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Hörbuch

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Rebecca E.
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Hörbuch

Beitragvon Rebecca E. » 01.08.2007, 11:09

Was wird für die Aufnahme eines professionell gemachten Hörbuchs (mindestens und vernünftigstens) benötigt ...

... und warum?

a:w
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Beitragvon a:w » 01.08.2007, 13:59

Einen angenehmen Sprecher, einen ruhigen, gut ausgeleuchteten Raum, ein nettes Mikrophon (+netten Preamp/EQ/Comp[!]) und - vor allem - viel Zeit und Geduld.

Von allen genannten technischen Geräten gibts derart viele vernünftige Möglichkeiten, dass ichs nicht für sinnvoll halte hier einzelne zu nennen...

Lieben Gruß
Armin

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Beitragvon Musikmeister » 01.08.2007, 16:36

Eine typische Frage ist hierbei immer: Gibt es ein preiswertes "Hörbuch-Mikrofon"?

Dazu kann man sich auch mal in Newsgroups umhören. Zum Beispiel hier:

http://groups.google.com/groups/search?q=H%C3%B6rbuch+Sprachaufnahme

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Erdie
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Beitragvon Erdie » 01.08.2007, 16:52

Ich würde die Frage umgekehrt stellen: Was spricht dagegen, soetwas mit einem hochwertigen Kleinmembraner zu machen? Ich weiß, daß Rebecca bereits derartige Aufnahmen mit einem Schoeps CMC gemacht hat und habe einige Hörproben gehört. Das Ergebnis ist hervorragend ! Letztendlich hängt es doch 90% vom Sprecher(in) ab. Eigentlich müßig, nach dem idealen "Hörbuchmikrofon" zu suchen.
Natürlich weiß ich, daß die meisten Sprachaufnahmen mit GMs gemacht werden, aber da wären wir wieder bei der alten GM-KM Diskussion.

P.S. Wie war das noch mit dem Löffel und der Erbsensuppe?

-Erdie

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Rebecca E.
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Beitragvon Rebecca E. » 01.08.2007, 17:39

@Erdie.

Erdie hat geschrieben:Natürlich weiß ich, daß die meisten Sprachaufnahmen mit GMs gemacht werden, aber da wären wir wieder bei der alten GM-KM Diskussion.


Den meisten Frauen, denen ich die Wahl ließ zwischen Großmembran (AKG C 4500 B-BC) oder Kleinmembran (egal ob Schoeps oder Neumann) wählten bevorzugt ein Kleinmembranmikrofon.

Erdie hat geschrieben:P.S. Wie war das noch mit dem Löffel und der Erbsensuppe?


Die Chemie muß stimmen (Silberlöffel kommen bei Eiern nicht so gut ...). :wink:


Mir ging es in erster Linie nicht ums Mikrofon, sondern um die gesamte Aufnahme und Bearbeitungskette.

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Beitragvon pkautzsch » 01.08.2007, 19:13


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Beitragvon juppy » 01.08.2007, 19:21

Einen geeigneten Aufnahmeraum vorausgesetzt, sollte eine kleine Auswahl an verschiedenen Mikrofonen - durchaus auch die färbenden Kandidaten mit GM und Röhre ² - und eine "vernünftige" DAW mit EQ, Hochpaßfilter (im Vorverstärker), Kompresser und ggf. Raumsimulation ausreichend sein?

Gut fand ich den Hinweis an anderer Stelle von Rainer, ein (Stereo-)Mikrofon mit (zwei) 8-Charakteristik(en) zu versuchen, um bei der Aufnahme die Reflektionen von der Tischplatte zu minimieren.

Wichtigstes Utensil: Spuckschutz in Form eines Poppfilters, passend zur Mikrofongröße ...

² Ich habe bei Sprechern immer wieder die Erfahrung gemacht, daß diese ein Neumann M149tube KMs vorziehen - auch wenn ich mitunter anderer Meinung bin.

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Beitragvon juppy » 02.08.2007, 10:45

In diesem Zusammenhang die Frage:

Wie werden bei Hörbuchproduktionen Zeitaufwand (Aufnahme & Nachbearbeitung) und Kosten kalkuliert?

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Clouseau
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Beitragvon Clouseau » 02.08.2007, 23:46

Erdie: Wie war das noch mit dem Löffel und der Erbsensuppe?


Wer nicht weiß, was mit den Löffeln gemeint ist, hier ist die Aufklärung:

http://www.sengpielaudio.com/Hilfen01.htm

Das Mikrofon ist bei einer Hörbuchproduktion nur zum kleinsten Teil aufnahmeentscheidend. Wer Hörspielerfahrung mit der Mikrofonierung hat, kommt schneller zum Ziel.
Stimmt, es ist eine Modeerscheinung, bei Sprachaufnahmen "gezungenermaßen" immer nur Großmembranmikrofone nehmen zu müssen.
Niemand möchte gegen den Strom schwimmen, weil er dann mit "wohl keine Ahnung" schief angeschaut wird.
Zuletzt geändert von Clouseau am 03.08.2007, 16:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Rebecca E. » 03.08.2007, 08:14

@juppy.

juppy hat geschrieben:In diesem Zusammenhang die Frage:

Wie werden bei Hörbuchproduktionen Zeitaufwand (Aufnahme & Nachbearbeitung) und Kosten kalkuliert?


Anscheinend hängt das vom Sprecher ab.

Professionelle Sprecher können wohl ein Hörbuch in einem Rutsch einsprechen. Und sie haben sich wohl vorher ausgiebig mit dem Werk beschäftigt.

