Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Tipps, Tricks und "Kochrezepte" für den guten Ton

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hafi69
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Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon hafi69 » 07.11.2017, 08:24

Hallo allerseits,

ich habe am Sonntag das Vergnügen dieses Werk in einer großen Kirche aufzuzeichnen.
Ich habe noch nicht alle Details vor Ort gesehen, aber grundsätzlich sieht das so aus:
-------------------------------------------------------------------------------------
Vorne: ca. 10 Streicher, rechts daneben (!) vier Vocal-Solisten
dahinter. Holz + Blechbläser
dahinter Percussion (?)

Hinter der Orchester ein ca. 120 köpfiger Chor.

Hinter dem Chor eine kleinere Orgel.
-------------------------------------------------------------------------------------

Der Raum bietet wohl einen sehr "großen" Hall.
Natürlich gibt es einige hundert Personen Publikum.

Natürlich habe ich schon einen groben Plan für das Mikrofonieren,
aber für Anregungen bin ich sehr gerne offen.
Es ist immerhin das bisher größte Ensemble für mich.
Zum Glück kann ich am Vortag schon einrichten und mit dem Orchester checken/proben,
allerdings noch nicht mit dem Chor. Das muss in Echtzeit passieren.

Zum Einsatz käme ein redundantes X32-System mit der Möglichkeit 32-Spur Multitrack aufzunehmen
(was auch erwünscht ist).
Zeitgleich nehme ich aber auch schon eine fertige Summe auf.
Auf Wunsch des Dirigenten dürfen (beliebig viele) Stützen zum Einsatz kommen.
Ich hoffe auch die Platzierung des HM unterliegt wenig Einschränkungen im Rahmen der Möglichkeiten.

Folgende Mikrofone stehen zur Verfügung:

8x AKG C460/480 System mit den Kapseln
4x CK61 (Niere)
4x CK62 (Kugel)
2x CK63 (Hyperniere)


MKH 30
MKH 8050 (Superniere)

2-3x KM184
2x Line Audio CM3 (Breite Niere)

AT4041 (KM-Niere)
TLM170R
2xMD441
5x Sennheiser e614 (unempfindliche Superniere)
Shure VP88 (MS-Stereomikrofon)

Als Hauptmikrofon habe ich ein AB-System mit zwei Kugeln geplant.
Freue mich über Feedback!

VG
Christopher

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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon fw » 07.11.2017, 17:49

Zehn Streicher sind sehr wenig, die werden es schwer haben. Wie sieht das aus: drei erste Geigen, zwei Zweite, zwei Bratschen, zwei Celli, ein Bass.
Dagegen der Rest von 20 Leuten: 2 Fl, 2 Ob, 2 Clt, 2 Fg, 4 Cor, 2 Tr, 3 Trb, Tuba, Timp, Perc
:shock:

Ein Hauptmikrofon AB mit zwei Kugel würde ich auch machen, zwei Outrigger, vier Kugeln vor den Chor wenn möglich (sonst drei oder zwei, je nach Platz), zwei Solistenmikros könnten reichen (oder das Shure). Bei den Streicherverhältnissen würde ich die Bläser nicht stützen, das Blech ist ohnehin überpräsent, das Holz kommt durch.

Einverstanden? ;)

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hafi69
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon hafi69 » 07.11.2017, 18:33

Hallo fw,

danke erst mal für die Rückmeldung!

Bei den Streichern bin ich nicht ganz sicher, habe aber von mind. 2 Bässen gehört...

Über Outtrigger habe ich noch nicht nachgedacht, weil die Bühne eher tief als breit ist -
sicher eine Überlegung wert.
Den Chor hätte ich eher mit vier Nieren gestützt, aber bei der Größe ist das vielleicht problematisch?

Für die Vocal-Solisten sind zwei Mikros geplant, vielleicht eher zwei Nieren als M/S...?

Bei der Orgel bin ich mir noch unschlüssig - auf Verdacht Stützen oder nicht -
es sind ja genug Mikros da, ich habe aber bisher eben nur vier Kugeln...

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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon Tonzauber » 07.11.2017, 19:03

Servus Christopher

Sicher dass es 10 Streicher sind und nicht eine "10er"Besetzung? Das würde heißen 10 Vl1 / 8 Vl2 / 6Vla / 5Vlc / 2KB ? (oder Abwandlungen davon)

Das würde bei den doch sehr blech lastigen Dvorak-Werken mehr Sinn machen. Beim Te Deum geht es mächtig zur Sache....

