Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

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nihil sine causa
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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon nihil sine causa » 26.09.2015, 11:33

Hallo juppy,

juppy hat geschrieben:
nihil sine causa hat geschrieben:In weiteren Testreihen bin ich dabei, die Digitalisierung zu optimieren. Varianten miteinander zu vergleichen bedeutet aber, dass der Pianist immer wieder neu in die Tasten greifen muss und eben immer etwas anders spielt. Aus diesem Grund suche ich eine Aufzeichungsmöglichkeit über eine analoge Tonbandmaschine. Dann kann ich Feinheiten besser untersuchen, da ich Wiederholbarkeit bekomme.

Was für eine Beschäftigungstherapie ... :-D

Und dann stellst Du möglicherweise fest, daß die jede Bandmaschine den Klang noch mehr beeinflußt als irgendein AD-Wandler. :-D

Es geht ja nicht um „Klangbeeinflussung“ in dem Sinn, dass der Frequenzgang nicht linear übertragen würde. Unter diesem Aspekt sind alle ADC, die ich getestet habe, sehr gut. Was aber bei meinen Experimenten hörbar verloren geht, ist die Präzision bei Transienten und einige räumliche Information. Und ich habe sehr gute ADCs getestet (siehe hier und hier).

juppy hat geschrieben:Warum vereinfachst Du den Aufwand nicht einfach, indem Du anstatt Deiner Gattin, des Yamaha-Flügels und Brauner Phantoms
als Zuspieler für Deine Testserie einen brauchbaren Plattenspieler mit einer guten Klavier- oder Kammermusikaufnahme nimmst?

Ein guter Plattenspieler funktioniert als Analogquelle für meine Versuchsreihe gut (siehe hier und hier). Das war in der Tat eine Alternative für mich. Ich will aber lieber auf eine Tonbandmaschine gehen, denn (a) von der analogen Basisqualität her kann das Tonband nicht schlechter sein als analog produzierte Platten und (b) bin ich beim Tonband flexibler was die eigentliche Quelle betrifft (Mikrofone, Masterbandkopien oder auch Plattenspieler).

juppy hat geschrieben:Über den Unsinn einer Samplingfrequenz jenseits der 96 kHz brauchen wir an dieser Stelle nicht zu philosophieren.
Weder bei einem Großmembranmikrofon alias Brauner noch bei einer Bandmaschine oder einem Plattenspieler als Testquelle.

Für mich ist die Abtastrate nur ein Parameter von vielen und ob es größere oder kleinere Unterschiede zwischen den verschiedenen Samplingraten gibt, hängt sehr davon ab, wie die einzelnen Wandler gebaut und optimiert sind (jetzt wieder ganz praktisch gesprochen). Dennoch ich höre eben Unterschiede zwischen den verschiedenen Raten vor allem dann, wenn das Analogsignal entsprechend hochwertig ist. Mit dem Abtasttheorem ist das für mich nicht zu erklären. Beispielsweise bei meinen Mikrofonaufnahmen am Flügel passiert oberhalb von 12kHz sehr wenig. Da dürfte es nach Abtasttheorem keinen Unterschied zwischen 96 kHz und 48 kHz geben und schon gar keinen zwischen 192 kHz und 96 kHz.

juppy hat geschrieben:Und überhaupt:

Wenn die Beeinflussung durch die AD-Wandler so gravierend ist, dann müßte sich das doch über mehrere DA-AD-Wandlungen
potentieren. Also sollte es für die geplanten Untersuchungen genügen, eine digitale "Referenzaufnahme" zu erstellen, die für
eine Testserie wieder analogisiert wird.

