Audio über Koax

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

Moderator: Moderation

Bertelmann
Senior Member
Beiträge: 517
Registriert: 06.10.2010, 11:15
Ort: Timelkam
Kontaktdaten:

Audio über Koax

Beitragvon Bertelmann » 05.03.2012, 13:49

Was ist eigentlich zu erwarten, wenn man Audio über Video-Koaxleitungen fährt?

Benutzeravatar
RainerG
Senior Member
Beiträge: 1496
Registriert: 20.06.2007, 08:41
Ort: Romrod (Oberhessen)

Re: Audio über Koax

Beitragvon RainerG » 05.03.2012, 14:12

Bertelmann hat geschrieben:Was ist eigentlich zu erwarten, wenn man Audio über Video-Koaxleitungen fährt?

nichts Außergewöhnliches. Es sei denn, Du schickst Audio und Video gleichzeitig darüber. Dann stören sie sich gegenseitig.

Grüße
Rainer
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf (Quelle unbekannt).
Siege wenn Du kannst, verliere wenn Du mußt, aber kapituliere nie! (André Kudelski).
Lautsprecher verstärken nur die Stimme - nicht die Argumente! (Hans Kasper)

Benutzeravatar
Tonzauber
Site Admin
Beiträge: 1276
Registriert: 19.06.2007, 19:16
Ort: Wien
Kontaktdaten:

Beitragvon Tonzauber » 05.03.2012, 14:28

analoges oder digitales audio? :)
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

Benutzeravatar
Arno
Senior Member
Beiträge: 774
Registriert: 08.08.2009, 14:55
Ort: Bochum
Ort: Bochum

Beitragvon Arno » 05.03.2012, 14:50

Hi,
analog: unsymmetrisch. Aber geht.
digital: geht gut. Auf max. Kabellänge und Wellenwiderstand achten (v.A. bei langen Leitungen).

Arno
Moment, Moment! Haben Sie das gehört? Was für ein seltsamer Ton!

Benutzeravatar
Tonzauber
Site Admin
Beiträge: 1276
Registriert: 19.06.2007, 19:16
Ort: Wien
Kontaktdaten:

Beitragvon Tonzauber » 05.03.2012, 17:23

Digital als AES3id sogar genormt: 75ohm, 1,5Vpp, mehrere hundert Meter problemlos.
Tonzauber - einfach klassisch

www.tonzauber.com

Benutzeravatar
GerhardS
Site Admin
Beiträge: 1112
Registriert: 20.06.2007, 19:36
Ort: Nähe Frankfurt/Main

Beitragvon GerhardS » 05.03.2012, 18:02

Tonzauber hat geschrieben:Digital als AES3id sogar genormt: 75ohm, 1,5Vpp, mehrere hundert Meter problemlos.


Und dafür gibts das Koaxkabel für relativ kleines Geld als "dünne Antennenleitung" mit nur 4-5mm Aussendurchmesser.

Auf die Schnelle ein Beispiel: "Koaxialkabel 105 dB AC 85 105 dB Weiß Interkabel" bei Conrad.
LG
Gerhard

Bild

Benutzeravatar
Tonzauber
Site Admin
Beiträge: 1276
Registriert: 19.06.2007, 19:16
Ort: Wien
Kontaktdaten:

Beitragvon Tonzauber » 05.03.2012, 19:50

ansonsten ist eigentlich jedes (professionelle) Videokabel dafür verwendbar, SDI oder analog. Das lässt sich in der Regel auch besser Crimpen.
Tonzauber - einfach klassisch

www.tonzauber.com

Bertelmann
Senior Member
Beiträge: 517
Registriert: 06.10.2010, 11:15
Ort: Timelkam
Kontaktdaten:

Beitragvon Bertelmann » 05.03.2012, 20:24

Gibt es irgendeine Beschränkung bei der Verwendung von Koax mit analogem Audio? Es ist manchmal einfach praktisch, vorhandene Verkabelung zu missbrauchen ...

Bzw. hat wer Erfahrungen, mit anderen Kabeln (Ethernet o.ä.)? Wie weit darf man "pfuschen", was ist nicht mehr empfehlenswert?

Nachtrag: Das hab ich auch noch gefunden: http://www.belden.com/pdfs/Techpprs/Cat5AV.pdf

Benutzeravatar
RainerG
Senior Member
Beiträge: 1496
Registriert: 20.06.2007, 08:41
Ort: Romrod (Oberhessen)

Beitragvon RainerG » 05.03.2012, 22:46

Bertelmann hat geschrieben:Gibt es irgendeine Beschränkung bei der Verwendung von Koax mit analogem Audio? Es ist manchmal einfach praktisch, vorhandene Verkabelung zu missbrauchen ...

Bzw. hat wer Erfahrungen, mit anderen Kabeln (Ethernet o.ä.)? Wie weit darf man "pfuschen", was ist nicht mehr empfehlenswert?

