Am 25.05.2018 wird die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) als einheitliche europäische Datenschutzregelung eingeführt.
Gleichzeitig wurde das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) überarbeitet und tritt gemeinsam mit der EU-DSGVO zum 25.05.2018 in Kraft.
Entsprechend dieser neuen Vorgaben haben wir unsere Datenschutzerklärung überarbeitet.

Ihr findet diese Datenschutzerklärung im Unterforum
"Wichtige Informationen" viewforum.php?f=12

Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

Moderator: Moderation

Benutzeravatar
low-fi
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: 29.10.2009, 07:02
Ort: Düsseldorf

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon low-fi » 24.07.2015, 11:44

@ Juppy

Da hast du natürlich recht, klar konzentriert man sich am besten nur auf eine Sache. Mir geht es auch nicht darum Filme für's Fernsehn zu produzieren. Wenn ich mit Filmen Geld verdienen müßte, würde ich mir wahrscheinlich auch anderes Equipment zulegen. Wobei Sendefähig ohnehin ein ziemlich schwammiger Begriff ist. In Ermangelung besseren Materials werden auch beim Öffentlich-Rechtlichen plötzlich Handyvideos 'Sendefähig' :)

Bei schönen, oder interessanten, Momenten auf die man aus technischer Sicht nicht vorbereitet ist, hat man ohnehin nur die Möglichkeit, sie entweder festzuhalten, oder es sein zu lassen, weil die Qualität den eigenen Ansprüchen nicht genügt. Ich kann mich auch mit einem ganzen Filmteam auf diesen Campingplatz stellen, aber wenn es nicht am richtigen Tag und zur richtigen Zeit (um vier Uhr morgens) dort steht, würde zwar ein technisch perfekter, aber wohl ziemlich langweiliger Film entstehen. Das Schwierige ist, den richtigen Moment festzuhalten.

Als ich mir zuhause die Wackel-Filmchen angeschaut habe, ist mir aber klar geworden, daß der Ton bei einer Jam-Session/Musik wichtiger ist, als das Bild. Weil man mit 'Fehlern' im Bild (wenn z.B. die Schärfe falsch liegt), viel besser Leben kann, als mit Fehlern im Ton (wenn man z.B. die Musiker gar nicht richtig hört). Selbst wenn ich für kurze Zeit gar kein Bild habe, ist das nicht so schlimm, wie aussetzer im Ton. Mein Gedanke war eben der, daß man auch mit wenig zusätzlichem Equipment (Recorder, 2 Mikros mit Halterung) den Ton schon deutlich verbessern kann. Und den Kameraton nutzt man dann nur noch zum Synchronisieren der Tonspur, oder im Notfall, falls der Recorder mal streikt.

@ MarkusP

Ich glaube auch das M/S mit Kugel bei Beschallung von allen Seiten wahrscheinlich wenig Vorteile gegenüber Klein-AB mit 2 Kugeln hat (man hört dann ja nur 2 Seiten besser) und an der Kamera montiert wäre dann vielleicht Hyperniere/Keule und Acht die bessere Wahl um vielleicht kleinere Distanzen zu überbrücken. Wäre da nicht der riesen Korb als Windschutz, den es dann auch noch braucht. Aber in anderen Situationen ist M/S mit Kugel bestimmt auch eine gute Wahl.

Viele Grüße

Benutzeravatar
Tomte
Senior Member
Beiträge: 408
Registriert: 13.11.2007, 18:46

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon Tomte » 24.07.2015, 11:59

Übrigens, auch wenn es hier nicht sinvoll sein sollte, für den Zoom H6 gibt es auch einen M/S-Aufsatz. Was der taugt, kann ich allerdings nicht sagen. Günstiger kommt aber sicherlich nicht an eine Möglichkeit, M/S aufzunehmen (wenn man ohnehin diesen Rekorder hat/will).

