Am 25.05.2018 wird die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) als einheitliche europäische Datenschutzregelung eingeführt.
Gleichzeitig wurde das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) überarbeitet und tritt gemeinsam mit der EU-DSGVO zum 25.05.2018 in Kraft.
Entsprechend dieser neuen Vorgaben haben wir unsere Datenschutzerklärung überarbeitet.

Ihr findet diese Datenschutzerklärung im Unterforum
"Wichtige Informationen" viewforum.php?f=12

Klavierabnahme Live Frage dazu

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

Moderator: Moderation

prinzipal
Senior Member
Beiträge: 506
Registriert: 18.11.2008, 21:53

Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon prinzipal » 18.03.2015, 13:42

Aufgrund der Entwicklung eines aktuellen Projektes, stellt sich folgende Frage: Ziel ist es einen Flügel live zu loopen und über Effekte zu spielen (Echo, Filter, verfremden, Hall).

Der Flügel sollte dazu geschlossen sein (Deckel komplett zu, Synthesizer liegt auf dem Deckel, wenig Direktschall, Feedbackvermeidung). Aktuell habe ich einfach einen Zoom reingelegt und mit Equalizer etwas angepasst. Ich würde es aber gern noch besser haben, ohne aufwändig zu mikrofonieren: sprich: ich stelle mir vor ein, oder 2 (??) Grenzflächen in den Flügel zu legen.

Welche Grenzflächen würden sich dazu gut eignen und wo lege ich sie am besten hin? Möglichst ohne Phantomspannung-also so, daß ich direkt in einen EQ zur Vorverstärkung gehen kann und dann weiter in die Effektkette.

Gerne auch etwas Austausch darüber, was passiert wenn ich diese oder jene GF nehme. Meine Hernagehensweise wäre die, einen runden Flügelklang zu bekommen. Zuviel Höhen macht es in der Verstärkung zu spitz und zu gute Bässe führen zu mulmen, bzw. sind dann evtl. sehr "aufschaukelgefährdet? (Die Bässe werden sich ja am ehesten durch den zugeklappten Flügel übertragen...)

Benutzeravatar
Simpel
Vollmitglied
Beiträge: 68
Registriert: 09.06.2011, 19:29
Ort: Hamburg
Ort: Hamburg

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon Simpel » 18.03.2015, 15:20

Moin,

eine Grenzfläche ohne irgendeine Speisung wirst Du wohl kaum kriegen. Aber wenn ich so beim Ton-Aldi schaue, gibt es einige Grenzflächen mit Batteriebetrieb (auch mit AA - Mignon). Das ein oder andere günstige Modell bekommt auch ganz ordentliche Kritiken.

Probier die Dinger doch aus. Es gibt ja Rückgaberecht für 30 Tage.

Gruß, Conrad

Benutzeravatar
hafi69
Senior Member
Beiträge: 1208
Registriert: 19.06.2007, 23:44
Ort: Duisburg

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon hafi69 » 18.03.2015, 15:27

Das ist alles hochgradig "grenzwertig"

Wenn es unbedingt eine GF sein soll, dann möglichst eine Halbkugel (Neumann, Schoeps),
aber vor allem keine Halbniere mit vor-manipuliertem Frequenzgang (wie das e901 oder Shure 91).
Alle GF die ich kenne sind Kondensatormikros und benötigen einen MVV+48V.

Wenn es unbedingt OHNE MVV gehen muss eigenen sich am ehesten dynamische
Kugel (Reportage-) Mikrofone.

Die beste und einfachste Lösung wären zwei Lavalier-Kugeln, die man unauffällig kleben kann.
Letzteres bringt am ehestens einen halbwegs "natürlichen" klang.

Hatte ich schon erwähnt dass eine Kugel die einzige logische Lösung bei geschlossenem Piano ist? :idea:

prinzipal
Senior Member
Beiträge: 506
Registriert: 18.11.2008, 21:53

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon prinzipal » 18.03.2015, 17:34

Vielen Dank! Ja, das ist "grenzwertig" und natürlich nicht vom Gesichtspunkt eines 100%igen zu übertragenden High End Klaviersound zu sehen...Aber was tut man nicht alles für die Musik! :-))

Ausprobieren hat imho wenig Sinn, da die Flügel ja jeweils andere sind und die Unterschiede zwischen den Instrumenten sind nunmal gravierend. Von daher ist ein EQ auch Pflicht. Will damit sagen, was wirklich taugt, oder nicht, wird sich dann eh erst nach einiger Zeit herausstellen.