So kann es dann wohl funktionieren das ein Hörbuch in wenigen Tagen eingesprochen ist, und der Tontechniker nicht viel zu tun hat.

Zu den Kosten kann ich leider nichts sagen. :oops:

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Beitragvon Rebecca E. » 03.08.2007, 08:45

Zur Zeit gehe ich (Hobby) so vor:

Wenn der Text nicht von einem selbst stammt (Radiomoderation), dann wird der Text neu geschrieben (pro Absatz ein Satz), damit der Sprecher weiß wo der Satz endet.

Fürs Radio schreiben ist (einfacher) denn da kann man direkt fürs Hören schreiben. Wer ein Hörbuch hören will ist auch bereit einigermaßen komplizierte Sätze zu hören ohne gleich das "Radio" (CD MC oder MP3) abzuschalten.

Aufgenommen wird bei uns im Wohnzimmer in Bielefeld. :oops:

Schoeps CMC 641 Ug -> Fostex FR-2

Die Kette ...

Schoeps CMC 641 Ug -> RME-Quadmic -> RME Multiface -> Ardour (Linux Programm)

... hat leider zu "unbefriedigenden" ergebnissen geführt, was ich darauf zurückführe, das sich Elke (eine Freundin, die derzeit ein Hörbuch für Privat einspricht) nicht so wohl fühlt, wenn sie ohne eine weitere Person in einem Raum einsprechen muß.
So muß ich mich nun auch mit diversen grippalen Effekten im Aufnahmeraum diszipliniert verhalten. :oops: :lol:

Unangenehm ist, das ich die vorbeifahrenden Autos direkt höre. :ohno: :argh: :oooh:

Das sorgt regelmäßig für Herzklabaster meinerseits, denn ich weiß nicht ob der Bielefelder Straßenlärm mit auf die Aufnahme kommt. :suspect:

Aber das Schoeps scheint selbst einen elektronischen Dimmer :ohno: tolerieren zu können. :surprise:

Über den AKG K271 kann ich leider nicht mithören, denn Elke braucht das Ding. :oops:

Anschließend, wenn die Regie zufrieden ist, und der Text eingesprochen ist, dann werden die überflüssigen Texte herausgeschnitten. (Die Sprechpausenkorrektur werde ich erst dann vornehmen, wenn alle Texte eingesprochen sind. :oops: ).

Einen Kompressor oder Equilizer habe ich nicht benutzt. :roll:
Nur einen Hochpassfilter, um die Tieffrequenten Popgeräusche zu eleminieren. :oops:

Wer ein Beispiel hören möchte, der kann sich das Ergebnis unter ...

http://rebecca.machiko.de/audio/efedp/Kapitelx.ogg

... anhören. Wobei das x durch eine Ziffer von 1-10 zu ersetzen ist. (Den Text, den Elke einsprechen wollte ist noch nicht gemeinfrei, und die Autorin ist erst (sei es ihr gegönnt :herz: ) im Dezember 2000 im Alter von 103 Jahren gestorben. :-)
Die Autorin hat in den 30er Jahren in der Arktis überwintert. :herz:

Klein und hörenswert ist das 4. Kapitel ... und das erheblich größere 9. Kapitel. Den Fortschritt, den die Sprecherin mit der Zeit macht kann man richtig hören. :oops: (Wie gesagt, es ist ein Hobbyprojekt von Privat für Privat).

Das "Speichelproblem" habe ich noch nicht befriedigend lösen können, und Elke diszipliniert sich schon beim Sprechen (kein Kaffee und nur klares Wasser zum trinken ...). :oops:

:oops:

Wer will kann ja was zu den Ergebnissen schreiben ... :oops:

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Beitragvon stefan » 03.08.2007, 10:44

guten Tag zusammen,

wenn Interesse besteht, verschicke ich ein Interview mit Audiobuch Produzent Dicky Hank, erschienen in Sound&Recording 1'07. (5 Seiten PDF.)

Schickt mir einfach eine PM mit Eurer Mailadresse.
oops sorry, hab grad gesehen, dass mein Scan 7MB gross ist...

Produzent Hank ist mit seiner Tätigkeit ziemlich schwer im deutschen Hörbuch-Business und er gibt gute Erklärungen zu seiner Arbeitsweise, (Einrichtung des Sprecherplatzes, Mikrofonwahl, Einsatz von Kompressoren, etc...)

Gruss
Stefan

PS:
für Anfänger hat http://cubeaudio.podspot.de/ auch noch ein paar brauchbare Tipps zum Rauschneiden von Schmatzern und Kieksern bei gesprochenem Text :-)

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Beitragvon Clouseau » 03.08.2007, 16:11

Clouseau hat geschrieben:
Erdie: Wie war das noch mit dem Löffel und der Erbsensuppe?


Wer nicht weiß, was mit den Löffeln gemeint ist, hier ist die Aufklärung:

http://www.sengpielaudio.com/Hilfen01.htm

Das Mikrofon selber ist bei einer Hörbuchproduktion nur zum kleinsten Teil aufnahmeentscheidend. Wer jedoch Hörspielerfahrung mit der Mikrofonierung hat, kommt schneller zum Ziel.
Stimmt, es ist eine Modeerscheinung, bei Sprachaufnahmen "gezungenermaßen" immer nur Großmembranmikrofone nehmen zu müssen.
Niemand möchte gegen den Strom schwimmen, weil er dann mit "wohl keine Ahnung" schief angeschaut wird.


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