Benutzeravatar
Tomte
Senior Member
Beiträge: 408
Registriert: 13.11.2007, 18:46

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon Tomte » 24.07.2015, 12:04

Wie lange Akkus oder Batterien im Zoom H6 (immerhin sind es vier AA) bei Phantomspeisung für 4 Mikros tatsächlich durchhalten, würde mich mal interessieren. Bei einem der kleinen Zooms (ich weiß nicht mehr genau, ich glaube der H4) hatte ich mal mit zwei Batterien und zwei Mikros sehr begrenzte Erfahrungen gemacht. Das hatte nicht mal für ne Stunde gereicht. Mein Tascam HD-P2 hält da mit 8 AA-Akkus locker 3 Stunden, mit guten und nicht zu alten Akkus sogar bis zu 5. Ich hätte Zugriff auf ein Zoom H6, vielleicht probiere ich es mal aus.

Benutzeravatar
low-fi
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: 29.10.2009, 07:02
Ort: Düsseldorf

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon low-fi » 24.07.2015, 12:12

@ Tomte

Das mit den Akkulaufzeiten würde mich auch interessieren. Im H6 sind vier AA-Zellen und die angegebenen langen Laufzeiten (9 Std.) beziehen sich natürlich nur auf die Mikrofonaufsätze die ohne Phantomspeisung auskommen. Wenn das mit Mikrofonen mit Phantomspeisung keine Stunde durchhält, wäre das Gerät eher uninteressant für mich.

Viele Grüße

aseptisch
Senior Member
Beiträge: 250
Registriert: 11.09.2014, 16:29
Ort: Kiel
Ort: Kiel

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon aseptisch » 24.07.2015, 13:25

Ich habe neulich nur kurz mal einen gebrauchten Zoom H4N gehabt. Der eine XLR-Eingang machte Geräusche, so schickte ich ihn zurück. Aber es war deutlich, dass mein H5 sehr viel rauschärmer und besser ist. Mit dem habe ich gelegentlich Chorkonzerte mitgeschnitten, und ich würde sagen, die 2 AA halten mit Phantomspeisung 2 Stunden mindestens, aber ich klemme immer ein kleines Powerpack dran, dann hält es ewig.

Übrigens kann man die AKG Blue Line direkt hinten in die Recorder stecken, der Mikro-Body SE 300 B ist klein genug. Ich besitze zwei Kapseln CK-94 (Acht). Die eine hat die Vorzugsrichtung in passender Richtung, die andere ist um 90° gedreht, somit guckt die Membran mit der einen Seite gegen die CK-92 (Kugel). Welche CK-94 die neuere ist, weiß ich leider nicht, es gibt keine Seriennummern. (Die Blue Line hat Bajonettanschlüsse und rastet daher in definierter Richtung ein.)

Die Zoom H4N, H5 oder H6 sind mit ihren eingebauten Mikros natürlich nicht so elegant wie der Zoom H2N, der seine Einsprechrichtung von der Seite hat und eine besonders unauffällige Lösung darstellen würde, qualitativ vielleicht aber nicht schlechter als das MS-Modul für die großen, und er kann ja nach vorne und hinten gleichzeitig aufnehmen.

Ich habe gerade am Wochenende in der Chorkonzertprobe zwei AKG CK-32-Kugeln an HM-1000 Hängemodulen ausprobiert und war bezüglich des Rauschens (20 dB-A) eher positiv überrascht, der Klang ist allerdings sehr mild, fast matt, Präsenz fehlt. Aber das ist eine günstige Lösung.
Hier wäre ein Stereoset mit Nieren gebraucht für 200 Euro, die Kugelkapseln bekommt man fast nie gebraucht, kosten neu 69 Euro. Dann hat man zwei kleine Kugel-Mikrofone an 10m-Kabeln, die man in einen Mobilrecorder füttert.

Ich mache gerne mal einen Laufzeittest mit dem Zoom H5. Was für ein Mic-Paar hätten's denn gerne? Kleinmembran-Niere von MBHO, AKG (ULS, Blue Line), Sennheiser MKH 20 oder 30, Großmembran Sennheiser MK4?

Benutzeravatar
low-fi
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: 29.10.2009, 07:02
Ort: Düsseldorf

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon low-fi » 24.07.2015, 14:15

@ aseptisch

Danke für die Infos :) Ja, ich hatte mal zwei C300 B Handstücke mit Nierenkapseln. Die habe ich allerdings verkauft, weil mir die ULS-Serie besser gefiel. Aber das stimmt, da gibt es eine verhältnismäßig preiswerte Kapsel mit Achter-Charakteristik.

Die Aufsteckkapseln am Zoom finde ich jetzt auch nicht so interessant, zumal ich gelesen habe, daß der MS-Aufsatz auch mehr Rauschen soll, als z.B. die beiden Nieren, die es dafür gibt. Das Gerät ist für mich vor allem interessant, weil es recht klein und handlich ist (verglichen z.B. mit einem Edirol R-44, den ich auch mal hatte), man für die wichtigen Funktionen (wie Pegel) Regler/Schalter am Gerät hat und es schneller Aufnahmebereit ist, als frühere Modelle. Für den Preis und den Einsatz der mir vorschwebt, reicht das Gerät klanglich wahrscheinlich alle Male. Auch von Tascam gibt's ja noch ähnliche Recorder, ohne Aufstekmikros.

Nur hätte ich gerne noch kleinere Kugelkapseln. Die ULS Handstücke mit Kapseln sind 17cm lang und die länge des XLR-Steckers kommt noch dazu. Wenn die beiden Mikros mit Schiene und Halterung nicht zu groß sind, kann ich sie unter Umständen auch mal mit einer einfachen A-Klammer oberhalt der Musiker am Gestänge eines Faltpavillion besfestigen, der manchmal vorhanden ist. Und wenn ich wirklich mal vier Mikros anschließen möchte, dann nehme ich die beiden AKG Mikros dazu. Mir ist aber wichtiger, daß das Ganze noch transportfähig bleibt. Wenn ich 'nur' eine etwas größere Fototasche mitnehmen muß, in die auch noch das Audioequipment passt, dann werde ich es auch mitnehmen. Wenn das von der Größe und Gewicht überhand nimmt, läßt man es aus Bequemlichkeit wahrscheinlich meist zuhause.

Wenn Du Dir die Mühe machen möchtest, kannst Du gerne mal 2 Kleinmembran Mikros mit Phantomspeisung an den H5 anschließen (z.B. die AKG ULS Serie). Dann hat man zumindest schon mal einen Anhaltswert. Würde mich freuen :)

Viele Grüße

Benutzeravatar
juppy
Senior Member
Beiträge: 1949
Registriert: 20.06.2007, 09:23
Ort: Köln

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon juppy » 24.07.2015, 14:21

MarkusP hat geschrieben:Kleine Ergänzung zu dem stiefmütterlich behandelten Ton bei DSLR. Es gibt es die schönen Adapter von Beachtek.
z.B. http://beachtek.com/dxa-slr-ultra/
Dürften aber bekannt sein. Die können leider nur kein M/S, soweit ich sehen konnte.

Das ist doch alles nur Krampf und Gegurke, um "semiprofessionell"
irgendwie aufzuwerten:
beachtec hat geschrieben:Description
The BeachTek DXA-SLR ULTRA is a two-channel, active XLR adapter
with built in preamplifiers for attaching external microphones and
other audio gear to any DSLR camera that has a built in mic jack.
It can also be used with any camcorder or other audio recording
device that has a mic jack
.

Solange das Signal über die Mikrofonvorverstärker (auto gain control)
und AD-Wandler der Kamera geführt wird, sind solche "adapter" in
meinen Augen nichts als teuere Spielereien zur Aufwertung des Egos.

Benutzeravatar
low-fi
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: 29.10.2009, 07:02
Ort: Düsseldorf

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon low-fi » 24.07.2015, 14:49

Von Tascam gibt's sowas auch, aber soweit ich mich erinnere mit eigenem Verstärker und Wandler. Aber alles was man zusätzlich an die Kamera hängt, macht das Arbeiten damit nicht umbedingt leichter. Für Kamera/Objektiv-Kombinationen unter 2kg gibt's noch recht kleine und leichte Lösungen die Kamera zu stabilisieren. Alles was größer und schwerer ist, kann man ohnehin nicht mehr längere Zeit in der Hand halten.

Ich persönlich finde das ohnehin nicht schlimm, wenn man beim Arbeiten eher unaufällig, oder von mir aus auch wie ein Amateur, wirkt. Zu große Kameras, oder andere Technik, schüchtert manche auch ein, oder andere nutzen es um aufzufallen. Wenn man keinen Wirbel macht, beachtet einen nach wenigen Minuten niemand mehr und die Athmosphäre bleibt authentisch. Ist zumindest meine Erfahrung.

Viele Grüße

aseptisch
Senior Member
Beiträge: 250
Registriert: 11.09.2014, 16:29
Ort: Kiel
Ort: Kiel

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon aseptisch » 24.07.2015, 15:09

low-fi hat geschrieben:Wenn Du Dir die Mühe machen möchtest, kannst Du gerne mal 2 Kleinmembran Mikros mit Phantomspeisung an den H5 anschließen (z.B. die AKG ULS Serie). Dann hat man zumindest schon mal einen Anhaltswert. Würde mich freuen :)

Mach' ich nachher gerne zuhause.

Für die AKG-ULS-Serie gibt es übrigens die A61-Winkeladapter, jedenfalls gelegentlich noch irgendwo zu kaufen. Ich habe gerade die drei verfügbaren bei SpringAir gekauft, ein vierter rauschte und ging zurück. Pro Stück schlappe 139 Euro … Aber Du willst ja insgesamt kleinere Mikros, wegen des Schleppens.

Auf Familienfeiern laufe ich gelegentlich einmal mit einem weitwinkligen Camcorder und in die Ohren gesetzten OKM II Studio herum, um die Live-Atmosphäre so plastisch wie möglich einzufangen. Das ist bei Kopfhörer-Wiedergabe natürlich unübertroffen realistisch, die Audio- passt zur Video-Perspektive. Aber bei Dir ist das ja nicht wirklich das Ziel, die Musik soll ja im Zusammenspiel so musikalisch wie möglich eingefangen werden. Vielleicht ist es für Dich trotzdem für spezielle Situationen interessant.

Benutzeravatar
low-fi
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: 29.10.2009, 07:02
Ort: Düsseldorf

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon low-fi » 24.07.2015, 15:41

@ aseptisch

Ja danke! Das wäre super :)

Beim den Mikros geht's mir eher um die Größe, als um's Gewicht. Kleine Kombis sind einfacher zu transportieren, zu installieren und stören auch weniger, wenn sie im Bild sind. Ich denke eben, daß wenn es im Film um Musik geht, ein Mikro an der Kamera nicht besonders vorteilhaft ist, weil es meist an der falschen Position ist. Ich möchte ja nicht alles was nahe an der Kamera passiert aufnehmen. Und bei reinen Musikaufnahmen (ohne Film) kommen, aus gut bekannten Gründen, ja auch keine stark gerichteten Mikrofone (Keulen) zum Einsatz. Das ist im Grunde eine Notlösung, um Distanzen zu überbrücken und bei Sprache, oder anderen Situationen und Schallquellen, ja auch völlig ok. Mir ist ein 'statischer' Ton lieber (also Mikors unabhängig vom Bild immer an gleicher Position), als ein 'statisches' Bild (würde man die Kamera auf ein Stativ montieren und den Ton Angeln). Aber das sieht wahrscheinlich jeder anders und es kommt ja auch immer auf den speziellen Fall an.

Viele Grüße

pkautzsch
Moderator
Beiträge: 969
Registriert: 20.06.2007, 00:49
Ort: Muenchen
Ort: München
Kontaktdaten:

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon pkautzsch » 24.07.2015, 19:14

juppy hat geschrieben:
MarkusP hat geschrieben:...
z.B. http://beachtek.com/dxa-slr-ultra/%20...