Nachtrag: Das hab ich auch noch gefunden: http://www.belden.com/pdfs/Techpprs/Cat5AV.pdf



Hallo Kollege,

Ich möchte gerne mal wissen, was Du erwartest oder befürchtest wenn Du für unsymmetrische Audioverbindung ein normales Koaxkabel verwendest?
Wenn es für die Hochfrequenz tauglich ist, ist es für die Niederfrequenz erst recht tauglich. Was soll den passieren?
Was anderes ist die Verwendung von Hohlleitern. Das geht nur bei Hochfrequenz bzw. Höchstfrequenz. Diese haben eine Hochpaßcharakteristik in ihren Übertragungseigenschaften.

"Pfuschen" darf man überhaupt nicht - nirgends!. Spätestens wenn Du am Lichtschalter versuchst das Licht einzuschalten und statt dessen läuft irgendwo das Wasser, dann weißt Du daß Du gepfuscht hast! :-)


Grüße
Rainer
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf (Quelle unbekannt).
Siege wenn Du kannst, verliere wenn Du mußt, aber kapituliere nie! (André Kudelski).
Lautsprecher verstärken nur die Stimme - nicht die Argumente! (Hans Kasper)

Benutzeravatar
MartinM
Vollmitglied
Beiträge: 75
Registriert: 15.02.2011, 20:04
Ort: Wien, Österreich

Beitragvon MartinM » 06.03.2012, 08:47

hallo kollege!

bezüglich ethernet kann ich von folgenden erfahrungen berichten:

1) die aufgabenstellung war, das analoge ausgangssignal von funkmicrophonempfängern quasi "quer durchs haus" zu schicken;
die empfangsantennen waren aus 2 dachflächenfenstern auf einen kirchturm in ca. 150m entfernung gerichtet.
leider war das der einzige punkt, von wo aus es freie sicht auf besagten kirchturm gab, denn in diesem bereich gibts keinerlei audioverkabelung (internetabteilung).
aber: netzwerksteckdosen genug.
also griff ich zum lötkolben: y-kabel 2 x xlr3-f auf xlr5-m und xlr5-w auf rj45
dieses in die ethernetdose an der wand.
gegenstelle im serverraum mittels cat-patchlabel von einem patchfeld zum nächsten, nämlich dem, das in den hkr führt.
(es sollte klar sein, dass man nicht über einen switch oder hub gehen kann, sondern natürlich "durchstecken" muss!!)
dort das umgekehrte: rj45 auf xlr5-m, y-kabel xlr5-w auf 2 x xlr3-m.
damit bin ich dann in die SSL alpha-link gegangen und über madi weiter zum sendepult.
das ergebnis: mehrere stunden livesendung ohne irgendwelche probleme oder störungen.
sicherheitshalber hab ich vor dem einschleifen ins und nach dem ausschleifen aus dem "netzwerk" trenntrafos gesetzt
(die üblichen verdächtigen von neutrik).

2) nachdem ich lange auf der suche nach einem 3-paarigen multicore war (auch im forum hat keiner eines gekannt),
verwende ich jetzt ein bühnentaugliches ethernetkabel mit xlr7 für meinen decca-tree;
alles bestens!

hoffe geholfen zu haben.
grüße aus wien,
martin

bwaack
Vollmitglied
Beiträge: 28
Registriert: 23.07.2009, 14:36
Kontaktdaten:

Beitragvon bwaack » 06.03.2012, 13:34

Ich habe früher als "bettelarmer Musiker" viel Antennenkabel als Audiokabel für unsymmetrische Signale benutzt, weil es einfach sehr billig und immer und überall erhältlich war. Vom Signal her gibt es keinerlei Nachteile.

Abgesehen von optischen Gesichtspunkten (weil das weiße Koax oft günstiger ist) musste ich jedoch feststellen, dass es sehr wesentliche Unterschiede bezüglich der mechanischen Belastbarkeit und der Flexibilität gibt.

Selbst wenn man Litze (im Gegensatz zu Verlegekabel, bei dem die Ader aus einem einzigen starren Draht besteht) verwendet, wird man feststellen, dass diese Kabel tendenziell aus wenigen dickeren Kupferadern besteht, die bei häufigeren mechanischen Belastungen (am Stecker) schneller brechen. Das gilt auch für das Geflecht des Schirmes. Hinzu kommt, dass die Isolierung solcher Kabel oft steifer ist als Audio- oder "Dioden"-Leitungen.
Das macht die Verarbeitung dieser Kabel zickiger und sorgt zusätzlich für erhöhte mechanische Belastungen direkt am Stecker, wo dann regelmäßig Brüche auftreten (am Schirm), wenn das Kabel tatsächlich als flexibles Kabel am Instrument oder ähnlich eingesetzt wird.

Ich war trotzdem jahrelang mit solchen Kabeln auf Bühnen unterwegs und hatte halt immer zwei Ersatzstrecken dabei - oder sogar einen Lötkolben. Man lernt mit solchen Kabeln, Kabel vernünftig zu wickeln und wie das deren Lebensdauer erhöht.

Heute benutze ich nur noch "richtige" Audiokabel und nur noch Neutrik-Stecker. Schon die Nerven, die man bei der Verarbeitung solchen Materials spart, sind mir die Mehrkosten wert.

Grüße
B.


Zurück zu „von Kunst und Technik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 1 Gast