Seit gestern gab es einige Probleme bei der Anmeldung. Es erschienen etwas kryptische Fehlermeldungen.
Jetzt funktioniert wieder Alles.
Der Grund war: Der Provider hat heimlich still und leise die PHP Version von Version 5.6 auf 7.2 geändert.
Wir haben dies temporär wieder rückgangig gemacht.
Allerdings werde ich in den nächsten Tagen noch mal einen Update der Forensoftware
machen und ich hoffe dass alles problemlos läuft.
Hin und wieder kann es während dem Upgrade Prozess zu einer Nichterreichbarkeit
bzw. Fehlermeldungen kommen.

LowCut bei Orgelaufnahmen

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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon Tonzauber » 31.10.2016, 21:15

man schlage nach bei Fletcher-Munson.

"Frequenzgang des Gehörs" - bzw. Kurven gleicher Lautheit - jedes Mikrofon mit diesem Frequenzgang würden wir entsorgen...
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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon Tomte » 31.10.2016, 22:38

Tonzauber hat geschrieben:man schlage nach bei Fletcher-Munson.

"Frequenzgang des Gehörs" - bzw. Kurven gleicher Lautheit - jedes Mikrofon mit diesem Frequenzgang würden wir entsorgen...

Haha, Frequenzgang, vielleicht - aber der Dynamikumfang ist unglaublich. Wären die Ohren noch empfindlicher, könnten wir dem Brownschen Molekül-Rauschen lauschen, und die nichtlinearen Effekte im Innenohr sind noch immer nicht ganz verstanden.

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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon Tomte » 31.10.2016, 22:40

Danke übrigens für die Grafik. Da sind die 75 dB SPL bei 20 Hz sehr schön zu sehen.

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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon Wilfried » 01.11.2016, 07:09

Tomte hat geschrieben:Wären die Ohren noch empfindlicher, könnten wir dem Brownschen Molekül-Rauschen lauschen, ....


Möglicherweise können (einige) Kleinkinder so etwas hören.
Leider können diese sich nicht dazu äussern.
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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon Tonzauber » 01.11.2016, 11:12

Ich fürchte dass dazu der "Störgeräuschpegel! des Ohres (Blut in den Adern verursacht Fließgeräusche, Herzschlag...) zu hoch ist.

Kann man gut erleben, wenn man sich länger in einem reflexionsarmen Raum aufhält.
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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon LoboMixx » 02.11.2016, 23:55

Die bekannte Legende, dass man das Meer rauschen höre, wenn man sich eine große Muschel direkt an das Ohr hält hat eben genau diese Ursache, dass man statt des Meers (leider) nur das Rauschen des Blutes in den nahe liegenden Adern hört.
Jedenfalls ist der Dynamikumfang des (gesunden) Gehörs in der Tat sehr beeindruckend, auch wenn er doch nicht ganz bis hinunter in die Regionen der Brownschen Molekularbewegungen reicht.

Ob Säuglinge oder sehr kleine Kinder tatsächlich empfindlicher hören kann durchaus bezweifelt werden. Allenfalls ist ihr Gehör noch voll umfänglich intakt und daher faktisch empfindlicher als das vieler Erwachsener, deren Gehör eben einfach nicht mehr ganz gesund ist. Jedoch dürfte durch die deutlich kleinere Membranfläche des Trommelfells die Empfindlichkeit insgesamt eher geringer sein. Die Tatsache hingegen, dass sie noch höhere Frequenzen hören können als Erwachsene (bis über 20 KHz hinaus) hat zum einen damit zu tun, dass noch alle Härchen in der Cochlea intakt sind, aber auch ganz banal damit, dass die Gehörknöchelchen kleiner und leichter sind, damit eine geringere Massenträgheit haben und die höheren Frequenzen noch übertragen können, was die größeren Gehörknöchelchen der Erwachsenen nicht mehr können.
Dafür ist es bei den Kleinen mit der Richtungslokalisation etwas schlechter da wegen des kleineren Kopfes die Laufzeitunterschiede geringer sind.
(Quelle: "Auditory Neuroscience - Making Sense of Sound, MIT Press 2012)

