlen.
        Und da stellt sich sowieso die Erkenntnis ein, dass es kein Produkt der Aufnahmetechnik gibt, bei dem sich eine angemessene Investition mehr lohnt als bei Mikrofonen - warum also ausgerechnet hier sparen?

        ...löst aber nicht so fein auf...


        Das genau so solche Äußerungen, mit denen ich nichts anfangen kann. Was heißt denn "Auflösung" bei einem Mikrofon?
        Also: Objektiv?

        Ach und...das AT4041 spielt nicht in der selben Preisklasse wie CM3 oder NT5.

        Klanglich allerdings schon.

        Kann man mittlerweile mit einem Stereopaar zum Preis von 400.- anspruchsvolle Aufnahmen machen,
        die den Gefells und Schöps in nichts nachstehen?

        Doch, diese Frage kann man natürlich so pauschal beantworten wie sie gestellt ist:
        Man kann "anspruchsvolle Aufnahmen" machen, sogar u.U. mit weniger finanziellen Aufwand, z.b. mit einem "Handy-Recorder",
        wenn man weiß wie.
        Man bekommt nur keine kompromisslosen Mikrofone dafür, die braucht es aber nicht um obiges Ziel zu erreichen.

        JoMayer
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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon JoMayer » 29.04.2018, 20:29

        Liebe Kollegen

        Zu dieser Diskussion möchte ich auch noch meinen persönlichen Senf zu Klassik Aufnahmen geben.
        Als alter Entwickungsingenieur der dig. & ana. Audiotechnik mit einen Faible für Klassikaufnahmen sehe ich das relativ pragmatisch.

        1. Musik wird vor dem Mikro gemacht. Daraus folgt zwingend:
        1.1 Aufführende(r) sollte sein Instrument kennen und beherrschen.
        1.2 Aufzuführendes Werk und Ort der Aufführung müssen zusammen passen, denn der Raum der Aufführung hat ganz entscheidenden Einfluss
        auf das Endprodukt: Matrazenlager bei Karstatt oder gotische Kathedrale von Reims.
        1.3 Es hat nur minimale Nebengeräusche durch Verkehr, Glocken, Klima, Publikum o. Ä.

        2. Sollten diese (Ideal-)Bedingungen tatsächlich einmal erfüllt sein, so kommt der Tonkutscher für eine Aufnahmre tatsächlich mit einem Stereo Hauptmikrofon in ORTF, EBS oder AB Technik aus (weniger ist mehr).
        Dabei sind m.E. folgende Bedingungen zu erfüllen:
        2.1 Hauptmikro Anordnung knapp innerhalb vom Hallradius.
        2.2 Akustische Distanz zwischen naher und entferner Schallquelle solle ausgeglichen sein.
        Dies bedingt eine gewisse Höhe der Hautmikrofonanordnung (ca. 2.5 bis 4.5 m)
        2.3 nur Kleinmembrankapseln wg. geringerer Winkelabhängigkeit der Schalleinfallsrichtung bei gegebener Distanz zur Quelle.
        2.4 Rauscharmut der Kapseln wg. 12-17mm Kapseldurchmesser und Distanz zur Schallquelle.
        2.5 Ausgeglichener Frequenzgang unter allen Winkeln des beabsichtigten halben Aufnahmebereichs.

        wg. 2.3 bis 2.5 kann es dann selbst bei nur zwei Mikros relativ teuer werden.

        3. Woran liegt das:
        3.1 Fertigungsaufwand: relativ viel Handarbeit von gut ausgebildeten Fachkräften vgl. mit Schweizer Armbanduhrfertigung.
        3.2 Fertigungskonstanz kostet bei gegebener niedriger Stückzahl viel Geld.
        3.3 Evt. teurer Ausschuss, wenn die veröffentlichen Spezifikationen verfehlt werden.
        3.4 Erhöhter zeitlicher und finanzieller Aufwand bei Pre-& Aftersales Aktivitäten durch Fachspezialisten bzw. Koryphäen.
        3.5 Lohnniveau von Fachkräften in DACH bzw. Europa.

        4. Bei der alltäglichen Arbeit des Tonkutschers sind die unter 2. genannten Idealbedingungen leider nur selten anzutreffen,
        d.h. Stützen von Instrumenten oder Stimmen ist meistens unumgänglich. Dabei können auch niederpreisige Mikros eingesetzt werden.
        4.1 Stützmikros haben als Einzelsignal nur einen geringen Pegelanteil vgl. mit der Hauptmikrofonanordnung.
        4.2 Sie haben i.A. eine kürzere Distanz zur Quelle, müssen also nicht so rauscharm wie die Hauptmikroanordnung sein.
        4.3 Die Wahl des Stützmikros kann entsprechend der zu stützenden Quelle angepasst werden (Frequenzgang, Richtdiagramm & Rauschverhalten)

        5. Warum kann auch der Einsatz von hochpreisigen Mikros als Stützen sinnvoll sein:
        5.1 Wahrnehmung der Marke durch den fach-kundigen/intressierten Musiker.
        Psychlogie: Wohlfühlfaktor des/der Musiker entscheidend für das Endprodukt.
        5.2 Zeit ist Geld: gute & hochpreisige Mikros verzeihen eher suboptimale Aufstellungen rel. zur Schallquelle.
        5.3 Bei nicht optimaler Aufstellung des Hauptmikrofons kann durch Nutzung der Stützmikrofone als Polymikrofoniequellen
        (Knüppelstereophonie) die Aufnahme noch gerettet werden.

        6. Ich halte persönlich nichts von:
        6.1 MP3 Hörbeispielen auf Gearslutz, Borneo o.Ä.: Was, wo, von wem etc. wurde da aufgenommen.
        6.2 Probeweises Zusenden lassen von evtl. ansprechenden Produkten.
        6.2.1 Wer bezahlt das am Ende?
        6.2.2 Habt ihr euch nicht auch schon über das erhöhte Verkehrsaufkommen auf unseren Straßen geärgert?

        Das sind so meine 2 Cents zum Thema
        Liebe Grüsse
        Jo

        manjak
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        Re: SE Electronics SE8

        Beitragvon manjak » 30.04.2018, 06:28

        JoMayer hat geschrieben:Liebe Kollegen
        ...
        6.2 Probeweises Zusenden lassen von evtl. ansprechenden Produkten.
        6.2.1 Wer bezahlt das am Ende?
        6.2.2 Habt ihr euch nicht auch schon über das erhöhte Verkehrsaufkommen auf unseren Straßen geärgert?
        Liebe Grüsse
        Jo

        Moyn Jo,

        Antworten wie folgt:

        6.2.1 Antwort: Das ist kalkulatorisch im Preis bereits eingerechnet, zumindest mache ich das so in meinem Unternehmen. Wenn sich das nicht rechnen würde, würde es keiner machen und den Onlinehändlern nicht so gut gehen.

        6.2.2 Und was passiert mit dem Verkehr auf den Straßen, wenn alle die, die sich Produkte zum Test zusenden lassen und die dann in einem Transporter eines Paketzustellers transportiert werden, sich in ihr Auto setzen und sich zu den Händlern bewegen? Das wird dann zu einer drastischen zunahme des Verkehrs führen. Das Fahrzeug des Paketzustellers ist sowieso unterwegs, er hat dann nur mehr Fracht und mehrhaltepunkte.

        Außerdem hilft das beim mikrofon oder anderer Technik nichts,eruieren kann ich diese Sachen nur, wenn ich sie in einer gewohnten Umgebung einsetzen kann. Und der Verkehr auf unseren Straßen wird sich dann noch weiter erhöhen, wenn das product hinterher von mir persönlich bei nichtgefallen mit dem PKW zurückgebracht wird. Und die resourcenverschwendung, wenn jeder wieder mit seinem auto in die Stadt fährt. Und die Stickoxidemmissionen und Feinstaubbelastung sind auch nicht zu verachten.

        Aus diesen gründen ist die von Dir angeführte Argumentation in diesem punkt einfach nicht tragfähig. Dem Rest kann ich gut zustimmen.


        VG Manfred
        Viele Grüße
        Manfred

        Die meisten Blinden können sehen!


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