Dieses Verfahren ist am leichtesten zu praktizieren und solche Tests habe ich auch gemacht. Bei den Unterschieden zwischen dem digitalen Original und der 12. Generation (also 12 mal DAAD) breche ich mir meistens die Ohren bei solchen Tests. Übrigens „schrumpft“ hier auch der Unterschied zwischen Abtastraten zusammen. Wirklich gravierend war bei meinen Tests der Unterschied zwischen hochwertigen rein analogen Quellen und und der ersten Digitalisierung.


juppy hat geschrieben:Ein Grinsen konnte ich mit bei Deinem Vergleich MS gegen "1zu1" nicht verkneifen.

Es geht hierbei nicht um einen Vergleich der Abnahme MS gegen XY. Es geht um die Behandlung des Signals vor der AD oder DA Wandlung. Durch den Übergang nach MS geht weniger Räumlichkeit und Ortbarkeit verloren, als wenn LR eben 1:1 durch die Wandler geschickt wird. Es muss daran liegen, dass durch die Wandlung ein Unterschied zwischen den Kanälen entsteht.

Da die Kodierung LR → MS vor dem ADC und die Dekodierung MS → LR hinter dem DAC auf analogem Weg erfolgen muss, haben wir hierdurch leider auch eine Beeinflussung des Signals. Das ist die aktuelle Baustelle.

juppy hat geschrieben:Wenn Du schon MS gegen XY vergleichen
willst, dann solltest Du statt irgendwelcher klobigen Großmembranen alias Brauner kleinmembranige Mikrofone benutzen.
Für alle koizidenten Aufnahmeverfahren gilt, daß die Anordnung möglichst klein und die Kapseln sehr eng beieinander montiert
sein müssen. Sonst erhältst Du genau die Artefakte, die Du in Deinem Test auf Basis der Phantoms beschrieben hast.

Mit den Braunern bin ich bislang recht zufrieden. Ich habe zwar einiges probiert, aber es kann gut sein, dass ich die für mich „richtigen“ Kleinmembranmikrofone bislang einfach noch nicht entdeckt habe.

MS-Kodierung vor der DA-Wandlung wird schon länger genutzt. Die resultierenden Effekte sind also unabhängig von meiner Mikrofonierung.

Viele Grüße
Harald

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon juppy » 26.09.2015, 12:41

nihil sine causa hat geschrieben:Mit den Braunern bin ich bislang recht zufrieden. Ich habe zwar einiges probiert, aber es kann gut sein, dass ich die für mich „richtigen“ Kleinmembranmikrofone bislang einfach noch nicht entdeckt habe.

Alle Großmembranmikrofone färben konstruktions- bzw. physikalisch bedingt.
Und gerade die "Brauner" sind für ihren Eigenklang bekannt. Das mag gefallen.
Wenn Du auf diesen "Sound" stehst, dürfte es schwer sein, das "richtige"
Kleinmembranmikrofon zu finden.

nihil sine causa hat geschrieben:MS-Kodierung vor der DA-Wandlung wird schon länger genutzt.

Anmerkung am Rande zu dem Link unter "genutzt":

Die gezeigten "ABACUS/AudioVero AcourateClean/Linetreiber" dürfen in dieser Bauform
überhaupt nicht in Verkehr gebracht werden, weil die Geräte gravierend gegen geltende
VDE-Vorschriften verstoßen. Die Geräte sind weder schutzisoliert noch geerdet.
Wie die Geräte CE-Zulassung erhalten haben (sollen), ist mir ein Rätsel ...
Wenn der Hersteller nicht in der Lage ist, brummfreie und korrekt geerdete Geräte zu
konstruieren, kann der Rest wohl auch nicht viel taugen?

Über den folgenden Schwachsinn habe ich mich kaputt gelacht:

"Features ABACUS/AudioVero AcourateClean/Linetreiber XLR" hat geschrieben:- regelt Line-Kabel- und Folgegeräte-Eingangseigenschaften aus

Auf der Rückseite des Gerätes steht dagegen:
"Linetreiber XLR" hat geschrieben:Keine XLR-Cinch-Adapter verwenden!

... also nichts mit "Folgegeräte-Eingangseigenschaften ausregeln"! :lol:


Und noch ein Hinweis:

Dir ist bewußt, daß im HiFi-Bereich und in der Studiotechnik unterschiedliche Pegel
gebraucht werden? Eine professionelle Senkelmaschine wird von einem HiFi-Gerät
mit CINCH-Anschlüssen nicht voll ausgesteuert. Es wäre demnach ein Verstärker-
baustein zur Anpassung nötig. Empfehlenswert hierfür die Module oder Geräte von
"Funk Tonstudiotechnik Berlin".

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon MarkusP » 26.09.2015, 13:28

Hallo auch,

je länger ich diesen Thread hier lese, desto weniger kann ich mich des Eindrucks erwehren, daß es hier (wieder einmal) um High-End-Vodoo geht.
Allein wenn ich lese, daß die Aufnahmen selber gemacht sind und dabei an der Samplingfrequenz "geschraubt" wird, kann dies kein ernstzunehmender Test sein, weil man dann hört, was man hören will.

Ich wundere mich, daß unser Rainer sich noch nicht gemeldet hat. Er hat hier schon häufig genug erklärt, daß auch eine analoge Bandmaschine nicht wirklich analog ist.

Vielleicht bewegen wir uns in einem kleinen Teil ganz am Rande der Psychoaktustik. Dies möchte ich dem Autor zu gute halten.

Die MS-Technik kenne ich neben der Mikrophonierung (wo ich sie gerne mal einsetze) haupsächlich aus dem Mastering-Bereich. Ich bezweifele stark, daß sich eine verbesserte Räumlichkeit durch eine MS-Kodierung vor Wandler erzielen läßt, zumal sich die heutzutage viel eingesetze Laufzeitstereophonie nicht mit der MS-Übertragung verträgt, außer in der Theorie.

Nichts für ungut.

Gruß aus Berlin

MarkusP.

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon Tonzauber » 26.09.2015, 13:58

Ich bezweifle zudem dass der Azimuth-Fehler selbst einer perfekt eingemessenen Bandmaschine kleiner ist als die Ungleichheit zwischen zwei Kanälen eines A/D bzw D/A Wandlers.
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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon juppy » 26.09.2015, 14:02

Tonzauber hat geschrieben:... dass der Azimuth-Fehler selbst einer perfekt eingemessenen Bandmaschine kleiner ist ...

Vom Spurfehler der analogen Vinyl-Schallplatte ganz zu schweigen.

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon Tonzauber » 26.09.2015, 14:07

oder dem Gleichlauffehler eines analogen Stereofaders / Potis
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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon juppy » 26.09.2015, 14:17

Solche Diskussionen kommen mir einfach sinnlos vor.

Wären die Einbußen durch AD-Wandler ab einer gewissen Qualitätsklasse so gravierend, wäre das uns sicherlich schon im
alltäglichen Betrieb aufgefallen, auch an Lautsprechern, die nicht wie die von Backes & Müller bis zu 50.000 € (Paar) kosten.

So, wie eine Bandkopie der x. Generation nicht mehr die Qualität des Originals hat, so erwarte ich auch nicht, daß ich nach
mehreren Wandlungen zwischen Analog und Digital eine eins zu eins Kopie erhalte. Erst recht nicht, wenn ich die Flöhe husten
höre ...

Dabei kann Harald doch den größten Genuß haben, wenn er sich einfach neben seine musizierende Fau an den Flügel setzt
und sie berät, wie sie ihre Interpretation vielleicht noch verbessern könnte - anstatt an AD-Wandlern herum zu basteln.

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon nihil sine causa » 26.09.2015, 14:40

Hallo Markus, hallo zusammen,

MarkusP hat geschrieben:je länger ich diesen Thread hier lese, desto weniger kann ich mich des Eindrucks erwehren, daß es hier (wieder einmal) um


für diese Haltung habe ich ein gewisses Verständnis. Einfach, weil ich für Euch unbekannt bin und es einfach sehr viele HiFi-Verrückte (im Positiven wie Negativen) gibt, ist eine kritische Haltung verständlich.

Andererseits ich habe lediglich ganz ehrlich auf Eure Fragen geantwortet, wozu ich eine gute Tonbandmaschine brauche. Übrigens bin ich sehr dankbar für Eure Tipps, die ich bereits erhalten habe.

Meine Tests versuche ich immer so zu beschreiben, dass man den Aufbau nachvollziehen und reproduzieren kann. Wer sich dafür interessiert, kann sich schnell ein eigenes Bild machen.

Was ich gehört habe, ist subjektiv. Eine gewisse Intersubjektivität habe ich dadurch, dass wir manchmal in kleinen Gruppen zusammen waren. Das macht meine Aussagen noch nicht wissenschaftlich-objektiv, dessen bin ich mir bewusst.

Viele Grüße
Harald

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon RainerG » 26.09.2015, 14:49

MarkusP hat geschrieben:Ich wundere mich, daß unser Rainer sich noch nicht gemeldet hat. Er hat hier schon häufig genug erklärt, daß auch eine analoge Bandmaschine nicht wirklich analog ist.

MarkusP.


:mrgreen:

Ich habe diesen Thread bis jetzt verfolgt! Und habe auch wieder sehr viel "Opium" (Religion) gesehen....
Ich melde mich später dazu, da ich
1. momentan keine Lust dazu habe zum Schreiben und
2. noch eine umfangreiche Arbeit an meinem Schnittplatz habe und zwar in einem Remastern und Umgestalten einer Aufnahme aus dem Jahr 1995.

Grüße
Rainer
Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur wieder auf (Quelle unbekannt).
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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon hafi69 » 26.09.2015, 15:23

Ich habe eigentlich auch weder Lust noch Zeit auf diesen völligen Unsinn einzugehen.

Aber ich kann Dir, Harald, für gut nur raten:
Du stehst offenbar am Anfang Deines Verständnisses für analoge und digitale
Tontechnik und über die engen Möglichkeiten menschlicher (=Deiner) akustischer Perzeption.
Wenn Du hier schon etwas mitgenommen hast ist das sehr positiv, bleib am Ball und in zwei Jahren
wirst Du den Kopf über solche Ignoranz schütteln und dich stattdessen vielleicht professionell mit dem Wesentlichen
einer Tonaufnahme/Produktion beschäftigen... :opa:

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon RainerG » 26.09.2015, 21:25

So - nun ist es 20.40 Uhr und ich habe vorerst mal Pause gemacht bei meiner Schnittplatzarbeit.

Zu diesen ganzen Experimenten: Jeder der mich kennt, sowohl virtuell als auch persönlich, weiß, was ich von solchen Experimenten halte: Nämlich NIX !
Es erhebt einfach keinen wissenschaftlichen Anspruch. Was wollen diese ganzen Hifi- und Highend-Fans eigentlich mit ihren ganzen Experimenten zeigen/beweisen/erklären?
Meine über Jahre hinweg gemachte Erfahrung: Sie entdecken nichts, beweisen nichts und erklären wissenschaftlich keine neuen Tatsachen. Gegen seriöse physikalische Messungen sträuben sie sich indem sie nichtssagende und lächerliche Argumente anführen.
Ich sage immer (hauptsächlich auf den Karneval bezogen) "Könnten Narren die Welt verändern, hätten sie es schon längst getan!"
Im Hifi/Highend-Bereich: Hätten die ganzen audiophilen Experimente wirklich revolutionäre Entdeckungen hervorgebracht, hätte auch die professionelle Technik davon längst profitiert. Meine scherzhafte Bemerkung dazu: Hätten diese Leute schon alles verbessert was sie glauben verbessern zu müssen, wären sie schon längst mit den U-Boot auf dem Mond gelandet!

Nun zu Haralds Experimenten: Wie die Vorredner schon ausführten: Das Ohr hört was es hören will. Jeder, der zwei akustische Ereignisse direkt nacheinander vergleicht, wird Opfer seiner Erwartungshaltung.
Und auch Profis sind nicht gegen falsche Erwartung gefeit !: Jeder von uns hier weiß das aus eigener Erfahrung.
Das Einzige was einen wahren gehörmäßigen Vergleich ermöglicht ist der Doppelblindtest und zwar mit unterbrechungsfreier Umschaltung.
Allein die Aufnahmen mit zwei großkalibrigen Druckgradientenempfängern verfälschen das Klangbild schon erheblich.
Wenn schon, dann in A/B-Technik mit 2 kleinmembranigen Druckempfängern.
Wenn ich auf den eingestellten Bildern die Mikrofonanordnung sehe in X/Y-Technik, dann muß das ganze einfach zu Fehlern führen, wenn der Schall nicht ganz genau senkrecht zur Verbindungsachse der beiden Mikrofone einfällt: Denn dann gibt es Laufzeitdifferenzen zwischen dem oberen und dem unteren System. Bei X/Y wirkt sich das dahingehend aus, daß der eine Kanal um ein paar Mikrosekunden später kommt und das ganze Klangbild leicht nach der Seite des voreilenden Kanals verschoben ist. Bei M/S wirkt sich das hingegen so aus, daß Laufzeit- und damit Phasendifferenzen zwischen M und S entstehen. Und Laufzeitdifferenzen zwischen M und S haben unkonntrollierbare und unübersichtliche Phasenfehler des rückmatrizierten L/R-Signals zur Folge sowie Übersprechen. Eine koinzidente Mikrofonanordnung - ganz gleich ob X/Y oder M/S - kann nicht klein genug sein. Und da es keine unendlich kleinen Mikrofone gibt, ist eine 100%-ige X/Y-Anordnung nur in der reinen Theorie möglich, ebenso M/S. Bei beiden sind nicht nur Pegeldifferenzen sondern auch Laufzeitidfferenzen im Spiel. Und Phasendifferenzen erzeugen subjektiv immer einen gewissen Anteil "Räumlichkeit".
Und daß ein vor der A/D-Wandlung ins M/S-Format gewandeltes Tonsignal und nach der D/A-Wandlung wieder zurückmatiziertes L/R-Signal eine andere "Räumlichkeit" oder was auch immer aufweisen soll, entbehrt jeder physikalischen Grundlage. Es sei, denn die Matrizierschaltungen sind nicht einwandfrei frequenz- und phasenlinear. Und dies ist sehr wahrscheinlich!
Die Erfahrung zeigt nämlich, daß jegliche Matrixschaltungen für MS/XY od. umgekehrt niemals sauber arbeiten - sie haben alle nur begrenzte Übersprechdämpfung und frequenzabhängige Phasenfehler. Ganz gleich ob es sich dabei um Matrix-Übertrager handelt ("Z-40") oder um aktive Matrixschaltungen mit OP-Verstärkern.
Zum Thema "Tonbandmaschine": Wenn Du eine tragbare Analogmaschine brauchst, sieh mal im e-bay nach, da werden hin und wieder Nagras angeboten. Wenn Du Glück hast, auch mal eine NAGRA IV-S.
Aber: Wisse eines:
Daß die Digitaltechnik "etwas weg nimmt" ist einfach ein unausrottbarer Aberglaube! Die Digitaltechnik läßt nichts "weg", sondern die analoge Technik "fügt etwas hinzu" !
Wer sich mit der Physik der analogen Magnetbandaufzeichnung auskennt (ich habe früher beruflich umfangreich mit Magnetbandtechnik zu tun gehabt) der weiß welche Dreckeffekte bei der Aufzeichnung/Wiedergabe entstehen:
Bandrauschen, Modulationsrauschen (= dem Jitter bei Digitalaufnahmen !), Aussteuerungsabhängiger Frequenzgang, Bandsättigungseffekte und dadurch bedingte Kompressionseffekte, Klirr- und Differenzton/Summationstonverzerrungen, Gleichlaufschwankungen.
Und die 76-er Geschwindigkeit löst auch keine Probleme sondern schafft noch mehr davon: Die durch magnetische Nebenschlüsse der W-Kopfabschirmung bedingten Welligkeiten des Baßfrequenzgangs liegen noch eine Oktave höher als bei 38 cm/s, nämlich so oberhalb von 60 Hz! Und der mittlere Fequenzbereich ist keineswegs so gut gerade zu bekommen als dies bei 38 der Fall ist. Das hängt mit der Schichtdicke und der Kopfspaltbreite des Aufnahmekopfes zusammen.
Kurz gesagt: Eine Analogaufnahme ist qualitativ der digitalen auf jeden Fall unterlegen.
Und die sagenumwobenen Transienten: Es ist einfach Unsinn, wenn jemand behauptet, daß die analoge Aufzeichnung da besser abschneiden würde als die digitale: Gib mal ein 1000 Hz Rechecksignal auf eine analoge Tonbandmaschine und sieh Dir das Ausgangssignal der Aufzeichnung an... Selbst bei 38 cm/s bleibt vom Rechteck nichts mehr übrig. Da schneidet die digitale Aufzeichnung weit besser ab. Zwischen oberer Grenzfrequenz und Anstiegsgeschwindigkeit (= transient response) besteht ein direkter mathematischer Zusammenhang. Und bei 20 kHz ist auch bei der analogen Tonbandmaschine Schluß. Von den Dreckeffekten der Vinylschallplatte will ich gar nicht erst reden.... nur soviel: die hat auf den Innenrillen bis über 10 % Klirrfaktor ! Das ist nicht Hifi, das ist bestenfalls LoFi !

