Am 25.05.2018 wird die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) als einheitliche europäische Datenschutzregelung eingeführt.
Gleichzeitig wurde das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) überarbeitet und tritt gemeinsam mit der EU-DSGVO zum 25.05.2018 in Kraft.
Entsprechend dieser neuen Vorgaben haben wir unsere Datenschutzerklärung überarbeitet.

Ihr findet diese Datenschutzerklärung im Unterforum
"Wichtige Informationen" viewforum.php?f=12

Möglichkeiten beim Sound Design / musikalischer Umsetzung

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

Moderator: Moderation

hghoyer
Vollmitglied
Beiträge: 64
Registriert: 31.03.2010, 09:34
Ort: Hamburg
Kontaktdaten:

Möglichkeiten beim Sound Design / musikalischer Umsetzung

Beitragvon hghoyer » 17.03.2012, 22:21

Hallo,

Wie kann man idealerweise einem musikalisch unversierten die verschiedenen Möglichkeiten (vor allem in Sachen Instrumentierung und Sound-Design) aufzeigen?

Um bspw. mit einem Filmverantwortlichen (Regisseur) zu definieren, in welche Richung eine Musik für eine bestimmte Szene gehen kann, will ich ein Positionierungskreuz verwenden. Also einfach ein Koordinatensystem mit 2 Achsen (in z. B. einer Powerpoint Datei mit implementierten Soundbeispielen)... Man könnte sogar das gleiche motiv als Basis in verschiedene Klangrichtungen ausgestalten...

Die Y-Achse soll von: minimale Klangfarbe bis komplexe Klangfarbe gehen...

Die X-Achse soll den Bogen zwischer minimaler und komplexer Ausgestaltung aufzeigen... (also ob viele Noten = Komplex oder wenige Noten (über der Zeit) in einer Filmmusik / Soundtrack verwendet werden.

Was denkt ihr zu einem solchen Vorgehen? Gibt es ggf. geeignetere Polaritäten?

Benutzeravatar
janosch
Senior Member
Beiträge: 266
Registriert: 12.11.2007, 08:16
Ort: Brandenburg

???

Beitragvon janosch » 18.03.2012, 02:30

Also ich verstehe nur Bahnhof. Das mag an der X-Achse über der Zeit liegen, die für mich (nach westlicher Lesart) aktuell leicht nach rechts verschoben ist.

Willst du uns bitte darüber aufklären, was du genau meinst?

Filmmusik ist ein äußerst vielschichtiges Thema, das sich wohl kaum durch Punkte in einem zweidimensionalen Koordinatensystem darstellen lässt. Auch nicht durch den besten Statistiker.

In Filmen (mittlerweile selbst in sogenannten Infotainment-Filmen, sprich Dokus mit Spiel- oder dramatisierten Szenen) kommt es auf Emotionen an bzw. auf die Hinführung dazu und dann Auslösung derselben. Und das nicht einmalig in einer einzelnen Szene, sondern in Auf- und Abwärtsbewegungen über den ganzen Film hinweg. „Emotionsmusik“ aber hat kaum etwas mit der Anzahl der Noten zu tun, sondern eher mit der „Art“ der Noten, wenn man das so spröde-statistisch ausdrücken will (was nicht wirklich möglich ist).

Nichtsdestoweniger ist Filmmusik/Filmton die von Anfängern in dem Metier – du sprichst ja von einem „unversierten“ Regisseur – wohl am meisten unterschätzte Komponente. („Hauptsache, das Bild ist gut…“) Wenn dann auch noch der Filmverantwortliche (= Produzent) keine Ahnung hat, dann gute Nacht für diesen Film…

Nicht umsonst sind gute Filmkomponisten/-arrangeure hoch bezahlte Leute. Ein Filmverantwortlicher, der nicht weiß, warum das so ist, sollte tunlichst noch einmal die (Film-) Schulbank drücken oder sich wenigstens erfolgreiche Filme des gleichen Genres anhören – mit geschlossenen Augen. Das wirkt Wunder.

Es gibt künstlerisch besondere Filme, für die das zuvor Gesagte nicht oder nur bedingt zutrifft. Über die Art des beabsichtigten Films hast du uns aber nichts gesagt.

Fazit: Eine allumfassende Statistik, wie sie dir vorschwebt, halte ich für völlig ausgeschlossen.
Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken. (Karl Kraus, 1874–1936)

hghoyer
Vollmitglied
Beiträge: 64
Registriert: 31.03.2010, 09:34
Ort: Hamburg
Kontaktdaten:

Beitragvon hghoyer » 18.03.2012, 15:30

Hallo Janosch,

vielen Dank für deine Antwort! Ich gebe zu: Musik ist
a) sehr subjektiv und b) sehr komplex.

