Stützen verzögern oder nicht?

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Wolfus
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Re: Stützen verzögern oder nicht?

Beitragvon Wolfus » 17.06.2015, 10:04

Der Unterschied der Lokalisierung mit Kophörern und Lautsprechern sollte sich meiner Meinung nach hier ausnahmsweise nicht auswirken, da man den Effekt beim Vergleich zwei mal gleich hat, beim HM-Signal und beim Stützsignal. Wen man beide auf gleiche Wikrung einstellt, sollte das Ergebnis passen.

Oder mache ich eine Denkfehler?
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alex
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Re: Stützen verzögern oder nicht?

Beitragvon alex » 17.06.2015, 10:42

Wolfus hat geschrieben:Wen man beide auf gleiche Wikrung einstellt, sollte das Ergebnis passen.


Bei reiner Pegeldifferenzstereofonie wäre es jedenfalls stark zu hoffen, dass in beiden Abhörsituationen dieselben EInstellungen zu denselben Ergebnissen führen.

Ob und in welchem Maße bei unterschiedlich gewählten AB- oder äquivalenzstereofonen Parametern für das Hauptmikrofon durch das Einstellen von Panpots zugemischter Monostützen Lokalisierungsabweichungen zwischen Kopfhörer- und Lautsprecherwiedergabe evident werden, und wie diese adäquat zu kompensieren wären, sodass eine Stereoabbildung mit beiden Arten von Schallwandlern reproduziert richtungs- und basisbreitenkompatibel bleibt … das ist womöglich noch gar nicht hinreichend wissenschaftlich erforscht und wäre somit gewiss ein lohnendes Thema für eine weitere Semester- oder gar Abschlussarbeit beim ETI. Auch ein anspruchs- wie eindrucksvoller Titel für ein solch ambitioniertes Projekt ließe sich einigermaßen mühelos zusammenschustern, in meinem vorigen Satz habe ich versucht, ein abschreckendes Beispiel zu geben. („Freiwillige vor …!“ - tönt es mir gerade aus „Asterix“ entgegen, oder von Oberst Hathi aus dem „Dschungelbuch“ :mrgreen: )

Bevor ich mich aber vorzeitig in den Treibsand unvollständiger und/oder unverstandener Theorie (oder gar der Spekulation) begebe, oder eine theoretisch vollständige Durchdringung und unstrittige Darlegung der zugrunde liegenden Phänomene hoffend abwarte (so viel Zeit habe ich leider nicht mehr), gehe ich die Angelegenheit doch lieber praktisch an: Ich überprüfe meine mit KH gefundene Einstellung sofort über LS.

Manchmal muss ich bei diesem Vergleich (oder Abgleich) die Richtung der Stütze verändern, manchmal noch die Klangfarbe, gelegentlich sogar die Aufstellung oder gar den Mikrofontyp, und bei schönem Wetter auch mal alles zusammen. (Was die letzten drei Faktoren mit Lokalisation zu tun haben? Woher soll ick det wissen - aber es muss eben manchmal sein, damit am Schluss alles stimmt! :idea: )

Manchmal stehen aber nun mal keine LS zur Verfügung, oder nur unter unzumutbaren akustischen Bedingungen. In solchen Fällen bleibt mir nichts anderes übrig, als mich auf meine Erfahrung zu verlassen, was die Abweichungen zwischen KH- und LS-Lokalisation beim Zumischen von Stützen angeht. Vorläufiges Resümee: An solchen Lokalisationsunstimmigkeiten konnte ich zumindest in den letzten 20 Jahren fast durchweg erfolgreich vorbeinavigieren.

Grüße, alex
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Re: Stützen verzögern oder nicht?

Beitragvon Stefanos Ioannou » 22.07.2015, 08:11

Um den Panpot der Stütze dem Hauptmikrofon anzupassen hilft bei perkusiven Klängen auch delay. Letztens habe ich einen Jazz Song gemischt in dem die Overheads in XY aufgenommen wurden. Da der Klang schon ziemlich gut war hab ich mich dafür entschieden die anderen Mikrofone (Kick, Snare, Toms) als stützen zum schon ziemlich ausgewogenen Overheadklang zu benutzen.
Weil ich aber schwierigkeiten hatte die Snare im Panoroama richtig einzustellen in der Art wie es hier schon beschrieben wurde, habe ich die gesamte Snare-spur verzört sodass jeder Schlag erst in den Overheads und dann in der Snarespur. Dann am Panpot drehen bis die Schläge vom gleichen Ort kommen. Ich finde es auf jeden fall einfacher so.

Gruß
Stefanos

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Wolfus
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Re: Stützen verzögern oder nicht?

Beitragvon Wolfus » 22.07.2015, 15:06

Zum Verständnis: das Delay bleibt bei der Endabmischung? Bei kurzem Delay sollte die Lokalisation aus dem Overhead-Signal nach De Haas ja gewinnen.
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Re: Stützen verzögern oder nicht?

Beitragvon Stefanos Ioannou » 22.07.2015, 17:59

Wolfus hat geschrieben:Zum Verständnis: das Delay bleibt bei der Endabmischung? Bei kurzem Delay sollte die Lokalisation aus dem Overhead-Signal nach De Haas ja gewinnen.


Nein das Delay bleibt nicht. Ich spreche hier ja von Delei-Zeiten von 150-250 ms um die Snareschläge die ja eigentlich gleichzeitig vorkommen einzeln einen nach dem anderen zu hören. Nachdem der Panpot richtig eingestellt wurde kommt das Delay wieder weg. Es geht nur darum Zeit zu sparen und nicht immer die Kanäle stumm schalten muss um es vergleichen zu können. Wenn man die einzeln hört ist es (zumindest für mich) einfacher die Snare(stütze) an die richtige Position im OH zu platzieren
Ich habe dies ja auch eigentlich auf die Frage von alex ob es eine schnellere Methode gibt geschrieben.
Leider kann man diese Methode bei Melodieinstrumenten nicht einsetzen

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Re: Stützen verzögern oder nicht?

Beitragvon Wolfus » 23.07.2015, 10:20

Danke. Ich habe es mir schon halb so gedacht.
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