Zum MVV: eben kam mir die Idee, nachdem ich nach ein paar Lavaliermikros geschaut habe: den Zoom wie gehabt ins Klavier und 2 Lavalier extern dort "rangesteckt". Ein Vorteil ist dabei z.B. über die Fernbedienung des Zooms noch nachpegeln zu können, auch wenn der Flügel dann komplett zugebaut ist. Da der Zoom auch XLR-Eingang hat (und Phantomspeisung? Ich glaub ja...!) muß ich mich korrigieren und selber den Knopf in meinem Gehirn umschalten: damit kann ich selbstverständlich nehmen, was ich will (einfach gute kleine Kapseln...) manchmal kommt man aufs naheliegendste nicht.....

aseptisch
Senior Member
Beiträge: 253
Registriert: 11.09.2014, 16:29
Ort: Kiel
Ort: Kiel

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon aseptisch » 18.03.2015, 17:39

Eine preiswerte und billige Halbkugel ist das AKG CBL99. Eine Kunstoffscheibe so groß wie ein Handteller, schwarze, angeblich rückstandsfrei entfernbare Klebe-Knautschmasse wird mitgeliefert. Ich habe zwei Stück davon bei Choraufnahmen getestet (Positionierung auf dem Boden ist dabei aber natürlich ungünstig) und mit recht erfreulichem Ergebnis bei Orgelaufnahmen verwendet. Für den Preis erfreulich natürlicher Klang und geringes Rauschen. Braucht natürlich 48V.

Wenn Du dem Kleber nicht traust, einfach zwei Löcher in den Deckel bohren und C562 CM montieren. :lol: Ich bin der Meinung, technisch sind beide gleich.

Zoom-Recorder haben erst ab dem Modell H4 einen XLR-Anschluss und Phantomspeisung. Geht es um einen H2 oder so?

Benutzeravatar
Tomte
Senior Member
Beiträge: 409
Registriert: 13.11.2007, 18:46

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon Tomte » 18.03.2015, 17:47

Wenn es im Budget drin ist, sind die DPA 4060 sicher eine interessante Option - sind für viele live-Anwendungen und auch experimentelles mit ihrer kleinen Größe sehr vielseitig einsetzbar, und eben mit Adapter auch als Grenzfläche.

Benutzeravatar
juppy
Senior Member
Beiträge: 1953
Registriert: 20.06.2007, 09:23
Ort: Köln

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon juppy » 18.03.2015, 18:06

hafi69 hat geschrieben:Die beste und einfachste Lösung wären zwei Lavalier-Kugeln, die man unauffällig kleben kann.
Letzteres bringt am ehestens einen halbwegs "natürlichen" klang.

Hatte ich schon erwähnt dass eine Kugel die einzige logische Lösung bei geschlossenem Piano ist? :idea:

hafi69 hat eigentlich schon (fast) alles gesagt ...

Lavalierkugeln unter den Deckel geklebt wären in der Situation auch meine Wahl.
Mitunter können aber auch drei davon nötig werden, wenn man genug Zeit für die
Vorbereitung hat, kann man damit mitunter durchaus Ergebnisse erzielen, einen
genügend großen Flügel vorausgesetzt. Ein Stutzflügel wird immer "spitz" klingen.

Lavaliermikrofone haben oft so dünne Kabel, daß man sie leicht zwischen Deckel
und Zarge durchführen kann, ggf. noch mit etwas (schwarzem) Stoff o.ä. "unter-
füttern", daß die Kabel nicht gequetscht werden.

Bei Nierenmikrofonen besteht obendrein die Gefahr, daß durch den Nahbespre-
chungseffekt sich der Baß des Flügels aufschaukelt: Wenn das Tonhaltepedal ge-
treten ist, kann es durchaus passieren, daß die tiefen Saiten ein Endlossustain
liefern ...

Zum Kleben an/in Instrumenten noch eine Anmerkung:

Man sollte zuvor die Klebstoffe getestet habe!


Daß entsprechende Lösungsmittel, die zuvor auf Materialverträglichkeit geprüft
wurden, zur Entfernung evtl. Klebstoffreste in den Koffer gehören, sollte sebst-
verständlich sein. Die Reparatur eines Lackschadens kann das Honorar für eine
Veranstaltung leicht um ein Weites übersteigen!

aseptisch hat geschrieben:Wenn Du dem Kleber nicht traust, einfach zwei Löcher in den Deckel bohren und C562 CM montieren.

Der sicherste Weg, sich eine Schadensersatzforderung einzuhandeln ... :lol:

Bertelmann
Senior Member
Beiträge: 517
Registriert: 06.10.2010, 11:15
Ort: Timelkam
Kontaktdaten:

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon Bertelmann » 18.03.2015, 23:41

Bzgl. Klebstoff kann ich die Tesa Powerstrips empfehlen. Kleben gut und lassen sich rückstandsfrei entfernen. Das würde ich mich sogar bei einem Highend-Flügel trauen.

Aber ich würde bzgl. der Klebepunkte nicht sparen. Fest andrücken ist wichtig.

