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Raumakustik. Breitbandige Bassabsorbtion? Flatterecho.

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Bertelmann
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Raumakustik. Breitbandige Bassabsorbtion? Flatterecho.

Beitragvon Bertelmann » 15.03.2012, 15:47

Ich komme mit diesem Theatersaal einfach nicht weiter http://dl.dropbox.com/u/16416694/kbp.zip

Alle elektronischen Möglichkeiten sind ausgeschöpft - hier kann nur baulich weiter optimiert werden.

Das größte Problem: Der Bass hallt zu lange nach. Höhen und Mitten sind wenig problematisch. Rhythmik kommt kaum auf.

Ein weiteres Problem sind die seitlichen Wände, die ein Flatterecho erzeugen (sehr deutlich beim Händeklatschen).

Wieweit das Gewölbe mitspielt kann ich nicht sagen.

Hat jemand Vorschläge, was man da machen kann?

Ich tendiere zu breitbandiger Bassabsorbtion (Aber wie und wo? Platzmangel!) und Diffusion bzgl. Flatterecho (Wie? Wo ist klar ;-) Auch Platzmangel).

Ein kleines Wunder wäre angebracht ... :cry:

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JP
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Beitragvon JP » 15.03.2012, 17:30

Ein Flatterecho bedingt zu lange Nachhallzeiten in Höhen und Mitten...
Da hilft Breitbandabsorbtion.
Lange Nachhallzeiten im Bass sind normal und oft gewünscht. Wenn nicht, mußt du mit sehr viel Materialeinsatz rechnen. Oder keine finanziellen Kosten scheuen und mit zB VPRs arbeiten.

Wenn ich die Photos richtig interpretieren wäre an der Decke (und auch an den Wänden) Platz für poröse Absorber. Man muss halt nur Kreativ mit Platzierung und Form umgehen.
Einzelne Raummoden könnte man mit hohen, nicht zu großen Helmholtzresos in den Griff bekommen.

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Beitragvon Bertelmann » 15.03.2012, 21:00

Diese Verbundplattenresonatoren klingen verlockend: Tief, breitbandig und wenig Platzverbrauch.

Hat jemand Erfahrungen damit? Selbstbau möglich?

Wieviel davon wird man benötigen und wo?

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Beitragvon JP » 15.03.2012, 21:33

Das Thema hatten wir hier schon mal. Bemüh mal die Suche.

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Beitragvon Bertelmann » 15.03.2012, 21:48


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Beitragvon Bertelmann » 16.03.2012, 10:53

Das VPR-Thema ist wirklich spannen.

Ein Plan wäre, insg. 6 VPRs (4 Stück im vorderen Zuschauerbereich, 2 im hinteren) mit 1 x 1,5, 10 cm Basotect und 2,5 mm Stahlblech an der Wand zu montieren. Evtl. mit dünnem Gazestoff optisch ansprechend zu machen.

Die Frage die sich stellt: Würde das funktionieren?

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Beitragvon Bertelmann » 16.03.2012, 13:33

Schwingen einer Platte, die akustisch angeregt wird, einfach visualisiert: http://www.youtube.com/watch?v=s9GBf8y0lY0&NR=1&feature=fvwp

PS: Nur zum Amüsement. Nichtnewtonsche Flüssigkeit, immer wieder schön: http://www.youtube.com/watch?v=3zoTKXXNQIU&feature=fvwrel

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Beitragvon JP » 16.03.2012, 19:48

Bertelmann hat geschrieben:Das VPR-Thema ist wirklich spannen.

Ein Plan wäre, insg. 6 VPRs (4 Stück im vorderen Zuschauerbereich, 2 im hinteren) mit 1 x 1,5, 10 cm Basotect und 2,5 mm Stahlblech an der Wand zu montieren. Evtl. mit dünnem Gazestoff optisch ansprechend zu machen.

Die Frage die sich stellt: Würde das funktionieren?


Wichtig ist, die Platzierung im Druckmaxima der entsprechenden Frequenzen.
Ich hab mich noch nicht zu einem DIY-Bau durchringen können... Du darfst da gerne den Vorreiter machen... ;)

Vielleicht ist der Thread noch interessant für dich:http://www.gearslutz.com/board/studio-building-acoustics/667929-my-experiment-metal-panel-absorber.html

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Beitragvon ebs » 16.03.2012, 20:13

JP hat geschrieben: Lange Nachhallzeiten im Bass sind normal und oft gewünscht. Wenn nicht, mußt du mit sehr viel Materialeinsatz rechnen.
Oder keine finanziellen Kosten scheuen und z. B. mit Verbund-Platten-Resonatoren (VPRs) arbeiten.

Das empfehlen einer längeren Nachhallzeit bei tiefen Frequenzen ist leider ein Irrtum, selbst in der Norm wird das geduldet; siehe:
Peter K. Burkowitz und Helmut V. Fuchs: "Das vernachlässigte Bass-Fundament":
http://www.sengpielaudio.com/DasVernachlaessigteBass-Fundament.pdf
Der von vielen propagierte und für Musik angeblich anzustrebende Anstieg der Nachhallzeit bei Frequenzen unter 250 Hz ist fast zum Regelfall geworden, ein Optimum stellt er aber keinesfalls dar.
In der Raumakustik und in der Tonaufnahme sorgt eine längere Nachhallzeit bei tiefen Frequenzen nicht für "Klarheit", sondern immer nur für lästigen "Mulm".
Diese Tatsache müsste den Akustikern endlich klarwerden, wenn sie nicht nur messen, sondern selbst einmal hinhören.

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com

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Beitragvon JP » 17.03.2012, 21:15

Mein Satz war zwar keine "Empfehlung", trotzdem danke für deinen sinnvollen Beitrag! :-)

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Beitragvon Bertelmann » 19.03.2012, 11:33

Vielen Dank ebs für die "Rückendeckung". Tasächlich ist längere Bass-Nachhallzeit sowohl in der DIN als auch in der ÖNORM zu finden.

Eine Bedämpfung in den höheren Frequenzen ist relativ leicht zu erziehlen (Publikum, Textilien usw.) Ich würde behaupten, daß sie manchmal "automatisch" erzielt wird.

Die Bassbedämpfung wird aber vernachlässigt - und ist auch ungleich schwieriger.

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Beitragvon ebs » 19.03.2012, 20:48

Bertelmann hat geschrieben: Eine Bedämpfung in den höheren Frequenzen ist relativ leicht zu erzielen (Publikum, Textilien usw.) Ich würde behaupten, daß sie manchmal "automatisch" erzielt wird. Die Bassbedämpfung wird aber vernachlässigt - und ist auch ungleich schwieriger.

Die hohen Frequenzen über 1000 Hz sind wirklich mit "Plüsch" und "Eierpappen" relativ leicht zu dämpfen. Wenn Amateure immer nur die Höhen dämpfen, weil das so einfach machbar ist, dann kommt hinterher das große Erstaunen, dass der Übungs-"Betonkeller" mit niedriger Decke dann noch stärker auffällig in den tiefen Frequenzen unter 300 Hz dröhnt (Raummoden), als vorher. Ein Dämpfen der "halligen" Höhen wirkt sich klanglich immer durch ein weiteres deutliches Hervortreten der "Dröhn"-Tiefen aus. Da helfen allein Bass-Traps.

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik

http://www.sengpielaudio.com


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