Dann versuche ich das nochmal besser auf den Punkt zu bringen:

Der emotionale Inhalt eines Musikalischen Stückes oder auch eines Musikausschnittes hängt von der Art der Noten ab - Da sind wir uns einig!

Mir geht es desweiteren um den Sound, wie gewisse Noten umgesetzt werden können. Vorausgesetzt, man nimmt ein musikalisches Motiv (vielleicht in der Länge von 1-3 Takten), dann muss doch die Art und Weise, wie diese Noten umgesetzt bzw. instrumentiert werden, auch auch definiert werden.

Und hierfür möchte ich eben zur Kommunikation Polaritätenpaare verwenden. Und idealerweise in einem Koordinatensystem anhand von 2 Dimensionen die relevantesten Polaritäten aufzeigen, mit denen zumindest eine grobe annäherung / bzw. ein grobes Aufzeigen der bedeutsamster Möglichkeiten möglich ist.

komplexe Klangfarbe - minimale Klangfarbe...
klassisch - elektronisch


Was sind hier die beiden / drei wichtigsten Polaritäten?

Benutzeravatar
Musikmeister
Senior Member
Beiträge: 263
Registriert: 21.06.2007, 20:44
Ort: Frankfurt

Möglichkeiten beim Sound Design / musikalischer Umsetzung

Beitragvon Musikmeister » 18.03.2012, 16:41

hghoyer hat geschrieben: Komplexe Klangfarbe - minimale Klangfarbe...
klassisch - elektronisch

Komplexe Klangfarbe: Rosa Rauschen.
Minimale Klangfarbe: Reiner Sinuston 1 kHz.

Klassisch: Kirchenorgel oder Geige.
Elektronisch: Jimi Hendrix E-Gitarre (verzerrt).

Bild

Koordinatensystem mit x-Achse und y-Achse

Die Y-Achse soll von minimaler Klangfarbe (Sinuston) bis zu komplexer Klangfarbe (Rauschen) gehen ...
Die X-Achse soll den Bogen zwischer minimaler Ausgestaltung und komplexer Ausgestaltung aufzeigen ...

Gruezi

Musikmeister

prinzipal
Senior Member
Beiträge: 505
Registriert: 18.11.2008, 21:53

Beitragvon prinzipal » 18.03.2012, 18:28

hghoyer: vergiß das am besten alles mal ganz ganz schnell.

komposition ist etwas, das unmöglich in koordinaten definiert werden kann.

du kannst auf einer einfach geige, komplexer spielen und komplexere sounds erzeugen, als auf einer orgel, der geniale kompositeur versteht es aber den (hier mal angenommenen einfachen)orgelklang so einzusetzen, daß er dir gaanz komplex vorkommt;-)))

mein lieblingssatz dazu: das bewußtsein ist polyphon! bild und ton quasi synchron zu übersetzen und ablaufen zu lassen, ist einfach nur langweiliger quark. und musik muß immer ein komponist machen und nicht der regisseur.

wenn du allererdings völlig technoide musik einsetzen willst (elektronische loops, samples etc.) , wo quasi keine musik, sondern nur "sounds" erklingen, kannst du in der tat die sounds in kategorien einteilen und die komposition mithilfe der kategorien umschreiben. sinnvoll ist aber absolut nicht, im hinblick auf eine hilfe für den regisseur....

pkautzsch
Moderator
Beiträge: 966
Registriert: 20.06.2007, 00:49
Ort: Muenchen
Ort: München
Kontaktdaten:

Beitragvon pkautzsch » 19.03.2012, 23:23

Sicherlich wird ein Filmschaffender eher nicht einen Sinuston unter "einfach" und ein Rauschen oder einen vielschichtigen Akkord unter "komplex" verstehen. Nicht-Tontechniker denken, was Musik angeht, eher in Emotionen oder Bildern. Da fallen dann schonmal Sätze wie "hier muß die Musik anfangen zu fliegen" - hmmm...Düsentriebwerk-Sample oder was?? ;)
So etwas in Musik zu "übersetzen" ist die Kunst. Kenntnis anderer Filmmusiken (und allgemein vieler sehr unterschiedlicher Werke) ist wohl eine von vielen Voraussetzungen. Hauptzutat sicherlich eine ordentliche Portion Talent...
Oft verwenden Filmschaffende auch vorläufige Musik (Temp tracks), die die Richtung anzugeben versucht, in die es gehen soll.


Zurück zu „von Kunst und Technik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast