MusicScope

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GerhardS
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MusicScope

Beitragvon GerhardS » 03.07.2017, 11:56

Kennt jemand diese Software:

https://www.xivero.com/de/shop/musicscope/

wenn das alles wahr ist, sind 29€ wirklich gut angelegt.
LG
Gerhard

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Arno
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Re: MusicScope

Beitragvon Arno » 03.07.2017, 19:53

Hallo,

das sieht in der Tat interessant aus! Die 29 Eur kann man, denke ich, ohne Risiko investieren.

Ganz abgesehen davon: eine solche Software heutzutage zu implementieren ist - dank zahlreicher Libraries und starker Prozessoren - auch nicht mehr derart komplex, wie es noch vor zehn Jahren war.

Arno
Moment, Moment! Haben Sie das gehört? Was für ein seltsamer Ton!

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Tomte
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Re: MusicScope

Beitragvon Tomte » 04.07.2017, 21:28

Für technische Messungen benutze ich ARTA:

http://www.artalabs.hr/

Alles andere, was ich wirklich brauche, reicht mir in meiner DAW (Samplitude oder Ableton live).

Bei der verlinkten Software finde ich höchstens die Stapelverarbeitung zur Analyse von Files ganz interessant.

Was findet Ihr so bemerkenswert an der Software?

MarkusP
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Re: MusicScope

Beitragvon MarkusP » 05.07.2017, 00:32

Hallo auch,

Kollege Holgr Siedler, der hier auch hin und wieder unterwegs ist, hat diese Software durchaus als positiv bewertet. Für mich sieht es auch eher danach aus, ein weiteres Plugin zu haben für Funktionen, die zumindest bei Sequioa dabei sind. Für andere DAW-Software scheint es nötig zu sein. Ist aber nicht verkehrt und der Preis tut auch nicht weh. Für technische Messungen nutze ich auch schon lange ARTA und kann da dem Kollegen nur beipflichten. Diese Software ist ausgereift und ermöglicht sehr viele technische Messungen in einer guten Qualtität. Habe sie schon häufig genutzt, um Lautsprecher zu messen oder Anlagen einzumessen. Geht sehr gut.
Die Crux bei ARTA ist, das man das ganze für sich einrichten und kallibireren muß. Sollte aber kein unumgehbares Problem sein.
Habe zwar einen alten B+K Meßlatzt vor Ort, der sicherlich präziser ist, aber das meiste geht mit ARTA sehr gut.

Sicherlich bekannt für die Live-Leute unter uns dürfte SIA-Smaart Live sein. Das beste "Tool" überhaupt.

Gruß aus Berlin

MarkusP.

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Re: MusicScope

Beitragvon tonstudio96 » 03.09.2017, 18:37

Mit Software ist man immer etwas limitiert, was Echtzeitanalyse angeht. Wenn man sich mal eine feinstufige FFT ansieht, die für 192kHz taugt und auch Frequenzen bis 15Hz herunter noch gut genug erfasst (und vor allem eben dort unten auch fein genug ist) stösst man schnell an die Grenzen des mit PCs Machbaren. Meine FPGA FFT arbeitet auf bis zu 8x65536 Frequenzen. Auch wenn man das optimiert und nur 4 Frequenzen je Halbton nimmt, sind 100 Mio Operationen, mit jeweils einigen Additionen und Multiplikationen nötig und das bitte mit wenigsten 10 Abtastungen je Sekunde, um eine Signal auch zu sehen.

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Re: MusicScope

Beitragvon Tomte » 08.09.2017, 11:39

Die FFT selbst limitiert hier, nicht die "Software". 192kHz und 65k FFT Bins oder mehr schocken keinen PC. Die Abhängigkeit von Zeit- und Frequenzauflösung lässt sich in einer FFT nicht aufheben. Eine riesige Frequenzauflösung bringt immer niedrige Zeitauflösung. Und das hilft mir in der (tontechnischen) Praxis also äußerst selten. Für bestimmte Anwendungen sind da Analyse der Instantanfrequenz (ggf. in einer Filterbank) sehr viel schneller und besser. Stimmgeräte funktioneren so und nutzen keine FFT.

Für was genau wird eine genaue Analyse bei 15 Hz benötigt?

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Re: MusicScope

Beitragvon Wolfus » 12.09.2017, 15:32

Für diese Abhängikeit von Zeit- und Frequenzauflössung gibt es ein Wort: Unschärferelation (wirklich). Die ursprüngliche Version stammt meines Wissens von Küpfmüller für die Elektrotechnik. Die bekanntere Variante in der Quantenmechanik folgt einfach daher, dass die sogenannten konjugierten Größen in der Quantenmechanik auch Fouriertransformierte voneinander sind. :opa:

Wenn man zeitabhängige Fouriertransforiete betrachtet (Wasserfalldiagramm & Co), müsste man entweder mit gefensterten Werten auf Rechtecken arbeiten (Delt f, Delta t), mit wählbarem Seitenverhältnis aber festgelegter minimaler Fläche, oder aber gleich mit einer der vielen Wavelet-Transformationen, die Frequenz und Zeit kombinieren.
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)

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Re: MusicScope

Beitragvon Tomte » 14.09.2017, 17:52

Richtig.

Interessant: Küpfmüller kannt ich noch nicht. Wikipedia sagt, dass er 1924 seine Unschärferelation formuliert hat, also 3 Jahre vor Heisenberg.


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