Benutzeravatar
tgoerne
Neu hier
Beiträge: 11
Registriert: 10.09.2014, 20:11
Ort: Hamburg

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon tgoerne » 19.03.2015, 00:59

warum denn ohne externe Speisung direkt in einen EQ? Mir ist nicht klar wie das gehen soll...
Besser: irgendein günstiger kleiner Mischer (für Live-Loops ist das zeimlich wurscht was für einer), da hast Du dann 48 Volt (... ok, das hat nicht die allerbilligste Gurke, aber das übliche presiwerte Gerät schon), Du hast ordentliche Vorverstärker und den gewünschten EQ.
Dazu dann zwei kleine Kondensator-Grenzflächen, zB Beyerdynamic etc, oder wie schon erwähnt kleine Lavaliers, aber alles (wie schon erwähnt) Druckempfänger, also Kugeln. Unter den Deckel kleben, Gaffa tuts da auch ganz prima. Alternativ zwei Kleinmembran-Kugeln.

Gruß, TG

Benutzeravatar
Simpel
Vollmitglied
Beiträge: 68
Registriert: 09.06.2011, 19:29
Ort: Hamburg
Ort: Hamburg

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon Simpel » 19.03.2015, 10:03

Moin,

der Zoom H4 (den H4n hab ich so nicht getestet) bietet die Möglichkeit zwei Kondensatormikrofone mit Phantomspeisung zu versorgen. Wenn man dies allerdings über die 2 Mignonbatterien betreibt hat man nicht lang Freude dran.

Ich habe einige Zeit Kurzhörspiele unter einer Minute produziert und dafür draußen Atmos gesammelt. Dafür hatte ich ein Stereopaar Studioprojects C4 Kleinmebrankondensator mit den Batterien betrieben. Nach 10-15 Minuten waren die AA-Batterien leergesaugt und ich mußte neue einlegen. Die Batterien waren keine Billigbatterien.

Ob also der Zoom H4 der richtige Speisungslieferant und Vorverstärker für Deine Zwecke ist, wage ich zu bezweifeln.
Gruß, Conrad

pkautzsch
Moderator
Beiträge: 971
Registriert: 20.06.2007, 00:49
Ort: Muenchen
Ort: München
Kontaktdaten:

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon pkautzsch » 19.03.2015, 11:44

DPA 4060, Sanken COS-11, und ähnliche Ansteckmikrofone ohne festeingebaute ausgeprägte Lavalier-Entzerrung funktionieren wunderbar als Grenzflächen, wenn man sie einfach auf die Fläche klebt. In deinem Fall der Deckel.
Entweder Tape (Achtung Rückstände!) oder Bostik.
Und ich schließe mich der Mischpult-Empfehlung an. Dann kann man nämlich auch mal 3 Mikrofone mischen, wenn nötig.

Benutzeravatar
Tomte
Senior Member
Beiträge: 409
Registriert: 13.11.2007, 18:46

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon Tomte » 19.03.2015, 13:02

Für die DPA 4060 gibt es ja sogar kleine Grenzflächenadapter. Bei den kleinen Abmessungen macht es aber wahrscheinlich keinen großen Unterschied, ob man sie einfach so auf der Fläche montiert.

Von dpa gibt's übrigens auch Klebepads für die kleinen Halterungen. Etwas schonendes Klebeband tut's natürlich auch.

Bertelmann
Senior Member
Beiträge: 517
Registriert: 06.10.2010, 11:15
Ort: Timelkam
Kontaktdaten:

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon Bertelmann » 19.03.2015, 14:42

Ist "Bostik" jenes Material, welches man in gewissen Fachkreisen als "Hexenscheisse" bezeichnet? Also so ein kaugummiähnliches Material?

pkautzsch
Moderator
Beiträge: 971
Registriert: 20.06.2007, 00:49
Ort: Muenchen
Ort: München
Kontaktdaten:

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon pkautzsch » 19.03.2015, 15:03

Bertelmann hat geschrieben:Ist "Bostik" jenes Material, welches man in gewissen Fachkreisen als "Hexenscheisse" bezeichnet? Also so ein kaugummiähnliches Material?


Graues, kaugummiähnliches Knet-Klebe-Zeugs.
Den treffenden Begriff Hexenscheiße kannte ich noch nicht.

Benutzeravatar
alex
Senior Member
Beiträge: 1205
Registriert: 06.07.2010, 23:53
Ort: Krefeld

Re: Klavierabnahme Live Frage dazu

Beitragvon alex » 19.03.2015, 15:08

Bertelmann hat geschrieben:Ist "Bostik" jenes Material, welches man in gewissen Fachkreisen als "Hexenscheisse" bezeichnet? Also so ein kaugummiähnliches Material?

Bostik kenne ich seit meiner Filmtonzeit und benutze es heute noch.
Den Spitznamen dafür habe ich nie gehört - wie man doch ständig dazulernt ... :mrgreen:
Zum Glück riecht es aber nicht danach.

Das Material selber kann ich empfehlen: bei genügender Menge (und nicht zu hohen Temperaturen) hält es sogar SM69 mehr als eine Stunde am Platz.

Grüße, alex
"Modern technologies allow new ways of enhancing old mistakes."


Zurück zu „von Kunst und Technik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast