Line Audio CM3 in der Praxis

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Wilfried
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Line Audio CM3 in der Praxis

Beitragvon Wilfried » 31.08.2017, 17:16

Da sich das Line Audio in der Praxis ohne mitgeliefertem Windschutz als extrem, und mit dem mitgelieferten Windschutz immer noch als sehr popempfindlich erwies, habe mir ich den NB 115 Perlon Nahbesprechungsschutz von MBHO beschafft. Dieser ist für Mikrofone mit einem Durchmesser von 21 mm ausgelegt. Die CM 3 haben einen Durchmesser von 20 mm. Nichts was sich mit etwas Isolierband beheben ließ…

Ich hatte vor ca. 40 Jahren diese Perlonverhüterli in guter Erinnerung. War damals bei einem Mikrofon MB C 540 der Fa. Mikrofonbau dabei. War ein prima Mikrofon, dass allerdings nicht mir gehörte.

Messaufbau:
80x80 cm 12 V Lüfter aus einem PC ca. 30 cm vor dem CM 3 aufgestellt. Betriebsspannung 12 V.

So, nun wollen wir mal sehen wo der Frosch die Locken hat:
Messung 1: CM 3 ohne Windschutz = 0dB als Bezugspegel
Messung 2: CM3 mit mitgeliefertem Windschutz ganz aufgezogen: -20,2 dB
Messung 3: CM3 mit mitgeliefertem Windschutz leicht aufgezogen: - 17,6 dB
Messung 4: CM3 mit NB 115 Perlon Windschutz: -35,8 dB
Alle Messungen unbewertet. Pegel jeweils über 10 s gemittelt.

Bingo!

Theoretisch sollte Messung 3 ein besseres Ergebnis liefern als Messung 2. Dem war aber hier nicht so.

Was beim CM3 auch noch auffiel:
Es ist sehr körperschallempfindlich. Der Einsatz einer Gummihalterung – wie auch von Line Audio angeboten – ist unverzichtbar. Auch über das angeschlossene Mikrofonkabel werden mechanische Geräusche übertragen. Abhilfe: Kabel in einer Schleife führen.
If you can't fix it with a hammer, you've got an electrical problem.

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Re: Line Audio CM3 in der Praxis

Beitragvon aseptisch » 05.09.2017, 16:47

Danke für Deine Messungen und Empfehlungen zum CM3!

Man kann allerdings auch anmerken, dass das CM3 zwar in einer sehr erfreulich kompakten und stabilen, durchsichtigen Kunststoff-Clipbox geliefert wird, die Schaumstoff-Windschutze aber auch besonders klein und schlapp sind. Weder sitzen sie besonders stramm, noch hätte ich ihnen eine besondere Wirksamkeit zugetraut.

Den NB 115 Popscreen von Haun habe ich im Internet für 35 Euro gesehen. Ich habe schon oft überlegt, ob es nicht irgend ein sehr günstig erhältliches Kugelrippenkonstrukt aus dem Bereich überdimensionaler Überraschungseier oder Gartenschmuckbedarfs gibt, das man sich selber bespannen könnte. Hat da jemand einen Vorschlag zum Basteln?

Das CM3 war meine erste Breite Niere, und bei der ersten Choraufnahme fand ich es nahezu erlösend, damit (also mit 2 Stück natürlich) ein EBS statt mit einer dagegen engstirnig fokussierenden Niere oder einer drucklos-atmosphärischen Kugel aufstellen zu können. visiolino und ich haben im Juli mit einer sehr guten Geigerin Aufnahmen mit Violine solo gemacht und vorher mit ihr sorgsam einige Mikrofone verglichen. Die CM3 gefielen uns nicht so gut, die Breiten Nieren von Haun lösten deutlich besser auf. Auch bei reduziertem Abstand zur Geige und/oder EQ erzielten wir mit den CM3 nie das, was wir mit den KA 300 hörten. Andere Breite Nieren (Neumann oder Schoeps) hatten wir leider nicht. Ich habe die CM3 wegen der sehr kompakten Abmessungen seit einiger Zeit gerne als Chorstützen verwendet.

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Re: Line Audio CM3 in der Praxis

Beitragvon Wilfried » 06.09.2017, 20:25

aseptisch hat geschrieben:Hat da jemand einen Vorschlag zum Bastln?

Ist wohl ein klassischer Fall für 'nen 3D Scanner/Drucker. :idea:
Wer möchte, dem sende ich eines als Muster zu einscannen.
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Re: Line Audio CM3 in der Praxis

Beitragvon mmathis » 15.09.2017, 20:42

Wilfried hat geschrieben:
aseptisch hat geschrieben:Hat da jemand einen Vorschlag zum Bastln?

Ist wohl ein klassischer Fall für 'nen 3D Scanner/Drucker. :idea:
Wer möchte, dem sende ich eines als Muster zu einscannen.


Hallo, es gab mal auf taperssection.com eine Bastelanleitung für eine DIY-Version des Rycote-BBG:

http://taperssection.com/index.php/topi ... 38795.html


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