Lg

Georg
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hafi69
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon hafi69 » 07.11.2017, 19:46

Hallo Georg,

danke der Nachfrage.
Ich werde das mal selbst hinterfragen...

VG
Christopher

LoboMixx
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon LoboMixx » 07.11.2017, 23:21

Wenn schon zwei Kontrabässe im Spiel sind, dann können es wirklich nicht nur insgesamt 10 Streicher sein, der Klang wäre ja grotesk. Wahrscheinlich ist es eher so wie Georg schreibt, denn gerade das Te Deum ist von großer Klangfülle und mit nur einer kleinen Handvoll Streichern wird das nichts. Ob aber andererseits die Streicher so voll besetzt sind, wie Georg schreibt, hängt wiederum von der finanziellen Ausstattung des Veranstalters ab. Du wirst es schon sehen.
Bei einer Streicherbesetzung dieser Größe würde ich für jede Streichergruppe ein Stützmikrofon vorsehen, wenn sie kleiner ist, reichen ggf. zwei Stützen, eine für Vl1/2 und eine für Vla/Vc. Die Kanäle für Vl1 und Vc können bei Bedarf entsprechend nach Li/Re gepannt als Outrigger verwendet werden.
Dem Kontrabass unbedingt eine Stütze setzen (bei mehr als einem Spieler fragen, wer Solo-Kb ist, dieser bekommt die Stütze). Beim Kb habe ich schon gute Erfahrungen mit dem MD441 gemacht. Alles unter 100/150 Hz absenken (je nach Betonung der Bässe im Raum), gebraucht werden nur die oberen Mitten und Höhen (letztere eventuell ein klein wenig anheben), sie geben als Zumischsignal den Basslinien Kontur, die sonst verlogen geht. In sehr halligen Kirchen wabert meist schon zuviel von dem tiefen Gebrumm im Raum herum.

Deshalb setze ich auch stets bei solchen Aufnahmen den Stützen einen Hochpass passend zum Ambitus des jeweils gestützen Instruments/der Stimme - man hüte sich vor dem ´Wummern´.

Insbesondere wenn Du als Hauptmikrofone zwei Kugeln einsetzt, wirst Du dort schon reichlich Tiefen einfangen, vielleicht muss selbst da ein Hochpass gesetzt werden.

Ich nehme seit rund 8 Jahren jedes Jahr einen Chor auf, der immer im Herbst ein großes Projekt-Konzert mit einem großen Oratorium veranstaltet, letztes Jahr gab es den "Messias" von Händel, in zwei Wochen werden sie "Paulus" von Mendelssohn-Bartholdy singen, das werde wieder ich aufnehmen.
Dem Chor setze ich immer 4 Stützen wie einen Mikrofonvorhang (Nieren, um nicht zu viel vom Orchester mit zu nehmen).
Den Streichern wie oben beschrieben, wobei deren Besetzung letztes Jahr ziemlich klein war. Das hat vor allem die hohen Streicher animiert, mehr Druck auf dem Bogen zu machen um lauter zu sein. Dadurch klangen sie ziemlich ruppig und rau. Die eingesetzten Stützen habe ich dann später gemuted, denn erstens waren sie im Hauptmikro ausreichend präsent und zweitens hätte ich dann das Ruppige im Klang unnützerweise noch betont.
Dann bekommen die Bläser Stützen wie folgt: je 1 für Fl/Kl, Ob/Fg, Hrn/Pos. (wenn sie zusammen sitzen, sonst ggf. je 1). Trompeten brauchen fast nie Stützen in einem solchen Rahmen, die sind auch meistens im Hauptmikrofon gut abgebildet und streuen bei viel Hall auch sonst wo hinein.
Den Pauken setzte ich ein Mikro hin wobei ich die Filterung ähnlich handhabe wie beim Kontrabass beschrieben.

Die Gesangs-Solisten bekommen von mir zwei Stützen, wenn sie zu 4 besetzt sind: 1 S/A und 1 T/B.
In Konzerten stehen sie nie vor dem Dirigenten (also vom Publikum gesehen hinter dem Dirigenten vor Vl2/Vla) wie man es aufnahmetechnsich gerne hätte. Entweder stehen sie links vom Dirigenten vor den 1. Geigen oder rechts vor den Celli. So sind sie für das Publikum optisch besser präsent was nebenbei dank psychoakustischer Wirkung bekanntlich auch die akustische Präsenz unterstützt.
Nachträglich belasse ich sie im Stereobild auch auf dieser Seite. Sie mittels Pan-Pot in die Mitte zu ziehen dürfte unschöne Doppelabbildungen erzeugen.
Dass sie noch weiter außen rechts von den Celli stehen, kann ich mir nicht vorstellen, das könnte allenfalls schon mal vorkommen, wenn sich alle auf einer viel zu engen Empore um eine Orgel herum quetschen müssen und dann sonst nirgendwo mehr Platz ist. Aber ich gehe mal davon aus, dass hier alles im Chorraum stattfindet.

Die Hauptmikrofone richte ich mit einem hohen K+H-Stativ mit langem Galgen so ein, dass sie aus einer erhöhten Position in etwa über dem Dirigenten oder etwas zum Schiff zurück liegend auf die Streicher schauen. In sehe zu, nie zu viel vom Raumhall einzufangen, vor allem wenn die Kirche einen langen und starken Nachhall hat. Zu viel davon beeinträchtigt schnell jede Transparenz und Durchsichtigkeit,um die man in solerchart Akustik ohnehin immer kämpft (und mitunter kaum Chancen hat).
Meistens sind die Gesangssolisten bei dieser Hauptmikro-Position klanglich sehr unterrepräsentiert, weil sie komplett an diesen Mikros vorbei und unter sie hindurch in den Raum singen. Aber dazu haben diese ja die Stützen und der geringe Anteil der Solisten im Haupt-Stereosignal gibt eine etwas größere Freiheit beim Einstellen ihrer Position über die Stützen auf der Stereobasis.
Bisher habe ich praktisch immer eine Äquivalenz-Anordnung eingesetzt (wobei ich mir nach E. Sengpiels Rechenblättern eine Tabelle angefertigt habe,
der ich je nach erforderlichem Schallereigniswinkel die Abstände und die Winkel der Mikrofone zueinander entnehme). Dazu nehme ich meistens zwei KM184.
Einmal habe ich bisher eine Aufnahme mit Decca-Tree (und Kugeln natürlich) gemacht bei einer Orchesteraufnahme in einer eher kleineren Besetzung, mit der ich sehr zufrieden war. In zwei Wochen beim "Paulus" will ich aber aus bestimmten Gründen eine AB-Anordnung mit breiten Nieren einsetzen.

Wie groß ist die Orgel und steht sie wirklich hinter dem Chor? Kleinere Chororgeln und natürlich die kleinen Truhenorgeln stehen auf Rollen und können auf eine sinnvolle Position geschoben werden. Wenn sie hinten in der Apsis des Chorraums steht (ist es überhaupt ein "klassischer" Kirchenbau?) und der Chor davor und die Orgel nicht verrückt werden kann, müsste sogar der Dirigent per Video zum Organisten hin übertragen werden, denn der Organist könnte ihn dann ja gar nicht sehen.
Bei kleineren Orgeln reicht ein Mikro als Stütze. Orgeln freuen sich über ´Kugeln´, vor allem wenn ein 16´-Register zum Einsatz kommt (das bei kleinen Instrumenten wenn überhaupt vorhanden aber nur als ´Gedackt´ möglich ist).
Bei großen Instrumenten würde ich ein Stereosystem als Stütze nehmen.

Christopher, was meinst Du mit "redundant" im Zusammenhang mit dem X32?
Ich nehme auch ein X32-Rack zum Aufnahmen (mit einem Notebook am USB-Ausgang) und dazu ein per LAN-Kabel angeschlossenes S16 das in der Kirche im Orchester steht (bei Bedarf auch 2 S16, wenn mehr als 16 Kanäle nötig sind). Redundanz habe ich nur bei der Festplatte, bei der ich eine externe RAID-Festplatte einsetze.

Gruß,
Jürgen

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hafi69
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon hafi69 » 08.11.2017, 08:12

Hallo Jürgen,

vielen Dank für die vielen nützlichen Hinweise! :idea:

Vieles von dem deckt sich mit meinen Gedanken.

Etwas skeptisch bin ich nun beim HM.
Vielleicht ist es doch eine Option Breite Nieren zu benutzen.
Oder, wie schon mal verfahren, ich benutze ein 2. HM mit MS (MKH8050/30).

Zum Glück bleibt ja hier die Option des Nachmischens der Pegel.

Redundant heißt in Wirklichkeit nur:

SD8/2xS16 ---> X32R (mit REchner) ---> X32R (mit 2.Rechner)
Den ST-Mix vom 1. X32 schicke ich zusätzlich auf das 2. X32,
um auf 2 USB Sticks aufzuzeichnen. Es gibt leider mit einigen USB-Medien Probleme (Aussetzer!)
Das gilt es nach Möglichkeit vorher genau zu prüfen.

Grosse_j
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon Grosse_j » 08.11.2017, 11:17

Mein Hauptfeld sind Aufnahmen von Chor- Orchesterwerken in Kirchen oder auch Konzertsäalen.
Dazu hat sich für mich als "Mindest" Aufnahmetechnologie bewährt:

- Hauptmikrofonsystem aus zwei Nieren als "EBS" (25 cm ,ca 90 Grad s. Sengpiel Aufnahmewinkel Berechnungen) über dem Dirigenten gepaart mit einem Kugel Groß AB/Outrigger ca. 3,5m Abstand - wichtig: über den ersten Pulten der Streicher links rechts vom Dirigenten, alles je nach Akustik in Deccatree-ähnlicher Höhe (3-4m über der Bühne). Die Nieren erhöhen die Präsenz/Ortung der Holzbläser, die Kugeln geben einen schönen Streicherklang.

- Solisten zwei breite Nieren zwischen Sopran/Alt und Tenor/Baß

- Chor bei Aufstellung linear (alle Chorstimmen nebeneinander) 4 Nieren, wenn vorhanden speziell bei hintensitzendem Blech auch 4 Achten (blenden Blech/Pauke aus)

- Bei Choraufstellung Frauensimmen vorne, Männer dahinter genügen zwei Chormikrofone mit mindesten 2m Abstand (auf einem Stativ mit Querstange), ev. auch mittig vor den Chorstimmen mit zwei Einzelstativen. Die Mikrofonhöhe ist so abzustimmen, das die Männerstimmen auch gleichwertig zu hören sind, daher meist in Höhe der hintenstehenden Männerstimmen.

Wenn möglich oder gewünscht ein Zumischmikrofon (Sengpiel) ab ca.1,2m Kugeln, je nach Akustik ca.5m hinter dem Hauptmikrofon. Damit kann der Klang oder auch die Hallbalance abgerundet werden ohne den Direktklang der übrigen Mikrofone mit Hall zu "verwässern".

Also insgesamt 10 - 12 Mikrofone für die Basisaufnahme, Zusatzstützen nach den Möglichkeiten und Notwenigkeiten

Gruß
Grosse_j und Gutes Gelingen

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RainerG
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon RainerG » 08.11.2017, 13:18

Ja, den Ausführungen von Jürgen und Gross_j ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen - ich würde das genauso machen.

Nur noch ein paar Anmerkungen zum Chor: Wenn der sehr in die Raumtiefe geht, würde ich so vorgehen: Vor dem Chor 4 Einzelmikrofone, Mitten ÜBER dem Chor so 3 Mikrofone und sehr weit hinten wieder 4 Stück - also eine Aufstellung ähnlich dem Sternbild "Orion", nur mit 2 zusätzlichen vorne und hinten.
Wenn die Orgel hinter dem Chor eine große Orgel ist die fest installiert ist, dann könnte es sogar gelingen, daß die Chormikrofone noch genügend die Orgel mitnehmen - einfach mal probieren.

Und nochwas: Wenn Du irgendwie die Möglichkeit hast, arbeite beim Chor mit Hängern, dann gibt es auch so kein Geranze mit Ständern.

Grüße
Rainer G

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Zuletzt geändert von RainerG am 08.11.2017, 13:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon RainerG » 08.11.2017, 13:21

Ja, den Ausführungen von Jürgen und Gross_j ist eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen - ich würde das genauso machen.

Nur noch ein paar Anmerkungen zum Chor: Wenn der sehr in die Raumtiefe geht, würde ich so vorgehen: Vor dem Chor 4 Einzelmikrofone, Mitten ÜBER dem Chor so 3 Mikrofone und sehr weit hinten wieder 4 Stück - also eine Aufstellung ähnlich dem Sternbild "Orion", nur mit 2 zusätzlichen vorne und hinten.
Wenn die Orgel hinter dem Chor eine große Orgel ist die fest installiert ist, dann könnte es sogar gelingen, daß die Chormikrofone noch genügend die Orgel mitnehmen - einfach mal probieren.

Und nochwas: Wenn Du irgendwie die Möglichkeit hast, arbeite beim Chor mit Hängern, dann gibt es auch so kein Geranze mit Ständern.

Oratorienbesetzungen aufzunehmen - vor allem dann wenn man es noch nie gemacht hat - sind immer eine Herausforderung und selbst dann, wenn man immer wieder am selben Ort aufnimmt, kann jedesmal die Problematik anders sein.

Grüße
Rainer G
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon hafi69 » 08.11.2017, 13:23

Danke für die weiteren Tipps!

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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon Grosse_j » 08.11.2017, 21:43

https://www.youtube.com/watch?v=g2rBJ4kLrhA
Hier ein Beispiel mit großem Chor in der Meistersingerhalle - nicht in einer Kirche, aufgenommen wie oben beschrieben mit 4 Chormikrofonen, in der Mitte ein "Äquivalenzmikrofon", alles mit Achten wegen dem Blech/Schlagwerk.
Über dem Dirigenten die EBS / AB Kombintion mit Zumischmikrofon 5 m dahinter und Solo Mics. Aufgrund des chinesischen Textes kann man sich gut auf die Aufnahmetechnik&Klang konzentrieren.
Mir stellt sich die Frage wofür ist der Mitschnitt? Eine "Produktion" für eine CD Veröffentlichung? oder eher ein"Mitschnitt"?
Beim ersten Mal für ein Chor/Orchester/ Solisten Werk frage ich mich es ob nicht einfacher wie oben und besser beherrschbar ist anstelle weiterer Stützmikrofone?
Gruß
Grosse_j

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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon RainerG » 08.11.2017, 22:19

Grosse_j hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=g2rBJ4kLrhA
Hier ein Beispiel mit großem Chor in der Meistersingerhalle - nicht in einer Kirche, ..... Aufgrund des chinesischen Textes kann man sich gut auf die Aufnahmetechnik&Klang konzentrieren.

Gruß
Grosse_j


Habe mal reingehört - ein großartiges Werk! Was mir bei dem Soisten aufgefallen ist hinsichtlich Aufnahmetechnik (ca. bei Minute 30), daß die Stereosignale an dieser Stelle stark gegenphasig sind, was am Anfang nicht der Fall war. Der Korrelationsmesser zeigt weit im negativen Teil der Skala an und das Sichtgerät zeigt liegendes "Wollknäuel". Der Höreindruck ist hier der bekannte "Druck auf die Ohren". Mir ist das etwas schleierhaft was da geschehen ist. Erst nach drücken der "Phasentausch"-Taste war der Höreindruck normal.

Grüße
RainerG
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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon Grosse_j » 08.11.2017, 23:08

Beitragvon RainerG » 01.10.2010, 10:08

"Über den Korrelationsmesser könnte man die Überschrift schon im Stil von Oswald Kolle gestalten: "Der Korrelationsmesser das unbekannte Wesen!" (Die Chinesen würden ja auch sagen: "Kollelationsgladmesser" - weil die gewöhnlich das "r" nicht richtig aussprechen). ...
Ich gehe doch mal davon aus, daß Du nicht in reiner "Intensitätsstereofonie" produziert hast, sondern in Multimikrofonie. Und dabei spielt doch der Korrelationsgrad überhaupt keine Rolle, weil er nicht definiert ist. Genau diesen Zusammenhang kapieren viele Leute nicht, so auch die in Deinem Preßwerk. Möchte mal wissen was die sagen wenn Du z.B. ein CD für Meßzwecke produzieren würdest und dabei Signale mit r = -1 drauf hättest.
Genausowenig wie ich verstehe, daß es heute noch Preßwerke gibt, die bei einem angeliefertem CD-Premaster immer noch ein auf Papier ausgedrucktes PQ-Sheet verlangen.