Das ist doch alles nur Krampf und Gegurke, um "semiprofessionell"
irgendwie aufzuwerten:
beachtec hat geschrieben:... to any DSLR camera that has a built in mic jack.
It can also be used with any camcorder or other audio recording
device that has a mic jack
.

Solange das Signal über die Mikrofonvorverstärker (auto gain control)
und AD-Wandler der Kamera geführt wird, sind solche "adapter" in
meinen Augen nichts als teuere Spielereien zur Aufwertung des Egos.

So einfach tickt der Beachtek nicht. Der nutzt einen einfachen Trick, um die automatische Aussteuerung zu überlisten: ein vollausgesteuerter sehr hoher Sinuston (ich meine, 19.000 Hz) wird dem Nutzsignal zugemischt, dadurch wird die AGC immer "auf Anschlag" heruntergeregelt. Keineswegs also Krampf oder pseudo-aufgewertetes Semiprofessionell. Man glaubt gar nicht, wieviel echter (professioneller, weil Geld bringender) öffentlich-rechtlicher und privater TV-Inhalt mit DSLRs, Rode- oder gar alten Sennheiser-ME-K3U-Mikrofonen und Beachteks oder Vergleichbarem von sog. VJs (Video-Journalisten) im Einmann-Betrieb hergestellt wird. Für ein schnell produziertes "Infotainment"-Programm reicht sowas allemal.

low-fi hat geschrieben:Ja, mit Angel wäre MS vielleicht wirklich nicht schlecht. Aber auf der Kamera wird das ein ziemlicher Klotz, erst recht mit Korb, der das Filmen dann schwierig macht (die schönen kleinen Schoeps Kapseln kann ich mir dafür nicht leisten). Ich hab' sogar noch ein mittleres Richtrohr (AKG ULS Ck-68). Da könnte man größentechnisch aber auch fast schon den Zoom mit eigener MS-Kapsel auf die Kamera montieren. Man ist dann aber wieder recht abhängig von der Richtung in die man filmt. Aber was kleineres auf der Kamera in Kombination mit einer Art Hauptmikrofon irgendwo anders wäre natürlich noch besser. Werde ich vielleicht mal ausprobieren. Da ich das Equipment aber die ganze Zeit mit mir herumtragen muß, möchte ich auch nur das Nötigste dabei haben.

Da hab ich mich wohl nicht ganz klar ausgedrückt: für deinen Einsatzzweck sehe ich das MS-System auf einem niedrigen Stativ in der Mitte. Oder (mit stärker gerichtetem M) als "Hauptmikrofon" weiter weg, so daß es der Kamera nicht im Weg ist.

[quote=Tomte]
Ich verstehe nicht, wie bei einer kreisförmigen Aufstellung, wie es auch im verlinkten Video zu sehen ist, möglich oder überhaupt hilfreich sein soll, mit M/S aufzunehmen. Wenn ich hinterher eh nur die Kugel nehme, kann ich mir den Aufwand sparen.
[/quote]
Antwort steht drüber:
[quote=MarkusP]Bei widrigen Umständen hat man so auf alle Fälle ein brauchbares Monosignal... :-)[/quote]
Außerdem kann man bei MS den Aufnahmebereich nachträglich ans Bild anpassen. Auch nicht unwichtig, wenn man vor Ort nicht wirklich viel Zeit fürs Einrichten eines Hauptmikrofons aufwenden kann.
Man stelle sich mal bildlich vor, wie denn die resultierende Richtcharakteristik bei Kugel-MS eigentlich ist. Das sind zwei Mikrofone Rücken an Rücken, je nach Achteranteil breiter oder gerichteter.
Ein Soundfield-Mikrofon in der Mitte wäre die noch flexiblere (und teurere) Lösung.
AB hingegen ist festgelegt: entweder man läßt es so breit wie es aufgenommen wurde, oder man muß einen Kanal weglassen und auf diese Weise Mono-fizieren. Dazwischen gibt es nichts.

low-fi hat geschrieben:Und bei reinen Musikaufnahmen (ohne Film) kommen, aus gut bekannten Gründen, ja auch keine stark gerichteten Mikrofone (Keulen) zum Einsatz. Das ist im Grunde eine Notlösung, um Distanzen zu überbrücken und bei Sprache, oder anderen Situationen und Schallquellen, ja auch völlig ok.

Richtrohre sind, auch wenn das eine verbreitete Meinung ist, nicht wirklich dazu geeignet, große Distanzen zu überbrücken. Ist man mal außerhalb des Hallradius, ist die Richtcharakteristik egal. Es geht beim Richtrohr in erster Linie darum, benachbarte Störschallquellen (wie z.B. ein Filmteam, die Umgebungsgeräusche, aber auch Instrumente) möglichst gut auszublenden.
Der gern angeführte ("bekannteste") Grund, keine Richtrohrmikrofone zu benutzen, ist ja die starke winkelabhängige Verfärbung. Die ist aber nur bei manchen Mikrofonen (u.a. der ehemalige Platzhirsch MKH 416) stark ausgeprägt, andere hingegen (Neumann, DPA, MKH 60, MKH 70) sind auch seitlich ziemlich sauber und werden im hinteren Halbraum nur dumpfer (anders als z.B. die bekanntesten Kleinmembran-Nieren, die allesamt "hintenrum" keineswegs verfärbungsarm sind!).
Wollte man nur Druckempfänger-Klang (der andere "bekannte" Grund), dürfte man ja auch keine Nieren oder Achten benutzen.

Benutzeravatar
juppy
Senior Member
Beiträge: 1949
Registriert: 20.06.2007, 09:23
Ort: Köln

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon juppy » 24.07.2015, 20:58

pkautzsch hat geschrieben:... der Beachtek ... nutzt einen einfachen Trick, um die automatische Aussteuerung zu überlisten:
ein vollausgesteuerter sehr hoher Sinuston (ich meine, 19.000 Hz) wird dem Nutzsignal zugemischt,
dadurch wird die AGC immer "auf Anschlag" heruntergeregelt.
Keineswegs also Krampf oder pseudo-aufgewertetes Semiprofessionell.

19 kHz? - Dazu fällt mir der "Pilotton" zur Kennung von Stereoprogrammen im Hörfunk ein.

Und dieser Ton in Vollaussteuerung wird auf der Audiospur der Kamera aufgezeichnet :?:
:aargh:
Für mich ist und bleibt ein solches Setup nur eine Krücke :!:

pkautzsch hat geschrieben:Man glaubt gar nicht, wieviel echter (professioneller, weil Geld bringender) öffentlich-rechtlicher und privater TV-Inhalt mit DSLRs, Rode- oder gar alten Sennheiser-ME-K3U-Mikrofonen und Beachteks oder Vergleichbarem von sog. VJs (Video-Journalisten) im Einmann-Betrieb hergestellt wird. Für ein schnell produziertes "Infotainment"-Programm reicht sowas allemal.

Wenn der Schwerpunkt mehr auf bunte Bilder als auf Qualität
und Inhalte gelegt wird, reicht eine DSLR sicherlich ...

Ich erlaube mir noch die Frage, warum gerade eine DSLR?
Die sind wegen des Spiegelkastens unnötig groß und schwer,
wo der Spiegel die ganze Zeit nur nach oben geklappt bleibt ...

Eine Systemkamera wäre viel "eleganter",
vielleicht sogar eine "Pocketkamera" mit guter Optik ausreichend.

Benutzeravatar
Tonzauber
Site Admin
Beiträge: 1279
Registriert: 19.06.2007, 19:16
Ort: Wien
Kontaktdaten:

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon Tonzauber » 24.07.2015, 21:23

Gibts doch alles sogar als "professionell"

https://www.blackmagicdesign.com/at/pro ... nemacamera
Tonzauber - einfach klassisch
www.tonzauber.com

Benutzeravatar
low-fi
Senior Member
Beiträge: 221
Registriert: 29.10.2009, 07:02
Ort: Düsseldorf

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon low-fi » 24.07.2015, 21:47

@ pkautzsch

Vielen Dank für Deine Erklärung zum MS-Mikrofon. Mir war nicht wirklich klar wie Du das meintest. Also der Nachteil zweier Kugeln ist der, daß man sie möglicherweise zu breit, oder zu schmal, aufstellt und im Nachhinein mit dem Ergebnis leben muss, während man mit der Breite bei MS variabel bleibt. Vor allem hatte ich gar nicht daran gedacht, daß auch MS mit Kugel in alle Richtungen funktioniert. Eigentlich ganz einfach :) Bleibt nur die große Windanfälligkeit der Acht als Nachteil. Bei Kugeln kommt man schon mit einem guten Schaumstoff-Windschutz recht weit. Mit MS von weiter weg ist das nur so eine Sache, denn bei vielen Instrumenten (z.B. Gitarren) hört man von hinten nur Mumpf. Da ist die Mikrofonposition ja schon wichtig. Danke auch nochmal für die Richtigstellung bezüglich Richtmikrofone. Wobei der Hallradius, ab dem die Richtcharakteristik keine Rolle mehr spielt, im Freien ein von der Schallquelle recht weit entfernter Punkt/Kreis sein dürfte.

Eigentlich gibt es bei so einem Ereignis gar nicht viele Störgeräusche, denn die anderen Musiker/Publikum trägt ja auch, und selbst mit Zwischenrufen, zur Atmosphäre bei. Solange der Pegel der Zuschauer nicht annähernd so laut wird, wie der der Instumente, ist das für die Aufnahme ja gar nicht so abträglich.

@ Juppy

Natürlich ist eine richtige Filmkamera besser zum Filmen als eine DSLR... vor allem wegen der besseren Bedienung. Als Fotograf habe ich aber nun mal einen Fotoapparat mit dem man auch Filmen kann und muß damit irgendwie zurecht kommen. Das ist der einzige Grund. Ich muß aber sagen, daß das Beispiel das ich hier verlinkt habe (wie praktisch alle Nachtaufnahmen) mit Blende 1.4 bei 6400ASA aufgenommen wurde. Da war außer einer Lichterkette gar nichts an Licht. Unter den Bedingungen wäre man auch mit so mancher Videokamera an seine Grenzen gestoßen.

Viele Grüße

aseptisch
Senior Member
Beiträge: 250
Registriert: 11.09.2014, 16:29
Ort: Kiel
Ort: Kiel

Re: Ich bräuchte einen Tipp für ein Mikrofon-Setup

Beitragvon aseptisch » 25.07.2015, 01:15

So. Ich habe um 18:30 Uhr meinen Zoom H5 mit zwei frisch geladenen NiMH der Firma Heitech (von Conrad) mit 2000 mAh Kapazität bestückt, zwei AKG C 480 B mit CK 61-ULS angeschlossen, Phantomspeisung 48 V, Aussteuerung grob für Sprache eingestellt (7 von 10), keinen Kopfhörer angeschlossen und dann aufnehmen lassen. 24 Bit 48 kHz WAV.

Dann bin ich zu meinen Eltern gefahren, habe mit ihnen zu Abend gegessen und ihnen für ihre morgigen Gäste einen Apfel-Mohn-Kuchen und eine Eierliqueurtorte gebacken. Als ich nach Hause kam, lief der H5 gerade noch. Als er sich schließlich schlafen gelegt hatte, hatte er zwei Dateien à 2h05m und eine mit 1h20m erzeugt, also 5.5 Stunden aufgenommen. Rauschen und Umgebungsgeräusch am Ende der letzten Datei schien mir genauso gut wie am Anfang der ersten.


Zurück zu „von Kunst und Technik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste