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Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

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22fuzzi
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Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon 22fuzzi » 12.01.2016, 21:19

Liebe Mitglieder dieses tollen Forums!

Erst möcht ich mih kurz und schnell vorstellen:
o Student der Fachrichtung Elektrotechnik - Toningenieur
o "Musikant" ;) Akkordeon / Percussion
o Bastler von der Hausinstallation über VW Polo Getriebe hin zu Audio Projekten
o Veranstaltungstechniker

Hatte letztes Jahr zum ersten Mal die Möglichkeit ein Klassisches Orchester + Chor aufzunehmen.
Das Konzert fand in einer Kirche statt. Der Chor war zusammengesetzt aus verschiedenen Amateurchören, die meisten Musiker vom Grazer Sinfonischen Orchester Capella Calliope. Der Dirigend ein Freund von mir: http://www.patrickhahnmusik.com/%C3%BCber-patrick/

Aufgeführt wurde:
Felix Mendelssohn Bartholdy: Alles, was Odem hat, lobe den Herrn; Hymne - Drei geistliche Lieder op. 96; Verleih uns Frieden gnädiglich
Antonín Dvořák: Te Deum op. 103
Patrick Hahn: Sodom und Gomorra op. 16

Hier gibt es einen kurzen Trailer der DVD:
https://www.youtube.com/watch?v=GqGdmsUz-UY

Jetzt meine Bitte / Frage (ich hoffe es ist hier am richtigen Platz bzw. könnt ihr mir Tipps geben wo ich sonst Feedback bekommen kann?)
Was sagt ihr zur Aufnahme?
Ich glaube, über die Art und Weise wie ich mikrofonierte, werde ich später etwas schreiben ;) - ums ein wenig spannend zu halten.

Danke schon im Voraus für die Rückmeldungen & euer Interesse an so nem Jungspund :roll:
beste Grüße + gutes neues Jahr im Nachhinein,
johannes

Moritz
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Re: Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon Moritz » 12.01.2016, 23:05

Ein Mitstudent, wie schön! Sind wir uns womöglich schon mal über den Weg gelaufen? Wie lange studierst du schon in Graz?

Zur Aufnahme möchte ich mich vorerst noch enthalten, bis ich sie auf einer besseren Abhöre, als meinen Kopfhörern angehört habe.

Grüße Moritz

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22fuzzi
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Re: Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon 22fuzzi » 14.01.2016, 11:01

Och... studiere schon etwas länger ;)
Bin eigentlich Grazer, bzw. in GU aufgewachsen

Könnt schon sein das wir uns mal gesehen habe!
Freue mich auf Rückmeldungen.
LG

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RainerG
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Re: Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon RainerG » 15.01.2016, 22:14

Hallo Johannes,

Also - für Deine erste Aufnahme ist das wirklich sehr gut gelungen! Habe eigentlich nichts daran auszusetzen.
Probleme sind eher in der Aufstellung des Ensembles selbst zu suchen: Die Solisten stehen direkt vor dem Chor. Das ist sowohl für den Zuhörer im Konzert als auch aufnahmetechnisch immer schwierig, weil sie sich dann nicht sehr stark vom Chor abheben und vor allem im Orchestertutti davon verdeckt werden. Das allgemeine Problem bei allen Oratorienbesetzungen und -aufführungen ist eben daß im ff die Textverständlichkeit des Chores enorm sich verschlechtert. Das ist das ewige Problem mit dem man zu kämpfen hat.
Alle Achtung auch dem jungen Dirigenten! Liest man sich seine Vita, könnte das durchaus schon ein zweiter "Bach" werden!
Schön daß es auch heute noch solchen Talente gibt.

Wenn ich richtig gesehen habe, hast Du bei der Mikrofonierung u.a. auch M/S-en verwendet - warum?. Wenn Du die Mikrofonierung beschreibst, poste am besten mal eine Draufsichtsskizze.

Grüße
Rainer G
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Re: Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon LoboMixx » 16.01.2016, 15:05

Das ist wirklich alles sehr beachtlich und sehr beeindruckend!

Sehr schön musiziert, engagiert, sauber und ausdrucksvoll. Beeindruckende Komposition und auch als Dirigent macht Hahn eine sehr gute Figur.
Die Aufnahme ist ebenfalls sehr zu loben. Gut durchhörbar, transparent, räumlich, gute Lokalisierbarkeit, vermittelt auch die Klangfülle und Größe der entsprechenden Stellen und wahrt dabei die Dezentheit der leisen Passagen.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass es sich dabei um ein Aufnahme-Debut handelt. Immerhin scheint es mehr als ausreichend Zeit und Material für Vorbereitung und Ausführung gegeben zu haben - wie es sich für eine ausgewachsene Produktion eigentlich gehört.

Gratulation!

Was könnte ich noch anmerken? Allenfalls Kleinigkeiten und Dinge des individuellen Geschmacks.
Insgesamt klingt bei mir vieles relativ weit entfernt (vor allem Chor, die Holzbläser), was einerseits eine gute Tiefenstaffelung mit sich bringt. Andererseits ist die Räumlichkeit innerhalb des ganzen Ensembles immer mal recht unterschiedlich. Die Streicher klingen oft präsenter relativ zum Rest. Die Sopranistin klingt bei mir etwas zu sehr "entgegen kommend", ebenso die Piccoloflöte (?) in Hahns Komposition. (Ja. ich weiß, solche frequenzmäßigen "Giftzwerge" sind kaum in den Griff zu bekommen und spielen sich unerwünscht - aber natürlich unbeabsichtigt - bei Aufnahmen weit in den Vordergrund.) Die Gesangssolisten im Mendelssohn sind zwar sehr gut lokalisierbar, klingen mir aber zu herausgelöst und monophon (besser noch deren Stützen etwas nach verhallen?).
Also es wäre eine gewisse Inhomogenität hinsichtlich Räumlichkeit und Tiefenstaffelung, die ich anmerken würde.
Meinem persönlichen Geschmack entsprechend würde ich lieber alles etwas (nur ein bischen) weiter vorne und präsenter haben, was jetzt weiter hinten "steht", vor allem den Chor. Wo er doch so schön singt und so klar abgenommen ist.

Gruß, Jürgen

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Re: Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon MarkusP » 20.01.2016, 02:01

Hallo auch,

so unterschiedlich sind die Geschmäcker. Als Debut-Aufnahme ist das absolut in Ordnung. Manche gestandenen bekommen selbst das nicht hin.

Zum Dirigat kann ich nur sagen, daß der Kollege manchmal etwas von Karajan hat ansonsten seine linke Hand zu wenig kreativ nutzt. Mit Rechts macht man den Takt mit Links die Musik. Die linke Hand muß immer völlig unabhängig von der rechten Hand agieren und darf nie im Takt mitwippen. Das passiert reinen Chorleitern sehr oft. Manchmal taktiert er auch zu heftig, wenn es an "kleine" Stellen geht. So ab 1:30. Der Taktstock vergrößert das ganze auch noch.Hier reichen ganz kleine Bewegungen. Sonst bemerkt man auch nicht mehr den Unterschied zum Forte.
Das gibt sich aber mit der Zeit und ist nicht einfach. Zumindest hat meine Wenigkeit das mal so gelernt.
Aber gute und solide musikalische Leitung.

Wenn ich nur den Raum sehe und ihn mir vorstelle, ist er in der reinen Audio-Datei zu klein dargestellt. Wobei es von den Stücken abhängt.
Insgesamt ist die Anordnung sehr eng, was zu vielen Problemen führt. Kenn ich zu gut.
Beim Mendelssohn bemerke, ich daß Du den Chor gerne deutlich haben möchtest. Das kann ich nur befürworten. Er muß aber in den Gesamtraum eingefügt werden. Wahrscheinlich waren die Sützen eine Spur zu direkt. Zur Not ein wenig künstlichen Hall draufsetzen. Eventuell sogar die Chorstützen verzögern. Das bewirkt bei einer solchen Enge manchmal Wunder. Man kann kräftig stützen, ohne daß einem der Chor "auf dem Schoß" sitzt,

Hattest Du eigentlich Raummikros am Start? Gerne weit und diffus. Das hilft manchmal viel für die Umhüllung.
Manchmal führt es bei mir dazu, daß die Raummikros zu quasi Hauptmikrofen werden und das AB die erste Stütze ist.

Insgesamt eine absolut hörbare Leistung.

Gruß aus Berlin

P.S. Meine Debut-Orchester-Aufnahme war nicht ganz so gut...