Nochwas zu Mikrofonen: Das Ohr gewöhnt sich sehr schnell an physikalische Unzulänglichkeiten: Hat man sich erst einmal lange Zeit die Ohren mit Großmembranern verwöhnt - ganz gleich von welchem Hersteller die stammen - ist es sehr schwer auf kleinmembranige umzusteigen. Du wirst also in jedem Fall es schwer haben "passende" Kleinmembraner für M/S zu finden. Es sei denn Du gibst Dir wirklich einen gewaltigen Ruck und vergißt alles bisherige und sagst Dir: "Ab jetzt soll es anders werden". So habe ich es gemacht bei der Umstellung von analog auf digitale Aufzeichnung sowie von der Verabschiedung von Aufnahmen mit Großmembranern. Ich möchte heute keine analoge Aufnahme mehr machen und ich verwende Großmembranmikrofone nur noch da, wo die von dieser Bauart bedingten Verfärbungen nicht stören oder wenn ich mal die Richtcharakteristikumschaltung brauche.

Grüße
RainerG

NACHTRAG

Hallo Kollegen,

Nun ist es auf meiner Uhr 0.14 Uhr und ich bin nochmal an meinem Schnittplatz gewesen. Man kommt einfach nicht davon los bis das Endprodukt perfekt ist....
Nochmal zu Mikrofonen:
Vor meiner Studienzeit - in der sog. "Tonbandamateurzeit" hatte ich noch nicht das nötige Kleingeld um mir Mikrofone zu kaufen oder ein hochwertiges Tonbandgerät (in der professionellen Tontechnik fängt ja das ABC beim Buchstaben "N" an...).
Da hatte ich noch ein "Uher Royal de Luxe" - übrigens kein schlechtes Gerät! Aber Mikrofone... dynamische Gurken, ebenfalls von "UHER". Damit habe ich einige Aufnahmen gemacht. Dann ein Revox A700 gekauft. Die A/W-Qualität wurde etwas besser.
Aber dann ... als ich endlich soviel Geld verdiente, daß ich mir Mikrofone mit dem "blauen Caro" aus dem Hause "N...." kaufte und damit die erste Aufnahme eines kleinen Streichorchesters machte, konnte ich es kaum glauben was ich da hörte: Nicht daß ich das Gefühl hatte es sei besser, sondern erst einmal enttäuscht war, daß es subjektiv schlechter klang! Der Raumeindruck (bei einer ORTF-Aufstellung der Mikrofone - früher zu Uher-Zeiten ebenfalls ORTF - war einfach weg ! :shock:
Bis ich dann irgendwann merkte, daß die "Räumlichkeit" bei den dynamischen Gurken einfach nur deshalb so "gut" war, weil die Richtcharakteristik keine richtige Niere war, sondern eher eine schlechte Kugel - obwohl Druckgradientenempfänger, und die neuen Neumann (KM 84) eine nahezu mathematisch perfekte Niere hatten, die die Rauminformation von rückwärts wirklich wirkungsvoll ausblendete.
Nachdem ich dann konsequent die KM 84 eine Zeit lang benutzt hatte, wollte ich die alten dynamischen Gurken überhaupt nicht mehr verwenden.
Dieses am eigenen Leibe erfahrene Beispiel zeigt, wie man sich im Laufe der Jahre die Ohren mit billigem Equipment verhunzen kann und wie schwer es dann ist, zu hochwertigem Equipment zu finden.

So, und jetzt muß ich mal meinen Matratzenhorchdienst antreten mit späterem gebührenfreien Fernsehen mit eigener Programmgestaltung!

Bis morgen dann...

Rainer G
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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon pkautzsch » 27.09.2015, 21:20

Noch nicht erwähnt wurde die letzte Generation der NAGRA-Bandmaschinen. Die Nagra IV-S als wirklich portables Gerät ist obendrein wunderschön anzuschauen.
Es gibt auch eine "Studio-Nagra", deren Modellbezeichnung ich aber gerade nicht weiß.

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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon Tonzauber » 27.09.2015, 21:24

pkautzsch hat geschrieben:Es gibt auch eine "Studio-Nagra", deren Modellbezeichnung ich aber gerade nicht weiß.


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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon RainerG » 27.09.2015, 23:16

Tonzauber hat geschrieben:
pkautzsch hat geschrieben:Es gibt auch eine "Studio-Nagra", deren Modellbezeichnung ich aber gerade nicht weiß.


Nagra T


Noch genauer: Nagra TA.
Das "A" steht für "Audio". Es gab nämlich auch eine Nagra TI (sah ähnlich aus) und war für Instrumentation und für militärische Zwecke vorgesehen.
Aber beide Typen sind sehr schwer zu bekommen und wenn, dann kosten sie auch heute noch eine Unsumme an Geld. Genauso der Außenbordmotor für die 4-er Reihe zur Aufnahme von 26,5-er Spulen.
Wenn man mal so bei e-bay reinguckt: Meist sind es die Nagra 4.2 oder 4L und auch die kleineren - Nagra IS oder Nagra E. Auch Nagra III wird gelegentlich angeboten. Die 4S ist selten. Noch seltener die 4 SJ. Letztere ist gewissermaßen das tragbare Pendant zur Nagra TI.

MfG
RainerG
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Re: Suche: Studer Studer A810 oder andere "tragbare" Maschine mit möglichst hoher Qualität

Beitragvon alex » 28.09.2015, 01:41

Bei den tragbaren Mühlen denke ich noch an eine Telefunken M36, die ich letzte Woche wieder ans Laufen gekriegt habe.
Die gibt optisch vielleicht nicht so viel her wie die Nagras, hat etwas eigenwillige Steckverbindungen (BW), kann auch leider keine 38 cm/s, hat's aber ansonsten technisch durchaus in sich:

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Grüße, alex
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