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Rückwärtiger Störschall bei Liveaufnahmen

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paco de colonia
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Rückwärtiger Störschall bei Liveaufnahmen

Beitragvon paco de colonia » 28.10.2012, 19:50

Hallo,

ich möchte bei einer Liveaufnahme jeweils Gesang + Klavier mit Stereostützen aufnehmen.
Bis auf den Applaus soll möglichst wenige Publikumsgeräusche auf der Aufnahme sein.

Was ist die bessere Lösung: Klein AB mit Breitnieren oder ORTF mit Nieren?

Meine Überlegung ist, das die Breitnieren (MK21) in Richtung Gesang/Klavier den rückwärtigen
Schall zwar "nur" mir 9.5db dämpfen, aber bei ORTF durch die 110Grad Winkelspreizung ja
auch ein beträchtlicher Teil Störschall seitlich mit aufgenommen wird.

Dazu kommt, das die Breitnieren gutes Stück näher (Hallradius) an Gesang/Klavier
aufgestellt werden können wodurch im Verhältnis auch weniger rückwärtiger Schall mit aufgezeichnet wird.
Ferner entfällt der Vorteil der Rückwärtsdämpfung von "Nieren"; das das Publikum auch seitlich- und nicht
nur genau hinter den Mikrofonen sitzt.

Auch würde mich interessieren, auf welcher Höhe die Höhe i.d.R. am besten positioniert ist- also z.b. auf
Höhe des Mundes oder darüber.

Ich freue mich sehr über Eure hilfreichen Tipps.

Paco

Grosse_j
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Re: Rückwärtiger Störschall bei Liveaufnahmen

Beitragvon Grosse_j » 28.10.2012, 23:27

Warum wird für diese Thema hier jetzt ein zweiter Thread neben dem bereits laufenden zum Thema Klavier und Gesang mit 4 Mikrofonen - Nieren oder breite Nieren von Dir aufgemacht?

viewtopic.php?f=5&t=2102

Im Übrigen gelten die Angaben zur Rückwärtsdämpfung von Mikrofonen nach meinem Verständnis für den Direktschallbereich, nicht für das Ausblenden von Publikumsgeräuschen. Wenn sich ein Huster erst mal im Raum diffus ausgebreitet hat hilft auch die gute Rückwärtsdämpfung einer Niere nicht mehr viel, da der Huster ja bereits von allen Raumwänden reflektiert also auch von vorne und seitwärts in das Mikrofon trifft. Anders ist das beim Einsatz als Stütze im Nahbereich, da dominiert der Direktschall und rückwärtig spielende Instrumente können besser ausgeblendet werden, da deren Raumanteile dort wesentlich unter den Direktschall-Pegeln liegt. Daher je mehr Direktschall desto relativ weniger Publikumsgeräusch - also näher dran.

Viele Grüße
Grosse_j

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RainerG
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Re: Rückwärtiger Störschall bei Liveaufnahmen

Beitragvon RainerG » 29.10.2012, 10:38

Grosse_j hat geschrieben:
Wenn sich ein Huster erst mal im Raum diffus ausgebreitet hat hilft auch die gute Rückwärtsdämpfung einer Niere nicht mehr viel, da der Huster ja bereits von allen Raumwänden reflektiert also auch von vorne und seitwärts in das Mikrofon trifft.
Viele Grüße
Grosse_j



Hier gilt das selbe wie bei den Katzen: Bei Nacht sind alle Katzen grau.
Im Diffusfeld haben alle Mikrofone Kugelcharakteristik.


MfG
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ebs
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Re: Rückwärtiger Störschall bei Liveaufnahmen

Beitragvon ebs » 30.10.2012, 08:23

RainerG hat geschrieben: Im Diffusfeld haben alle Mikrofone Kugelcharakteristik.
Alle Mikrofonfirmen geben generell die Richtcharakteristiken ihrer Mikrofone als Polardiagramm an, die immer in einem reflexionsarmen (!) Raum bzw. mit einem reflexionsarmen Rohr gemessen werden.

Bild

Nicht nur Amateure nehmen generell an, dass selbst Richtrohrmikrofone (Interferenzmikrofone) mit einer Keulencharakteristik in größerer Entfernung von der Schallquelle die Raumsignale von der Seite und von hinten ausblenden, so wie es das gezeichnete Polardiagramm deutlich vorgaukelt. Das ist jedoch nicht der Fall, denn auch diese Mikrofone "zeigen" im Diffusfeld eben nur eine "Kugelcharakteristik".
Das verraten uns jedoch die Mikrofonfirmen verständlicherweise nicht, denn sie wollen den Verkauf ihrer Super-Richtmikrofone nicht behindern.

Viele Grüße ebs
ebs - Mikrofonaufnahmetechnik und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com


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