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Re: Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon LoboMixx » 21.01.2016, 00:04

Ganz bewusst habe ich von Kleinigkeiten und persönlichem Geschmack gesprochen.
Das Niveau der Aufnahme ist insgesamt so hoch dass ich ein klein wenig Neid nicht verhehlen kann, zumal mir je nach (ungünstigen) Umständen keineswegs immer vergleichbar gute Aufnahmen gelingen auch wenn mein Debut schon eine Weile her ist.
Deshalb wäre ich auch sehr interessiert daran, näheres über die Mikrofonierung zu erfahren.
Hinsichtlich des Dirigats von P- Hahn kann ich als Musiker, der ich hauptberuflich bin, sagen, dass ich sicher gut danach spielen könnte. Seine spürbare Begeisterung und erkennbar gute Kenntnis der Werke macht manches wett, was am Dirigat noch fehlt.

Gruß, Jürgen

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Re: Meine erste Aufnahme - bitte um Feedback

Beitragvon 22fuzzi » 22.01.2016, 15:20

Liebes Forum!

Erstmal ein großes Danke für die Rückmeldungen! Entschuldigt meine späte Antwort.
Natürlich ist das nicht meine "ganz" erste Aufnahme. Habe nun schon 8 Jahre Erfahrung mit Blasorchestern, Chören, Livebetrieb. Dies war jedoch das erste klassische Orchesterprojekt. Unten gibt es nun eine MicSkizze, ist nicht ganz sauber, hoffe man erkennt alles.

RainerG hat geschrieben:Wenn ich richtig gesehen habe, hast Du bei der Mikrofonierung u.a. auch M/S-en verwendet - warum?

MarkusP hat geschrieben:Wahrscheinlich waren die Sützen eine Spur zu direkt. Zur Not ein wenig künstlichen Hall draufsetzen. Eventuell sogar die Chorstützen verzögern.

Das einzige MS hing vor dem Chor, KM184/120. Ich verwende sehr gerne MS. Im Nachhinein gesehen wären vmtl. 4 gleich verteilte Mikrofone vorm Chor (so ne Art Mic Vorhang?) gescheiter gewesen. Richtig Markus, ich war mit den Chorstützen zu nah drauf. Sie wurden im Mix jedoch verhallt (VariverbProII, 2,7sec, 20ms predelay) und um 25ms verzögert (vmtl. zuwenig oder?).
Ich hätte den Chor gerne noch kompakter, als Gesamtes gehabt, irgendwie stechen einige Sänger vor... Die Stützen waren gehängt, und da ist das Einrichten so ne Sache...

LoboMixx hat geschrieben:Die Gesangssolisten im Mendelssohn sind zwar sehr gut lokalisierbar, klingen mir aber zu herausgelöst und monophon (besser noch deren Stützen etwas nach verhallen?).

Solo Mikros waren ebenso Verhallt wie der Chor (selbes Decay jedoch Width + Diffusion nur etwa 40%) vmtl. deshalb etwas monopon.
Sonst wurde nichts Verhallt. Nur Chor & Solisten.

MarkusP hat geschrieben:Hattest Du eigentlich Raummikros am Start? Gerne weit und diffus.

Nein LEIDER nicht, ärgert mich auch etwas... Hatte 2 Systeme als MH. Einmal das EBS mit zwei M930, und ein AB mit AKG C392. Die Überlegung diese beiden Hauptmikrofonien zu Vergleichen war nicht sehr schlau. Das AKG AB kam im Mix nicht zum Einsatz, die M930 klingen einfach um Welten schöner! Jedoch hätten mir die C392 als "Zumischmikrofon" alla ebs sicher super viel vom Raum gebracht! *habmawasgelernt*
Was meint ihr, wäre ein AB mit den M930 gescheiter gewesen?

MarkusP hat geschrieben:Insgesamt ist die Anordnung sehr eng, was zu vielen Problemen führt. Kenn ich zu gut.

Richtig! Wie zu sehen gehts sehr eng zu, und die Kirche war auch gerammelt voll. (Fluchtwege gibts da dann einfach nicht.) So habe ich versucht so viel wie möglich zu hängen, damit nicht auch noch Stative rumstehen.
Problem: Position HM: Die Hauptmikrofonie hing an einer fix installieren Winde, welche vom Dachboden runter kommt. somit war der Abstand Orchester - Hauptmikrofonie baulich gegeben.

Ich hoffe alle Fragen beantwortet zu haben ;)

Danke nochmals für die nette Aufnahme in diesem tollen Forum! - Ich liebe es hier zu lesen!!!
Schönes Wochenende & LG,
johannes

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