Das einzige um die "Kompatibilität" - sofern diese überhaupt heute noch von Bedeutung ist - zu prüfen ist die gehörmäßige Überprüfung durch die Mono/Stereo-Umschaltung. Dabei können - je nach Aufnahmetechnik - niedrig korrelierte Stereosignale durchaus kompatibler sein, als hoch korrelierte."


Die zitierte Aufnahme (https://www.youtube.com/watch?v=g2rBJ4kLrhA) ist jeweils als Stereokanal aufgenommen: Solisten, Hauptmikrofon EBS und AB, Zumischmikrofon AB, Chorstützen Mitte Äquivalenz, Seiten AB, also alles andere als "Intensitätsstereofonie" nur Laufzeit und Äquivalenz.

Insofern habe ich keinen Ansatz zum Korrelationsmessungs / -problem.
Alle Kanäle wurden nur als Stereokanäle gepegelt und abgemischt zum Gesamtmix.
Es sollte Christopher ja nur die Möglichkeit dieser Aufnahmetechnik demonstrieren.

Freut mich das Dir das Werk gefällt.
Gruß
Grosse_j

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Re: Dvorak - Messe in D-Dur und Te Deum

Beitragvon RainerG » 09.11.2017, 13:26

Grosse_j hat geschrieben:
[u]"Über den Korrelationsmesser könnte man die Überschrift schon im Stil von Oswald Kolle gestalten: "Der Korrelationsmesser das unbekannte Wesen!".....

Insofern habe ich keinen Ansatz zum Korrelationsmessungs / -problem.
Alle Kanäle wurden nur als Stereokanäle gepegelt und abgemischt zum Gesamtmix.
Es sollte Christopher ja nur die Möglichkeit dieser Aufnahmetechnik demonstrieren.

Freut mich das Dir das Werk gefällt.
Gruß
Grosse_j



Hallo Kollege :-))

Ich gebe Dir selbstverständlich recht zu dem Thema "Korrelationsmesser". Ich würde den Oswald-Kolle-Stil sogar in diesem Fall noch etwas abwandeln und sagen: "Der Korrelationsmesser das BEkannte UNWesen!" Denn mit diesem Gerät ist in der Vergangenheit - vor allem bei Rundfunks - sehr viel Unfug angestellt worden. Die Leute dort haben das überhaupt nicht verstanden.: Band retour weil r = negativ. Tontechniker überspieltes mit eingeengten Panpots -> r = positiv. Band wieder hingeschickt, Dummy in der Eingangskontrolle überprüft und - gibt sein o.k. ...

Mir ging es beim Anhören dieser Aufnahme so: Ich stellt den bekannten Effekt des "Druck auf die Ohren" fest und erst dann sah ich mir das Sichtgerät mit eingeblendeter Korrelationsanzeige an.
So mache ich es auch allgemein: Ich höre mir im Umschaltvergleich Mono/Stereo den Höreindruck an und entscheide dann - gehörmäßig - ob es so bleiben soll. Wenn dabei die Bässe nicht schwächer werden, lasse ich es, egal was da an Korrelation angezeigt wird. Der Korrelationsmesser ist für mich heutzutage eigentlich nur noch ein "Alibi" - sonst nichts. Ich habe längst genügend Übung das Gonioskopbild zu interpretieren, denn das ist weit aussagekräftiger als der K.M. Es sei denn, daß der KM dauerhaft negative Werte zeigt (und das Sichtgerät dauernd eine liegende "Wurst") und beim Stereo/Mono-Umschalten das Klangbild dann "dünn" klingt, dann sehe ich schon mal nach, ob irgendwas faul ist. Aber dann ist auch der Fehler sehr schnell gefunden. Das charakteristische bei A/B-Anordnungen bzw. Multimikrofonie ist eben, daß der KM auch mal ins Negative ausschlagen kann. Wer das heute nicht verstanden hat und heute noch ausschließlich den Korr. als Beurteilungskriterium ansieht, der hat den Zug der Zeit verpaßt.
Genauso ist es mit dem PQ-Sheet bei CD-Premasters. Da ich meine Premasters im DDP-Protokoll an das Preßwerk geben, können die sich wenn sie es nötig haben auch das PQ-Sheet selbst ausdrucken aus der SD-Datei. Und wenn ich eine CD mit Meßsignalen pressen lasse wo Signale darauf sind mit r=-1,dann nutzt dem Preßwerk das PQ-Sheet so wenig, wie einem Spatz ein Kirschkern.

Grüße
RainerG
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