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Schallwand-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

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hghoyer
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Schallwand-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

Beitragvon hghoyer » 12.07.2012, 11:42

Hallo,

wenn ich den Frequenzgang eines "kleinen 8Watt" Lautsprechers messen möchte, dann muss ich den LS doch in eine Wand von ca. 1 qm einbauen, sodass Schall von der Rückseite nicht direkt in das MEssmikrofon gelang (Akustischer Kurzschluss).

Reicht es "einfach":
-eine Holzwand von 1 QM zu nehmen
-ein Loch in der Mitte setzen
- den Lautsprecher dort hineinzusetzen und die Lücken bspw. mit Bauschaum oder Silikon zu verschließen
- und dann zu messen?


Wie kann ich die notwendige Größe der Wand berechnen und was für Materialien sind optimal?

Vielen Dank,
HGH
Zuletzt geändert von hghoyer am 12.07.2012, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.

Bertelmann
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Re: Schallwand-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

Beitragvon Bertelmann » 12.07.2012, 12:13

Je tiefer die Frequenz wird, umso mehr Beugung des Schall ist zu erwarten. Die Größe der Wand richtet sich aus meiner Sicht nach der tiefsten Frequenz, die im Messergebnis relevant sein soll. Ich bin mir nicht sicher, aber ich würde eine halbe Wellenlänge annehmen - bitte mich zu korrigieren.

Bei 1QM wären das ca. 171.5 Hz. Bei einem "kleinen LS" fraglich, ob notwendig. Die Wand sollte keinesfalls mitschwingen, also Schallhart sein.

Die Frage ist, ob sich ein solcher Aufwand lohnt. Wahrscheinlich handelt es sich um einen nackten LS und nicht um eine Box.

Bei einer fertigen Box würde ich folgendes probieren: Mit dem Mikro auf 1 m Distanz zu gehen (Norm für Schalldruckmessung). Evtl. Kammfiltereffekte würde man im Messergebnis sehen. Somit wäre der Frequenzgang abzuschätzen.

hghoyer
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Re: Schallwan-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

Beitragvon hghoyer » 12.07.2012, 12:50

Super,

vielen Dank für die Antwort. Also Falls jemand noch nen Tipp zur notwendigen Größe der Wand hat, immer her damit. Die Messung soll oberhalb von 200 Hz korrekt sein.

Wenn ich jedoch den Lautsprecher in eine Box einbaue, dann kann ich entweder eine Bassreflexbox oder aber eine geschlossene Box nehmen.

1)Welche Wäre für ein exaktes Messen eines Lautsprechers besser ?

2) Kann ich mit einer Box gleichgute/-genaue Werte erhalten, als wenn ich eine oben besagte Wand nehme?

Bertelmann
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Re: Schallwan-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

Beitragvon Bertelmann » 12.07.2012, 13:05

Jedenfalls ist zu beachten, daß das Gehäuse erheblichen Einfluss auf Dein Messergebnis hat ...

Wenn ich Dich richtig verstehe, möchtest Du den "nackten Response" messen, oder?

hghoyer
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Re: Schallwan-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

Beitragvon hghoyer » 12.07.2012, 15:56

Bertelmann hat geschrieben:Wenn ich Dich richtig verstehe, möchtest Du den "nackten Response" messen, oder?


Exakt!!! Der Reine Lautsprecher ;)

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Re: Schallwand-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

Beitragvon Erdie » 13.07.2012, 16:15

Hi,
Als ich noch jung und schön war, hatte ich mich auch mal mit Lautsprecherentwicklung beschäftigt. Als Faustregel gilt, wie schon gesagt, die halbe Wellenlänge im Durchmesser für die "untere Grenzfrequenz" eine Schallwand. Mit Sicherheit wirst du am Fequenzgang erkennen, wann die Welligkeit nach "unten" einsetzt. Mit 1 qm wird Deine Anforderung pi x Daumen gut erfüllt. Die optimale Forum wäre ein Kreis. Quadrad geht aber auch noch, dann setzt der Kurzschluss etwas früher, aber langsamer, ein.

Achte darauf, dass der Raum einigermaßen trocken ist, oder groß genug, wenn du einen Impuls zum Messen verwendest. Dann hast du die Messung fertig, bevor Dir der böse reflektierende Schall der Ergebnis versauen kann.

Grüße
Erdie

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Re: Schallwand-Aufbau, um Lautsprecher zu Messen

Beitragvon Wolfus » 17.07.2012, 12:56

Die runde Form ist nicht ganz unproblematisch. Auch wenn Klinger in seinen Klassikern einiges unterschlägt (Q-Faktor & Co), den Punkt hat er korrekt dargestellt:

die Wellen von hinten kommen mit Verzögerung vorne an. Nach der Auslöschung bei f=0Hz kommt als nächstes eine Überhöhung, wenn der Umweg eine Wellenlänge erreicht. Diese Überhöhung ist am stärksten bei einer kreisförmigen Schallwand und Lautsprecher in der Mitte. Gleichmäßiger wird das bei Rechtecken, insbesondere, wenn der Lautsprecher nicht genau mittig eingebaut ist. Dann ist die Verstärkung über mehrere Umwege und invers proportional dazu Frequenzen verteilt und wesentlich niedriger.
'Though nothing shows, someone knows. I wish that one was me. (Procol Harum, Quite Rightly So)


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