Welche beeindruckenden körperlichen Empfindungen die tiefsten Frequenzen bis 16 Hz hervorrufen können, habe ich mehrfach in der Basilika zu Kevelaer hören/spüren dürfen, deren große Orgel über gleich drei 32´-Register verfügt: Contrabaß, Untersatz und Bombarde (in voller Becherlänge). Der Contrabaß ist als offener Prinzipal ausgeführt und die tiefste Pfeife hat die stolze Gesamtlänge von 14 Metern. Da die Windbälge dieser Orgel kompromisslos mit maximalem Volumen ausgeführt sind - wie überhaupt die ganze Orgel 1907 kompromisslos und geradezu perfekt konzipiert wurde -, geht dem Instrument definitiv nie die ´Puste´ aus. (Harte Rock-Fans die ganz Subwoofer-Cluster auf großen Events aus der Nähe gewöhnt sind, wird das alles sicher nur ein müdes Lächeln hervorrufen, aber da deren Genre ganz und gar nicht meins ist, begnüge ich mich stattdessen mit Orgeln wie dieser).
Der Dynamikumfang der Kevelaerer Seifert-Orgel ist derart beeindruckend und reicht mühelos vom pppp einer wie vom fernen Himmel herab säuselnden leisen Flöte (ein Erlebnis, das der erwähnte Rock-Fan wohl eher missen wird) bis zum ffff des vollen Werkes, bei dem ich mich instinktiv an der Sitzbank festhalten will, weil ich das Gefühl habe, von diesem ungeheuren Klang-Wind aus der Kirche hinaus gepustet zu werden.
Aufnahmetechnisch lässt sich diese Orgel sicher mit sehr gutem Equipment prima abbilden, und da es um die Kirche dank Kirchplatz und Fußgängerzone keinerlei Straßenverkehr oder sonstige Störungen gibt, sicher auch ohne subfrequente Störungen um die man sich dann filtertechnisch zu kümmern hätte (ich selber habe aber in der Basilika noch nie Aufnahmen gemacht). Allerdings stelle ich mir die Frage, welcher gediegene HiFi-Hörer dieses Klangerlebnis einigermaßen adäquat zu Hause wiedergeben kann?

Wer Interesse hat und mehr über diese grandiose Orgel erfahren möchte, dem sei diese Seite empfohlen: http://www.orgelbau-seifert.de/de/ref_kevelaer.html

Gruß, Jürgen

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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon MarkusP » 03.11.2016, 08:12

Hallo Jürgen,

die Kevelaer Seifert-Orgel habe ich bisher noch nicht live erlebt, kenne aber sehr gut deren kleinere Schwester.
Die Seifert-Orgel von St. Matthias in Berlin-Schöneberg.
http://st-matthias-berlin.de/musik/die-st-matthias-orgel.html
Sie hat nur 2 32´-er. Eine Bombarde in voller Länge und einen Untersatz 32´.
Dem damaligen Kirchenmusiker Albert Tintz diente die Kevelaer-Orgel als klangliches Vorbild. Wenn man sich Aufnahmen beider Orgeln im Vergleich anhört, kann man auch tatsächlich sehr viele klangliche Ähnlichkeiten feststellen.
Anbei ein klangliches Beispiel. Lustigerweise ist das ein Mitschnitt, den ich vor langer Zeit gemacht hatte, der es über die Irrwege des Internets ohne mein Zutun auf youtube geschafft hat. :-)
Die Technik damals war simpel. Zwei KM83 in "riesengroß" AB links und rechts von der Empore ausgelegt.
https://www.youtube.com/watch?v=KR-GSEjMoIs

Gruß aus Berlin

MarkusP.

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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon Tomte » 03.11.2016, 22:42

Bei der Muschel ist es nicht etwa das Blutrauschen (das höre ich in der Tat in einem reflexionsarmen Raum), sondern die Muschel wirkt als Resonator und Teile der vorhandenen Geräusche werden hörbarer. Helmholtzresonatoren, ob Kugeln oder Röhren, klingen ganz ähnlich. Ist tatsächlich mal ein gutes Experiment, einer Muschel in einem reflexionsarmen Raum zu lauschen. Muss ich mal probieren.

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Re: LowCut bei Orgelaufnahmen

Beitragvon tonstudio96 » 12.01.2017, 13:19

HartmutPfitzinger hat geschrieben:Hier zeigt sich die ganze Problematik digitaler Filter: Es ist alles andere als trivial, tiefe Frequenzen artefaktfrei zu filtern. Extrem viel Software macht hier schlicht und einfach Rechenfehler - und das unbemerkt von den Entwicklern.


Naja, ob der Filter jetzt digital oder analog ist, sollte keine Rolle spielen, wenn die Auflösung passt. Daran hapert es natürlich, wenn mit Blick auf die Rechenzeit, gespart wird. Grundsätzlich kann ein digitaler IIR genauso gut (und besser) arbeiten, als ein Analoger. Zu dem, was mit Smartphones möglich ist, mache Ich jetzt mal keine Aussage. Meine IIRs laufen breitbandig auf 192kHz mit 2x48Bit Akumulation und im Fall von EQs, wo die Frequenz einschränkbar ist, auf 2x32 Bit. Das reicht auch bei 768kHz, um 20Hz etc gut abzubilden und sogar einen tieffrequenten Anteil im Bereich einer Hz zu ermitteln, um eine AGC zu bilden.

HartmutPfitzinger hat geschrieben:Die Alternative, mit FIR-Filtern (also z.B. FFT-basiert) zu arbeiten, führt zum - ebenfalls oft unbemerkten - Problem der Vorechos.


Was aber auch wieder eine Frage der Ausdehnung des Filters und der Fensterung, sowie des overlaps ist. Wenn der Filter und das Fenster neutral genug designed sind und hoch genug aufgelöst, ist das "pre-ringing" weitgehend breitbandig, also Gleichstrom.


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